Aquavitae 2014 – ein kleiner Rückblick

Bereits im achten Jahr fand am vergangenen Wochenende die zweitägige Spirituosenmesse „Aquavitae“ statt. Mittlerweile ist sie in die Mülheimer Stadthalle umgezogen, um dem wachsenden Platzbedarf Rechnung zu tragen. Eine gute Wahl: Auf ungefähr 2.000 Quadratmetern boten sich den Besuchern über zwei Stockwerke verteilt Ausstellungs- und Ruhebereiche in Wohlfühlambiente. Verkostung, Information, Tastings, Fachgespräche, Austausch, Treffen mit Freunden, kostenloses Mineralwasser, Catering und Whiskyeis genießen – Das Konzept von Veranstalter Thilo Marquass/Rolf Kaspar GmbH ging auf. Einzig der Bahnstreik, die in Bochum parallel stattfindende Finest Spirits & Beer Convention und das wunderbar sonnige Spätsommerwetter hielten leider wohl so manchen vom Besuch der Aquavitae ab. So gab es denn zwar keine Besucherrekorde zu verzeichnen, doch mit rund 2.200 Besuchern, ausverkauften Master-Class-Tastings, dem erfolgreichen neuen Raumkonzept und vielen positiven Rückmeldungen von Besuchern und Ausstellern zeigte sich der Veranstalter absolut zufrieden mit dem Wochenende.

Es gab auch Giniales zu entdecken

Bei Gang durch die Halle war der Schwerpunkt Whisky nicht zu übersehen, doch die Aquavitae hat auch allen Freunden hochwertiger Obstbrände und anderer Destillate viel zu bieten. „Und Gin?“, fragt ihr jetzt sicher. Ganz klar, an Gin kommt eine Spirituosenmesse natürlich nicht vorbei und so entdeckte ich bei meinem Gang durch die Halle so manchen guten wacholdrigen Bekannten und tolle Produkte. Ich nehme euch mit einigen Bildern (die natürlich längst nicht alle Aussteller und Produkte zeigen) einfach mit auf einem kleinen Streifzug durch die Aquavitae. Ich hoffe, dass sie euch Lust machen, nächstes Jahr selbst einmal in Mülheim vorbeizuschauen und im direkten Kontakt mit Destillateuren, Importeuren und Händlern die Welt des Gin und anderer Spirituosen zu erkunden und zu genießen. Termin der nächsten Aquavitae am besten schon einmal vormerken: 17./18.10.2015.

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Gin, Messe ,

Klassiker gefällig? Negroni Cocktail – lecker!

NegroniEs gibt tolle, kreative neue Drinks, doch was ein echter Klassiker ist, der setzt sich immer wieder durch. Ein Negroni fehlt auf keiner guten Barkarte und ist als Aperitif sehr beliebt. Er geht auf den Barkeeper Fosco Sarselli zurück, der ihn 1919/1920 herum in Florenz für den Grafen Camillo Negroni kreierte. Bei Mixology ist vor einiger Zeit ein ausführlicherArtikel erschienen, der sich mit der Geschichte des Negroni Cocktails beschäftigt; hier nachzulesen. Am beliebtesten ist der Cocktail heute neben Florenz vor allem in San Francisco.
Im Allgemeinen wird ein London Dry Gin verwendet, aber natürlich seid ihr bei der Auswahl ganz frei und könnt nach Herzenslust variieren. Das Grundrezept für den Negroni ist gar nicht schwer.

Ihr braucht dazu:

  • 3 cl Gin
  • 3 cl Campari
  • 3 cl Vermouth Rosso
  • 1/2 Orangenscheibe

Eiswürfel in ein gekühltes Glas (Old Fashioned, Tumbler) geben, darüber die Spirituosen, verrühren und mit der Orange verzieren. Fertig!

Negroni2Wem die bittere Note des Campari ein wenig too much ist, kann es stattdessen auch einmal mit Aperol versuchen, dann tritt die bittere Note ein wenig in den Hintergrund und der Gin kommt stärker durch. Für euch habe ich völlig selbstlos auch diese Variante ausprobiert. Sieht fast so aus wie Cocktail No. 1, ist nur ein wenig heller. Auch lecker, aber ich war schon immer Campari-Fan :-)

Mixen ,

Junge Brennerin, neuer Gin: Silke Senft erzählt vom Dry Gin 21 vom Bodensee

Senft SilkeIn Deutschlands Süden gibt es in der Region des Bodensees viele Destillerien, die in erster Linie Obstbrände herstellen. Doch auch den Gin haben einige in letzter Zeit entdeckt und steigen in die Herstellung dieser tollen Spirituose ein. Einer der Betriebe ist die Brennerei Senft in Rickenbach bei Salem. Juniorchefin Silke Senft unterstützt ihren Vater Herbert Senft seit ihrer Ausbildung zur Edelbrandsommelière tatkräftig bei der Entwicklung und Herstellung neuer Produkte. Eines davon ist der Dry Gin 21, der seit Juni 2014 im Handel ist. Ich habe die Brennerei vor drei Tagen besucht und Silke Senft hat mir auch einige Fragen zum Gin 21 beantwortet:

Gin vom Bodensee – für euch ist dieses Produkt ja ganz neu. Wie kam es zur Erweiterung eures Angebotes auf Gin?

Silke Schwenk: Gin ist ja aktuell ein sehr großes Trendgetränk. Die Idee, einen eigenen Gin zu machen kam eigentlich mit meiner Sommelier Ausbildung. Wir haben gesagt haben, wir brauchen einfach noch ein aktuelleres Getränk. Whisky ist natürlich bereits ein sehr aktuelles Getränk, aber Gin ist nochmal eine zweite Schiene. Einfach fruchtiger, milder, vielleicht auch ein bisschen für das jüngere Publikum. Was natürlich nicht heißt, dass wir Junge an den Alkohol heranführen möchten… Also wir reden hier von der Altersgruppe 25+. Gin ist ein Getränk, das sowohl eine Frau trinkt als auch ein Mann, weil man es auch mit Tonic sehr individuell mischen kann.

Senft GinWas prägt euren Gin, was macht ihn aus?

Silke Senft: Was unseren Gin so besonders macht, ist, dass er bodenseebezogen mit Kräutern von der Insel Reichenau gebrannt ist, zum Beispiel Zitronenmelisse. Insgesamt haben wir 21 verschiedene Kräuter und Früchte gebrannt. Er ist sehr fruchtig. Sie müssen sich vorstellen: Sie haben einen Gin Tonic im Glas, sitzen vorne an der Promenade in Überlingen. Da ist sowieso so ein südländisches Flair. Trinken da einen Gin Tonic, schön kreiiert mit einem Eiswürfel drin, eine Beere passt, finde ich sehr gut dazu. Oder ein kleiner Schnitz von einer Zitrone. Das ist toll und passt einfach.
Ja, und dann ist noch ganz wichtig, dass unser Dry Gin 21 mit ein wenig Bacchus und Muskateller verfeinert. In ganz kleinen Prozenten haben wir da mit verschiedenen Sommeliers verschiedene Weininfusionen durchprobieren. Und mit Muskateller und Bacchus im Nachgang verfeinert – hier kommt dann also mein Vaters als Kellermeister durch. Wenn Sie darauf achten, dann merken Sie das Beerige, das Frische beim Gin 21. Das passt einfach.

Die Botanicals des Dry Gin 21 kommen zum großen Teil von der Insel Reichenau, sagten Sie. Können Sie noch ein paar nennen oder ist das ein Geheimnis?

Silke Senft: Prinzipiell ist es schon ein Geheimnis, aber ich kann Ihnen schon ein paar sagen. Orangenschale ist zum Beispiel drin, Wacholder, Koriander, Angelika. Kümmel noch ein bisschen Da sind die Hauptbotanicals, aber der Rest ist schon geheim. Na ja , was heißt geheim, es kommt ja auch immer auf die Grammzahl an, auf die Menge, die man verwendet. Da ist schon jedes einzelne Gramm wichtig, da muss man sehr genau arbeiten und das macht schon einen merklichen Unterschied.

Den Basisalkohol stellen Sie nicht selbst her,oder?

Silke Senft: Nein, das ist ja in Deutschland wenigen Herstellern vorbehalten. Unser Grundalkohol ist aber aus Bioweizen.

Wie haltet ihr es mit den Mazerationszeiten? Und mazeriert ihr die Botanicals gemeinsam oder getrennt?

Silke Senft: One day, one night – 24 Stunden. Und alle gemeinsam.

Bisher gibt es diesen einen Gin von Senft, den Dry Gin 21. Gibt es Planungen, euer Gin-Angebot auszuweiten?

Silke Senft: Ja, wir sind dran, aber das wird noch nicht verraten….. Das Gin-Thema ist ja auch so toll vielseitig, da sind kaum Grenzen gesetzt. Da hast du vielleicht einen zitrusfrischen, einen wacholdrigen oder dann einen kräutrigen Gin. Alles möglich. Wir spielen grad noch mit einem anderen Gedanken, aber wie gesagt: noch geheim!

Vielleicht noch ein paar Zahlen: Wieviel Gin macht ihr denn zur Zeit?

Silke Senft: Jetzt hatten wir eine Charge mit 1000 Flaschen. Das hat schon eingeschlagen mit dem Gin, so dass die erste Charge nur ein paar Monate gereicht hat. Jetzt brennen wir aber grade schon wieder die nächste Charge, also 1000 große, 1000 kleine Flaschen. Beim Gin ist ja das Positive im Gegensatz zum Whisky, dass man nicht lange Lagerzeiten braucht und schnell reagieren kann. Gut, es ist grad ein In-Getränk. Und es ist auch saisonabhängig, im Sommer trinken viele eher einen Gin-Tonic, im Winter dann vielleicht lieber einen Whisky. Deshalb sind wir mit dem Gin in der Sommerzeit gestartet und müssen mal schauen, wie es sich in der herbstlichen Zeit entwickelt.

Und unsere Standardfrage: Wie trinken Sie denn Ihren Gin 21 am liebsten?

Silke Senft: Also ich finde, man kann unseren Gin sehr gut pur trinken. Aber ich muss auch sagen, ich trinke ihn auch sehr gerne als Gin-Tonic. Ein Teil Gin, vier Teile vom Tonic 1724. Gerne etwas verziert. Ich mag ihn zum Beispiel gerne in einer schönen Bordeauxschale, einem tollen Glas, das ist dann ein richtiges Trinkerlebnis. Und dann vielleicht mit einer Wacholderbeere oder einer Heidelbeere dazu. Das passt super.

Vielen Dank für das Interview!

Den Gin 21 führen wir leider noch nicht in unserem Shop, aber wer weiß….

Senft AnwesenZur Homepage der Brennerei Senft kommt ihr hier

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Ginobility goes Berlin: BCB startet bald

Berlin.dlSeid ihr schon auf dem Sprung nach Berlin, um den Bar Convent Berlin BCB vom 7. bis 8. Oktober zu besuchen?
Dann notiert euch unbedingt noch schnell die Standadresse M03 Halle 4. Dort findet ihr nämlich den Ginobility-Stand, bei dem ihr doch hoffentlich auch vorbeischauen werdet.
Neben den beiden Mixern TOM’s Tonic und dem INDI Tonic hat das Ginobility-Team natürlich auch ganz besonderen Gin dabei – lasst euch überraschen!
Alles wichtigen Infos zum BCB findet ihr hier auf der Veranstaltungshomepage

Also: See you in Berlin!

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Iris Dry Gin vom Scholerhof

Iris Dry Gin

Bild: Iris Krader/Scholerhof

Nein, das ist nicht Iris Krader auf dem Label des Iris Dry Gin! Doch sie könnte es durchaus sein, denn sie ist ein richtiges Schwarzwaldmädel. 100 Jahre Weinbau und Brennerfahrung über drei Generationen hinweg hat ihre Familie aufzuweisen und die bringt Iris Krader nun als Weinbauerin und Brennmeisterin auf dem Scholerhof ein. Ihr ganzer Stolz ist die neue Brennanlage, die mit Wasserbad und Holzbefeuerung arbeitet und 150 Liter umfasst. Mit ihr konnte sich Iris Krader 2013 ihren Wunschtraum erfüllen, neben ihren prämierten Weinen und Obstbränden auch Gin herzustellen.

Mehr als 20 Botanicals hat sie als Geschmacksgeber für ihren Iris Dry Gin herausgesucht. Zum Teil wachsen sie im eigenen Garten des Scholerhofes im Schwarzwald heran und sind typische lokale Kräuter wie Lavendel, Minze oder Brombeer- und Rosenblätter. Die Gin-typischen Basisbotanicals wie Wacholder, Kardamom und Koriander importiert Iris Krader aus Asien und Italien.

Ich habe vor einigen Tagen den Iris Dry Gin probiert, der vielleicht demnächst auch im Ginobility Shop erhältlich sein wird.

Tastingnotes Iris Dry Gin:

Iris Dry Gin SampleAls ich das Sample-Fläschchen öffne, strömt mir sofort ein unverkennbarer Hauch von Lavendel in die Nase. Ins Glas eingefüllt, geht dieser erste dominante Lavendelduft deutlich zurück. Er ist immer noch da, aber jetzt Teil einer komplexen würzigen Kräutermischung. Der Iris Dry Gin riecht für mich nach „dunklen“ Kräutern, soweit man beim Geruch von Farbe sprechen kann. Das hängt sicher stark mit Erinnerungen zusammen und mir kommt beim Nosen Schweizer Kräuterzucker in den Sinn, diese würzigen dunkelbraunen Bonbons in gelbem Papier. Zitrusaromen entdecke ich jedenfalls so gut wie nicht.

Im Geschmack bestätigen sich die starken Kräuteraromen. Süßlich, aber auch etwas herb – en so, wie man es von Kräuterbitter kennt. Ich versuche, die Kräuter zu definieren, die den Wacholdergeschmack stark in den Hintergrund treten lassen. Ist es Anis? Fenchel? Ich schmecke Aromen, die mich an Ouzo erinnern. Thymian entdecke ich und erdige Noten.

Iris Dry Gin EisDer Alkohol ist im Gin sehr gut eingebunden und macht sich sowohl in der Nase als auch am Gaumen zu keiner Zeit unangenehm und scharf bemerkbar, obwohl der Iris Gin mit 47% vol. abgefüllt wird. Im Gegenteil: Der Gin ist sehr weich im Mund.

Ich lasse einige Würfel Eis ins Glas gleiten und der Gin trübt sofort leicht ein. (nEin, es ist definitiv nicht nur das Glas beschlagen, falls das jetzt jemand vermuten wollte). Und so eiskalt kommt der Wacholder jetzt deutlich stärker durch und die anderen Kräuteraromen treten etwas zurück. Im Gesamteindruck wird der Gin kräftiger und “klassischer”.

Iris Dry Gin TonicDer Iris Dry Gin ist deshalb sehr gut für einen Gin&Tonic geeignet, finde ich, und er verträgt ein kräftiges Tonicwater mit herben Aromen und Zitrusnoten. Sie ergänzen den ausgeprägten Kräutergeschmack des Gins sehr. Ein Indi Tonic könnte hier passen oder ein Fever Tree. Bei mir war es diesmal ein Indi Schweppes mit kräftigen Bubbles, wie ihr seht…

Fazit: Ein nicht unbedingt klassischer Gin,der seine Freunde weniger unter den Wacholderfans finden wird als unter denen, die es geschmacklich fein-würzig mögen und herbe Kräuterspirituosen lieben.

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Wales macht auch Gin: Brecon aus der Penderyn Distillery

Penderyn Brecon GinVermutlich denkt ihr bei “Wales” ebenso wenig an Gin wie ich bis vor kurzem. Da kommt einem eher der britische Thronfolger in den Sinn, der den Titel „Prince of Wales“ trägt. Einer denkt an grüne Landschaften, ein anderer an die eigentümliche walisische Sprache mit den berühmten schier unaussprechlichen Ortsnamen. Spirituosenliebhaber wissen vielleicht, dass es in Wales die Penderyn Distillery gibt, die den gleichnamigen Whisky produziert. Doch wusstet ihr, dass in dieser seit dem Jahr 2000 produzierenden Brennerei auch ein Gin hergestellt wird? Und wir führen ihn sogar im Ginobility-Shop! Brecon Special Reserve Gin heißt er, benannt nach der walisischen Bergkette Brecon Beacons.

Bei einer Besichtigung der Brennerei konnte ich einen Blick auf die einzigartige Faraday-Brennblase werfen, in der Penderyn seine Spirituosen brennt. Ein Pot Still mit aufgesetzter Kolonne, die über unglaubliche 24 Siebe verfügt, produziert äußerst effizient einen sehr reinen Alkohol. Das ist schon ein beeindruckender Anblick, den die Brennanlage mit ihren Rohren, Leitungen und hohen Zylindern da bietet.

Penderyn BrennanlageIm kleinen Besucherzentrum erhalten Whiskyfreunde dann einen kleinen Einblick in die Fassreifung und die Gin-Interessierten einen Überblick über die für den Brecon verwendeten Botanicals.

Penderyn BotanicalsEin Sample Fläschchen des Brecon Special Reserve Gin gab es als Give Away und das habe ich gestern Abend geöffnet, um euch meine Eindrücke von diesem walisischen Gin zu schildern:

Penderyn Brecon GinIn die Nase steigt eine feine, zarte Süße. Ein wenig Wacholder, etwas Zitrusaroma – alles sehr dezent.

Nach diesem ersten sehr zaghaften Kontakt ist der Eindruck im Mund dann deutlich kräftiger: Der Wacholder ist deutlich wahrzunehmen, dazu eine fruchtige, leicht bittere Zitrusnote. Orangenschale. Auch Lakritze schwingt mit. Da sind spicige Aromen, die ich aber keinem Gewürz näher zuordnen könnte. Und über allem eine leicht florale Kopfnote. Der Alkohol ist deutlich wahrnehmbar, obwohl der Brecon „nur“ mit 40% vol. abgefüllt wird.
Ich kühle den Gin mit Eiswürfeln deutlich herunter. Er trübt nicht ein. Im Geschmack verliert er aber deutlich. Die vielschichtigen würzigen Aromen und auch die Zitrusfrische ist weg. So ist der Brecon deutlich flacher und der Wacholder wird zum Alleinherrscher.

Beim Gin und Tonic würde ich euch daher zu einem kräftigen Tonicwasser mit deutlichen Zitrusaromen greifen. Das neue Fever Tree Mediterranean tut dem Brecon Gin gut und wäre meine erste Wahl. Auch das Indi Tonic mit seinen Aromen von Zitronen und Orangen kann hier beim Waliser punkten.

Also wie wäre es vielleicht einmal mit einem Ausflug nach Wales?
Hier geht es zum Brecon Special Reserve in unserem Shop
Und hier zur Homepage von Penderyn.

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Ferdinand’s Saar Quince Gin im Selbstversuch

Freitagabend, die Spätsommersonne scheint, keine Termine mehr – ein idealer Zeitpunkt um das Wochenende mit einem Gin Tonic zu begrüßen. Also mal geschaut, was das Regal so anbietet und da lacht mich der Ferdinand’s Saar Quince Gin an. Ich hatte ihn vor ein paar Wochen bereits geöffnet und er durfte uns pur den Abend versüßen. Zeit für einen etwas umfassenderen Check!

Der pure Genuss

Ferdinands Quince purGoldgelb, 30% Vol. Alkohol, eine Infusion von Riesling, das Aroma von Birnenquitten auf eine Weise eingefangen, wie man es sonst vom Sloe Gin kennt – der Ferdinand’s Saar Quince Gin ruft förmlich „Trink mich pur“ und damit steigen wir ein. Ist er Gin oder ist er Likör? Die Nase sagt: Ja, doch, es ist Gin – da ist Wacholder. Sehr fein, aber deutlich. Zitrone. Frucht. Birne. Quitte. Honig. Aber kaum Alkohol wahrnehmbar. Im Mund ist der dann deutlicher. Aber dafür ist es jetzt kein Gin mehr. Süß, samtig und weich macht er sich auf der Zunge breit. Die Frucht ist absolut präsent. Der Wacholder total im Hintergrund. Eine leichte Säure und angenehme Bitterkeit sorgen für ein Gleichgewicht. Pur ist Ferdinand’s Quince Gin ein leckeres Likörchen, das leicht beppige Lippen hinterlässt (hochdeutsch: leicht klebrige).

Gin und Tonic mit Ferdinand’s Saar Quince Gin

Ferdinands Quince GTJetzt zur Königsklasse: Gin und Tonic mit Ferdinand’s Saar Quince Gin. Auch wenn ich von Anfang an skeptisch bin bekommt zunächst Schweppes eine Chance. In Deutschland vermutlich am weitesten verbreitet (vermutlich nicht nur hier) und für klassische Gins immer ein guter Partner. Aber Ferdinand’s Quince ist nun einmal kein Klassiker. Die Fruchtaromen leiden, die Bitterkeit lässt kaum Raum für die feinen Noten und die Süße ist nur noch süß. Der Charakter des Quince Gins geht zum großen Teil verloren. Neuer Versuch mit 1724: Ja, das geht besser. Hier haben die Zitrusnoten und Quitte Raum, lassen sich durch einen Schnitz Zitrone noch unterstreichen. Ein Drink für alle, die ihren Gin und Tonic leicht und fruchtig mögen. Ich habe übrigens immer das Verhältnis 1:2 gewählt und auch so ist der Alkohol kaum wahrnehmbar.

Shake it, Baby!

Kann sich der Ferdinand’s Saar Quince Gin auch in Cocktails bewähren? Der Hersteller selbst gibt zwei Empfehlungen, eine probiere ich aus:

Ferdinands Quince SourFerdinand’s Quince Sour
• 50 ml Ferdinand’s Saar Quince Gin,
• 30 ml frisch gepresster Zitronensaft
• 15 ml Zuckersirup
• 5 Tropfen Ferdinand’s Riesling Quince Bitters
• Garnitur: Minze und Zitronenzeste
Alles wird mit viel Eis kräftig geshakt und dann in ein gekühltes Glas gestraint. Aus der Zeste ist bei mir ein Schnitz geworden, ich habe erst hinterher bemerkt, dass ich aufmerksamer hätte lesen sollen. Aber ich sag euch: Dieser Quince Sour ist lecker. Erfrischend und fruchtig. Und was für mich überraschend ist: Der Wacholder ist deutlicher da als ich ihn erwartet hätte und macht den Sour zu einem deutlichen Gin Sour. Solltet ihr ausprobieren!

Der zweite Cocktail, den Ferdinand’s empfiehlt, ist ein abgewandelter Martini. Leider habe ich gerade keinen Ferdinand’s Saar Dry Gin im Regal und auch beim Riesling muss ich passen. Deshalb muss dieser Selbstversuch diesmal ausfallen, aber vielleicht könnt ihr den Drink ja ausprobieren und berichten? Hier ist das Rezept:

Quince Martini
• 20 ml Ferdinand’s Saar Dry Gin
• 12 ml Ferdinand’s Saar Quince Gin
• 60 ml Saar-Riesling (Kabinett, fruchtsüß)
• Garnitur: Zitronenzeste
Im Rührglas auf Eis rühren und in vorgekühlte Cocktailschale abseihen. Mit Zitronenzeste abspritzen

Den Ferdinand’s Saar Quince Gin wie auch den Saar Dry Gin und die Ferdinand’s Bitters bekommt ihr natürlich im Ginobility-Shop.

 

 

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Neuer Cotswolds Gin: Das Rezept steht

Daniel Szor„Our gin recipe is ready“ verkündete Daniel Szor, Besitzer der englischen Cotswolds Distillery, vorgestern stolz im neuesten Rundbrief. Die zwischen Oxford und Birmingham gelegene Brennerei steht kurz vor der Eröffnung und in ein bis zwei Wochen soll der erste Cotswolds Gin destilliert sein, so heißt es weiter.

Absolut im Zeitplan

Seit Monaten wird fleißig gebaut in der Cotswolds Distillery. Noch im Mai, als mich Szor auf der Baustelle empfing, konnte ich kaum glauben, dass der ambitionierte gebürtige US-Amerikaner seinen Traum von einer eigenen Brennerei fristgerecht wahr machen könnte. Die Wände im Rohbau, von Stills und sonstigen Einrichtungen keine Spur. Doch die Bilder, die er mir Ende Juni zuschickte, zeigten bereits die deutlichen Fortschritte und nun bestätigte Daniel Szor also im Newsletter, dass der für September geplante Start eingehalten werden kann.

Cotswolds Juni

Cotswolds Distillery Ende Juni 2014; Bild: Daniel Szor

Englischer Gin mit deutscher Brenntechnik

Die Cotswolds Distillery wird zweigleisig fahren: Zum einen wird Whisky produziert, wofür von Forsyths aus Schottland zwei Pot Stills angefertigt wurden. Das andere Standbein des jungen Unternehmens wird Gin sein, der in einer 500 Liter Brennanlage von Holstein produziert wird. Deutsche Brenntechnik begeistert auch in England! Beim Gin setzt Daniel Szor wie auch beim Whisky auf einen regionalen Charakter und hat viel Zeit und Arbeit in die Entwicklung der Rezepturen für seinen London Dry Gin gesteckt. Im erwähnten neuesten Newsletter verrät er jetzt Einzelheiten über den Cotswolds Gin.

Cotswolds Holstein Still

Cotswolds Distillery Ende August 2014; Bild: Daniel Szor

Neun Botanicals im Testsieger Cotswolds Gin

Über 50 verschiedene Protoypen wurden getestet, bevor die besten 12 auserwählt wurden, einem führenden britischen Lebensmittellabor präsentiert zu werden. In Blindtastings konnte sich eine Rezeptur von Cotswolds im Vergleich mit bekannten Gin-Marken nicht nur behaupten, sondern wurde zum Testsieger erklärt – die Zeit ist also reif, das Testen einzustellen und mit der Produktion zu beginnen. Neun Botanicals sind es, die dem Cotswolds Gin sein Aroma verleihen werden: Wacholder, Koriander, Angelikawurzel, Grapefruit, Limette, schwarzer Pfeffer, Kardamom, Cotswolds Lavendel und Lorbeerblätter. Eine klassische Zusammenstellung mit einem Cotswolds Twist – sind wir gespannt auf das Ergebnis!

Hier geht es zur Homepage der Brennerei: Cotswolds Distillery
Und einen detaillierten Bericht über meinen Besuch der Brennerei Ende Mai findet ihr hier auf meinwhisky.com)

 

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