Fundsache: Spiegel Online Bericht über junge Brenner

Unter dem Titel “Junge Schnapsbrenner – Geist ist geil” ist auf Spiegel Online ein kurzer Artikel über deutsche Nachwuchsdestillateure erschienen. Im Fokus steht dabei unter anderem Korbinian Achternbusch (Feel! Munich Dry Gin). Er wird ebenso wie Alexander Stein (monkey 47) als Beispiel für die jungen Quereinsteiger genannt, die derzeit die deutsche Ginszene aufmischen. Und dann ist da noch Julian Machinek, der den Beruf des Destillateurs von der Pike auf lernt. Karrieren im deutschen Brennereiwesen – so unterschiedlich können sie laufen!
Zum Artikel geht’s hier: Spiegel Online

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Tom Richter erzählt von TOMR’S Tonic

IMG_0403Mit TOMR’s Tonic begann 2007 der Siegeszug der Tonic Sirups. Es gibt mittlerweile etliche ähnliche Produkte, aber das Original ist und bleibt nun mal das Original. Ginobility ist stolz darauf, den exklusiven Vertrieb in Europa innezuhaben und euch den TOMR’s Tonic anbieten zu können. (Ihr findet ihn hier im Shop)

 

TOM R ichter hat uns auf unsere Bitte hin einige Fragen zu seinem Baby beantwortet. (For the English version please scroll down)

Bevor wir über TOMR’S Tonic reden würden wir gerne etwas über den Mann hinter dem Produkt erfahren: Wer ist Tom Richter? (Der Name klingt deutsch, aber ich vermute, das bist du nicht…). Erzählst du uns wie du deinen Tag verbringst, wenn du gerade mal keine Flaschen für TOMR’S Tonic spülst? :-)

Tom: Ich habe einen großen Teil meines Lebens als professioneller Schauspieler verbracht. Ich hatte auch das große Glück auf dem Broadway zu arbeiten. Jetzt bin ich eingetaucht in die Craft Cocktail Szene in New York City. Letztes Jahr war ich in den USA “Bols Around the World”-Champion und Finalist in Amsterdam. Ich verbringe meine Zeit als Bartender im Dear Irvin, Milk&Honey und Attaboy.

Gin & Tonic ist ein sehr verbreitetes Getränk und es gibt etliche Tonic Waters um es auf unterschiedliche Weise zu genießen. Was hat dich also zur Entwicklung von TOMR’S Tonic veranlasst? Göttliche Eingebung? Langeweile? Der Wunsch, Millionär zu werden?

Tom: Ich war einfach unglücklich mit den Tonics, die vor sieben Jahren erhältlich waren. So etwas wie mein Produkt gab es da draußen nicht und ich brauchte es … also hab ich’s gemacht! Ich hatte nicht beabsichtigt eine Firma zu gründen oder eine neue Getränkekategorie zu erfinden, aber es ist passiert und da bin ich also!

tomrs_founderTOMR’S Tonic ist handgemacht. Wessen Hände arbeiten denn da?

Tom: Bei der Produktion packe ich selbst aktiv mit an. Ich beaufsichtige die kleine Produktionsstätte und es wird noch alles in Handarbeit gemacht, aber in großen Mengen.

Reden wir über die Zutaten: Woraus wird TOMR’S Tonic Sirup gemacht und was ist das Geheimnis seines Geschmacks?

Tom: Das ist ganz einfach: Chinarinde, Zitronensäure, Bio-Zucker, Bio-Zitrusfrucht, einige Kräuter und Gewürze und Wasser. Das Geheimnis des Geschmacks hat mit dem Boden zu tun, dem die Chinarinde entstammt. Ich habe Zeug aus der ganzen Welt probiert und habe ein ganz bestimmtes Geschmacksprofil ausgewählt. Die Rinde spiegelt wirklich ihre Herkunft wieder.

Woher bekommst du die Botanicals für TOMR’S Tonic und wie kannst du sicherstellen, dass sie deinem hohen Qualitätsanspruch entsprechen?

Tom: Ich importiere jetzt direkt um die Beschaffenheit sicherzustellen.

Dein Standardrezept, das du auf TOMR’S Tonic weitergibst, ist 1:2:3. Es ist hilfreich eine Richtlinie zu haben, aber abgesehen von allen Standards: Hast du einen heißen Tipp für uns wie wir das Tonic auf besondere Weise einsetzen können oder in einem erstklassigen Cocktail?

Tom: Ich denke es ist wirklich gedacht für den BESTEN Gin&Tonic, den du je hattest… Es kann auch als komprimierter Tonic benutzt werden, ebenso als Bitter in dunklen Spirituosen – im Manhatten und anderen traditionellen Cocktails, aber die Einsatzmöglichkeiten sind grenzenlos!.

Wohin vertreibt ihr TOMR’S Tonic inzwischen – außer den USA und Deutschland?

Tom: Über meine deutschen Importeure Ginobility sind wir, glaube ich, in Griechenland, Italien, im Vereinigten Königreich, Russland, Ungarn – das ist, was mir bekannt ist. Außerdem haben wir gerade in Hong Kong begonnen, wir werden in Australien vertrieben, in Canada und wir sind gerade dabei Seol anzugehen.

Und natürlich möchten wir auch etwas über Pläne und die Zukunft hören: Gibt es ein neues Projekt? Etwas, auf das wir neugierig sein können?

Tom: Ich werde mehr Sirups machen…. Und andere Produkte, die Bitter und aromatische Bestandteile enthalten.

Dankeschön!!!

 

Before talking about TOMR’S Tonic let’s learn a bit about the man behind the product: Who is Tom Richter? (The name sounds German, but I suppose you aren’t…) Can you tell us how you spend your days when you are not washing bottles for TOMR’s Tonic? :-)

Tom: I had spent a large chunk of my life as a professional actor. Had the great fortune of working on Broadway as well. Now I am immersed in the craft cocktail scene in NYC. Last year I was the Bols Around the world Champion for the USA and was a finalist in Amsterdam. I share my Bartending time with Dear Irving, Milk & Honey, and Attaboy

Gin & Tonic is a very common drink and there are several Tonic Waters to enjoy it in different ways. So what let you start thinking about creating TOMR’S Tonic? Devine inspiration? Boredom? The desire to become a millionaire?

Tom: I was just unhappy with the tonic available 7 years ago. There was nothing like my product out there, and I needed it…so I made it. I had no intention of starting a company or of creating a new beverage category, but it happened and here I am!

TOMR’S Tonic is handcrafted. Whose hands?

Tom: I am very hands on in the production. I supervise the Little production facility, and it is all still done by hand, but in large quantities.

Let’s talk about the ingredients: What is TOMR’S Tonic Syrup made of and what are the secrets of its flavor?

Tom: It is very simple…cinchona bark, citric acid, organic sugar, organic citrus, a couple herbs and spices, and water….The secret to the flavor is involved with the terreoir of the cinchona bark. I’ve tried the stuff from all over the world and I selected a very specific flavor profile. The bark really reflects its origin.

Where do you get your botanicals for TOMR’S Tonic and how can you assure they are of that high quality you demand?

Tom: I import direct now, assuring consistency.

Your standard recipe given on TOMR’S Tonic is 1:2:3 – useful to have a guideline but beside of standards: Do you have a hot tip for us to try it in a special way or in superb cocktail?

Tom: I think it is really meant for the BEST tonic and gin you have ever had….it can also be used as a compressed tonic, much like a bitters with dark liquors – in manhattan and old fashioned sytle cocktails, but the uses are becoming infinite

Where do you sell TOMR’S Tonic meanwhile – except USA and Germany….?

Tom: Through my German importers-Ginobility – I believe we are in Greece, Italy, UK, Russia, Hungary, – that I know of. Also we just went into Hong Kong, we are distributed in Australia, Canada, and we are about to go into Seol

And of course let’s hear about plans and future: Is there a new project? Something we can be curious about?

Tom: I will be making more syrups…and other products involving bitter and aeromatic elements.

THANK YOU!!!!

 

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Edinburgh Gin: Besuch der neuen Brennerei und Bar

EG 1Für Ginfreunde gibt es seit kurzem eine Adresse, die bei einem Besuch in Edinburgh unbedingt auf der Must-See-Liste stehen sollte: Die Heads & Tales Bar in 1a Rutland Place. Doch die Bar, die sich im Basement des renommierten „The Huxley“ befindet, hat sogar mehr zu bieten als ein riesiges Repertoire der besten Gins aus aller Welt: Sie beheimatet auch eine beeindruckende Schaudestillerie, die ab sofort Produktionsstätte des Edinburgh Gin ist.

Alex Nicol will an die Gintradition in Edinburgh anknüpfen

EG 3Alex Nicol ist der Mann hinter der Spencerfield Spirit Company. Er blickt auf viele Jahre Erfahrung im Whiskybusiness zurück, beispielsweise bei Whyte and Mackay oder als Marketing Director bei Glenmorangie. Sein Wissen und sehr viel Enthusiasmus und Liebe zum Brennen bringt er jetzt gemeinsam mit seiner Frau in das eigene Unternehmen ein, das auf einer Farm seit einigen Jahren sehr erfolgreich Whisky (Sheep Dip, Pig’s Nose) und den kometenhaft durchgestarteten Edinburgh Gin herstellt. Der wird nun künftig seinem Namen gerecht und entsteht hier bei Heads & Tales.

Edinburgh und Gin haben eine große gemeinsame Vergangenheit. Über 40 Gindestillerien gab es hier im 18. Jahrhundert und mit Heads & Tales will Alex Nicol an diese Tradition anknüpfen. Genau hier ins Stadtzentrum gehört diese Bar, meint er, hierhin, wo die EG 7Edinburgher selbst arbeiten, leben und sich am Abend auf einen Drink treffen. Natürlich sind auch Touristen gerne gesehen, meint er und die Schaudestillerie wird sicher viele anziehen. Auch Tastings sind geplant. Rund 200 Liter Edinburgh Gin sollen hier täglich hergestellt werden. Unter höchstmöglichen Sicherheitsvorkehrungen und großen Sicherheitsauflagen natürlich, befindet sich die Brennerei doch im Kellergeschoss einer stark frequentierten Bar und einem großen Hotel mitten in der dicht bebauten Innenstadt am westlichen Ende der Princess Street.

Eine Privatführung durch die neue Heimat des Edinburgh Gin

EG 6Einer der ersten Besucher, der sich die Brennerei des Edinburgh Gin und die Bar ansehen durfte, war wohl ich. Gegen Ende meines Schottlandsurlaubs komme ich nach Edinburgh und Wochen zuvor hatte mir Alex bei unserem Mailverkehr signalisiert, dass die Bar bis dahin geöffnet sein würde. Wie sich herausstellte, war dem nicht so.  Heads & Tales war noch nicht ganz fertig gestellt und eröffnete leider erst eine Woche später. Kein Problem, meinte Alex aber, dann gibt es eine Privatführung. Vieles ist schon fertig: Die Bar, die Sitzecken, die meisten Installationen. Auch die Brennblasen für den Gin sind bereits da und während meines Besuches wird fleißig geschraubt, um die Anlage fertig zu stellen. Ob er denn sicherstellen kann, dass sich der Edinburgh Gin in Charakter und Geschmack nicht ändert, wenn er künftig aus einer komplett neuen Brennanlage kommt. EG 5Alex Nicol hat daran keinen Zweifel. Er arbeitet intensiv mit der Heriot Watt University zusammen und Mazeration der Botanicals sowie Brennvorgang sind bis ins Kleinste ausgefeilt. Und nicht nur den beliebten Edinburgh Gin will Alex hier herstellen, es sollen auch andere Gins nach historischen Vorlagen entstehen. Wir dürfen gespannt sein!

Die Fotos hier im Beitrag habe ich von meinem Besuch der neuen Geburtsstätte des Edinburgh Gin mitgebracht. Zusätzlich hat mir Alex Nicol noch das folgende Bild geschickt, das nach der Eröffnung von Heads & Tales entstand. Vielleicht macht es euch Lust auf einen Edinburgh Trip. Oder wenigstens auf ein Glas Edinburgh Gin, den ihr natürlich im Ginobility-Shop kaufen könnt und zwar hier.

Und wenn ihr mehr über den Edinburgh Gin und die Spencerfield Spirit Company erfahren wollt, geht es hier zur Homepage des Unternehmens.

Bild: Spencerfield Spirit Company

Bild: Spencerfield Spirit Company

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Bavarian Dry Gin: Im Gespräch mit Gerhard Liebl

Bavarian Dry GinGin auf einer ausgesprochenen Whiskymesse wie der Whiskyfair in Limburg? Eigentlich war ich dort, um mich über neue Single Malts zu informieren, doch dann bemerkte ich, dass einige Aussteller auch Gin im Repertoire dabei hatten. So auch Gerhard Liebl, der mit seinem Whisky eine feste Größe im Bereich des deutschen Whiskys ist. Den präsentierte er in Limburg natürlich hauptsächlich, hatte aber auch seinen Bavarian Dry Gin dabei, über den wir im Messegeschehen kurz ins Gespräch kamen. Das liegt zwar nun schon fast  zehn Wochen zurück, aber ich möchte es euch trotzdem noch präsentieren:

Seit wann ist der Whiskymacher Liebl auch im Bereich Gin aktiv?

Gerhard Liebl: Begonnen haben wir mit der Ausarbeitung der Rezeptur letztes Frühjahr Februar/März; wir haben mit den Zutaten gespielt, ein paar Destillationsversuche gemacht. Und es dauerte einige Zeit, bis alles von der Etikettierung bis zur Flasche unseren Vorstellungen entsprochen hat. Seit Oktober 2013 sind wir jetzt mit dem Bavarian Dry Gin auf dem Markt.

Worauf liegt Ihr Schwerpunkt bei Geschmack und den Botanicals des Bavarian Dry Gin?

Gerhard Liebl: Wir haben Wert gelegt auf eine ausgewogene Rezeptur. Ich wollte keinen Gin haben, der extrem kräuterbetont ist, wo beispielsweise Koriander oder auch Pfeffer im Vordergrund steht. Wacholder gefällt mir persönlich von jeher sehr gut. Deshalb war mir wichtig, dass Wacholder und Zitrusnoten ein schönes ausgewogenes Verhältnis gefunden haben.

Stichpunkte Regionalität und Qualität – Was fällt Ihnen dazu ein?

Gerhard Liebl: Wir haben im Bayrischen Wald ja auch Wacholder, können ihn also wild sammeln. Letztes Jahr haben wir im Herbst mit einem Gin begonnen, der dann Gerhard Lieblvermutlich dieses Jahr als Destillers Edition auf den Markt kommt, für den wir den kompletten Wacholder im Bayrischen Wald in Höhenlagen gesammelt haben. Dann haben wir jetzt auch eigenen Lavendel angebaut und können den künftig zum Destillieren verwenden. Bei den anderen Botanicals tun wir uns mit Regionalität schwer. Für Zitrusfrüchte beispielsweise ist der Bayrische Wald nicht so geeignet. Aber da gehen wir dann, wie bei unseren Obstbränden auch, dorthin, wo absolut hochwertige Rohstoffe zu bekommen sind. Da bekommen wir beispielsweise die Zitrusfrüchte als Bioware ganz frisch aus Sizilien vom Hang des Ätnas. Dort haben wir einen Obstbauern, von dem wir Blutorangen, Mandarinen und Zitronen in absoluter Qualität bekommen. Das schlägt sich natürlich auch im Produkt wieder.

Und wie trinken Sie den Bavarian Dry Gin am liebsten?

Gerhard Liebl: Mittlerweile meist pur. Ich dachte nicht, dass man Gin auch pur genießen kann, man kennt ihn ja hauptsächlich zum Mixen von Cocktails oder für Gin & Tonic. Deshalb hatte ich Gin bei mir auch früher gar nicht auf der Agenda und war mehr der Whiskytrinker. Bis ich dann auch einmal ein paar tolle Gins verkosten konnte: Es geht ja auch anders. Durch eine gute Rezeptur kann man ein Gin auch am Abend wie ein gutes Glas Whisky genießen.

Vielen Dank für das Gespräch im Messegetümmel! 

Im Ginobility-Shop ist der Bavarian Dry Gin hier zu finden.

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Fundsache: Welche Botanicals dürfen in einen Gin?

Längst sind es nicht mehr nur Wacholder, Angelikawurzel, Koriander und andere typische Botanicals, die bei der Ginherstellung zum Einsatz kommen. Kreativ und phantasievoll zeigen sich die Produzenten moderner Gins im New Western Style. Wie weit darf sich ein Gin vom üblichen Geschmacksmuster eines klassischen Dry Gins eigentlich entfernen? Ist es andererseits nicht erst gerade die neue Vielfalt, die zum neuen Gin Boom beigetragen hat?  Mit diesen Fragen beschäftigt sich ein Artikel, der heute im “The Spirits Business”   erschienen ist und den ich euch empfehlen möchte: Have strange botanicals taken gin too far?  Als besonderes Beispiel wird übrigens der deutsche Ferdinands Saar Dry Gin genannt.

Gin ,

Wannborga Ö Gin: Interview mit Marc Tarrida Dalhuijsen

Wannborga Ö GinKennt ihr schon den schwedischen Wannborga Ö Gin? Hier haben wir einige Hintergrundinformationen zu diesem Bio-Gin in der stylishen royalblauen Flasche für euch.
Marc Tarrida Dalhuijsen ist bei der kleinen Brennerei auf Öland zuständig für Verkauf und Marketing und hat sich die Zeit genommen, uns Rede und Antwort zu stehen (for the original English form scroll down).

Schweden ist ja nun nicht unbedingt als Land des Gins bekannt – wieso stellt eine schwedische Brennerei Gin her?

Marc: Wir haben uns aus verschiedenen Gründen dazu entschlossen, Gin herauszubringen. Der erste Grund ist, dass wir dachten es passt sehr gut zur Tradition der Kräuterspirituosen auf der Insel Öland. Und außerdem gibt es reiche Erträge von Wacholder auf der Insel auf Grund ihrer besonderen Wetterverhältnisse. Wir haben eine sehr spezielle Naturlandschaft, Alvaret genannt, die eine richtig trockene Tundra mit Wacholder-Büschen ist.

In Deutschland erleben wir gerade einen regelrechten Gin-Hype und eine Brennerei nach der anderen bringt einen Gin heraus. Gibt es diesen Trend in Schweden derzeit auch?

Marc: Nicht wirklich, obwohl wir einen Anstieg des Verbrauchs in den letzten Jahren verzeichnen.

Die Spirituosenpreise in Schweden sind sehr hoch, verglichen mit vielen anderen Ländern so wie Deutschland. Gibt es denn trotzdem einen Markt dort für den Wannborga Ö Gin oder geht er hauptsächlich in den Export?

Marc: Wir exportieren hauptsächlich und zwar aus zwei Gründen: Der erste ist, wie du erwähnt hast, die sehr hohen Preisgestaltung durch die schwedische Alkoholsteuer. Zweitens sind es die besonderen Verkaufswege: In Schweden hat die Regierung ein Verkaufsmonopol für Alkohol. Wir selbst dürfen öffentlich nur in den drei der Destillerie nächstgelegenen Shops verkaufen und das beschränkt unsere öffentliche Verkaufskapazität sehr.Im Export sind wir neben Deutschland auch in Dänemark, Holland, Spanien, Italien, Portugal und Andorra aktiv und dieses Jahr werden wir auch beginnen nach Mexico und in die USA zu exportieren.

Etwas, das den Wannborga Ö Gin auszeichnet, ist seine zu 100% kontrolliert biologische Herstellung. Was hat Sie bewogen, sich für diese hochwertige Wannborga GINProduktionsmethode zu entscheiden?

Marc: Wir haben uns entschieden, Bio-Spirituosen zu produzieren, weil die Brennerei und die Wannborga Farm schon seit vielen Jahren biologische Landwirtschaft betreiben. Wir hatten über 300 Schafe, das über viele Jahre hinweg bei Top Restaurants sehr beliebt war. Das Fleisch war zu 100% bio-zertifiziert. Seit fünf Jahren stellen wir bio-zertifizierten Alkohol her und dieses Jahr werden wir unseren ersten Bio-Whisky herausbringen.

Die Botanicals, die Sie für den Wannborga Gin verwenden, sind zum großen Teil aus kontrollierter, heimischer Herkunft, ist auf Ihrer Homepage zu lesen. Verraten Sie uns, welche es sind (9 sollen es ja insgesamt sein) und welche Sie – vermutlich weil sie im schwedischen Klima nicht heranwachsen – importieren lassen? Interessant auch: Wie stellen Sie sicher, dass die importierten Botanicals den hohen Bio-Anforderungen genügen?

Marc: Unser hauptsächliches regionales Produkt ist der Weizen, aus dem der Neutralalkohol gemacht wird, den wir benutzen. Und natürlich die Wacholderbeeren, die auf der Insel wachsen. Zur Frage nach den importierten Botanicals: Wir kaufen nur von den besten Händlern, die meisten davon aus Deutschland, die beste Qualität garantieren und deren Zertifikate zuverlässig sind.

Was war die Zielsetzung bei der geschmacklichen „Komposition“ des Wannborga Ö Gins? Welche Zielgruppe möchten Sie ansprechen?

Marc: Als wir über den Gin-Typ nachgedacht haben, ging es immer darum etwas zu schaffen, das sehr klassisch im Geschmack ist. Wir haben nicht in Betracht gezogen, einen besonderen Geschmack oder Aromen zu benutzen, die nicht wirklich auf der Linie eines klassischen London Dry Gins liegen. Was für uns wirklich zählt ist die Handwerkskunst unseres Brennmeisters Gunnar Dahlberg und die Qualität der Ausgangsprodukte, die wir benutzen.

Sie arbeiten mit einer Destillieranlage der deutschen Firma Kothe (was uns natürlich ganz stolz macht). Was hat Sie bewogen, sich für diese Brenntechnik zu entscheiden?

Marc: Wir haben uns für die Kothe Destillieranlage entschieden, weil wir denken, dass sie zu den zwei, drei besten Herstellern weltweit gehört. Und für die Art, wie wir die Anlage nutzen, wegen der Vielfalt unserer Produkte, brauchten wir die beste Anlage, die auf dem Markt ist. Das ist als wenn man den Rolls Royce unter den Brennblasen besitzt.

Ich habe gelesen, Ihre Brennblase würde liebevoll „The boy’s dream“ genannt werden – ist das nicht ungewöhnlich? Ich dachte, Gin-Brennblasen tragen immer Frauennamen…

Marc: Ja, normalerweise tragen sie Frauennamen, aber man muss bedenken, dass diese Brennerei die Verwirklichung von Gunnar’s Lebenstraum ist. Und es ist natürlich der Traum vieler Jungs mit einer so unglaublichen Anlage zu arbeiten. Deshalb nennen wir sie so.

Wannborga Ö Gin ist ein Small-Batch-Gin. Wie groß sind die jeweiligen Batches?

Marc: Wir haben eine Brennblase mit 150 Liter Volumen, die rund 60 Liter feinsten Gin produziert.

Dürfen wir fragen: Sind neben dem Wannborga Ö Gin auch weitere Ginkompositionen oder vielleicht auch Sondereditionen geplant?

Marc: Im Moment konzentrieren wir uns auf die Expansion und die Konsilidierung unseres Produktes am Markt. Und obwohl wir daran denken, einige Sondereditions herauszubringen, werden wir damit noch etwas warten. Aber es tauchen eine Menge Ideen auf, wenn wir arbeiten!

Und natürlich die Frage aller Fragen: Wie trinken Sie Ihren Wannborga Gin am liebsten?

Marc: Die beste Art unseren Gin zu trinken ist so pur wie möglich. Meine Meinung ist, dass Sie ihn pur trinken sollten, nachdem sie ihn für eine Weile gekühlt haben. Oder in einem trockenen Martini mit einer Spur Fino Sherry.
Als G&T lässt er sich sehr gut mit Zitrus und weißen Pfefferkörnern kombinieren. Wir empfehlen ein neutrales hochwertiges Tonic zu benutzen wie Fever Tree oder Indi Tonic.

Vielen Dank für das Interview!
Zur Hompage der Wannborga Destillerie geht es hier.

Und weil ihr natürlich jetzt alle Lust bekommen habt, diesen schwedischen Wannborga Ö Gin zu probieren, halten wir ihn mit weiteren speziellen Produktinfos für euch in unserem Shop bereit und zwar hier. 

 

And for our English readers: The interview in the original form

Sweden is not what is supposed to be the “land of gin”. Why did a Swedish distillery decide to produce gin?
Marc: We decided to launch a Gin because of different reasons. The first reason is because we thought it could fit well with the history of spiced spirits of the island of Öland, and also because there is a big juniper production in the island due to its peculiar weather conditions, we have a very special nature landscape called Alvaret, which is a very special dry tundra full with juniper bushes.
Here in Germany we have a real gin-hype and one distillery after the other launches a gin. Do you have this trend in Sweden as well?
Marc: Not really, although we see an increase of consumption in the last years.
The prices for spirits are high in Sweden, compared with many other countries as Germany for example. Is there nevertheless a market for the Wannborga Ö Gin in your own country or is it produced for export primarily?
Marc: We are exporting mainly, this is because of two reasons: the first reason is, as you mentioned, due to the very high prices due to Swedish alcohol tax, and the second is because the very special sales channels, in Sweden we have a alcohol sale monopoly owned by the government , and we are only allowed to sell openly in the three closest shops to the distillery, which limits a lot our public sales capacity.
On the export side, besides Germany we are also present in Denmark, Holland, Spain, Italy, Portugal, Andorra, and we will start this year to export to Mexico and the USA.
One thing that is characteristic for Wannborga Gin is the 100 percent organic ingrediences. Why did you chose this way of high-value production? Does it make a difference in taste?
Marc: We chose to produce organic spirits, because the distillery, and the Wannborga farm, has been doing organic farming for many years. We used to have over 300 sheep whose meat was very appreciated by many top restaurants for years. This meat was all 100% organic. We have been producing organic spirits for the last 5 years, and this year we will release our first Organic Malt Whisky.
The botanicals you use are local to a high degree, as we can read on your homepage. Can you be indescreet and tell us which ones they are (seem to be 9 altogether) and which ones you import? Not all of them will probably grow in the Swedish climate klima. How can you asure that the imported botanicals meet your high organic requirements?
Our main local product is the wheat from which the ethanol we use is made and of course the juniper berries that grow in the island.
On the question about imported botanicals we only buy from the best providers, most of them in Germany, that guarantee the best quality and whose certificates are reliable.
What was the purpose of the „aromatic composition“ of the Wannborga Artisan Ö Gin, the vision? Is there a special group of customers you want to target?

Marc: When we where thinking on the type of Gin, we thought always to do something that was very classical in taste. We were not thinking of using any special tastes or flavours, which are not really in the line of a classical London Dry Gin. For us what really matters is the craftsmanship of our distiller Gunnar Dahlberg and the quality of the raw materials we use.
You work with a still from the German Producer Kothe (what makes us proud, indeed!). Why did you choose this technology of distilling?
Marc: We decided to use the Kothe distil pot because we think they are probably among the two, three best manufacturers in the world. And for the type of use we do of the machine, because of the variety of products we produce, we needed the best machine in the market. It is like owning the Rolls Royce of distil pots.
I read that your still is called „the boy’s dream“ – isn’t that unusual? I always thought gin stills wear women’s names….
Marc: Yes, normally they wear women names, but you need to think that having this distillery is the realization of Gunnar’s life dream, and it is indeed a dream for many boys to work with such an incredible machine, that is why we call it so.
Wannborga Artisan Ö Gin is a small-batch-gin. How big is one batch?
Marc: We have a Distil pot of 150 L of volume that produces around 60 L of the finest Gin.
May I ask something about future: Do you plan other new gin-products besides Wannborga Ö Gin? Maybe special editions?
Marc: Currently we are focused in the expansion and consolidation of our product in the market, and although we have thought about doing some special editions we will wait a bit with that project. But there are many ideas that come up when we are working!
And of course the central question: How do you like your gin best?
Marc: The best way to try our Gin is a s pure as possible, my take is that you take it pure, after having it chilled for some time, or in a dry martini, with a hint of fino sherry.
As G&T it combines very well with citrics and white pepper corns. We recommend to use a neutral high quality tonic like fever tree or Indi tonic water.

Thank you very much for the interview!

Bilder: Wannborga Bränneri & Vingard

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Fundsache: Monkey 47 im Handelsblatt

Deutscher Gin hat längst seinen Nischenplatz in Shops und Bars verlassen, allen voran der Monkey 47 aus dem Schwarzwald. Er hat den Sprung zur internationalen Bühne geschafft und seine Produktionszahlen haben sich in den vergangenen vier Jahren um ein Dreißigfaches erhöht.
Dass jetzt ein Interview mit Alexander Stein von Monkey 47 im Handelsblatt erschienen ist, belegt die Relevanz des Themas auch aus wirtschaftlicher Sicht. Es geht nicht nur um Genuss, auch wenn der bei euch und bei uns von Ginobility an erster Stelle steht. Es geht auch um die Wirtschaftlichkeit von Brennereien und um Umsätze. Ist der derzeitige Hype auf dem deutschen Gin Markt und das ständige Erscheinen ständig neuer deutscher Gin Marken eine Gefahr und kann dem Überleben und dem Ansehen hochwertiger Produkte schaden? Darum geht’s unter anderem in dem lesenswerten Interview im Handelsblatt, das ihr hier findet.

(Und weil es bei uns doch auch ein klein wenig um Umsatz gehen muss, könnt ihr gerne bei uns den Monkey 47 Dry Gin kaufen und zwar hier)

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Six Ravens Dry Gin: Interview mit Mike Schallehn von Alandia

Mike-Schallehn

Dr. Mike Schallehn, Geschäftsführer von Alandia

In unserem Ginobility-Shop bieten wir euch seit kurzer Zeit den London Dry Gin „Six Ravens“ an. In der Apothekerflasche mit dem Old-Style-Etikett und dem mit Wachs versiegelten Korken kommt der Six Ravens sehr edel, klassisch und irgendwie historisch daher. Auch die nette Geschichte auf dem rückwärtigen Etikett um die alte Prophezeiung, nach der das englische Königreich fallen wird, sobald keine Raben mehr um den Tower kreisen, unterstreicht diesen Charakter. Diese Raben-Geschichte erklärt also den Hintergrund des ungewöhnlichen Namens „Six Ravens“, doch einige andere Fragen zu dem Premium Gin sind bei mir trotzdem noch offen. Die durfte ich jemandem stellen, der sich mit dem Six Ravens Dry Gin bestens auskennt: Dr. Mike Schallehn, Geschäftsführer der Alandia GmbH&Co.KG., Hersteller dieses Gins.

Der Name Alandia steht eigentlich für die Welt des Absinthes. Wie kamt ihr auf die Idee, euch jetzt auch als Hersteller eines Gins zu engagieren?

Mike: Neben Absinthe habe ich mich schon immer für Gin interessiert. Dies liegt zum einen daran, dass ich gerne einen guten Gin Tonic trinke, aber auch an der Artverwandtheit der beiden Spirituosen. Bei beiden Spirituosen werden Kräuter und Gewürze in Reinalkohol mazeriert und anschließend destilliert. Bei Gin sind es die typischen Wacholderbeeren, bei Absinthe der namensgebende Wermut (artemisia absinthium). Neben dieser Ähnlichkeit in Bezug auf die Herstellung fasziniert mich am Gin aber auch die Tradition, die das Produkt mit sich bringt. Auch hier lassen sich Parallelen zum Absinthe ziehen. Beide Spirituosen sind sehr stark mit einem Herstellungsland verbunden und es existieren eine Menge Geschichten und Mythen um die Getränke. Beim Absinthe ist das noch viel ausgeprägter als beim Gin, aber auch hier lässt sich so Einiges finden. Man denke bspw. an den Gin Craze im 18. Jahrhundert und die anschließende Reglementierung der Produktion oder den Konsum des Produkts in den Britischen Kolonien als Mittel gegen Malaria.

Produziert wird der Gin nicht in Deutschland, sondern trotz seiner traditionell englischen Erscheinung witziger Weise in Frankreich. Erzählst du uns, wie und warum ihr euch für die Zusammenarbeit mit der Destillerie Devoille in Fourgerolles entschieden habt?

Devoille Distillery

Devoille Distillery

Mike: Das ist eigentlich schnell erzählt. Alandia stellt ja auch verschiedene Absinthe her. Das machen wir in Zusammenarbeit mit der französischen Destillerie Devoille. Die Destillerie wurde bereits 1859 gegründet und hat somit ein Erfahrungswissen von über 150 Jahren. Dieses Wissen ist nicht auf die Grüne Fee, wie Absinthe ja auch liebevoll genannt wird, beschränkt. Denn neben Absinthe kamen schon immer weitere feine Spirituosen und Liköre aus dem Hause Devoille. Als wir dann unser Projekt „Gin“ gestartet haben lag es auf der Hand, dass wir hier auf die erprobte und wertgeschätzte Zusammenarbeit mit Devoille zurückgreifen werden. Trotz dieses Frankreich Bezugs wollten wir uns aber von der Namensgebung und der Erscheinung unseres Gins an England orientieren. Was auch damit zusammenhängt, dass wir einen London Dry Gin kreieren wollten.

Wie erfolgt die Herstellung des Six Ravens Dry Gin? Können wir etwas über das Verfahren und die Brenntechnik erfahren?

Mike: Six Ravens ist wie gesagt ein klassischer London Dry Gin. D.h. alle Zutaten werden auf einmal destilliert und kein Zucker oder sonstige Aromen zugesetzt. Das Besondere ist die Destillation mit frischen Ingwerwurzeln, was Six Ravens seinen würzigen, fruchtigen Geschmack verleiht. Als Basis verwenden wir Zuckerrübenalkohol. Er hat einen leicht fruchtigeren Geschmack im Vergleich zu Getreidealkohol und harmoniert besonders gut mit den würzigen, fruchtigen Noten des Ingwers. Den Alkoholgehalt belassen wir mit 46% bewusst etwas höher, so dass die Aromen besser erhalten bleiben und auch in einem Gin & Tonic nicht verwässern. Dieser Aspekt war uns besonders wichtig, denn Gin trinkt man in den seltensten Fällen pur. Neben dem Inhalt legen wir auch besonderen Wert auf die Gestaltung der Flasche. Die alte Apothekerflasche, der verwachste Korken, die Geschichte über die Raben, alles soll wie auch beim Absinthe an vergangene Zeiten erinnern. Die Nostalgie ist sozusagen die DNA von Alandia, das wollten wir auch bei unserem Gin beibehalten.

Das A und O bei der Ginherstellung sind natürlich die Botanicals. Wacholderbeeren und frischer Ingwer spielen eine maßgebliche Rolle. Warum habt ihr diese beiden Komponenten als Hauptaromata auserkoren und verrätst du uns vielleicht noch ein paar weitere Zutaten im Six Ravens?

Mike: Vom Absinthe her kennen wir bereits viele verschiedene Kräuter und Gewürze, die auch bei der Ginherstellung Anwendung finden. So sind beispielsweise Koriandersamen oder Angelikawurzel ebenfalls klassische Absinthezutaten. Auf den Ingwer als herausragende geschmackliche Note des Six Ravens bin ich über einen meiner Lieblingscocktails den Moscow Mule gekommen. Hier wird ja Ingwerlimonade (Ginger Beer) als Mixer verwendet. Den typischen leicht scharfen Ingwergeschmack konnte ich mir als ideale Ergänzung zu den trockenen, würzigen Noten von Wacholderbeeren vorstellen.
Für den ersten Test konzentrierten wir uns dementsprechend dann auch auf diese beiden Zutaten, d.h. wir stellten ein Wacholder-Ingwerdestillat her. Das Ergebnis hat uns direkt überzeugt und wir fingen anschließend damit an die Rezeptur zu optimieren.

Six Ravens Dry Gin

Six Ravens Dry Gin

Insgesamt verwenden wir nun für Six Ravens sechs Zutaten. Das sind vergleichsweise wenig, wir halten aber nichts von einer zu komplexen Rezeptur. Ab einer gewissen Menge schmeckt man die Vielzahl der Kräuter sowieso nicht mehr und die pure Menge an Zutaten dient nur noch als Marketingvehikel. Wir bevorzugen einen klareren, direkteren Destillationsansatz bei dem der Fokus auf weniger Botanicals liegt, die man dann aber auch schmeckt. Bei uns sind dies Wacholderbeeren, frische Ingwerwurzeln, Zitronenschalen, Koriandersamen, Angelikawurzel und Chinarinde. Die Zitronenschalen unterstützen in unserer Rezeptur die frische Note des Ingwers, wohingegen die Koriandersamen und Angelikawurzel den trockenen, würzigen Geschmack des Wacholders abrunden. Chinarinde haben wir vor dem Hintergrund gewählt, dass der Gin noch eine leicht bittere Note bekommen sollte, die zu dem typischen Geschmack eines Tonicwasser passt. Insgesamt haben wir an der finalen Zusammensetzung fast zwei Jahre getüftelt, das war aber äußerst spannend und hat unheimlich viel Spaß gemacht!

Wird sich Alandia verstärkt auf dem Gebiet des Gins engagieren und vielleicht ein weiteres Produkt herausbringen?

Mike: Das ist durchaus denkbar, auch wenn es bestimmt noch etwas dauern wird. Momentan experimentieren wir aber schon mit Wermut als potentieller Zutat. Devoille besitzt eigene Wermutfelder. D.h. wir können hier auf allerbeste Qualität zurückgreifen. Ein klassischer Gin Cocktail ist darüber hinaus ja auch der Dry Martini, und Martini ist nichts anderes als Wermutwein. Den Zweiklang aus Wermut und Wacholder kann ich mir also sehr gut vorstellen. Zudem würden wir durch solch einen Gin auch noch eine stärkere Brücke von der Absinthe- zur Gin-Kultur bauen. Ihr seht, das Projekt ist schon mehr als ein pures Hirngespinst…

Auf eurer Facebook-Seite habe ich gelesen, dass ihr (unter anderem) TOMR’S Tonic als Mixpartner für Six Ravens Dry Gin empfehlt. Das freut uns von Ginobility als Vertriebspartner dieses Tonic Sirups natürlich sehr. Hast du daneben weitere Kombinationstipps für uns oder ein Geheimrezept für einen genialen Cocktail? Wie trinkt Mike Schallehn seinen Six Ravens Gin am liebsten?

Gin&Tonic mit Six Ravens

Gin&Tonic mit Six Ravens

Mike: Also sehr gerne trinke ich Six Ravens natürlich als Gin & Tonic. Dabei serviere ich ihn mit einer Zitronenzeste, die ich vor dem Garnieren über dem Glas twiste, um die ätherischen Öle aus der Schale freizusetzen. Als Lieblingstonic verwende ich das Schweizer Tonicwasser Gents. Hier wird das Chinin aus der Wurzel des gelben Enzian gewonnen, dadurch schmeckt das Tonic etwas „erdig“, was ich persönlich sehr mag. Im Vergleich zu anderen Tonics ist Gents darüber hinaus viel zitroniger und weniger bitter. Mit Six Ravens ergibt sich wirklich ein sehr geschmackvoller Gin & Tonic!

Raven Master Drink

Raven Master Drink

Ansonsten kann ich noch unsere Kreation den „Raven Master“ empfehlen. Er ist an einen Old Fashioned angelehnt.
So wird er zubereitet:
- 4cl Six Ravens Gin
- 2cl Zitronensaft
- 2cl Zuckersirup
- 3 Dashes Angostura Bitter
- Alles shaken, Tumblerglas mit Crushed Eis füllen, abseihen und mit fein geriebener Zitronenschale garnieren.
Sehr lecker!

Zum Schluss noch eine Frage zu den Raben, um den Kreis zu schließen: Warst du schon am Tower in London und hast Ausschau gehalten nach euren Raben? Verfolgt ihr das Wohlergehen eurer Wappentiere?

Mike: Aber natürlich! Das ist zwar schon etwas länger her, aber alles begann auf einer Englandreise im zarten Alter von 18 Jahren. Mein Vater, ein begeisterter Londonfan, schenkte mir eine Reise zum gerade erfolgreich bestandenen Abitur. Unter anderem waren wir natürlich am London Tower und mir fielen direkt die riesigen Raben auf. Im Reiseführer habe ich dann das erste Mal von der Legende über die Tower Raben gelesen. Die Geschichte blieb mir irgendwie im Gedächtnis hängen und als ich das Projekt „Gin“ in Angriff nahm, erinnerte ich mich an sie. Six Ravens fand ich dann auch einen passenden Namen für den Gin, leicht mystisch, wie meine Vorstellungen über die Gin-Ära zu Zeiten von Sherlock Holmes. Letztens hat übrigens ein Fuchs zwei der insgesamt acht Raben gerissen. Da war das Königreich in ernster Gefahr. Aber die Briten haben schnell für Nachschub gesorgt. Jetzt sind es wieder acht, also wieder alles in bester Ordnung!

Mike und der Raven Master am Londoner Tower

Mike und der Raven Master am Londoner Tower

Ganz herzlichen Dank an Mike Schallehn für das Interview und die vielen Hintergrundinfos zum Six Ravens! Wer sich noch ein wenig auf der Homepage des Six Ravens Gin umschauen möchte, findet sie unter www.six-ravens.com

Und den Gin findet ihr natürlich im Ginobility-Shop!

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