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Archiv für den Monat: September 2014

Iris Dry Gin vom Scholerhof

Iris Dry Gin Bild: Iris Krader/Scholerhof

Nein, das ist nicht Iris Krader auf dem Label des Iris Dry Gin! Doch sie könnte es durchaus sein, denn sie ist ein richtiges Schwarzwaldmädel. 100 Jahre Weinbau und Brennerfahrung über drei Generationen hinweg hat ihre Familie aufzuweisen und die bringt Iris Krader nun als Weinbauerin und Brennmeisterin auf dem Scholerhof ein. Ihr ganzer Stolz ist die neue Brennanlage, die mit Wasserbad und Holzbefeuerung arbeitet und 150 Liter umfasst. Mit ihr konnte sich Iris Krader 2013 ihren Wunschtraum erfüllen, neben ihren prämierten Weinen und Obstbränden auch Gin herzustellen.

Mehr als 20 Botanicals hat sie als Geschmacksgeber für ihren Iris Dry Gin herausgesucht. Zum Teil wachsen sie im eigenen Garten des Scholerhofes im Schwarzwald heran und sind typische lokale Kräuter wie Lavendel, Minze oder Brombeer- und Rosenblätter. Die Gin-typischen Basisbotanicals wie Wacholder, Kardamom und Koriander importiert Iris Krader aus Asien und Italien.

Ich habe vor einigen Tagen den Iris Dry Gin probiert, der vielleicht demnächst auch im Ginobility Shop erhältlich sein wird.

Tastingnotes Iris Dry Gin:

Iris Dry Gin SampleAls ich das Sample-Fläschchen öffne, strömt mir sofort ein unverkennbarer Hauch von Lavendel in die Nase. Ins Glas eingefüllt, geht dieser erste dominante Lavendelduft deutlich zurück. Er ist immer noch da, aber jetzt Teil einer komplexen würzigen Kräutermischung. Der Iris Dry Gin riecht für mich nach „dunklen“ Kräutern, soweit man beim Geruch von Farbe sprechen kann. Das hängt sicher stark mit Erinnerungen zusammen und mir kommt beim Nosen Schweizer Kräuterzucker in den Sinn, diese würzigen dunkelbraunen Bonbons in gelbem Papier. Zitrusaromen entdecke ich jedenfalls so gut wie nicht.

Im Geschmack bestätigen sich die starken Kräuteraromen. Süßlich, aber auch etwas herb – en so, wie man es von Kräuterbitter kennt. Ich versuche, die Kräuter zu definieren, die den Wacholdergeschmack stark in den Hintergrund treten lassen. Ist es Anis? Fenchel? Ich schmecke Aromen, die mich an Ouzo erinnern. Thymian entdecke ich und erdige Noten.

Iris Dry Gin EisDer Alkohol ist im Gin sehr gut eingebunden und macht sich sowohl in der Nase als auch am Gaumen zu keiner Zeit unangenehm und scharf bemerkbar, obwohl der Iris Gin mit 47% vol. abgefüllt wird. Im Gegenteil: Der Gin ist sehr weich im Mund.

Ich lasse einige Würfel Eis ins Glas gleiten und der Gin trübt sofort leicht ein. (nEin, es ist definitiv nicht nur das Glas beschlagen, falls das jetzt jemand vermuten wollte). Und so eiskalt kommt der Wacholder jetzt deutlich stärker durch und die anderen Kräuteraromen treten etwas zurück. Im Gesamteindruck wird der Gin kräftiger und "klassischer".

Iris Dry Gin TonicDer Iris Dry Gin ist deshalb sehr gut für einen Gin&Tonic geeignet, finde ich, und er verträgt ein kräftiges Tonicwater mit herben Aromen und Zitrusnoten. Sie ergänzen den ausgeprägten Kräutergeschmack des Gins sehr. Ein Indi Tonic könnte hier passen oder ein Fever Tree. Bei mir war es diesmal ein Indi Schweppes mit kräftigen Bubbles, wie ihr seht...

Fazit: Ein nicht unbedingt klassischer Gin,der seine Freunde weniger unter den Wacholderfans finden wird als unter denen, die es geschmacklich fein-würzig mögen und herbe Kräuterspirituosen lieben.

Hier geht es zur Homepage vom Scholerhof

Wales macht auch Gin: Brecon aus der Penderyn Distillery

Penderyn Brecon GinVermutlich denkt ihr bei "Wales" ebenso wenig an Gin wie ich bis vor kurzem. Da kommt einem eher der britische Thronfolger in den Sinn, der den Titel „Prince of Wales“ trägt. Einer denkt an grüne Landschaften, ein anderer an die eigentümliche walisische Sprache mit den berühmten schier unaussprechlichen Ortsnamen. Spirituosenliebhaber wissen vielleicht, dass es in Wales die Penderyn Distillery gibt, die den gleichnamigen Whisky produziert. Doch wusstet ihr, dass in dieser seit dem Jahr 2000 produzierenden Brennerei auch ein Gin hergestellt wird? Und wir führen ihn sogar im Ginobility-Shop! Brecon Special Reserve Gin heißt er, benannt nach der walisischen Bergkette Brecon Beacons.

Bei einer Besichtigung der Brennerei konnte ich einen Blick auf die einzigartige Faraday-Brennblase werfen, in der Penderyn seine Spirituosen brennt. Ein Pot Still mit aufgesetzter Kolonne, die über unglaubliche 24 Siebe verfügt, produziert äußerst effizient einen sehr reinen Alkohol. Das ist schon ein beeindruckender Anblick, den die Brennanlage mit ihren Rohren, Leitungen und hohen Zylindern da bietet.

Penderyn BrennanlageIm kleinen Besucherzentrum erhalten Whiskyfreunde dann einen kleinen Einblick in die Fassreifung und die Gin-Interessierten einen Überblick über die für den Brecon verwendeten Botanicals.

Penderyn BotanicalsEin Sample Fläschchen des Brecon Special Reserve Gin gab es als Give Away und das habe ich gestern Abend geöffnet, um euch meine Eindrücke von diesem walisischen Gin zu schildern:

Penderyn Brecon GinIn die Nase steigt eine feine, zarte Süße. Ein wenig Wacholder, etwas Zitrusaroma – alles sehr dezent.

Nach diesem ersten sehr zaghaften Kontakt ist der Eindruck im Mund dann deutlich kräftiger: Der Wacholder ist deutlich wahrzunehmen, dazu eine fruchtige, leicht bittere Zitrusnote. Orangenschale. Auch Lakritze schwingt mit. Da sind spicige Aromen, die ich aber keinem Gewürz näher zuordnen könnte. Und über allem eine leicht florale Kopfnote. Der Alkohol ist deutlich wahrnehmbar, obwohl der Brecon „nur“ mit 40% vol. abgefüllt wird.
Ich kühle den Gin mit Eiswürfeln deutlich herunter. Er trübt nicht ein. Im Geschmack verliert er aber deutlich. Die vielschichtigen würzigen Aromen und auch die Zitrusfrische ist weg. So ist der Brecon deutlich flacher und der Wacholder wird zum Alleinherrscher.

Beim Gin und Tonic würde ich euch daher zu einem kräftigen Tonicwasser mit deutlichen Zitrusaromen greifen. Das neue Fever Tree Mediterranean tut dem Brecon Gin gut und wäre meine erste Wahl. Auch das Indi Tonic mit seinen Aromen von Zitronen und Orangen kann hier beim Waliser punkten.

Also wie wäre es vielleicht einmal mit einem Ausflug nach Wales?
Hier geht es zum Brecon Special Reserve in unserem Shop
Und hier zur Homepage von Penderyn.

Ferdinand's Saar Quince Gin im Selbstversuch

Freitagabend, die Spätsommersonne scheint, keine Termine mehr – ein idealer Zeitpunkt um das Wochenende mit einem Gin Tonic zu begrüßen. Also mal geschaut, was das Regal so anbietet und da lacht mich der Ferdinand’s Saar Quince Gin an. Ich hatte ihn vor ein paar Wochen bereits geöffnet und er durfte uns pur den Abend versüßen. Zeit für einen etwas umfassenderen Check!

Der pure Genuss

Ferdinands Quince purGoldgelb, 30% Vol. Alkohol, eine Infusion von Riesling, das Aroma von Birnenquitten auf eine Weise eingefangen, wie man es sonst vom Sloe Gin kennt – der Ferdinand’s Saar Quince Gin ruft förmlich „Trink mich pur“ und damit steigen wir ein. Ist er Gin oder ist er Likör? Die Nase sagt: Ja, doch, es ist Gin – da ist Wacholder. Sehr fein, aber deutlich. Zitrone. Frucht. Birne. Quitte. Honig. Aber kaum Alkohol wahrnehmbar. Im Mund ist der dann deutlicher. Aber dafür ist es jetzt kein Gin mehr. Süß, samtig und weich macht er sich auf der Zunge breit. Die Frucht ist absolut präsent. Der Wacholder total im Hintergrund. Eine leichte Säure und angenehme Bitterkeit sorgen für ein Gleichgewicht. Pur ist Ferdinand’s Quince Gin ein leckeres Likörchen, das leicht beppige Lippen hinterlässt (hochdeutsch: leicht klebrige).

Gin und Tonic mit Ferdinand's Saar Quince Gin

Ferdinands Quince GTJetzt zur Königsklasse: Gin und Tonic mit Ferdinand’s Saar Quince Gin. Auch wenn ich von Anfang an skeptisch bin bekommt zunächst Schweppes eine Chance. In Deutschland vermutlich am weitesten verbreitet (vermutlich nicht nur hier) und für klassische Gins immer ein guter Partner. Aber Ferdinand’s Quince ist nun einmal kein Klassiker. Die Fruchtaromen leiden, die Bitterkeit lässt kaum Raum für die feinen Noten und die Süße ist nur noch süß. Der Charakter des Quince Gins geht zum großen Teil verloren. Neuer Versuch mit 1724: Ja, das geht besser. Hier haben die Zitrusnoten und Quitte Raum, lassen sich durch einen Schnitz Zitrone noch unterstreichen. Ein Drink für alle, die ihren Gin und Tonic leicht und fruchtig mögen. Ich habe übrigens immer das Verhältnis 1:2 gewählt und auch so ist der Alkohol kaum wahrnehmbar.

Shake it, Baby!

Kann sich der Ferdinand’s Saar Quince Gin auch in Cocktails bewähren? Der Hersteller selbst gibt zwei Empfehlungen, eine probiere ich aus:

Ferdinands Quince SourFerdinand’s Quince Sour
• 50 ml Ferdinand’s Saar Quince Gin,
• 30 ml frisch gepresster Zitronensaft
• 15 ml Zuckersirup
• 5 Tropfen Ferdinand’s Riesling Quince Bitters
• Garnitur: Minze und Zitronenzeste
Alles wird mit viel Eis kräftig geshakt und dann in ein gekühltes Glas gestraint. Aus der Zeste ist bei mir ein Schnitz geworden, ich habe erst hinterher bemerkt, dass ich aufmerksamer hätte lesen sollen. Aber ich sag euch: Dieser Quince Sour ist lecker. Erfrischend und fruchtig. Und was für mich überraschend ist: Der Wacholder ist deutlicher da als ich ihn erwartet hätte und macht den Sour zu einem deutlichen Gin Sour. Solltet ihr ausprobieren!

Der zweite Cocktail, den Ferdinand’s empfiehlt, ist ein abgewandelter Martini. Leider habe ich gerade keinen Ferdinand’s Saar Dry Gin im Regal und auch beim Riesling muss ich passen. Deshalb muss dieser Selbstversuch diesmal ausfallen, aber vielleicht könnt ihr den Drink ja ausprobieren und berichten? Hier ist das Rezept:

Quince Martini
• 20 ml Ferdinand’s Saar Dry Gin
• 12 ml Ferdinand’s Saar Quince Gin
• 60 ml Saar-Riesling (Kabinett, fruchtsüß)
• Garnitur: Zitronenzeste
Im Rührglas auf Eis rühren und in vorgekühlte Cocktailschale abseihen. Mit Zitronenzeste abspritzen

Den Ferdinand's Saar Quince Gin wie auch den Saar Dry Gin und die Ferdinand's Bitters bekommt ihr natürlich im Ginobility-Shop.

 

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