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Archiv für den Monat: Mai 2014

Gin Eva aus Mallorca: Das Interview

Gin EVA aus Mallorca Gin EVA aus Mallorca mit deutschen Wurzeln

Gin ist vielleicht nicht unbedingt das erste (und wohl auch nicht das zweite oder dritte), das einem spontan beim Gedanken an Mallorca einfällt. Und doch gibt es ihn seit Ende 2012: Der Gin Eva entsteht in Llucmajor bei Palma auf der spanischen Insel Mallorca. Stefan Winterling produziert ihn zusammen mit seiner Frau Eva Maier Gómez. „Warum eigentlich und wie?“ fragten wir uns und dann kurzerhand einfach die beiden. Wenn auch der Name „Gómez“ durchaus spanisch klingt, so tut das „Winterling“ wirklich nicht. Wo sind eure Wurzeln, seit wann ist Mallorca eure Heimat und warum hat es euch dorthin geführt?

 

Stefan Winterling bei der Arbeit an seinem Gin EVA Stefan Winterling bei der Herstellung seines Gin Eva

Stefan: Wir sind ein klassisches „Erasmus-Paar“, davon gibt es jede Menge - zumindest kennen wir so einige. Daher aufgepasst ihr Spanier, wenn ihr euere Toechter zum studieren nach Deutschland schickt ;-). Spass beiseite,  wir haben uns während des Weinbaustudiums in Geisenheim (Rheingau) kennengelernt. Eva ist aus Barcelona und ich komme aus der Pfalz. Nach dem Studium hat es uns beide nach Mallorca verschlagen, das war 2008. Mallorca hat eine unheimlich dynamische Weinszene wie heutzutage kaum noch eine Region in Spanien. Es gibt viele Investoren (hauptsächlich Deutsche) die spannende neue Weingueter auf der Insel aufbauen, das hat uns gereizt. Auserdem ist das Wetter auch ganz OK.

Nun sind ja Wein und Gin zwei absolut unterschiedliche Getränke. Wie kam es zum Entschluss, einen eigenen Gin herzustellen?

Eva: Bei Gin reizt uns die Freiheit. Gin lässt dir wesentlich mehr Spielraum neue Rezepte zu kreieren. Wein hingegen kann man nur einmal im Jahr machen und dann ist man noch dazu von unheimlich vielen Faktoren abhängig. Kein Jahr gleicht dem anderen - wobei darin natürlich auch der Reiz liegt.  Aber Gin ist genauso komplex und spannend wie Wein und dabei einfach viel umgänglicher.
Stefan: Außerdem ist Gin in Spanien einfach omnipräsent, da mussten wir einfach drüber stolpern!

Wer hat die Einrichtung der Gin-Destillerie geplant, hattet ihr Berater? Welches Destilliergerät/welche Technik verwendet ihr?

Stefan: Wir destillieren  auf einer 150 Liter Kothe-Brennerei mit aufgesetzter Feinbrennerkolonne und 6 Kochböden. Die Brennerei haben wir zusammen mit Kothe konzipiert. Berater hatten wir viele, bzw. haben wir einfach mit jedem, den wir kannten und der etwas von der Sache verstand gesprochen.  Wir verwenden eine Mischung aus Mazeration und Dampfextraktion bei unserem Gin.

Eva Winterling und ihr Gin Eva Winterling, Namensgeberin und Macherin des Gin Eva

Als Gin-Brenner wird Mann/Frau ja nicht unbedingt geboren. Erzählt uns doch, wie ihr euch die nötigen Kenntnisse angeeignet habt.

Eva:  Das stimmt. Die Brennerei ist ein Handwerk, das viel Übung und Fingerspitzengefühl erfordert. Wir haben Bücher gelesen und viel probiert, letztentlich haben wir monatelang experimentiert und geübt, wir sind eher learning by doing-Typen. Stefan hatte ja auch schon Erfahrung, da er bereits auf   einem Weingut, für das er gearbeitet hat, gebrannt hat.

Was hat für euch bei der Entwicklung des Gin Eva und der Auswahl der Botanicals eine Rolle gespielt, was war euch wichtig? Geschmack ist doch bekanntlich Geschmackssache….

Stefan: Gin Eva ist ein London Gin, alle Aromen kommen aus den Botanicals, die zusammen mazeriert und gebrannt werden. Grundlage ist ein neutraler Weizenbrand. Es war uns wichtig ein handwerkliches und eigenständiges Produkt zu kreieren mit mediterranem Charakter.

Verratet ihr uns, welche Zutaten alles bei der Herstellung des Gin Eva zum Einsatz kommen, speziell auch, woher ihr die Botanicals bezieht?

Stefan: Wir verwenden viele frische Zitrusfrüchte, vor allem Bitterorange, Zitrone und Pomelo. Außerdem verwenden wir neben pirmonteser Riesenwacholder auch noch Wacholder aus den Dünen von Es Trenc (den wir dort selbst pflücken gehen). Es kommen viele klassische Gin-Botanicals zum Einsatz wie Engelwuerz, Lavendel, Cassiazimt oder Koriandersamen. Insgesamt sind es etwa 20 Gewürze bzw. Blüten und Früchte, die wir verarbeiten. Eine unserer Lieblingszutaten ist der „Manzanilla de Mahon“ aus Menorca, auf deutsch Bitterkamille.

Wir haben Ihren Gin ja auch im Angebot unseres Ginobility—Shops. Dass Sie, Eva, Namensgeberin des Gins waren, lässt sich unschwer vermuten, aber die Dame, die auf dem Etikett abgebildet ist – da sind doch nicht Sie, oder?

Eva: Die Dame auf dem Etikett ist meine Grossmutter. Das Bild wurde in den 30er Jahren in Barcelona aufgenommen.  Meine Oma war ein absoluter Genießer und wusste, was gut ist. In dieser Berziehung hat sie mich sehr geprägt. Sie gibt unserem Gin die persönliche Note.

Und dann steht auf jedem Etikett noch das Abfülldatum als Lotnummer. Wie groß ist die Menge, die ein Lot jeweils umfasst und ist die Zahl wirklich handgeschrieben?

Stefan: Jede Abfüllung sind etwa 500 Flaschen. Wir machen alles per Hand, nichts ist automatisiert – jede Flasche Gin Eva ist 100% handcrafted, das soll die handgeschriebene Lotnummer nochmal unterstreichen.

Soll es bei der kleinen Manufaktur bleiben oder habt ihr Pläne, die Brennerei auszubauen? Und vielleicht habt ihr ja auch bereits in Sachen Gin neue Ideen….

Stefan: Erstmal sind keine neuen Produkte geplant.

Wird auf Mallorca viel Gin getrunken? Und wie trinkt ihr euren Gin Eva am liebsten?

Eva: Auf Mallorca wird jede Menge Gin getrunken, hier hat jeder Dorf-Supermarkt eine unglaubliche Vielzahl an Gins im Regal stehen. Wir probieren zuhause viele davon und dann immer solo. Außerdem macht Stefan die absolut besten Gin Tonics, wenn Freunde eingeladen sind. Da wir in Palma wohnen und es hier unheimlich viele wirklich tolle Bars gibt, lassen wir uns auch gerne vom Barkeeper überraschen. Kürzlich hat uns Sergio vom der Hemingway Bar einen unglaublich tollen Bronx mit Gin Eva gemixt.

Mallorca ist ja auch ein beliebtes Urlaubsziel. Falls einer unserer Leser demnächst einmal in Palma ist – kann man euch auch besuchen und eure Brennerei besichtigen? Stefan: Wir freuen uns immer sehr über Besuch, da wir aber viel unterwegs sind, bitte nur mit Voranmeldung. Einfach per Mail an info(ät)evasdistillery.com.  Man findet uns im Poligono Son Noguera in Llucmajor, etwa 20 min von Palma entfernt.

Recht herzlichen Dank für das Interview! Ginobility wünscht Ihnen weiterhin viel Spaß und Erfolg in der Sonne Mallorcas!

Gin Eva gibt es natürlich auch im Webshop von Ginobility.

Webseite des Weingutes Winterling

Bildquelle: Eva's Distillery

Eröffnung der Gin Gallery im Stollen 1930

Logo Gin Gallery Stollen 1930

Alles begann mit einer Gin-Großbestellung aus Österreich die im Februar 2014 bei uns einging. Dass war der erste Kontakt mit Tom Hausknecht dem Barchef des „Stollen 1930“ in Kufstein.

Bald danach folgte eine Einladung zur offiziellen Eröffnung der Gin Galerie am 30. April 2014 mit der Frage ob wir einen Beitrag zum Rahmenprogramm leisten wollen.

Zu diesem Zeitpunkt war uns noch in keinster Weise klar was uns erwarten wird, wussten wir doch zu diesem Zeitpunkt nur von dem Hotel zu dem die „Stollen 1930“  gehört – dem Auracher Löchl. Hier würden wir in ur-gemütlichen Zimmern übernachten und ein tolles Frühstück bekommen. Aber eines nach dem anderen.

Unser Beitrag war die Präsentation einiger Deutscher Gins vor einem Auditorium von ca 50 geladenen Gästen sowie ausgesuchter österreichischer Pressevertreter, u.a dem ORF. Neben uns sollten auch noch zwei Vertreter von Pernot Ricard – bekannter Maßen der Vertrieb von Beefeater und Beefeater 24 außerhalb Englands - einen Vortrag halten.
Dass wir uns diese Chance nicht entgehen lassen würden war klar!

Das Auracher Löchl in der Altstadt von Kufstein Das Auracher Löchl in der Altstadt von Kufstein

Nach einigen Stunden im Auto kamen wir also im schönen Kufstein in Österreich an, auch wenn unser Navi uns konsequent im Kreis führte da es mit der Lage des Auracher Löchels in Mitten der wunderschönen Altstadt in einer verkehrsberuhigten Zone nicht klar kam!

Wie auch immer, knapp 2 Stunden vor Beginn der Veranstaltung waren wir also da und die Vorbereitungen liefen noch auf Hochtouren. Nachdem wir im Auracher Löchl eingecheckt hatten und dann den „Stollen 1930“ direkt gegenüber von dem Hotel erstmals betraten blieb uns schlichtweg die Spucke weg!

 

Die Türen zur größten Gin Galerie der Welt im Stollen 1930 Die Türen zur größten Gin Gallery der Welt im Stollen 1930

Die Location ist einfach der Hammer: Durch eine zwei-flügelige Tür betritt man einen flachen rustikalen Gang der leicht abwärts führt. Es folgt eine Glastür hinter der nochmals ein kurzer Gang folgt an dessen linken Seite bereits die ersten Flaschen Gin in groben Käfigen präsentiert werden. Danach gelangt man über einige Holzstufen in den eigentlichen Barbereich.

Ein Gewölbekeller der direkt aus dem Fels gehauen wurde. Etwa 6 Meter hoch und gut 15 Meter lang. Die Bar befindet sich in der Mitte des Raumes und nimmt gut ein Drittel des Raumes ein – die Spielwiese von Tom und seiner Crew gesäumt von Barstühlen und Bartischen an den Wänden. Von der Decke hängen schwere Kronleuchter in riesigen Vogelkäfigen und große samtbezogene Ohrensessel stehen am Rand in Gruppen zusammen. Alles ist in dunklem Holz gehalten und versprüht den Charme der 30er Jahre ohne aber aufgesetzt zu wirken (der Stollen 1930 wirbt dahingehend auch für sich und bezeichnet sich auch als „Speak easy Bar“).

Soviel zur Location an sich.

Nachdem wir uns einen Überblick gemacht haben wurden wir dem Pernot Ricard Team Mike und Cati vorgestellt und gleich danach wurden wir in den Ablauf des Abends uns unsere Rolle eingeführt.

Der Stollen 1930 in Kufstein Der Stollen 1930 in Kufstein

Um 19 Uhr kamen die ersten Gäste und die Presse und um 20.05 Uhr begann der offizielle Teil, den Richard – seines Zeichens Inhaber des Auracher Löchls und des Stollen 1930 einläutete. Nachdem der Bürgermeister von Kufstein mit Müh und Not die Taufe mit einer Flasche Beefeater vollzogen hat (drei Anläufe brauchte es bis die Flasche endlich an der Felswand zerschellte), wurden die verhüllten Boards und Regale an den Wänden in und auf denen die derzeit 488 verschiedenen Gins und Genevers präsentiert werden enthüllt. Alle Flaschen sind nummeriert und sind in der Gin Karte entsprechend gelistet und kurz beschrieben.

Die Gin Karte des Stollen 1930 und seiner Gin Galerie Die Gin Karte des Stollen 1930 und seiner Gin Gallery

Danach war es an Mike und Cati Fachwissen zu vermitteln. Routiniert referierte Mike frei zur Herkunft und Herstellung des Gin in Allgemeinen, um anschließend für eine Einführung in die Besonderheit von London Dry Gin und das Tasting von Beefeater Gin und Beefeater 24 an Kati zu übergeben.

Parallel hierzu bekamen natürlich alle Anwesenden entsprechende Gins zur Verkostung gereicht.

Nach Mike und Kati hatten wir Gelegenheit  zunächst Ginobility und die Motivation und Hintergründe darzustellen (und ein wenig Werbung für unser Gin-Buch zu machen), um dann das Tasting weiterzuführen. Da wir uns auf deutschen Gin fokussiert haben kam – wie sollte es anders sein als erstes die Galleonsfigur der deutschen Gins Monkey 47 Dry Gin dran. Gefolgt wurde er von einem Urgestein dem Lebensstern Dry Gin, eigentlich ja eine deutsch-österreichische Koproduktion. Nach einer Pause sollten wir eigentlich noch Ferdinand’s Saar Dry Gin und zum Abschluss Hayman’s Sloe Gin präsentieren, aber trotz der Versuche von Richard die Aufmerksamkeit auf die Redner zu lenken schwand die Aufmerksamkeit der Gäste bereits bei Mike und Cati auf fast null. Ein kleiner Wehrmutstropfen an diesem Abend – es sollte aber der Einzige bleiben.

Wir machten aber aus der Not eine Tugend und luden diejenigen die interessiert waren an die Bar ein um dort das Tasting individuell weiterzuführen, was auch sehr gut funktionierte. Gemeinsam mit Mike konnten wir einigen „Neulingen“ die Faszination und Vielseitigkeit von Gin näherbringen.

Tom Hausknecht bei der Eröffnung der Gin Gallerie im Stollen 1930 Tom Hausknecht, Barchef im Stollen 1930 bei der Arbeit

Neben den genannten Gins, die sozusagen zum offiziellen Teil des Programms gehörten probierten wir uns in einer kleinen Runde, die sich im Laufe des Abends zusammenfand, durch eine Reihe weiterer herausragender Gins. Zum Beispiel den Nolet’s Dry Gin Silver, Greyling Modern Dry Gin und den Newcomer Elephant Gin.
Besonders beeindruckend war wie Tom von der Stimmung inspiriert einige spontane Drinks mit TOMR’S Tonic, den er von uns angetragen bekam, kreierte. An dieser Stelle eine kleine Ankündigung: Tom vom Stollen 1930 steuert ab sofort einige seiner Eigenkreationen für unseren Blog bei, die wir in Kürze hier präsentieren werden.

Selbstverständlich gingen auch einige perfekte Gin & Tonics in den für Spanien typischen Ballonas und tollen Garnituren über die Theke, denn auch die Auswahl an Tonic Water lässt im Stollen1930 fast keine Wünsche offen. Neben Thomas Henry, Fentiman’s Tonic und dem schon erwähnten TOMR’S Tonic ist auch Fever Tree Tonic  und Fever Tree Mediteranian sowie QTonic erhältlich. Neben dem Gin Sortiment, das wie erwähnt derzeit um die 330 Gins umfasst und stetig erweitert wird, wird auch die Tonic Auswahl sinnvoll ergänzt.

Aber nicht nur die Drinks sind unfassbar gut, auch die Küche lässt keine Wünsche offen. Das „Flying Dinner“, dass von Seiten des Auracher Löchl kam, war von Vielseitigkeit und konsequenter Frische und Kreativität geprägt.

Ginobility_Stollen1930_Gin-Gallery_2Resumee: Ein super Abend, mit tollen und sympathischen Menschen,  in einer unglaublich tollen Location mit extrem kompetentem und liebenswürdig authentischem Personal und natürlich einer unglaubliche Gin Auswahl!!
Jeder der die Chance hat dem Team von Richard und Tom sowohl im Stollen 1930 und/ oder im Auracher Löchl einen Besuch abstatten zu können wird mit Sicherheit nicht enttäuscht.

Wir freuen uns sehr, dass wir diese Gelegenheit hatten und mit Sicherheit bleiben wir mit dem Auracher Löchl und dem Stollen 1930 in engem Kontakt, denn was würde besser zusammen passen als das 1. Gin Museum mit der größten Gin Gallery der Welt mit dem Ziel um die 1000 Gins anbieten zu können und Ginobility. Wir halten Euch auf dem Laufenden.

Links:
Webseite des Auracher Löchl
Weblink zum Stollen 1930
Blog des Stollen 1930
Kurzportrait des Stollen 1930 als PDF zum download

2 Artikel

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