nginious! Gin auf der Hanse Spirit

nginious StandNach dem Besuch einer Spirituosenmesse bleibt bei mir nie der Eindruck zurück: Okay, war nett, aber viel Neues hast du nicht gesehen. Ganz im Gegenteil: Auf jeder Messe lassen sich immer ganz bemerkenswerte Entdeckungen machen, so auch dieses Jahr auf der Hanse Spirit in Hamburg. Eine davon betraf einen besonderen Gin und die möchte ich euch hier natürlich nicht vorenthalten: Oliver Ullrich stellte stolz sein Produkt „nginious!“ vor. Der junge Gin-Begeisterte ist Deutscher, lebt und arbeitet aber in der Schweiz. Mit Ralph Villiger und Iris Menne-Ullrich zusammen betreibt er in Zürich sehr erfolgreich die Ginbar „4 Tiere“.

Mit dem Ausschenken alleine wollte er sich irgendwann nicht mehr zufrieden geben, es reizte ihn, einen eigenen Gin zu kreieren. Etwas Besonderes sollte es sein: Einen Schweizer Charakter wünschte er sich für sein Produkt und er wollte aus den Botanicals das Beste an Aromen herausholen, was möglich ist. Getüftelt wurde, getestet und verglichen, bis Oliver Ullrich schließlich mit dem Ergebnis zufrieden war und den Brennvorgang in die Hände von Hans Erismann in seiner Brennerei in Eschenmosen abgeben konnte: nginious! war geboren.

nginious Flasche

18 Botanicals prägen den Geschmack des nginiuos!, der stark an Kräuter und Bergwiesen erinnert – so, wie man sich ein Schweizer Produkt typischerweise vorstellt, meint Ullrich. Und das Aroma des nginious! entsteht nicht einfach so in einer Destillation aller Botanicals miteinander, Olliver Ulrich hat sich für das Destillieren in einzelnen Chargen und das anschließende Blenden entschieden. So entsteht also ein etwas anderer Gin, ganz so, wie er es immer gewollt hat.

nginious 18 Botanicals

In vier verschiedenen Gruppen werden die Botanicals zusammengestellt und gebrannt, jeweils in kleinen Chargen von rund 100 Litern. Dieser Brennvorgang dauert etwa 3 bis 4 Stunden und das ist das Maximum, was Ullrich den Botanicals zumuten möchte. Größere Chargen würden stundenlang vor sich hinkochen, meint er, und die ganze Geschmackskomposition durch die sorgfältige Mazeration in unterschiedlicher Dauer zwischen 6 und 10 Stunden wäre wieder zerstört.

Sicher interessiert es euch, welche Botanicals denn im nginious! in diesen vier Gruppen verwendet werden:

  • Frucht: Wacholder, Berberitze, Lorbeerfrüchte
  • Kräuter: Heublumen, Rotkleeblüten, Goldmelisse, Verveine, Ysop, Kamille, schwarze Johannisbeerblätter, Iriswurzel, Silberdistelwurzel, Galgant
  • Citrus: frische Grapefruit, Zitronen- und Orangenschalen, dazu zur Abrundung ganzer geschälter Kardamom
  • Süßholz

Beim Blenden kommen dann von jeder Gruppe 3 bis 4 Chargen zusammen, lediglich vom Süßholz wird nur eine Charge zum Abrunden herangezogen. Weitere Süßstoffe kommen übrigens in den nginious! Gin nicht hinein. An das Blenden schließt sich eine Ruhezeit von 6 bis 8 Wochen an, in der alle Stoffe und Aromen eine harmonische Verbindung miteinander eingehen können.

nginious BotanicalsNeben diesem nginiuos! Swiss Blended Gin in der klaren Glasflasche stehen da aber noch weitere Produkte auf der Präsentationstheke vor Oliver Ullrich. Feines Leder umgibt diese Flaschen. Es ist der nginious! Vermouth Cask Finish, erfahre ich – wiederum etwas Außergewöhnliches. Als Ullrich die Idee hatte, die Kräuteraromen seines nginious! durch ein Finish mit denen eines Vermouths zu verbinden, stieß er zunächst einmal auf eine Schwierigkeit: Roberto Bava von Cocchi in Piemont klärte ihn auf, dass er seinen Vermouth längst nicht mehr in Fässern lagert, sondern in Edelstahltanks. Doch auch er fand den Gedanken an einen fassgefinishten Gin verführerisch und lagerte extra seinen Vermouth di Torino für ein halbes Jahr in einem Barolofass.

Nachdem der Vermouth das Fass (ca. 250 l) verlassen hatte (keine Angst, ein guter Unternehmer verschwendet nichts: Auch der Vermouth wurde von Oliver Ullrich abgefüllt), kam der nginious! hinein. Nach einer Woche hatte das frische Vermouthfass den Gin derart aromatisiert, dass er herausgenommen und gegen frischen Gin ausgetauscht wurde. Der wiederum durfte dann fast 8 Wochen darinnen verbleiben und wurde anschließend mit der ersten Füllung verschnitten. Voilà: Der nginious! Vermouth Cask Finish war geboren. Er hat sich aromatisch leicht verändert, die Aromen sind „dunkler“ geworden, komplexer, aber der Grundcharakter des nginious! ist erhalten geblieben und bleibt erkennbar. So war der Plan und der ist gelungen.

Ob es ein weiteres Finish geben wird, frage ich. Mal sehen, vielleicht. Noch sei nichts Konkretes in Planung. Bezugsquellen für den Gin gibt es bisher nur für die Schweiz, zu finden auf der Homepage von nginious!

Edit: So schnell ganz gehen….Nachdem ich den Bericht heute morgen veröffentlicht hatte, meldete sich kurz darauf Oliver Ullrich mit der frohen Botschaft, dass der nginious! auch in Österreich zu haben ist und ganz ganz neu jetzt auch in Deutschland und Benelux!

Gin, Marken, Messe , ,

Liebeselixiere zum Valentinstag: Drinks von Tom Hausknecht

Liebe geht bekanntlich durch den Magen. Aber nicht nur mit kulinarischen Genüssen kann man am Valentinstag beim bzw. bei der Liebsten punkten. Tom Hausknecht, vielfach ausgezeichneter Chef-„Alchemist“ in der legendären Kufsteiner Speakeasy-Bar Stollen 1930, hat für uns zum Valentinstag auf Basis unübertrefflicher Gin-Spirits zwei Liebeselixiere für SIE und IHN bereitet. Wen wundert’s, hält das unique Hide-Away in einem 600 Jahre alten Stollen des Festungsberges mit 540 verschiedenen Gin-Labels doch den aktuellen Weltrekord bezüglich Sortenvielfalt unter den Wacholder-Bränden.
Also, Ihr lieben Liebenden, der Valentinstag naht: Mix it, Baby!

Liebeselixier Valentine’s Day für IHN

  • 4cl Ferdinands Saar Quince Gin und Eiswürfel in ein Glas füllen.
  • In einer Pipette ca. 1 cl Eiswein hinzu geben.
  • Das Ganze mit Fever Tree Mediterran Tonic anreichern und
  • mit einem Rosmarin-Zweig servieren.

Valentins für ihn

Liebeselixier Valentine’s Day für SIE

  • 4cl G’Vine Floraison und Eiswürfel in ein Glas füllen.
  • Dazu Fentimans Rosenlimonade geben
  • und Rosenblüten als Deko.

Valentines für sie

Bilder: Stollen 1930

Mixen ,

Von Krannawetz und Filtersteinen: Stefan Penninger im Interview über den Granit Gin

Heute haben wir besonderen Lesestoff für euch: Stefan Penninger, Juniorchef der Alten Hausbrennerei Penninger GmbH, stand uns für ein Interview zur Verfügung. Nehmt euch doch einen Gin & Tonic, lehnt euch gemütlich zurück und lasst euch von Stefan Penninger über den Granit Bavarian Gin und einige Hintergründe informieren.

Stefan PenningerDu bist Juniorchef der Hausbrennerei Penninger quasi durch „Geburtsrecht“. Wurde dir dadurch auch ganz selbstverständlich die Liebe für Spirituosen und das Brennen in die Wiege gelegt? War dein Berufsziel nie in Frage gestellt?

Stefan: Ich bin natürlich hier auf dem Hof der Brennerei aufgewachsen und bin daher von Kindesbeinen an mit der Familientradition des Schnapsbrennens vertraut. Die Nachfolge in einem Familienunternehmen wie dem unseren anzutreten, bedeutet aber nicht nur Liebe zur Spirituose an sich und zur Destillationskunst zu zeigen. Dabei geht es auch um Verantwortung, nicht nur für die eigene Familie, sondern auch für die Arbeitsplätze unserer knapp 60 Mitarbeiter. Diese Entscheidung ist mir zugegebenermaßen nicht leicht gefallen. Aber letzten Endes hat sich das eher als Angst vor der eigenen Courage herausgestellt – bereits nach kurzer Zeit war mir klar, dass mir die Arbeit in unserer Schnapsbrennerei unglaublich viel Spaß macht. Das ist ja auch etwas, was nur sehr wenige erleben können und beileibe kein Allerweltsberuf.

Welche Ausbildung hast du absolviert, wie hast du dich auf deinen Job vorbereitet?

Stefan: Bei der Wahl eines Studienfachs hatte mein Vater mir bereits den Rat gegeben, dass doch eine kaufmännische Ausbildung längerfristig gesehen wichtiger sei als beispielsweise ein Studium der Lebensmitteltechnologie. Also habe ich mich für klassisches BWL mit Schwerpunkt Wirtschaftsinformatik entschieden. Nach meinem Studium habe ich begonnen, mich in Seminaren und Fortbildungen in die fachliche Seite unseres Handwerks einzuarbeiten. Dazu gehören Brenner- und Destillateurskurse wie auch meine Ausbildung zum geprüften Edelbrandsommelier bei der Hochschule Weihenstephan. Bei uns ist es genauso wichtig wie in den meisten anderen Branchen auch, ständig am Ball zu bleiben und sich immer weiterzubilden.

Erzählst du uns, welche Aufgaben du in deiner Firma alles wahrnimmst? Wo liegen deine Schwerpunkte?

Stefan: Aktuell obliegt mir noch im Alltagsgeschäft klassisch der Bereich Marketing und Kommunikation. Jedoch hat unser Betrieb noch eine so überschaubare Größe, dass wichtige Entscheidungen zusammen in kleiner Runde getroffen werden können. Das bedeutet, dass sich je nach Frage diejenigen zusammensetzen, bei denen es jeweils am sinnvollsten ist. In der Produktentwicklung wären dies beispielsweise unser Destillateurmeister, mein Vater als Lebensmitteltechnologe und ich für das Marketing. Aber klar ist auch, je näher der Ruhestand meines Vaters rückt, desto mehr Aufgaben werden auch auf mich übertragen.

Euren Granit Gin gibt es seit 2014, aber einer bayrischen Traditionsbrennerei ist natürlich Wacholder nicht fremd, den gab es in eurer Historie bereits. Ist euer Gin jetzt also quasi ein Relaunch dieser Spirituose oder ist er eine völlige Neuentwicklung?

Stefan: Ich würde sagen, sowohl als auch. Es gab in den Fünfzigerjahren schon einen Doppelwacholder von meinem Großvater, und verschiedene Kräutergeiste haben wir auch bereits seit Jahrzehnten im Programm. Aber der Markt hat sich verändert, und viele Produkte in alter Form hätten heute wohl keine Chance mehr. Umso interessanter war für uns, uns mit der Expertise in der geschmacklichen Kombination dieser Beeren, Kräuter und Wurzeln in eine internationale Spirituosenkategorie zu wagen. Aber ich muss zugeben, ohne meinen Einstieg in die Brennerei und meinen Willen, unbedingt einen Gin bayerischer Art machen zu wollen, gäbe es den GRANIT mit großer Wahrscheinlichkeit nicht. Damit war er auch völliges Neuland für unseren sonst eher traditionell aufgestellten Betrieb.

Erzähle uns etwas über die verwendeten Botanicals. Was prägt den Geschmack des Granit Gin, worauf legt ihr Wert bei der Auswahl?

Stefan: Aus der Historie als Kräuterdestillateure war uns natürlich klar, welche unserer heimischen Botanicals wie am besten harmonieren. Die Kunst liegt nun darin, die klassischen Gin-Botanicals und unsere altbekannten, heimischen Drogen zu vermählen. Wir wollten einen Gin komponieren, der auch bei internationalen Tastings ganz klar als klassischer Dry Gin hoch bewertet wird. Andererseits sollte aber auch unsere bayerische Handschrift deutlich erkennbar sein. Beides ist uns, meiner Meinung nach, hervorragend gelungen. Die dominante Kräuternote – neben der „Krannawetz“, dem bayerischen Wort für Wacholder – ist die Melisse, gefolgt von Angelikawurzel, Arnika, Kamille, aber auch Bärwurz und Enzian.

Beim schier unüberschaubaren Ginangebot, das es derzeit gibt, scheint einer den anderen doch noch innovativere, noch neuere Ideen und noch speziellerem Geschmack zu übertrumpfen. Kann sich ein klassischer Gin mit einer so starken Wacholdernote wie der Granit Gin überhaupt unter der immer jüngeren Gin-Gemeinde eine große Anhängerschaft bewahren?

Stefan: Das war mir auch beim ersten Nachdenken darüber, was unseren Gin ausmachen soll, bereits klar: Einen weiteren New Western Style Gin, von denen viele von Kritikern eher als „Flavored Vodkas“ eingeordnet werden, wird es bei uns nicht geben. Bayerisches Lebensgefühl bedeutet für mich auch, mit neuen Ideen etwas Modernes zu erschaffen, ohne dabei die Tradition zu vergessen. Daher auch die klassische, wacholderlastige Interpretation eines Gin.
In Gesprächen mit interessierten Gästen an unseren Messeständen wie auch mit Spirituosenkritikern und Sommeliers zeigt sich, dass dieser Ansatz sehr gut ankommt. Bei der schieren Übermenge von Agentur-Gins, bei denen die Gestaltung der Flasche wichtiger war als der Geschmack des Produkts, kann sich ein so bodenständiger, regional verwurzelter Gin wie GRANIT deutlich hervorheben.
Und weil du die jünger werdende Fanbasis im Bereich Gin ansprichst: Ich finde, es ist eine wundervolle Entwicklung, wenn sich auch im Altersbereich zwischen Mitte 20 und Mitte 30 eine interessierte Anhängerschaft bildet, die sich sensorisch aus- und weiterbildet. Junge Menschen, denen Geschmack und Qualität von Spirituosen wichtig ist, und nicht nur der schnelle Wirkungskonsum.

Stichwort Bio: Eure bisherigen Spirituosen sind nicht bio-zertifiziert, warum war euch das jetzt beim Gin wichtig?

Stefan: Es ist gar nicht so einfach, erfolgreich bio-zertifizierte Spirituosen herzustellen. Vor allem die höhere Kostenseite bei bio-zertifizierten Ausgangsstoffen resultiert in einem höheren Preis des Produkts für den Endkunden – und wer ist das dann auch wirklich bereit zu bezahlen? Bei einem Premium-Gin in der Preisklasse um die 30 Euro ist dies aber durchaus machbar.
Prinzipiell geht es mir aber nicht nur darum, dass die Qualität der Ausgangsstoffe höher ist – auch die Schonung von Natur und Umwelt durch den Verzicht auf Pestizide und Düngemittel kommt hinzu. Ich bin generell ein Fan von Produkten, die bio und möglichst regional hergestellt werden.

Aquavitae Granit

Wenn man über Granit Gin spricht, kommt man am Granitstein natürlich nicht vorbei. Er ziert nicht nur jede Flasche, sondern kommt auch beim Herstellungsprozess zum Einsatz. Erzählst du uns, was ihr da entwickelt habt und welchen Einfluss dieser Vorgang auf den Gin hat?

Stefan: Spezielle und ungewöhnliche Filtrationsmethoden gibt es schon seit langer Zeit. Unser Filtrationsgerät, das wir mit Granitsteinen und –kiesel gefüllt haben, stammt ursprünglich aus den Sechzigerjahren. Damals war dieser Oxy-Esterator mit Silberkügelchen gefüllt, welche einen geschmacklichen Effekt auf das Destillat haben sollten. Wir konnten das Gerät, das sich bei uns im Fundus des Ersten Bayerischen Schnapsmuseums befand, restaurieren und mit Granitsteine befüllen – der von uns erhoffte Silberschatz wurde aber anscheinend schon vom Vorbesitzer gehoben.
Vom Filtrationseffekt her hat unsere physikalische Granitfiltration kein signifikant anderes Ergebnis als ein klassischer Zellulosefilter. Aber sie ist der Produktionsschritt, der den Gin mit dem namensgebenden Granit aus unserer Heimatstadt Hauzenberg verbindet. Es ist also ein eher symbolischer Aufwand, den wir hier eingehen. Mir ist aber wichtig, dies zu erklären, damit wir hier nicht mit esoterischem oder sonstigem Voodoo in Verbindung gebracht werden.

Ich habe vor ein paar Tagen gelesen, dass man die kleinen Granitsteine jetzt auch separat nachkaufen kann. Werden die Granitsteine denn tatsächlich eurem Vorschlag gemäß als Eiswürfelersatz verwendet?

Stefan: Ich persönlich mache das nur, wenn Gäste da sind. Aber wir haben sehr viele Nachfragen nach einzelnen Granitsteinen bekommen. Daher gehe ich davon aus, dass Fans von GRANIT auch sehr gerne diesen hochwertigen Gin mit der entsprechend ungewöhnlichen Darreichungsform zelebrieren. Ein Wunsch, auf den wir nun gerne reagieren.

Stillstand bedeutet im Business Rückschritt, heißt es ja immer so schön. Seht ihr das im Hinblick auf den Bavarian Gin auch so? Gibt es bald eine Variation eures Gins? Eine weitere Abfüllung, auf die wir gespannt sein können?

Stefan: Natürlich kommen einem bei einem erfolgreichen Produkt gleich noch die üblichen Gedanken und Hoffnungen. Ein Sloe Gin, ein Distiller’s Cut, Fassgelagert und in Barrel Strength – es gibt ja nichts, an das nicht schon jemand gedacht hätte. Und einige dieser Ideen haben auf jeden Fall ihren Reiz – wir machen ja auch beispielsweise schon seit Jahrzehnten Schlehenliköre. Aber aktuell haben wir nichts in Planung, erst soll GRANIT in seiner jetzigen Form die Aufmerksamkeit erhalten, die er verdient hat.

Wenn du dich als Prophet betätigen würdest, was hättest du über die Entwicklung des Gin-Marktes zu erzählen, international oder vielleicht in Deutschland im Speziellen? Wie wird das Angebot deiner Meinung nach in 10 Jahren aussehen?

Stefan: Vorneweg: Das ist natürlich alles Kaffeesatzleserei oder bestenfalls Bauchgefühl. Ich denke, der deutsche Gin-Markt wird sich bald konsolidieren, vor allem in der Breite des Angebots. Viele Quereinsteiger werden nach einer schnellen Erfolgsphase von der Realität eines schrumpfenden Spirituosenmarktes eingeholt werden. Toll finde ich, dass Gin mittlerweile zu einer Standardkategorie auch für deutsche Hersteller werden konnte. Diejenigen von uns Schnapsbrenner-Kollegen, die es bereits seit Jahrzehnten gibt, werden auch weiterhin existieren. Von den vielen Selfmademännern und –frauen werden sich manche halten können und manche nicht, wir werden sehen. Viele dieser Marken werden wieder verschwinden, andere im Portfolio der Großkonzerne landen.
Wichtig für uns alle – uns Hersteller ebenso wie die Gastronomen oder die privaten Genießer zu Hause – ist, dass sich der Geist langsam wandelt. Hochwertige Spirituosen werden von immer mehr Konsumenten getrunken, denen etwas am Genuss und an der Philosophie hinter dem naturnahen Schnapsbrennen liegt. Davon profitieren wir letzten Endes alle.

Stefan Penninger und Granit

Ganz klar, jeder Ginhersteller mag sein Produkt am liebsten. Traust du dich, uns andere Gins zu nennen, die du auch ab und zu einmal gerne im Glas hast?

Stefan: Ich wäre ja auch ein ziemlich schlechter Sommelier und Schnapsbrenner, wenn ich nicht meinen Gin so machen würde, wie er mir selbst am besten schmeckt. Aber wenn es darum geht, mal was anderes zu probieren – mein guter Spezl und Kollege Johannes Anleitner aus Bad Kötzting macht mit seinem Horsetown Gin einen hervorragenden Cousin zum GRANIT.

Irgendwie ist es einfach eine obligatorische Frage: Wie trinkst du selbst deinen Bavarian Gin am liebsten? Wie kommt er am besten zur Geltung? Und wenn mit Tonic, dann mit welchem?

Stefan: Am liebsten trinke ich GRANIT pur im Sipping Glas. Aber als Drink empfehle ich unseren Signature Drink NIGHTSKY, mit Thomas Henry Tonic Water und 2cl Penninger Edellikör „Wilde Schlehe“ – die Schlehe in Kombination mit dem Duft des Tonic Water ergibt wundervolle ätherische Noten in der Nase. Beim klassischen Gin-Tonic nehme ich eines der Elderflower-Tonics, welche hervorragend zur würzigen Kräuternote des GRANIT Gin passen.

Stefan Penninger2

Dankeschön ☺
Stefan: Bitte gerne ☺

Zur Homepage des Granit-Gins geht es hier.
Und hier könnt ihr den Granit Gin in unserem Shop kaufen

 

Bildrechte: 2x Penninger, 1x selbst

Gin, Interviews, Marken ,

Schon probiert? Greyling Gin aus Michigan

greyling_bottle_small_1 Seit Frühjahr 2014 haben wir den Greyling Gin in unserem Programm. Habt ihr ihn schon probiert? Im Moment ist er im Ginobility-Shop gerade reduziert, deshalb möchten wir euch hier an dieser Stelle noch einmal kurz auf ihn aufmerksam machen. Wäre doch gerade eine gute Möglichkeit, diesen US-amerikanischen Gin einmal zu testen, oder? Hier findet ihr ihn im Shop.

Der Greyling Gin kommt aus Michigan und wird von Two Birds Artisan Spirits als Small Batch Gin hergestellt. Benannt ist er nach einer kleinen bedrohten Fischart des Bundesstaates. Das soll die lokale Bindung des Unternehmens unterstreichen. Keine Sorge, im Geschmack macht sich das nicht bemerkbar….. Da hatte ich mir mehr Gedanken über den Zusatz „Modern“ auf dem Etikett gemacht. „Modern Dry Gin“. Also eher etwas im New Western Stil, weg vom typischen Wacholder-Bild?

Beim persönlichen Tasting konnte ich mich überzeugen: Der Wacholdercharakter ist deutlich da, der Greyling will traditionellen Geschmack nicht völlig über Bord werfen.greylingkickstarterimage1

Was ebenfalls zum Vorschein komm, sind deutliche Zitrusaromen und eine sehr angenehme florale Note. Neben Wacholder kamen auch Orangen- und Grapefruitschale, Koriander und einheimischer Lavendel zum Einsatz (jede Menge Hintergrundinformation könnt ihr hier im Interview mit den beiden Vätern des Greyling Gin nachlesen, das wir letztes Jahr geführt haben). Es ist ein schöner solider Gin, bei dem die verarbeiteten Botanicals sehr gut herauskommen und ein angenehmes geschmackliches Miteinander ergeben. Ich finde den Greyling sehr gut zum Pur trinken, aber auch ideal beispielsweise für einen Martini.

So, das sind meine Eindrücke. Wie sind eure?

Gin, Marken, Tasting ,

Heißes Getränk für kalte Zeiten: Gin Hot Toddy

Wie es aussieht, hat der Winter doch wieder Einzug gehalten. Es ist kalt, in einigen Gegenden schneit es und die Erkältungswelle rollt schon wieder. Spürt ihr auch schon so ein Kratzen im Hals? Höchste Zeit für Gegenmaßnahmen! Wie wäre es mit einem Hot Toddy? Mit Whisky ist er ein beliebtes und traditionelles Heißgetränk, doch auch mit Gin kann er Leib und Seele ganz vorzüglich wärmen.

Die Grundrezeptur für einen Gin Hot Toddy ist denkbar einfach:
4 cl Dry Gin, 2 cl Zitronensaft, 1 TL Honig in einem Glas verrühren
nach Belieben Gewürze dazu wie Sternanis, Kardamom oder Gewürznelken, wie ich sie gewählt habe. Mit kochend heißem Wasser auffüllen, mit einer Zimtstange verrühren – fertig!

Toddy KombiMorgen tausche ich dann vielleicht den Zitronensaft gegen Orangensaft aus und nehme statt des Edinburgh Gin den Elephant. Oder wäre vielleicht Grapefruitsaft und Windspiel Gin auch ein super Gin Hot Toddy? Na, übermorgen ist ja auch noch Winter….

Gin, Mixen

Neuer Gin im Glas: Über eine giniale Nacht

Kann man ein neues Jahr besser starten als mit dem Tasting neuer Gins? Am ersten Januarwochenende traf sich die kleine Runde, die ihr schon aus einem Bericht im August kennt, um sich gemeinsam ganz neugierig an einige Gins heranzuschnuppern. Es blieb nicht beim Schnuppern, denn auch der Geschmack ist ja nicht ganz unwesentlich…. Alles geschah natürlich im Namen der Wissenschaft und um beim Schreiben von Blog- und Fachbeiträgen und beim Durchführen von Tastings ausreichend Bescheid zu wissen. Na ja, ein wenig Spaß hatten die drei Damen Julia Nourney, MargareteMarie und Petra Milde (= „Sharing Angels“) dabei auch in dieser langen Nacht….

Jpeg
Neben Gin standen auch Whiskys und Rum auf dem Programm, aber hier soll es um die Eindrücke der verkosteten Gins gehen. Kurz und knapp, ohne ausschweifenden Hintergrundgeschichten. Wenn ihr die Gins auch bereits im Glas hattet, teilt uns gerne eure Eindrücke in einem Kommentar mit. Geschmack ist schließlich relativ und vielleicht habt ihr einige tolle Tipps für passende G&T-Kombis. An Tonic standen übrigens an diesem Abend Indi Tonic, Thomas Henry, 1724 und Schweppes zur Verfügung.

JpegEdelstahl Gin
Die märkische Spezialitätenbrennerei in Hagen setzt bei ihrem neuen Produkt auf 20 Botanicals. Neben klassischem Wacholder, Karadamo, Koriander, Zitronen- und Orangenschalen und Iriswurzel sind es beispielsweise Veilchen, Fenchel und Schlehe, die dem Edelstahl Gin eine feine geschmackliche Note geben. Vor allem die Schlehe setzt einen besonderen Akzent und ist bereits in der Nase präsent. Am Gaumen wird der Dry Gin mit seinen 44,6 % vol. seiner Klassifizierung gerecht und ist sehr schön trocken. Die Kombination mit Thomas Henry stellt sich als sehr süß heraus. Auch 1724 kann als Partner für den Edelstahl Gin nicht wirklich überzeugen. Das Indi classic hingegen bringt die Zitrusnoten sehr gut heraus und präsentiert einen erfrischenden G&T. Fever-Tree kommt hier auch sehr gut, wie eine der Tasterinnen bereits aus Erfahrung berichten konnte.

JpegNapue Gin
Von Kyrö aus Finnland kommt dieser neue Gin, einer kleinen innovativen Brennerei mit sehr inter-netten Einblicken auf der Homepage :-) , auf der allerdings bisher nur von einem Rye Whiskey die Rede ist. Der Napue Gin basiert auch auf Roggen und kommt uns aus dem Glas mit Wacholder entgegen, begleitet von ungewöhnlichem anderem Aroma. Könnt ihr mit der Assoziation etwas anfangen: „Gras, dass nach dem Mähen eine Weile liegt und warm und leicht „angegangen“ riecht.“? Am Gaumen ein blumiger Charakter. Parfüm/Aftershave. Vielleicht etwas mentholig. Auf jeden Fall ein Gin mit besonderem Charakter. Indi Tonic macht ihn auch als G&T zu etwas Besonderem. „Nach hinten heraus“ bekommt er eine leicht bittere, aber sehr angenehme Note. Wir empfehlen das Verhältnis von 1:4. Versucht etwas Rosmarin als Garnish dazu – im Sommer ist das sicher toll erfrischend!

Jpeg5 Continents Gin
Auf Gut Basthorst bei Hamburg stellt Fabian Rohrwasser seinen 5 Continents her. Ein deutscher Gin also, doch der Name verrät sofort: Die verwendeten Botanicals, 22 insgesamt, sind international, jeder Kontinent steuert etwas bei. Heraus kommt ein sehr würziger, deutlich vom Wacholder geprägter Gin mit Pfeffernoten, vermutlich dem verwendeten Guineapfeffer oder dem Ingwer zu verdanken. Frische vom Eukalyptus, florale Noten vom Lavendel – der 5 Continents Gin schmeckt uns pur ohne Eis am besten. Wenn es Gin Tonic sein soll, dann Thomas Henry mit einem Orangenschnitz.

JpegSmuggler’s Gin
Seit einigen Wochen auf dem deutschen Markt, verfolgt der Smuggler’s Gin der Londoner Thames Distillery ein Konzept, das einen deutlichen Gegenpol zur starken Premium-Tendenz des Gin Marktes bietet: Ein klassischer, guter Gin um die 20 Euro mit 40% vol. Trinkstärke. Und er ist das, was er sein will: Ein easy-drinking-Gin, in der Nase leicht floral-grasig, im Geschmack frisch mit angenehmen Zitrusnoten. Fruchtig leicht. Wir hatten Indi und Orangenschnitz dazu. Lecker.

JpegWindspiel Gin
In der Nase, am Gaumen: Ein richtig klassischer Gin. Ausgewogen, feinwürzig, angenehm, typisch. Auf Alkohol aus Kartoffeln aufgebaut, was nicht wirklich rauszuschmecken ist. Im Ginobility-Shop ist dieser Gin seit einer Weile zu haben und vielleicht kennt ihr ihn deshalb bereits. Dort in den Produktinfos zum Windspiel Gin wird Fever Tree oder Fentimans empfohlen, hatten wir aber beides nicht zur Hand. Thomas Henry hat sich aber als würdiger Vertrete erwiesen. Tipp: Ein, zwei Himbeeren als Garnitur geben eine angenehme fruchtige Note.

Zusätzlich zu diesen neuen Gins standen noch einige weitere auf dem Tasting-Programm, die schon länger auf dem Markt sind, aber trotzdem in der Nacht dabei waren. Über die berichte ich dann in Kürze ebenfalls noch.

Jpeg

Gin, Tasting

Gin Cocktail zu Silvester? New Year’s Clover Club!

Kaum sind die Weihnachtstage vorbei, geht es los mit den Planungen für die Silvesterparty. Spontankäufe haben auch ihren Reiz, doch wenn ihr euren Gästen Cocktails anbieten wollt, empfehlen wir einige Vorüberlegungen und gezielte Einkäufe. Was wollte ihr anbieten? Was fehlt, was muss unbedingt noch besorgt werden?

Wer noch nach einem Rezept für einen ultimativen Silvestercocktail sucht, dem hilft vielleicht ein Tipp aus einer Pressemitteilung von Diageo’s World Class weiter. Internationale Spitzen-Bars standen Pate für einige Silvestercocktails und es ist auch ein Gin Cocktail darunter, dessen Rezept wir gerne an euch weiter geben. „New Year’s Clover Club“ heißt er nach der Bar im New Yorker Stadtteil Brooklyn. Ganz wie es sich für Silvester gehört sorgt Champagner für eine prickelnde Note:

New Years Clover ClubNew Year’s Clover Club

Zutaten:
5 cl Tanqueray No.Ten
3 cl Ananassaft
4 Himbeeren
2 TL Zucker
1 cl Eiweiß
Champagner als Topping

Alle Zutaten (außer dem Champagner) in einem Shaker auf Eiswürfeln sehr kräftig und lange schütteln. Durch ein Sieb in ein Coupette-Glas abseihen und mit Champagner auffüllen.

Na dann: Prosit Neujahr!

Bild: Diageo/Häberlein&Maurer

Mixen ,

Besuch im Clouds: Tasting mit Andreas Kloke

SONY DSCDer Prime Tower ragt majestätisch in den blauen Himmel und auf seiner gläsernen Front spiegeln sich die wenigen Wolken, die der wunderschöne Novembertag zu bieten hat. Ganz oben in diesem höchsten Gebäude Zürichs ist die Clouds Bar zuhause und dort habe ich eine Verabredung mit Barchef Andreas Kloke. Anlass ist das Release einer Limited Edition des Clouds Gin, die ich unbedingt kennen lernen möchte. Weiterlesen »

Gin, Interviews , ,