Iris Dry Gin vom Scholerhof

Iris Dry Gin

Bild: Iris Krader/Scholerhof

Nein, das ist nicht Iris Krader auf dem Label des Iris Dry Gin! Doch sie könnte es durchaus sein, denn sie ist ein richtiges Schwarzwaldmädel. 100 Jahre Weinbau und Brennerfahrung über drei Generationen hinweg hat ihre Familie aufzuweisen und die bringt Iris Krader nun als Weinbauerin und Brennmeisterin auf dem Scholerhof ein. Ihr ganzer Stolz ist die neue Brennanlage, die mit Wasserbad und Holzbefeuerung arbeitet und 150 Liter umfasst. Mit ihr konnte sich Iris Krader 2013 ihren Wunschtraum erfüllen, neben ihren prämierten Weinen und Obstbränden auch Gin herzustellen.

Mehr als 20 Botanicals hat sie als Geschmacksgeber für ihren Iris Dry Gin herausgesucht. Zum Teil wachsen sie im eigenen Garten des Scholerhofes im Schwarzwald heran und sind typische lokale Kräuter wie Lavendel, Minze oder Brombeer- und Rosenblätter. Die Gin-typischen Basisbotanicals wie Wacholder, Kardamom und Koriander importiert Iris Krader aus Asien und Italien.

Ich habe vor einigen Tagen den Iris Dry Gin probiert, der vielleicht demnächst auch im Ginobility Shop erhältlich sein wird.

Tastingnotes Iris Dry Gin:

Iris Dry Gin SampleAls ich das Sample-Fläschchen öffne, strömt mir sofort ein unverkennbarer Hauch von Lavendel in die Nase. Ins Glas eingefüllt, geht dieser erste dominante Lavendelduft deutlich zurück. Er ist immer noch da, aber jetzt Teil einer komplexen würzigen Kräutermischung. Der Iris Dry Gin riecht für mich nach „dunklen“ Kräutern, soweit man beim Geruch von Farbe sprechen kann. Das hängt sicher stark mit Erinnerungen zusammen und mir kommt beim Nosen Schweizer Kräuterzucker in den Sinn, diese würzigen dunkelbraunen Bonbons in gelbem Papier. Zitrusaromen entdecke ich jedenfalls so gut wie nicht.

Im Geschmack bestätigen sich die starken Kräuteraromen. Süßlich, aber auch etwas herb – en so, wie man es von Kräuterbitter kennt. Ich versuche, die Kräuter zu definieren, die den Wacholdergeschmack stark in den Hintergrund treten lassen. Ist es Anis? Fenchel? Ich schmecke Aromen, die mich an Ouzo erinnern. Thymian entdecke ich und erdige Noten.

Iris Dry Gin EisDer Alkohol ist im Gin sehr gut eingebunden und macht sich sowohl in der Nase als auch am Gaumen zu keiner Zeit unangenehm und scharf bemerkbar, obwohl der Iris Gin mit 47% vol. abgefüllt wird. Im Gegenteil: Der Gin ist sehr weich im Mund.

Ich lasse einige Würfel Eis ins Glas gleiten und der Gin trübt sofort leicht ein. (nEin, es ist definitiv nicht nur das Glas beschlagen, falls das jetzt jemand vermuten wollte). Und so eiskalt kommt der Wacholder jetzt deutlich stärker durch und die anderen Kräuteraromen treten etwas zurück. Im Gesamteindruck wird der Gin kräftiger und “klassischer”.

Iris Dry Gin TonicDer Iris Dry Gin ist deshalb sehr gut für einen Gin&Tonic geeignet, finde ich, und er verträgt ein kräftiges Tonicwater mit herben Aromen und Zitrusnoten. Sie ergänzen den ausgeprägten Kräutergeschmack des Gins sehr. Ein Indi Tonic könnte hier passen oder ein Fever Tree. Bei mir war es diesmal ein Indi Schweppes mit kräftigen Bubbles, wie ihr seht…

Fazit: Ein nicht unbedingt klassischer Gin,der seine Freunde weniger unter den Wacholderfans finden wird als unter denen, die es geschmacklich fein-würzig mögen und herbe Kräuterspirituosen lieben.

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Wales macht auch Gin: Brecon aus der Penderyn Distillery

Penderyn Brecon GinVermutlich denkt ihr bei “Wales” ebenso wenig an Gin wie ich bis vor kurzem. Da kommt einem eher der britische Thronfolger in den Sinn, der den Titel „Prince of Wales“ trägt. Einer denkt an grüne Landschaften, ein anderer an die eigentümliche walisische Sprache mit den berühmten schier unaussprechlichen Ortsnamen. Spirituosenliebhaber wissen vielleicht, dass es in Wales die Penderyn Distillery gibt, die den gleichnamigen Whisky produziert. Doch wusstet ihr, dass in dieser seit dem Jahr 2000 produzierenden Brennerei auch ein Gin hergestellt wird? Und wir führen ihn sogar im Ginobility-Shop! Brecon Special Reserve Gin heißt er, benannt nach der walisischen Bergkette Brecon Beacons.

Bei einer Besichtigung der Brennerei konnte ich einen Blick auf die einzigartige Faraday-Brennblase werfen, in der Penderyn seine Spirituosen brennt. Ein Pot Still mit aufgesetzter Kolonne, die über unglaubliche 24 Siebe verfügt, produziert äußerst effizient einen sehr reinen Alkohol. Das ist schon ein beeindruckender Anblick, den die Brennanlage mit ihren Rohren, Leitungen und hohen Zylindern da bietet.

Penderyn BrennanlageIm kleinen Besucherzentrum erhalten Whiskyfreunde dann einen kleinen Einblick in die Fassreifung und die Gin-Interessierten einen Überblick über die für den Brecon verwendeten Botanicals.

Penderyn BotanicalsEin Sample Fläschchen des Brecon Special Reserve Gin gab es als Give Away und das habe ich gestern Abend geöffnet, um euch meine Eindrücke von diesem walisischen Gin zu schildern:

Penderyn Brecon GinIn die Nase steigt eine feine, zarte Süße. Ein wenig Wacholder, etwas Zitrusaroma – alles sehr dezent.

Nach diesem ersten sehr zaghaften Kontakt ist der Eindruck im Mund dann deutlich kräftiger: Der Wacholder ist deutlich wahrzunehmen, dazu eine fruchtige, leicht bittere Zitrusnote. Orangenschale. Auch Lakritze schwingt mit. Da sind spicige Aromen, die ich aber keinem Gewürz näher zuordnen könnte. Und über allem eine leicht florale Kopfnote. Der Alkohol ist deutlich wahrnehmbar, obwohl der Brecon „nur“ mit 40% vol. abgefüllt wird.
Ich kühle den Gin mit Eiswürfeln deutlich herunter. Er trübt nicht ein. Im Geschmack verliert er aber deutlich. Die vielschichtigen würzigen Aromen und auch die Zitrusfrische ist weg. So ist der Brecon deutlich flacher und der Wacholder wird zum Alleinherrscher.

Beim Gin und Tonic würde ich euch daher zu einem kräftigen Tonicwasser mit deutlichen Zitrusaromen greifen. Das neue Fever Tree Mediterranean tut dem Brecon Gin gut und wäre meine erste Wahl. Auch das Indi Tonic mit seinen Aromen von Zitronen und Orangen kann hier beim Waliser punkten.

Also wie wäre es vielleicht einmal mit einem Ausflug nach Wales?
Hier geht es zum Brecon Special Reserve in unserem Shop
Und hier zur Homepage von Penderyn.

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Ferdinand’s Saar Quince Gin im Selbstversuch

Freitagabend, die Spätsommersonne scheint, keine Termine mehr – ein idealer Zeitpunkt um das Wochenende mit einem Gin Tonic zu begrüßen. Also mal geschaut, was das Regal so anbietet und da lacht mich der Ferdinand’s Saar Quince Gin an. Ich hatte ihn vor ein paar Wochen bereits geöffnet und er durfte uns pur den Abend versüßen. Zeit für einen etwas umfassenderen Check!

Der pure Genuss

Ferdinands Quince purGoldgelb, 30% Vol. Alkohol, eine Infusion von Riesling, das Aroma von Birnenquitten auf eine Weise eingefangen, wie man es sonst vom Sloe Gin kennt – der Ferdinand’s Saar Quince Gin ruft förmlich „Trink mich pur“ und damit steigen wir ein. Ist er Gin oder ist er Likör? Die Nase sagt: Ja, doch, es ist Gin – da ist Wacholder. Sehr fein, aber deutlich. Zitrone. Frucht. Birne. Quitte. Honig. Aber kaum Alkohol wahrnehmbar. Im Mund ist der dann deutlicher. Aber dafür ist es jetzt kein Gin mehr. Süß, samtig und weich macht er sich auf der Zunge breit. Die Frucht ist absolut präsent. Der Wacholder total im Hintergrund. Eine leichte Säure und angenehme Bitterkeit sorgen für ein Gleichgewicht. Pur ist Ferdinand’s Quince Gin ein leckeres Likörchen, das leicht beppige Lippen hinterlässt (hochdeutsch: leicht klebrige).

Gin und Tonic mit Ferdinand’s Saar Quince Gin

Ferdinands Quince GTJetzt zur Königsklasse: Gin und Tonic mit Ferdinand’s Saar Quince Gin. Auch wenn ich von Anfang an skeptisch bin bekommt zunächst Schweppes eine Chance. In Deutschland vermutlich am weitesten verbreitet (vermutlich nicht nur hier) und für klassische Gins immer ein guter Partner. Aber Ferdinand’s Quince ist nun einmal kein Klassiker. Die Fruchtaromen leiden, die Bitterkeit lässt kaum Raum für die feinen Noten und die Süße ist nur noch süß. Der Charakter des Quince Gins geht zum großen Teil verloren. Neuer Versuch mit 1724: Ja, das geht besser. Hier haben die Zitrusnoten und Quitte Raum, lassen sich durch einen Schnitz Zitrone noch unterstreichen. Ein Drink für alle, die ihren Gin und Tonic leicht und fruchtig mögen. Ich habe übrigens immer das Verhältnis 1:2 gewählt und auch so ist der Alkohol kaum wahrnehmbar.

Shake it, Baby!

Kann sich der Ferdinand’s Saar Quince Gin auch in Cocktails bewähren? Der Hersteller selbst gibt zwei Empfehlungen, eine probiere ich aus:

Ferdinands Quince SourFerdinand’s Quince Sour
• 50 ml Ferdinand’s Saar Quince Gin,
• 30 ml frisch gepresster Zitronensaft
• 15 ml Zuckersirup
• 5 Tropfen Ferdinand’s Riesling Quince Bitters
• Garnitur: Minze und Zitronenzeste
Alles wird mit viel Eis kräftig geshakt und dann in ein gekühltes Glas gestraint. Aus der Zeste ist bei mir ein Schnitz geworden, ich habe erst hinterher bemerkt, dass ich aufmerksamer hätte lesen sollen. Aber ich sag euch: Dieser Quince Sour ist lecker. Erfrischend und fruchtig. Und was für mich überraschend ist: Der Wacholder ist deutlicher da als ich ihn erwartet hätte und macht den Sour zu einem deutlichen Gin Sour. Solltet ihr ausprobieren!

Der zweite Cocktail, den Ferdinand’s empfiehlt, ist ein abgewandelter Martini. Leider habe ich gerade keinen Ferdinand’s Saar Dry Gin im Regal und auch beim Riesling muss ich passen. Deshalb muss dieser Selbstversuch diesmal ausfallen, aber vielleicht könnt ihr den Drink ja ausprobieren und berichten? Hier ist das Rezept:

Quince Martini
• 20 ml Ferdinand’s Saar Dry Gin
• 12 ml Ferdinand’s Saar Quince Gin
• 60 ml Saar-Riesling (Kabinett, fruchtsüß)
• Garnitur: Zitronenzeste
Im Rührglas auf Eis rühren und in vorgekühlte Cocktailschale abseihen. Mit Zitronenzeste abspritzen

Den Ferdinand’s Saar Quince Gin wie auch den Saar Dry Gin und die Ferdinand’s Bitters bekommt ihr natürlich im Ginobility-Shop.

 

 

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Neuer Cotswolds Gin: Das Rezept steht

Daniel Szor„Our gin recipe is ready“ verkündete Daniel Szor, Besitzer der englischen Cotswolds Distillery, vorgestern stolz im neuesten Rundbrief. Die zwischen Oxford und Birmingham gelegene Brennerei steht kurz vor der Eröffnung und in ein bis zwei Wochen soll der erste Cotswolds Gin destilliert sein, so heißt es weiter.

Absolut im Zeitplan

Seit Monaten wird fleißig gebaut in der Cotswolds Distillery. Noch im Mai, als mich Szor auf der Baustelle empfing, konnte ich kaum glauben, dass der ambitionierte gebürtige US-Amerikaner seinen Traum von einer eigenen Brennerei fristgerecht wahr machen könnte. Die Wände im Rohbau, von Stills und sonstigen Einrichtungen keine Spur. Doch die Bilder, die er mir Ende Juni zuschickte, zeigten bereits die deutlichen Fortschritte und nun bestätigte Daniel Szor also im Newsletter, dass der für September geplante Start eingehalten werden kann.

Cotswolds Juni

Cotswolds Distillery Ende Juni 2014; Bild: Daniel Szor

Englischer Gin mit deutscher Brenntechnik

Die Cotswolds Distillery wird zweigleisig fahren: Zum einen wird Whisky produziert, wofür von Forsyths aus Schottland zwei Pot Stills angefertigt wurden. Das andere Standbein des jungen Unternehmens wird Gin sein, der in einer 500 Liter Brennanlage von Holstein produziert wird. Deutsche Brenntechnik begeistert auch in England! Beim Gin setzt Daniel Szor wie auch beim Whisky auf einen regionalen Charakter und hat viel Zeit und Arbeit in die Entwicklung der Rezepturen für seinen London Dry Gin gesteckt. Im erwähnten neuesten Newsletter verrät er jetzt Einzelheiten über den Cotswolds Gin.

Cotswolds Holstein Still

Cotswolds Distillery Ende August 2014; Bild: Daniel Szor

Neun Botanicals im Testsieger Cotswolds Gin

Über 50 verschiedene Protoypen wurden getestet, bevor die besten 12 auserwählt wurden, einem führenden britischen Lebensmittellabor präsentiert zu werden. In Blindtastings konnte sich eine Rezeptur von Cotswolds im Vergleich mit bekannten Gin-Marken nicht nur behaupten, sondern wurde zum Testsieger erklärt – die Zeit ist also reif, das Testen einzustellen und mit der Produktion zu beginnen. Neun Botanicals sind es, die dem Cotswolds Gin sein Aroma verleihen werden: Wacholder, Koriander, Angelikawurzel, Grapefruit, Limette, schwarzer Pfeffer, Kardamom, Cotswolds Lavendel und Lorbeerblätter. Eine klassische Zusammenstellung mit einem Cotswolds Twist – sind wir gespannt auf das Ergebnis!

Hier geht es zur Homepage der Brennerei: Cotswolds Distillery
Und einen detaillierten Bericht über meinen Besuch der Brennerei Ende Mai findet ihr hier auf meinwhisky.com)

 

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Drei Frauen und acht Gins – Ein Gin & Tonic-Tasting

ArbeitEs war ein Tastingabend der besonderen Art: Julia Nourney, Independent Spirit Consultant und Autorin, MargareteMarie, Whiskybloggering, und Petra Milde, Autorin und Bloggerin im Spirituosenbereich (By the way: Verfasserin dieses Beitrages) wollten sich intensiv mit einigen Whiskys und Gins beschäftigen und mit weiblichen Geschmacksnerven gemeinsam den Aromen nachspüren. Und so wurde ein Tisch im gabiJuliaschwäbischen Balingen an einem Samstagabend im August mit Whisky, Gin, Gläsern, Wasser, Tonic, Obst, Schreibzeug, Laptop und Kameras gefüllt, um gründlich zu arbeiten – und Spaß dabei zu haben. Nun ja, aus dem Abend wurde eine ganze Nacht und ich möchte euch unsere Ergebnisse in Sachen Gin&Tonic nicht vorenthalten.

Was jetzt hier im Bericht folgt, ist keine ausführliche Vorstellung der Gins. Nein, uns ging es bei den Gins vor allem darum, herauszufinden: Wie schmeckt der mir/uns am besten, welches Tonic Water empfinden wir als ideale Ergänzung? Probiert es doch einmal aus, ob ihr da mit uns auf einer Linie seid, wir freuen uns über Feedback!

See GinSee-Gin, London Dry Gin vom Bodensee, 48% Vol.
Wir starten mit einem Gin der Brennerei Steinhauser, Kressbronn. Er hat bei der IWSC dieses Jahr Gold Outstanding erhalten, eine nicht sehr häufige vergebene Auszeichnung. Ein gradliniges Produkt, bei dem neben sanften Wacholdernoten etwas Melisse durchschimmert.
Eine ganz leichte Bitterkeit hat er für mich, kaum Zitrusnoten. Ausgewogen, da drängt sich nichts in den Vordergrund. Sensorik-Spezialistin Julia nennt ihn „Everybodies Darling“ und „komplementär“. Passt sich jedem Tonic an.
Wir kombinieren den See-Gin mit Fever Tree und Orange und erhalten eine weiche „Wintermischung“. Den leichten Sommerdrink gibt es mit Thomas Henry und Limette.

NBNB Gin, Artisan Gin aus North Berwick, Scotland, 42,% Vol.
Ein ganz neuer Gin, erst seit kurzem auf dem Markt. Wacholder und Zitrusfrüchte prägen den Small Batch Gin ganz deutlich. kommt leicht süßlich daher und sehr mild auf der Zunge herüber, trotz einer Pfeffernote. Im Nachklang bleibt mir ein Hauch Lakritze.
Hier favorisieren wir zwei Zusammenstellungen:
NB + Thomas Henry Elderflower+Orangenschnitz: Ein floral-fruchtiger Gin&Tonic für alle, die es etwas lieblicher mögen
NB + Fever Tree + Limettenschnitz: So wird die fruchtige Frische des NB unterstrichen. Wacholder tritt etwas in den Hintergrund.

NB Gin im Ginobility Online Shop.

TelserTelser Liechtenstein Dry Gin, 47% Vol.
Der Wacholder dominiert deutlich beim Telser, der zudem eine sehr florale Grundnote hat. Riecht und schmeckt „dunkler“ als die beiden Vorgänger. Würzig. Und dann ist da ein leichtes Räucheraroma…Die starken 47% machen sich deutlich bemerkbar; weniger zum pur sippen geeignet.
Hier hat uns der Fentimans als Partner am besten gefallen, zusammen mit einem Schnitz Tahiti-Limette zerreißt er die dunkle Note des Telser („declustern“ nennt es Fachfrau Julia). Ich hab bei diesem Gin&Tonic übrigens eine Art Traubenzuckernote im Mund, muss an Dextroenergen denken. Na, wenn ein G&T vielleicht Energie verleiht, ist es doch toll…

Telser Gin im Ginobility Online Shop.

SipsmithSipsmith London Dry Gin, 41,6% Vol
Sehr frisch kommt uns der Sipsmith aus dem Glas entgegen, doch allmählich gesellen sich auch dunklere Aromen hinzu, fast so wie feuchtes Heu. Auch exotische Frucht, aber so richtig überreif. Am Gaumen dann ein ähnliches Szenario: Erst frische, grüne Aromen, dann würzig. Leicht pfeffrig
Die zarten Fruchtnoten des Smipsmith wollen herausgekitzelt sein, das gelingt uns am besten mit Fever-Tree und einem Orangenschnitz.

Sipsmith Gin im Ginobility Online Shop.

GiltGILT, Single Malt Scottish Gin, 40% Vol.
Ein Gin aus Gerstenmalz, das ist etwas Spezielles. Und als speziell stellt sich auch Aroma und Geschmack heraus. Erdige, weiche Noten steigen da in die Nase, der Wacholder ist angenehm präsent, drängt sich aber nicht in den Vordergrund. Vanille ist deutlich da und eine würzige Süße, auch ein Aroma wie von Kräuterbonbons. Am Gaumen bleibt der GILT sehr weich, aber komplex und würzig, dunkel und erdig.
Diese besonderen Aromen wollen bewahrt sein im Gin & Tonic, deshalb sollte es nicht mit zu viel Macht daherkommen. Das 1724, das in anderen Gins wegen seiner Milde oft untergeht, ist hier genau das richtige. Ein Schnitz Pink Grapefruit dazu und fertig ist ein Gin & Tonic, der einen ganz eigenen Charakter hat. Aber den GILT würde ich auch durchaus pur trinken.

Gilt Gin im Ginobility Online Shop.

ElephantElephant London Dry Gin, 45% Vol.
Dezent, harmonisch in der Nase. Eine Wacholdernote, die da ist, aber nicht dominant in die Nase steigt, ebensowenig wie der Alkohol. Fruchtsüße. Süß ist der Elefant dann auch am Gaumen. Lakritze ist eines der Hauptaromen. Zitrusaromen sind kaum zu spüren, der Gin ist eher floral ausgerichtet. Ein bisschen wie im Nadelwald. Die weiche, milde Ausprägung macht ihn zu einem Gin, der sehr gut pur zu trinken ist. Der recht hohe Alkoholgehalt stört dabei überhaupt nicht.
Der Versuch mit Thomas Henry und Limette zeigt: Das Gin & Tonic schmeckt zu flach, das wird dem Elephant nicht gerecht. Fever-Tree ist besser, das lässt dem Gin genug Raum, unterstreicht die Aromen aber auch. Trotzdem: Wenn man diesen Gin richtig würdigen möchte, dann sollte man ihn pur trinken.

Elephant Gin im Ginobility Online Shop.

Gin27GIN 27, Appenzeller Dry Gin, 43% Vol.
Auch die Schweiz kann in Sachen Gin mithalten. Der GIN27 wurde von einem Kräuterbitterproduzenten entwickelt und das spiegelt sich im Aroma wieder. Beim Nosen denke ich sofort: Lebkuchen. Zimt. Auch eine leicht bittere Note ist da. Im Mund bestätigt sich der adventliche Eindruck, doch dann öffnet sich das Aroma, wird etwas floraler. Die Grundnote bleibt aber sehr würzig, leicht bitter.
Der GIN27 lädt zum Experiment ein und das verläuft erfolgreich: Fever Tree Mediterranean harmoniert wunderbar mit diesem würzigen Gin. Ein Orangenschnitz brachte die Zitruskomponente sehr gut hervor. Leider hatten wir keinen Rosmarin zur Hand, das wäre noch eine interessante Spielart gewesen.

MareGin Mare, Spanien, 42,7% Vol
Diesen spanischen und von mediterranen Kräutern geprägten Gin hatten wir zu Recht ans Ende unseres Tastings gestellt, der Unterschied ist groß: Ist das wirklich Gin? Da ist in der Nase von Wacholder nichts Vordergründiges zu spüren. Man muss ihn förmlich suchen hinter der süßen Würzigkeit und dem deutlich floralen Grundton. Süße umschmeichelt auch den Gaumen. Rosmarin kommt sehr stark herüber und eine angenehme Bitterkeit. Beim Gin & Tonic ist wieder Fever Tree unser Favorit, das lässt den Rosmarinnoten und dem floralen Charakter Raum. Wir notieren für unser nächstes Tasting: Neben Rosmarin  unbedingt auch grüne Oliven mitbringen – hier hätten wir sie gerne noch als i-Tüpfelchen ausprobiert!

Gin Mare im Ginobility Online Shop.

Wer sich auch für den ersten Teil des Abends (das Whiskytasting) interessiert, findet den Bericht hier auf meinwhisky.com.

Bilder: MargareteMarie von whiskyundfrauen. Dankeschön!

Gin, Tasting

Interview mit Paul Kerstens: INDI TONIC

PAUL KERSTENS INDI TONICSeit kurzem haben wir bei Ginobility die Marke INDI & CO. Botanical Water exklusive für Deutschland im Programm. Wir haben Paul Kerstens gebeten, uns ein wenig über die Hintergründe dieses ganz besonderen Tonic Waters aus Spanien zu erzählen. Er ist bei Casalbor verantwortlich für den Export.
(For the original English version please scroll down)

Wenn wir den komplexen und ungewöhnlichen Herstellungsprozess des Indi Tonics betrachten, können wir dann eigentlich von einem herkömmlichen Tonic Water sprechen?
Paul: Aus der Sicht unserer Produktphilosophie ja. Was wir mit unserem besonderen Herstellungsprozess versuchen ist ein Maximum an Aromen und Geschmack anzubieten. Das erreichen wir mit unserem besonderen Herstellungsprozess. Deshalb würde ich gerne von einem authentischen Tonic Water sprechen.

Vielleicht könntest du unseren Lesern, die Indi Tonic bisher noch nicht kannten, erklären, welche Produktionsschritte besonders und bemerkenswert sind?
Paul: Einzigartig wäre die Mazeration der getrockneten Botanicals in Wasser und Alkohol, ein Prozess, der zwei Monate dauert. Danach die Destillation in hundert Jahre alten kupfernen Pot Stills, die nach der Wasserbad-Methode erhitzt werden. Durch diesen Prozess, der insgesamt ungefähr drei Monate dauert, soll ein Konzentrat entstehen, das reich ist an Aromen und Geschmack. Diesem besonderen Konzentrat fügen wir kohlensäurehaltiges Wasser und natürlichen Zucker hinzu. Der dritte Aspekt, der vielleicht betont werden sollte, ist unser Bemühen, ein stabiles, aber sanftes Sprudeln zu erzielen.

Die Botanicals, die für Indi Tonic verwendet werden, sind sorgfältig ausgesuchte Spezialitäten aus der ganzen Welt. Werden sie frisch geliefert oder getrocknet? Vielleicht kannst du uns einen kurzen Überblick geben?
Paul: Sie werden alle in getrocknetem Zustand geliefert und deshalb wenden wir diesen Mazerations- und Destillationsprozess an, um sie wieder „zum Leben zu erwecken“. Und beim INDI &Co. Lemon und Orange – ja, da fügen wir natürliches Fruchtkonzentrat hinzu.

indi_co_tonic_waterGin ist ein ziemlich dominanter Partner in einem Gin & Tonic und liefert intensive Aromen. Einige der feinen Geschmacksnuancen, die durch die Herstellung des Indi Tonics hervorgebracht werden, könnten überdeckt werden. Worauf sollte man bei der Kombination von Gin und Indi Tonic achten? Gibt es Gins, die besonders gut passen oder andere, die du nicht zur Kombination mit Indi Tonic empfehlen würdest?
Paul: INDI &Co. Tonic Water ist großartig in einem klassischen Gin & Tonic. Das war für uns entscheidend, als wir das Produkt entwickelten. Wir wollten eine Alternative zu den bestehenden Marken bieten, die bekanntlich im Bereich Tonic Water sehr limitiert sind. Unserer Meinung nach mussten wir also ein Tonic Water erschaffen, das die besondere Charakteristik jedes klassischen London Dry Gins hervorbringt. INDI &Co. Tonic hat die Schärfe des Chinins zu bieten, ein gutes Sprudeln, verwendet natürlichen Zucker und macht so aus jedem Gin & Tonic einen eleganten und weichen Drink.
Jedoch möchte ich betonen, dass es uns auch sehr wichtig ist, eure Leser dazu einzuladen Indi Tonic und die anderen Geschmacksrichtungen Lemon, Orange und Black als Erfrischungsgetränk auszuprobieren. Indi Tonic sollte auch ohne Kombination mit Alkohol genossen werden. Wir wollen also auf keinen Fall nur einen Mixer anbieten, sondern auch qualitative und handwerklich gemachte Erfrischungsgetränke.

Neben dem “klassischen” Indi Tonic bietet ihr auch Indi Lemon und Indi Orange an. Gibt es große Unterschiede zu den normalen Aromen?
Paul: Nun, wir wenden für jedes Gewürz denselben Prozess der Mazeration und Destillation an, obwohl es natürlich auf der Hand liegt, dass wir unterschiedliche Zutaten benutzen. Indi Lemon ist ein Tonic mit mehr Zitronen- und Zitruseinfluss, wenngleich mit Chinin. Das passt sehr gut zu einigen Gins und wir fordern die Bartender weltweit dazu auf ihre perfekte Gin & Tonic Zusammenstellung für unser Indi Lemon Tonic zu finden.
Das Orange ist mehr fruchtsaftgesteuert, es enthält 30% konzentrierten Fruchtsaft und es ist einfach ein phantastisches und ich würde sagen erwachseneres Orangen-Erfrischungsgetränk. Ich liebe es mit Vodka oder einem rassigen Rum.

Auf eurer Homepage habe ich den Indi Black entdeckt, der mir völlig neu ist. Erzählst du uns das Geheimnis dieses Produkts? Womit ist es aromatisiert und warum ist es so dunkel?
Paul: Indi Black enthält Kolanuss, daher hat es ein sehr dominantes Cola-Aroma. Die Cola-Welt wird offensichtlich von zwei großen Marken dominiert. Durch unseren besonderen Herstellungsprozess wollen wir sie auf eine weitere Stufe heben. Abgesehen von der Kolanuss ist das Veilchen eine besondere Zutat, das ein besonderes blumiges Aroma beisteuert. Trotz des süßen Cola-Stils sorgen die natürlichen Citrus-Zutaten für Frische und Ausgewogenheit. Die Farbe des Indi Black entsteht durch natürliche Färbung mit gebranntem braunen Zucker.

Es ist Sommer, die beste Jahreszeit für Cocktails und Gin & Tonic. Welcher ist dein bevorzugter Cocktail? Oder hast du vielleicht einen persönlichen Tipp für uns, wie du deinen Indi Tonic am liebsten magst?
Paul: Für mich ist es entscheidend, dass ein Gin und Tonic gut gemacht ist. Die beste Art einen Gin & Tonic zu servieren findet man in Spanien. Ein großes Burgunderglas, feste und große Eiswürfel, Zitronen-und Limettenschale und vielleicht einige getrocknete Wacholderbeeren, so mag ich es, weil ich ein Fan des klassischen Gin & Tonic bin. Ich möchte wirklich betonen, dass die perfekte Serviermethode äußerst wichtig ist, für mich ist der spanische Gin & Tonic der Schlüssel zum Erfolg.

Vielen Dank für das Interview und die tollen Einblicke!

Das Indi Tonic findet ihr im Ginobility Shop und zwar hier.
Und zur Homepage von INDI & CO. geht es hier

 

Regarding the complex and unusual manufacturing process of the Indi Tonic can we actually speak of a customary Tonic Water?
Paul: In our way of product philosophy we think yes. What we try to do with our unique production process is offering the maximum in aromas and flavour. We achieve this by our unique production process. So I would like to speak of an authentic tonic water.
Perhaps you can explain to our readers who didn’t know Indi Tonic yet which steps of the production are special and remarkable?
Paul: Unique would be the maceration process of the dried botanicals in water and alcohol, a process which takes two months. After that the distillation process in centenary copper pot stills which work by the „au bain marie“ warming process. This labour which altogether take about three month is to achieve the concentrate, rich in aromas and flavours. To this unique concentrate we ad carbonated water and natural sugars. Maybe a 3rd aspect to emphasise would be our care we take to obtain a solid but gentle bubble.
The Botanicals that are used for Indi Tonic are well selected specialities from all over the world. Are they all delivered fresh or are some of them dried? Perhaps you can give us a short review.
Paul: They are all delivered in dried conditions and it´s therefor that we apply the maceration and distillation process, to „bring them to live again“. As for the INDI &Cº Lemon and Orange, yes we ad natural fruit concentrate.
Gin is a rather dominating partner in a gin & tonic and delivers intensive aromas. Some of the fine nuances in flavour that are brought out by the production of the Indi Tonic may be covered. What should be paid attention for combining Gin and Indi Tonic? Are there gins that fit specially well or others that you wouldn’t recommend for the combination with Indi Tonic?
Paul: INDI &Cº Tonic water is great in a classic Gin & Tonic. For us this was key when we developed the product. We wanted to offer an alternative to the existing brands, which as you know in the category of Tonic Water are very limited. So in our opinion we needed to create a Tonic Water which brings out the unique characteristics of any classic London Dry Gin. INDI &Cº Tonic offers the bite of the Quinine, offer a good bubble, use natural sugars and so allow every G&T made with INDI&Cº to be an elegant and gentle drink.
Though I want to stress that for us also extremely important is to invite your readers to try INDI&Cº Tonic and the other flavours, Lemon, Orange and Black, as a refreshment drink. INDI &Cº should be enjoyed also without any combination of alcohol. So we definitely not want to be only a mixer, but offer quality and artisanal refreshment drinks.
Beside the „classic“ Indi Tonic you also offer Indi Lemon and Indi Orange. Are there huge differences to the normal aromas?
Paul: Well we apply to all our flavours the same production process of maceration and distillation, tough it´s obvious we use different ingredients. INDI Lemon is a Tonic whit more lemon and citric influence, though with Quinine. It is very suitable for many Gins, and we challenge the Bar Tenders around the wold to find their prefect G&T serve for our INDI Lemon Tonic.
As for Orange, this is more juice driven, it has 30% of concentrated juice and it´s just a fantastic, I would say more adult, Orange refreshment drink. I love it with Vodka or a “Spicy” Rum.
On your homepage I discovered the Indi Black that is completely new for me. Do you tell us the secret of this product? What is it flavoured with and why is it that dark?
Paul: Black includes the Cola Nut, so it´s very dominant with it´s Cola flavour. The world of Cola´s is obviously dominated by the two big brands. With our unique production process we like to take it to another level. Apart from the cola nut, a unique ingredient is the Violet, which gives a unique flower taste. Though it´s a sweet style of Cola, the natural Citric ingredients make sure it´s refreshing and balanced. As for the colour of the INDI &Cº BLACK, we use natural colouring of burned brown sugar.
It’s summer now, best season for cocktails and gin& tonic. What is your favourite cocktail? Or do you have a personal tip how you love your Indi Tonic best?
Paul: For me it´s key that the Gin and Tonic is well served. Today the best serve for a G&T you can find in Spain. Big Burgundy glass, strong and big ice cubes, lemon and lime peel, and maybe some dried Juniper berries, would work for me, as I am a fan of classic G&T. But I need to stress that the perfect serve is extremely important, for me the Spanish G&T is the key to the success.

Thank you for the interview and the fantastic insights!

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Kurzweiliger Lesestoff gefällig? “It’s Gintime”

Its GintimeWir haben überlegt, was wir euch im Ginobility-Blog noch an Themen anbieten könnten und sind auf “Bücher über Gin” gekommen. In lockerer Folge wollen wir euch Literatur dazu vorstellen. Wenn ihr lesenswerte Bücher in die Hände bekommt, die sich mit Gin beschäftigen, dann freuen wir uns über einen kurze Hinweis!

Den Anfang macht ein Buch, das im März dieses Jahres erschienen ist: It’s Gintime haben die Herausgeber Melanie Jonas, Jürgen Kaffer, Margitta Schulze Lohoff ihr Buch genannt, das im Delius Klasius Verlag herauskam und für das in diversen Spirituosenmagazinen die Werbetrommel gerührt wurde. Somit ist vom Titel her schon einmal unsere Grundbedingung für die Buchvorstellung erfüllt: Es geht wohl um Gin. Alle drei Herausgeber kommen aber weder aus der Barszene noch aus der Spirituosenindustrie, sondern hatten mit dem Thema Gin zuvor nur als Liebhaber und Hobbymixer zu tun. Melanie Jonas ist Diplom-Kauffrau und hatte die Idee zu dem Buch nach eigener Aussage während des Bestellens von Gin&Tonic im Indien-Urlaub. Jürgen Kaffer ist Designer und Margitta Schulze Lohoff freie Journalistin.

Beim ersten Durchblättern zeigt sich schnell, dass jeder Versuch It’s Gintime einer bestimmten Kategorie zuzuordnen, misslingt. Es ist keine Enzyklopädie zum systematischen Vorstellen unterschiedlicher Gin. Es ist auch kein Barführer mit dem Anspruch, die Ginszene detailliert widerzuspiegeln. Wir haben weder ein Rezeptbuch zum Mixen aller bekannten Gincocktails in der Hand noch ein Geschichtsbuch, das die Entwicklung und Bedeutung des Gins über die Jahrhunderte entfaltet. Irgendwie ist es aber von allem ein bisschen, denn alle diese Elemente werden in It’s Gintime munter gemixt und machen breiten einen bunten Fächer an Informationen und Unterhaltung vor uns aus.

It’s Gintime soll Lust machen auf Gin

Genau das war nach eigener Aussage die Intention der Herausgeber: Ihr Buch soll herausstechen aus der sachlichen Informationsliteratur und dem Leser Lust machen, darin herumzustöbern und die Welt des Gin’s zum ersten Mal oder auch ganz neu zu entdecken. Ergänzt durch stimmungsvolle Fotografien von Gabor Ekecs laden die kurzweiligen, von unterschiedlichsten Gastautoren verfassten Beiträge dazu ein, sich dem Thema Gin von verschiedenen Seiten zu nähern:
„It’s Gintime“ meint da beispielsweise ein Bartender und gibt Einblicke in seine Lebens- und Arbeitswelt. Buchauszüge aus Romanen zeigen die Präsenz der beliebten Spirituose in der Literatur, ein Arzt schildert die Auswirkungen von Alkohol auf Körper und Stoffwechsel und zwei Freundinnen nehmen die Leser mit auf einen Bummel durch London. Eine Laudatio auf die Gin liebende Queen Mum darf natürlich  in einem Gin-Buch eben sowenig fehlen wie Rezepte für bekannte oder auch etwas andere Cocktails oder eine kleine Gläserkunde. Und da ist noch vieles mehr, untergebracht auf den 144 stabilen Seiten, die matt bedruckt sind. Das Buch ist laut Verlagsangabe “flexibel gebunden”. Was auch immer das fachmännisch bedeutet – was ich da in der Hand habe, macht einen soliden äußeren Eindruck auf mich.

Das Blättern in It’s Gintime ist kurzweilig und lässt ständig neue und vielseitige Themen entdecken. Wer sich im Bereich Gin weiterführende Kenntnisse holen möchte, wird mit diesem Buch allerdings nicht befriedigt, aber das ist ja auch nicht die Intention dieses Gin Buches. Es will unterhalten und dabei Grundlegendes über Gin vermitteln. Vielleicht als ideale leichte Lektüre bei einem Feierabend-Gin&Tonic oder im Liegestuhl am Strand. Oder auch als Geschenk für den Freund, der neulich gesagt hat: “Was hast du nur immer mit deinem Gin…”.

Melanie Jonas/Jürgen Kaffer/Margitta Schulze Lohoff
It’s Gintime
144 Seiten, 18×29 cm, flexibel gebunden
Delius Klasing Verlag „Edition Delius“, Bielefeld
ISBN 978-3-7688-3780-4
19,90 Euro (D) / 20,50 Euro (A) / 28,90 sFr (CH)

Bild: Delius Klasing Verlag GmbH

Gin ,

Fundsache: Spiegel Online Bericht über junge Brenner

Unter dem Titel “Junge Schnapsbrenner – Geist ist geil” ist auf Spiegel Online ein kurzer Artikel über deutsche Nachwuchsdestillateure erschienen. Im Fokus steht dabei unter anderem Korbinian Achternbusch (Feel! Munich Dry Gin). Er wird ebenso wie Alexander Stein (monkey 47) als Beispiel für die jungen Quereinsteiger genannt, die derzeit die deutsche Ginszene aufmischen. Und dann ist da noch Julian Machinek, der den Beruf des Destillateurs von der Pike auf lernt. Karrieren im deutschen Brennereiwesen – so unterschiedlich können sie laufen!
Zum Artikel geht’s hier: Spiegel Online

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