Willkommen bei Ginobility

Archiv für den Monat: Februar 2014

Über den Wolken! Clouds Gin - Das Interview

Seit April letzten Jahres präsentiert die Clouds Bar in Zürich stolz ihren eigenen Gin (den wir übrigens auch bei uns im Ginobility-Shop vertreiben). „Clouds“ heißt er ganz schlicht, so wie die Bar selbst. Der Dry Gin wurde in Zusammenarbeit mit der Brennerei Humbel vom Bar Manager Andreas Kloke entwickelt. Ihm durften wir einige Fragen zu diesem innovativen Gin und zu den Hintergründen stellen.

Ginobility: Herr Kloke, Sie sind Bar-Manager der Clouds Bar hoch oben im Prime Tower in Zürich, dem höchsten Gebäude der Schweiz. Wollten Sie schon immer so hoch hinaus? Erzählen Sie uns doch kurz etwas über Ihren beruflichen Werdegang.

Andreas Kloke: Meine Ausbildung habe ich im Maritim Hotel Magdeburg gemacht.
Nach verschiedenen Stationen u.a. in Wolfsburg, Maritim Köln und der Shepheard Bar bin ich 2007 nach Zürich ausgewandert und habe knapp 5 Jahre als Bar Manager im Zürich Marriott gearbeitet.
Nachdem fest stand dass es neben dem geplanten Restaurant im Primetower auch eine Bar geben wird, stand mein Entschluss dorthin zu wechseln sehr schnell fest.
Seit Oktober 2011 bin ich nun im CLOUDS als Bar Manager angestellt.

 

12136-CloudsGin Clouds Gin - Optisch und geschmacklich ein Highlight

Ginobility: Es gibt nicht viele Bars, die einen selbst entwickelten Gin vorweisen können. Wie kam es zur Idee, den Clouds zu entwickeln und wieso ist ein Gin auserkoren wurden, ihre Bar zu repräsentieren und nicht ein Wodka, ein Whisky oder ein speziell kreierter Cocktail?

Andreas Kloke: Gin war schon immer meine Lieblingsspirituose, schon während meiner Anfangszeit hinter der Bar. Natürlich hat die steigende Popularität des Gins auch noch dazu beigetragen.
Die Idee eine eigene Spirituose zu produzieren bzw. zu  gestalten hatte ich schon relativ lange.
Mit dem Clouds als Firma und der Destillerie Humbel hatte ich glücklicherweise zwei Parteien, die dem ganzen Projekt sehr offen gegenüberstanden.

 

Ginobility: Einen neuen Gin schüttelt man nicht eben mal so aus dem Ärmel und sicher gab es so manche Hürde zu nehmen….Wie lange dauerte es von der ersten Idee bis zum ersten Öffnen einer Flasche Clouds Gin in Ihrer Bar?

Andreas Kloke: Die Idee wurde das erste Mal im Februar 2012 mit dem Clouds und Lorenz Humbel diskutiert. Bis zur Marktreife hat es dann noch ein gutes Jahr gedauert.

 

Die beiden Macher des Clouds Gin - Andreas Kloke & Lorenz Humbel Die beiden Macher des Clouds Gin - Andreas Kloke & Lorenz Humbel

Ginobility: Den Clouds Gin haben Sie zusammen mit Lorenz Humbel entwickelt, der ihn in seiner Brennerei in Stetten herstellt. Warum fiel die Wahl auf diesen Partner?

Andreas Kloke: Die Firma Humbel und ihre Produkte kannte ich bereits aus dem Marriott. Die Wahl fiel letztendlich auf diesen Partner, weil sie für Regionalität und Nachhaltigkeit stehen.

 

Ginobility: Was charakterisiert den Clouds Gin und warum haben Sie ihn geschmacklich in diese Richtung gesteuert? Hatten Sie eine „Vision“, wie er sein sollte?

Andreas Kloke: Wir wollten einen Gin herstellen, der auch für die Schweizer Aromen steht. Für mich als Deutscher hatte ich in der Vergangenheit immer das Bild mit den Kräutern wie z.B. Salbei und natürlich die Kirschbrände im Kopf. Lorenz hatte mir zu Beginn eine scherzhafte Bedingung für den gemeinsamen Gin gestellt. Ich sollte seinen Kirsch mit einbeziehen bzw. verarbeiten. Ich glaube, das haben wir dann recht gut umgesetzt.

Umfangreiche Spirituosen Auswahl im Clouds Zürich Umfangreiche Spirituosen Auswahl im Clouds Zürich

Ginobility: Es soll ja in Ihrer Bar eine sehenswerte Gin & Tonic Karte geben... Wie viele Produkte bieten Sie denn an? Auf welche Specials sind Sie besonders stolz?

Andreas Kloke: Im Sortiment haben wir zurzeit ca. 40 Gins. Es sind einige Highlights dabei, die für uns in der Schweiz schon etwas schwieriger zu bekommen sind bzw. waren. Den One Key aus Singapore beispielsweise, den Cold River aus Maine USA oder Ransom Old Tom aus Oregean, USA würde ich schon als Highlight bezeichnen.

 

 

 

Ginobility: Sie bieten den Clouds Gin nun seit fast einem Jahr in Ihrer Bar an. Wie ist er bei Ihren Gästen angekommen, welche Erfahrungen haben Sie in dieser Zeit mit ihm gemacht?

Andreas Kloke: Die Reaktionen der Gäste waren sehr positiv. Zu Beginn lief natürlich alles über Empfehlungen, aber mittlerweile wird er von den Gästen direkt bestellt.

 

Ginobility: Wie trinken Ihre Gäste den Clouds Gin am liebsten, wie geht er am häufigsten über den Tresen?

Andreas Kloke: Meistens als Gin & Tonic mit einem Salbeiblatt und einer Kirsche. Einige wenige trinken ihn allerdings auch pur.

 

Ginobility: Und wie trinkt Andreas Kloke den Clouds Gin selbst am liebsten? Vielleicht haben Sie ja einen „heißen“ (oder kalten….) Tipp für uns?

Andreas Kloke: Ich trinke ihn eigentlich am liebsten pur oder als Martini mit einem Salbeiblatt gerührt.

 

Ginobility: Stichwort Bio – Sie haben sich mit Humbel für eine Brennerei entschieden, die Wert auf Fair Trade und Bioprodukte legt. Haben Sie den Eindruck, dass es auch einen Unterschied für Ihre Gäste macht? Wird auch konkret nach Bio-Spirituosen gefragt?

Andreas Kloke: Aktiv nachfragen tut aktuell noch niemand. Allerdings sind die meisten Gäste erfreut, wenn man ihnen erklärt, dass der Gin ausschließlich aus Bio Produkten besteht und dazu noch aus der Region stammt.

 

Ginobility: Gin boomt derzeit und hat sich zu einem richtigen In-Getränk entwickelt. Wie schätzen Sie seine Chancen in der Zukunft ein - wird er sich behaupten oder sehen Sie eher rückläufige Nachfragen in den kommenden Jahren?

Andreas Kloke: Das ist zurzeit noch nicht abschätzbar. Ich denke, der Gin Boom wird noch einige Zeit bleiben, da diese Spirituose natürlich so facettenreich ist.

Vielen Dank, dass Sie sich für uns Zeit genommen und unsere Neugier gestillt haben!

 

Bilder: CLOUDS Gastro AG

Messerückblick: Gin auf der Finest Spirits 2014

Die Finest Spirits in München war bisher eher dafür bekannt Whisk(e)y Liebhabern ein Eldorado an neuen Eindrücken zu bieten. Aber am Boom der vielleicht vielseitigsten Spirituose überhaupt - dem Gin - kommt eine Messe mit einem solch exquisiten Namen heute nicht mehr vorbei.
Hier also ein kleiner Gin und Tonic fokussierter Rückblick auf die Finest Spirits 2014 aus der Perspektive unserer freien Redakteurin und Bloggerin Petra Milde:

Finest Spirits 2014 im MVG Museum Finest Spirits 2014 im MVG Museum

Die Ausstellungsfläche der Finest Spirits in München in der Halle war ausverkauft, nicht alle Anfragen von Ausstellern konnten befriedigt werden: Veranstalter Frank Böer hat sich mit seiner Spirituosenmesse einen Namen gemacht in der Szene, auch weit über die Landesgrenzen hinaus. Und nicht nur Aussteller kamen zu Hauf, sondern auch Besucher:

Finest Spirits 2014 in München weckte großes Interesse Finest Spirits 2014 in München weckte großes Interesse

Am Samstagnachmittag war es zeitweilig so voll, dass es in den Gängen stockte. Überall gut gelaunte Grüppchen im Gespräch, Interessierte und experimentierfreudige Besucher an den Ständen, freundliche Aussteller, die ihre Produkte begeistert und mit Herzblut präsentierten – so muss Messe sein!

 

 

Messethema Home Bar
Neben Whisky, Rum und Obstbränden war es dieses Jahr nicht zuletzt der Gin, der im Zentrum des Geschehens stand und deshalb kommen natürlich auch wir von Ginobility nicht daran vorbei, ein wenig über die Messe zu plaudern. Denn das diesjährige bewusst gesetzte Schwerpunktthema der Finest Spirits war wie geschaffen für Ginobility: Home Bar! Frank Böer erläuterte diese Wahl: „Erstmals nicht nur Sprit, Sprit, Sprit, sondern was kann man mit der Spirituose auch machen? München ist eine Barstadt, wir haben viele gute Barkeeper, aber auch viele Leute, die gerne gute Cocktails trinken. Wir merken das auch hier auf der Veranstaltung in den letzten Jahren. Die Leute interessiert immer mehr: Was können sie mit diesen Spirituosen auch anfangen?“

Es wurde gemixt und geschüttelt
Das demonstrierten renommierte Barkeeper während der drei Messetage eindrucksvoll. Sei es an der Theke der Barschule München, an der die Besucher demonstriert bekamen, wie perfekte Cocktails kreiert und geshakt werden oder auch beim Chivas Regal, wo der bekannte Blended Whisky als Grundlage für leckere Cocktails diente. An der hauseigenen FINEST SPIRITS Bar aber ging es um unsere Herzenssache: Richi Link von der Münchner Punkrock-Bar Wasserwerk bewies am Beispiel Gin & Tonic, dass man auch zuhause an der Home Bar mit wenigen Grundzutaten variantenreich arbeiten kann. Gin ist nicht mehr groß im Kommen – er ist längst da und ist DAS Szenegetränk schlechthin geworden. Aber es geht immer mehr weg von der klassischen dominanten Wacholdernote hin zum Spielen mit den Kombinationen unterschiedlich geprägter Gins und Tonics.

Gin & Tonic auf der Finest Spirits 2014 mit dem Leitthema "Home bar" Gin & Tonic auf der Finest Spirits 2014 mit dem Leitthema "Home bar"

Drei Gins + drei Tonics = drei absolut unterschiedliche Gin & Tonics
Richi machte es vor und lud zum Vergleich ein:

  • Der Beefeater und ein klassisches Indian Tonic (er benutzte durchgehend Tonics von Fever-Tree) ergeben einen Gin&Tonic wie er klassischer nicht sein könnte
  • Ein leichter, milder Citadelle kombiniert mit einem Fever-Tree Mediterranien Tonic beschert Thymian-, Rosmarin- und Madarinnoten – ein Kräuterzweig im Glas sorgt für Optik und Aroma
  • Den  feel! Munich Dry Gin mit seinen fruchtigen Noten kombiniert Richi mit einem Fever Tree Elderflower Tonic und gibt eine tiefgekühlte Himbeere dazu. Lecker!

Viele regionale Ginproduzenten sind vertreten
Die Macher des feel! Munich Dry Gin ließen es sich nicht nehmen, selbst auf der Finest Spirits auszustellen. Schließlich haben sie hier in München ein Heimspiel. Korbinian Achternbusch, Stella Hartmann und Michael Weißenböck sind das junge Team, das seinen weichen, bio-zertifizierten Dry Gin präsentierte. Ein Interview mit Korbinian Achternbusch haben wir letztes Jahr ja bereits veröffentlicht. Auch an vielen anderen Ständen entdeckte ich regionalen deutschen Gin. Kaiser Hill 16 beispielsweise, einen klassischen Gin, bei dem die Wacholderbeere im Vordergrund steht.

Hans-Gerhard Finks Premium-Gin Serie Albfink auf der Finest Spirits 2014 Hans-Gerhard Finks Premium-Gin Albfink auf der Finest Spirits 2014

Hans-Gerhard Fink, der bisher auf Messen vor allem seinen Schwäbischen Highland Whisky Finch vorstellte, war hier in München jetzt auch mit seiner neuen Premium-Serie Albfink vertreten. Die Wacholderheide sei schließlich das zentrale Landschaftselement der Schwäbischen Alb – was läge also näher, einen Gin herzustellen? In den letzten drei Jahren lief die Entwicklung und Produktion des Dry Gin recht stiefmütterlich neben den anderen Destillaten her, doch da  jetzt mehr und mehr Anfragen bei ihm ankommen aus der Hotellerie, entschloss sich Hans-Gerhard Fink, eine eigene Marke zu generieren. Neben dem Finch jetzt also die Schwestermarke Albfink, in der neben dem Gin beispielsweise auch ein Getreidewodka angeboten wird.

Auch Tonic Wasser fehlt nicht auf der Finest Spirits
Wo Gin ist, dürfen natürlich auch Tonic Water nicht weit sein. Ganz in der Nähe vom Albfink war der Stand von Fentimans zu finden. Hier konnte ich etwas Neues probieren, das Fentimans Light Tonic Water. Wer jetzt beim Ausdruck „light“ an irgendwelche Limonaden mit Zuckeraustauschstoffen denkt, liegt bei Fentimans falsch: Bei der Traditionsmarke setzt man  auf Qualität und verwendet weder Geschmacksverstärker noch Konservierungsstoffe.

Fentimans Tonic Water inklusive neuer Light Version auf der Finest Spirits 2014 Fentimans Tonic Water inklusive neuer Light Version auf der Finest Spirits 2014

Nils Wieczorek erklärt mir: „Mit dem Tonic Light haben wir auf die Nachfrage von Ginherstellern und Kunden reagiert, die sagen, es gibt jetzt sehr viel floralere Gins.  Zum Beispiel den Monkey , den Tanqueray 10 oder den Saffron. Es ist eigentlich sehr schade, solche Gins mit sehr süßen, herbalmäßigen Tonicwässern zu ersticken. Man darf eins nicht vergessen: Beim Gin & Tonic ist der größte Anteil der Tonic. So haben wir ein Tonic Wasser entwickelt, das weniger Zucker enthält – und das ist eigentlich schon alles. Es enthält nur weniger Zucker als das Standard Fentimans,  dadurch kommt  die Zitrusnote etwas besser heraus. Man hat das Gefühl, dass auch das Chinin ein wenig mehr herauskommt, aber der Anteil ist gleich. Auch die Botanicals sind die gleichen.“

So drehte ich also langsam meine Runden, genoss Atmosphäre, Gespräche, Gin & Tonic, Leckereien an Käse-, Chips- oder Pralinenständen und natürlich auch so manchen Dram Whisky. Schließlich ist nicht zu leugnen, dass die Anzahl der Whisky/Whiskey-Aussteller deutlich überwiegen und die Finest Spirits nicht zuletzt auch ein El Dorado für Whiskyfreunde ist. Aber das ist hier nicht unser Thema….

 

Petra Milde ist selbständige Autorin und schreibt hin und wieder auch für Ginobility.
Wer mehr von ihr lesen möchte, kann das beispielsweise auf ihrem eigenen Whiskyblog www.meinwhisky.com. Dort erfahrt ihr dann auch etwas über die Whiskys auf der Finest Spirits 2014.

Ferdinand's Saar Dry Gin - Das Interview

Deutschland steht schon seit längerem für Gins erster Güte, und er hat sich auch auf internationalem Parkett einen guten Ruf erarbeitet - absolut zu recht (wir berichteten).
Er überzeugt generell durch aussergewöhnliche und sehr eigene Geschmacksprofile,  die Verwendung vornehmlich heimlischer Botanicals und innovative Aromenkombinationen.

Interessante Paarung:  Gin meets Saar-Riesling Interessante Paarung:
Gin meets Saar-Riesling

Ferdinand's Saar Dry Gin ist ein weiterer ruhmreicher Vertreter seiner Art der dem eben genannten in jeglicher Art gerecht wird. Aber nicht nur das,  er fügt Gin im Allgemeinen fast schon eine neue Kategorie hinzu. Auch wenn über Ferdinand's bereits viel und eingehend berichtet wurde, so wollten wir noch ein wenig mehr von und über die Macher und ihr einzigartiges Produkt erfahren.

Wir bedanken uns schon vorab bei Denis Reinhard und Andreas Vallendar für ihre Zeit und die Einblicke die sie uns gewährten.

Und nun viel Spass bei unserem kleinen Ausflug zu Ferdinand an die schöne Saar!

 

Ginobility: Wie man liest, seid ihr drei (Anm. d. Red. Dorothee Zilliken, Denis Reinhard und Andreas Vallendar) bereits seit längerem privat befreundet und teilt die Begeisterung für eure Heimat, das Saarland und einen feinen Tropfen - mal mit mehr mal mit weniger Prozent! Wann kam das Thema „Gin“ erstmalig auf den Tisch bzw. warum viel die Wahl gerade auf diese Spirituose? Natürlich erfährt Gin gerade einen ungeheuren Boom, was den Markteinstieg ja nicht zwangsläufig einfacher macht.

Denis: Wir waren allesamt schon immer begeisterte Gintrinker und schätzen die Vielfältigkeit dieser Spirituose, wodurch man mit der Auswahl der Botanicals und der Art Herstellung eine ganz eigene Handschrift verleihen kann. Nur wenige Spirituosen lassen, wie man beim Wein sagt, eine Art Terroir-Typizität erahnen. Wir wollten gerne eine Spirituose machen, in der man unsere Region schmeckt. Als wir damit begannen unsere Idee zu konkretisieren, war noch kein so großer Hype wie jetzt, ich denke das kann einem aber auch dienlich sein in puncto Wahrnehmung.

 

Ginobility: Wie kann man sich den Prozess vorstellen, in dem Ferdinand’s entstand? Hattet ihr von Anfang an ein eindeutiges (Geschmacks)Bild vor Augen oder habt ihr euch sozusagen herangetastet? Und vor allem: Wann kam der besondere Saar Riesling ins Spiel?

Das Saarland und sein berühmter Saarburger Rausch Die Saar und sein berühmter Saarburger Rausch

 Denis: Wir haben uns erst mal die Frage gestellt: Was macht unsere Region eigentlich aus, was sind unsere Aushängeschilder? Das ist zweifelsohne unser einzigartiger Saar Riesling, der weltweit hohe Anerkennung findet. Die Weine von der Saar besitzen eine strahlende Frucht, ohne überladen zu wirken.

Wir wollten einen hocharomatischen Gin machen, der sich zugleich elegant präsentiert. Interessanterweise finden sich viele der der wahrnehmbaren Tertiäraromen gereifter Rieslingweine unter unseren regionalen Botanicals, wie z.B. die Quitte.

 

Ginobility: Wie lange hat es letztendlich gedauert bis der Ferdinand’s Saar Dry Gin in Gestalt und Geschmack vollendet vor euch auf dem Tisch stand?

 Denis: Mit dem Entstehen der Idee bis zum ersten Korken in der Hand haben wir nun schon 2 Jahre getüftelt.

Ferdinand's Botanicals Ferdinand's Botanicals

Ginobility: Im Ferdinand’s Saar Dry Gin finden sich insgesamt 30 Botanicals wieder – die meisten aus der Saar Region und sogar aus eigenem Anbau. Einige wenige kauft Ihr aus Ermangelung an hiesiger Verfügbarkeit dazu. Uns würde interessieren, ob es auf Grund der saisonalen Schwankungen bezüglich der Ernte auch zu Schwankungen im Aroma kommen kann?
Produkte wie Blackwood’s Vintage Dry  Gin nehmen das nicht nur in Kauf,  vielmehr profilieren sie sich mit dieser Tatsache und positionieren sich so am Markt.

Denis: Durchaus kann es bei einem Produkt wie unserem zu jenen Schwankungen kommen. Mitunter spielen viele Faktoren eine Rolle, angefangen bei der Riesling Infusion, aufgehört bei den regionalen Früchten und Kräutern, aber ich denke genau das macht ein handgemachtes Produkt aus. Deshalb sind unsere Flaschen natürlich auch immer mit der Nummer des aktuellen Batches versehen und der Korken trägt den Jahrgang der Riesling Infusion. Zur Zeit verwenden wir eine Spätlese vom Saarburger Rausch aus dem Jahr 2009, wovon übrigens auch noch einige wenige Flaschen pur zu haben sind.

 

Ginobility: Andreas, Deine Familie brennt schon seit Generationen feine Obstbrände – es ist dir sozusagen in die Wiege gelegt worden. Mit der Avadis Distillery hast du dir einen Traum erfüllt. Dein  Produkt-Portfolio ist beeindruckend. Dabei führst Du zum Teil die Familientradition mit einer Vielzahl an Obstbränden weiter, brennst aber ebenso Whisky und eben auch Gin. Wenn man mit dem Handwerk groß wird und nach neuen Ufern Ausschau hält, führt einen der Weg gerade heute automatisch zu Gin? Oder anders gefragt, was ist für dich  an der Spirituose Gin besonders faszinierend?

Andreas: Für mich als Destillateur ist das faszinierende an meinem Handwerk die fast unerschöpfliche Vielfalt der Aromen in der Natur. Im Vordergrund steht das Bewahren dieser in feinen Destillaten. Bei Edelobstbränden besteht die Kunst darin, einzelne sortenreine Fruchtcharaktere auszuarbeiten. Bei unserem Whisky stehen das Malz und das für die Lagerung ausgewählte Fass im Vordergrund. Die Herstellung von Gin ist eher vergleichbar mit der Kreation eines Parfüms. Die Komposition der Botanicals prägt den Gin. Dabei besteht die Kunst darin, aus einer Vielfalt von Aromen einen harmonischen Gesamteindruck zusammenzustelle, ohne das einzelne Aromen prägnant hervorstechen.

 

Das Herzstück von Ferdinand's Saar Dry Gin Das Herzstück von Ferdinand's Saar Dry Gin

Ginobility: Du stellt den Neutralalkohol für Ferdinand’s selbst aus heimischem Getreide her. Welches genau verwendest du hierfür und was qualifiziert es im Besonderen für euren Gin?

Andreas: Der Grundalkohol für die Extraktion der Botanicals wird aus einer Getreidemischung destilliert. Den überwiegenden Anteil nehmen Weizen und Roggen ein.
Durch die Destillation in unseren Kupferblasen erreichen wir neben der Neutralität auch eine „Weichheit“ des Alkohols, die bei einer industriellen Herstellung nicht zu erreichen ist.  

 

Ginobility: Manche Gins am Markt verwenden anstelle von Getreide Obst für die Herstellung des Alkohols. G-Vine aus Frankreich basiert beispielsweise auf Weintrauben aus der Region Cognac. Die Parallelen in Bezug auf Wein liegen auf der Hand. War das jemals eine Option für euch?

Andreas: Für uns war es wichtig, neue Wege zu beschreite. Ein Wein- oder Traubendestillat als Basis zu verwenden, stand nicht auf unserem Fahrplan, da wir auch die klassischen Tresteraromen vermeiden wollten. Wir arbeiten an neuen Wegen, die Riesling Traube in unserer zukünftigen "Goldcap" herauszustellen.

 

Nur eine der vielen Anspielungen Ferdinand's an das Saarland - Der Weinkorken Nur eine der vielen Anspielungen Ferdinand's an das Saarland - Der Weinkorken

Ginobility: Gibt es Besonderheiten bei der Herstellung bzw. beim Destillationsprozess, die Ferdinand’s ausmachen und zu dem macht, was er ist? Und wann genau und wie greift der Saar Riesling ins Geschehen ein?

Andreas: Sicher machen die ungewöhnliche Zusammenstellung unserer Botanicals, der Mix aus mazerierten und der zusätzlich bei der Destillation Anwendung findende Aromakorb mit frischen Botanicals in der Dampfphase eine Besonderheit aus. Unsere Lieblingszutat ist jedoch die Infusion mit Zilliken Riesling Saarburger Rausch Spätlese im aktuellen Batch aus dem Jahr 2009. 

 

Ginobility: Kommen wir nun zum Wichtigsten: Den Geschmack und den Charakter von Ferdinand’s Saar Dry Gin:  Was genau ist es, das ihn auszeichnet und welche Rolle spielt der Saar Riesling dabei?

Denis: Ferdinand’s zeichnet sich vor allem durch seine äußerst frischen Charakter und seine Fruchtigkeit aus, man erkennt eine Art „Riesling Süße-Säure-Spiel“. Die junge Wacholdernote in Kombination mit den regionalen Früchten, Blüten und die hohe Extraktdichte der restsüßen Saarrieslinge aus der Schiefersteillage Saarburger Rausch machen Ferdinand´s so besonders.

 

Ginobility: Das Gesamtpaket „Ferdinands Saar Dry Gin“ ist schlichtweg grandios! Kompliment! Packaging- und Flaschendesign bilden eine schöne Reminiszenz an alte Weinflaschen, der echte Korken rundet dies natürlich wunderbar ab und das Etikett setzt die Marke Ferdinand’s prominent in Szene. Sei es im häuslichen Barschrank, an der Bar oder im Verkaufsregal. Wer aber ist dieser „Ferdinand“?

Ferdinand's - Stilsicher und Form und Gestaltung. Ferdinand's - Stilsicher und Form und Gestaltung.

Denis: Erst mal vielen Dank für die Blumen! Ferdinand Geltz (1851-1925) war königlich-preußischer Forstmeister und Weingutsbesitzer. 1947 heiratete Fritz Zilliken die Enkelin des Forstmeisters. Ferdinand Geltz engagierte sich sehr für die Reputation des Weingutes und die der Rebsorte Riesling. So war er auch 1908 ein Gründungsmitglied des Trierer Vereins von Weingutsbesitzern der Mosel-Saar-Ruwer e.V.. Daraus bildete sich dann der Verein deutscher Naturweinversteigerer, dem heutigen VDP (Verband

deutscher Prädikatsweingüter). Als Anerkennung seines Engagements erscheint auch heute noch auf einer Vielzahl unserer Weinetiketten sein Name. Da Ferdinand für uns und die Region eine geschichtsträchtige Rolle spielt und sich stets für hohe Qualität ausgesprochen hat, haben wir den Saar-Dry-Gin nach ihm benannt.

 

Ginobility: Würde „Ferdinand“ auch Ferdinand’s trinken? ;-) Nein im Ernst: Wie trinkt ihr persönlich Euren Ferdinand’s? Habt Ihr einen speziellen Tipp für unsere Leser?

Denis: Wir trinken unseren Ferdinand`s liebend gerne pur, natürlich aber auch sehr gerne als überaus erfrischenden Gin&Tonic. Zuletzt haben uns auch einige Cocktailvarianten begeistert. In Klassikern, wie dem Negroni oder dem Martinez, setzt er sich mit einer ganz eigenen Note toll durch, sehr spannend.

 

Ginobility: Wie wir wissen habt Ihr noch weitere „Eisen im Feuer“. Was hat es mit den Aromatic Bitters  und dem Gold-Cap auf sich!?

Denis: Unsere Bitters Sweet Symphony ist eine Art Liebsagung an die regionalen Hauptbotanicals unseres Ferdinand’s. Weinrose-Lavendel zeigt die floralen Komponenten und Riesling-Quitte die fruchtigen. Beide eignen sich hervorragend als Ergänzung in Drinks, aber auch für Speisen.

Die Goldcap wird eine besondere limitierte Abfüllung des Gins, in welcher wir eine hoch-prämierte Goldkapsel des Weinguts Zilliken als Infusion verwenden. Jene ist noch konzentrierter und natürlich auch dementsprechend kostspieliger. Eine Goldkapsel ist im Weinbau eine ganz besonders hohe Qualität der Auslese und gilt als einer der Vorzeigeweine jedes Weinguts. Wir haben uns bezeichnungstechnisch daran orientiert. Darüber hinaus verarbeiten wir weitere ganz spezielle rare Botanicals, welche deshalb auch nur in der GC vorzufinden sind. Die erweiterte Flaschenausstattung wird natürlich auch noch mal das Herz höher schlagen lassen.

 

Ginobility: Werfen wir zum Abschluss noch einen kleinen Blick auf den Gin-Markt:
Die Abstände, in denen neue Gins auf den Markt drängen, werden immer kürzer. Man kann fast sagen, das täglich neue Produkte das Licht der Gin-Welt erblicken.
Wie bewertet ihr diese Entwicklung und welche besonderen Herausforderungen bringen diese aus Sicht eines so jungen neuen Unternehmens wie ihr es seid mit sich?

Denis: Erst mal zeigt das, dass das Interesse an Gin erheblich gestiegen ist und vereinfacht natürlich die Kommunikation. Wir sehen eigentlich nur Vorteile dadurch, da man sich noch besser unter anderen Gins hervorheben kann. Uns war es wichtig, einen einzigartigen Charakter mit klarer Herkunft zu vermitteln. Ohne erfundene Stories, sondern mit Tradition und Leidenschaft eine Premium Spirituose herzustellen. Wir halten an diesen Werten fest und  werden auch in Zukunft immer wieder das Besondere unseres Saar Dry Gins herausstellen.

 

Ginobility: Als abschließende Frage: Wo seht ihr den Gin Markt in Deutschland in vier Jahren? Hat Deutschland eurer Meinung nach ein ähnliches Potenzial wie z.B. Spanien, wo Gin buchstäblich in aller Munde ist?

Denis: Wir denken schon, dass wir das Potenzial dazu haben. Gin ist eine erwachsene Spirituose, in der es um Geschmack geht und nicht um reinen Konzeptalkohol. Genauso wie im Bereich Essen genießt man immer bewusster und traut sich auch mal vom Süßen hin zu adstringenten Speisen und Getränken. Gin ist sehr vielfältig, das kommt dieser positiven Entwicklung auch noch zu Gute.

 

Ginobility: Vielen Dank Denis und Andreas! Wir sind gespannt auf das, was wir sicher noch von Euch und Ferdinand hören werden.

 

Ferdinand's Saar Dry Gin ist natürlich auch bei uns im Ginobility Shop erhältlich.
Weiter Infos zu Ferdinand's gibt es auf www.saar-gin.de, bei Facebook und Google plus.

5 Jahre Chaplin Bar & Lounge Frankfurt

Die Chaplin Bar & Lounge in Frankfurt Bornheim ist eine der ersten Adressen in Frankfurt wenn es um Gin geht. Über 70 Gins und 7 verschiedene Tonic Water hat Arbi Arbedian für seine Gäste im Angebot. Und damit man als Gast nicht den Überblick verliert, gibt es neben äußerst kompetenter, individueller Beratung auch eine sehr umfangreiche Gin Karte mit Infos und Hintegründen zu einer Vielzahl der angebotenen Gins.
... es muss nicht weiter betont werden, dass die Chaplin Bar zu den Stammadressen von Ginobility zählt.

Nicht zuletzt darum freuen wir uns sehr ein Jubiläum ankündigen und hierzu herzlich einladen zu können:
Die Chaplin Bar feiert am Donnerstag, den 13.2.2014 ihr 5jähriges!
Los gehts ab 19 Uhr und gefeiert wird ohne Ende!

5 Jahre Chaplin Bar & Lounge Frankfurt 5 Jahre Chaplin Bar & Lounge Frankfurt

 

Natürlich gibt es zur Feier des Tages auch zwei hoch zwei Gin & Tonic Specials zu je € 6.50:

Gansloser Black Gin und Reisetbauer's Blue Gin zusammen mit wahlweise
FeverTree Tonic Water oder FeverTree Mediterranean Tonic Water.

Musikalisch gibts von DJ Amine Rhe 90s, R&B und Soul auf die Ohren!

... Na dann,
bis Donnerstag in der Chaplin Bar & Lounge, Berger Straße 247, 60385 Frankfurt

Gin-Tasting - "Eine Reise durch Schottland"

Es gibt wieder ein Tasting im O-Ton !

Am 23.02.2014 um 13:00 im O-Ton auf der Berger Straße 20 in Frankfurt.

Nach dem vollen Erfolg beim letzten Mal, wo es um Gin im Allgemeinen ging, steht diesmal Gin aus Schottland im Fokus. Schottland ist eigentlich eher für seinen Whisky bekannt, kann aber - wie wir beim Tasting sehen werden - auch im Gin-Bereich einiges bieten.

Antony wird auch diesmal durch das Tasting führen und alle Teilnehmer mit interessanten Facts und Hintergrundinformationen zu den Gins, deren Geschichte und über Schottland versorgen.

Es werden wieder drei Gins verköstigt, allesamt aus Schottland, einer davon mit passenden Tonic Water als Gin and Tonic.
Auf der Reiseroute stehen diesmal Edinburgh Gin, The Botanist und Caorunn Gin.

Max 15 Teilnehmer
So. 23.02.2014
13:00 - 15:00
30,- €

Verbindliche Anmeldungen unter tasting [AT] ginobility.de

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Mehr Informationen über Gin finden Sie im Gin Cocktail-Buch
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