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Destillerien

Neuer London Gin Trail: Destillerien und Bars erkunden

Als ich die Meldung über einen Gin Trail in London las, musste ich sofort an den bekannten Malt Whisky Trails denken, der Brennereien in der schottischen Speyside verbindet. Und tatsächlich war wohl der große Erfolg dieses Konzepts der Tourismusförderung der Anlass für den Start dieses neuen Gin Projekts.

Ein Bummel durch Geschichte und Gegenwart des Gins

12 Stationen hat der jetzt neu aus der Taufe gehobene London Gin Trail. Zum Teil sind es Gin Destillerien, zum Teil bekannte und innovative Bars, die sich an diesem Projekt der federführenden Wine and Spirit Trade Association WSTA beteiligen. Interessierte Besucher sollen einen abwechslungsreichen Einblick in die Londoner Gin Industrie bekommen, angefangen von den geschichtlichen Ursprüngen über traditionelle Brennereien wie Beefeater auf der einen und neu gegründeten wie Sipsmith auf der anderen Seite bis hin zu innovativen Ginverkostungen und Cocktails bei Happiness Forgets oder im Duke's Hotel (In Letzterem soll Ian Fleming, Schöpfer des James Bond, die legendären Worte „geschüttelt, nicht gerührt“ geprägt haben).

WSTA_LondonGinMap2015Touristen mit dem London Gin Trail begeistern und Exportzahlen steigern

Die Verantwortlichen der WSTA wollen mit dem Londoner Gin Trail ihrem sehr ambitionierten Ziel ein kleines Stückchen näher rücken: Das Steigern der Gin Exporte auf solch beeindruckende Zahlen, wie sie die Exporte des Scotch Whisky mit 4 Milliarden Britischen Pfund im vergangenen Jahr vorgelegt haben. DaGroup of tourists looking map - Couples of best friends in holiday lost in old town center -  Young students seek information on road map in city square - Concept of friendship tourism and educationvon ist die Gin Industrie mit ihren 394 Millionen Britischen Pfund 2014 noch ein ganzes Stückchen entfernt, doch durch den Londoner Gin Trail soll Touristen aus aller Welt der englische Gin schmackhaft gemacht werden. Das wird dann die Nachfrage international erhöhen und die in den letzten fünf Jahren um 37% gefallenen Exporte wieder beleben, so die Überzeugung der WSTA.

Wer also von euch demnächst einen Besuch von London plant, der sollte sich unbedingt etwas Zeit einplanen für eine Gin Tour. Detailinfos zu den 12 Stationen des London Gin Trail bekommt ihr hier bei der WSTA; dort könnt ihr die Übersichtskarte auch als pdf downloaden.

Auf dem London Gin Trail findet ihr:

  • Sipsmith
  • Hush
  • Graphic Bar
  • Duke’s Hotel
  • Berry Bros. & Rudd
  • Houses of Parliament Shop
  • The Savoy Hotel
  • City of London Distillery
  • Beefeater Gin
  • 241 Bermondsey
  • Happiness Forgets
  • East London Liquor Company

Credits: Karte des London Gin Trails mit freundlicher Genehmigung der Wine and Spirit Trade Association

Sipsmith - Destillation seziert: Über ein etwas anderes Gin-Tasting (und über die Geschichte und Herstellung des Sipsmith Gins ganz nebenbei auch noch)

Zu einem besonderen Gin-Tasting lud DTS&W GmbH, Importeur des Sipsmith Gins, neulich ins Gekkos in Frankfurt ein: Felix von Hurter, Sipsmith Sales Manager, war angereist und hatte einige ganz besondere Flaschen im Gepäck. Neben dem Sipsmith London Dry Gin und dem Sipsmith VJOP standen da bei unserem Eintreffen auch drei schlichte, ungelabelte Glasflaschen auf dem Bartresen. Der Inhalt war Sipsmith-Destillat - aber nicht der fertige Gin, sondern drei Proben, die während des Destillationsvorganges zu verschiedenen Zeitpunkten gezogen wurden. Unter dem Motto „Destillation seziert“ wollten wir uns anschauen, was sich während der Destillation da in der Brennblase nach und nach entwickelt. Weiterlesen

Sipsmith muss Besuchertouren einschränken

Vor ungefähr einem Jahr ist die Sipsmith Distillery in den Westen Londons umgezogen. Hier in Chiswick war Platz zum Expandieren. Constance, eine dritte Brennblase, konnte nun den beiden bereits vorhandenen Kolleginnen Prudence und Patience Gesellschaft leisten. Nicht nur Gin und Wodka herstellen will das Team um Fairfax Hall und Sam Galsworthy hier, sondern Besuchern die Brennkunst näherbringen und sie die Produktion hautnah miterleben lassen.

Eine Distillery Tour ohne anschließende Verkostung ist schwer vorstellbar und so beantragte Sipsmith die Genehmigung, montags bis samstags zwischen 12 Uhr und 20 Uhr Gruppen bis zu 45 Personen empfangen und in dieser Zeit auch Alkohol verkaufen zu dürfen. Ursprünglich sollte der Antrag die Zeit bis 1 Uhr nachts betreffen, aber da sich die Anlieger darüber beschwerten und meinten, das würde die Lebensqualität in der ruhigen familiären Gegend beeinträchtigen, war Sipsmith auf 20 Uhr zurückgewichen. Doch auch diesem Kompromiss wurde nun von den zuständigen Behörden nicht zugestimmt. Es erteilte nur eine Lizenz für die Zeit zwischen 17 Uhr und 19 Uhr unter der Woche und beschränkte die Teilnehmerzahl auf 25 Personen.

Die Sipsmith Gründer äußerten sich sehr enttäuscht darüber, dass man ihre Intentionen so missverstanden sieht und so viel spekuliert würde über die angeblichen Hintergründe ihrer Lizenzbeantragung. Es gehe ihnen schließlich in erster Linie nicht um den Verkauf von Alkohol, sondern darum, Interessierten die Gelegenheit zu geben, mehr über die Arbeitsweise in einer Brennerei zu erfahren. Das Miteinander mit den Nachbarn am vorherigen Standort sei hervorragend gewesen. Jetzt hoffe man, das auch mit den neuen Nachbarn weiterführen zu können und lade sie weiterhin herzlichst ein, selbst einmal an einer Tour teilzunehmen.

Tja, was soll man da sagen? Schade, dass die Möglichkeit, an einer Tour bei Sipsmith teilzunehmen, auf wenige Interessierte beschränkt wird. Allerdings kann ich persönlich auch verstehen, dass die Anwohner das große Verkehrsaufkommen durch ein gut florierendes Besucherzentrum in ihrem Wohnviertel fürchten - Bedenken gegen den Genuss von zu viel Alkohol und möglicher nächtlicher Ruhestörung einmal außen vor gelassen. Wenn man sich die Lage der Brennerei bei Google Maps anschaut (könnt ihr hier machen), dann sieht man, dass es nicht unbedingt nach Gewerbegebiet aussieht und Touristenbusse hier nicht unbedingt in großer Zahl herpassen. Eigentlich gar nicht. Auf der Homepage weist Sipsmith extra darauf hin, dass es keine Parkmöglichkeiten gibt und man unbedingt mit der U-Bahn kommen solle.
Diese Überlegungen über Verträglichkeit der Brennerei und einen großen Besucherbetrieb mit dem Wohngebiet wären sicher vor dem Niederlassen der Brennerei dort sinnvoll gewesen, müssen sich vielleicht beide Seiten vorhalten.

Wie dem auch sein, ich würde einfach mal sagen: Leute, kauft viel Sipsmith Gin in unserem Shop, dann müssen die bald wieder expandieren und können draußen auf der grünen Wiese neu bauen :-) .Sipsmith

Wien Gin und die drei Kesselbrüder: Das Interview

Wien Gin ProduktfotoSeit kurzem könnt ihr in unserem Shop den Wien Gin online kaufen. Sehr viele Infos lassen sich über diesen Dry Gin aus der österreichischen Metropole und seine Macher noch nicht im Netz finden, deshalb haben wir Tommy, Achim und Florian gebeten, uns ein wenig über sich und ihren Gin zu erzählen. Hier ist unser kleines Interview, angereichert mit vielen tollen Fotos, die uns die Drei zur Verfügung gestellt haben:

Drei Freunde haben sich als „Kesselbrüder“ zusammengetan und den Wien Gin erschaffen. Lüftet ihr für uns vielleicht ein klein wenig den Vorhang und verratet uns, wer ihr seid und was ihr so im „Leben neben dem Gin“ tut?
Das große Geheimnis ist gar keines. Wir kennen uns seit ungefähr 15 Jahren und sind seither sehr gute und enge Freunde. Achim arbeitet als Qualitätsmanager, Florian und ich bei einem Getränkegroßhändler. Wir sind Väter von insgesamt 6 Kindern (Tommy 3, Achim 2 und Flo 1) und sind alle glücklich verheiratet. Klingt kitschig – ist es auch, auf eine echt coole Art und Weise :-)

Wien ist ja nicht unbedingt als Stadt des Gins bekannt. Warum wolltet ihr der Stadt unbedingt einen Gin widmen?
Eine ganz einfache Antwort: München, Berlin und London haben einen eigenen Gin, ihren Gin. Drei coole, interessante Städte mit aufgeschlossenen Menschen. Diese Großstädte beinhalten Moderne und Tradition. Welche wunderbare Stadt mit der höchsten Lebensqualität fehlt hier noch? Genau das war unsere Motivation, unserer geliebten Stadt Wien einen eigenen Gin zu widmen.

Flo beim Brennen Flo beim Brennen

Hattet ihr vorher schon eine ausgeprägte Gin-Affinität oder war das Thema für euch ganz neu?
In die Spirituose Gin haben wir uns vor ca. 5 Jahren verliebt. Über unseren Zugang zu kreativen Gastronomen haben wir Gins aus allen Ecken dieser Welt probieren dürfen und die ein oder andere Flasche in geselliger Runde geleert. Im Jahr 2012 entschieden wir uns dann, einen für Wien typischen Gin zu entwickeln, eben den Ersten „Vienna dry Gin“.

Ihr habt den Wien Gin in einer Laborbrennerei selbst kreiert. Wie kamt ihr an diese Brennerei und hattet ihr Vorkenntnisse im Brennen?
Die ersten Versuche waren extrem witzig. Manche Männerrunden vergnügen sich am Samstagabend mit Pokern. Wir saßen bei uns im 21. Bezirk und versuchten das ganz spezielle und besondere Geschmackserlebnis zu produzieren. Florian hatte von seinem Großvater die grundsätzlichen Kenntnisse des Brennens erhalten. Achim und Ich besserten unsere „Konsumentenkenntnisse“ mit Brennerkursen auf. Laborbrennereien bzw. gebrauchte Anlagen bekommt man für rund 1000 € im Internet.

Tom beim Abfüllen Tom beim Abfüllen
Abfüllung Abfüllung

Mit dem erfolgreichen Launch eures Gins seid ihr auf die Anlagen befreundeter Brenner gewechselt, um die Nachfrage befriedigen zu können. Verratet ihr, wo der Wien Gin hergestellt wird?
Über unsere hauptberufliche Arbeit (Flo und Tommy) hatten wir natürlich immer schon sehr gute Zugänge und Bekanntschaften zu namhaften Brennern. Es war echt beeindruckend, dass wir hier diesen extrem positiven Zuspruch bekommen haben. Als „Kuckucksbrenner“ sind wir natürlich über diese Freundschaftsbeweise sehr dankbar. In naher Zukunft werdet ihr (versprochen ihr gehört zu den Ersten) unsere Freunde auch kennenlernen, denn da kocht schon etwas ganz Großes in unserem Kessel, das nicht mehr lange auf sich warten lässt. :-)

Das macht uns natürlich neugierig: Denkt ihr schon über ein weiteres Produkt nach?
Mehr als Nachdenken, wir werden euch in naher Zukunft mit etwas super Gutem überraschen.

Plant ihr, über kurz oder lang eine eigene Brennerei aufzubauen?
Der Flo hätte am liebsten eine kleine Fabrik, aus der den ganzen Tag der Qualm hochsteigt und alte Pferdekutschen den fassgereiften Gin in die Altstadt nach Wien liefern. Wir werden sehen, was die Zeit bringt, der Wunsch ist auf jeden Fall da.

Flo beim Abfüllen Flo beim Abfüllen
Achim beim Abfüllen Achim beim Abfüllen

Erzählt uns doch etwas über die geschmackliche Ausprägung des Wien Gins.
Die Holunder und Zitrusaromen waren uns beim Antrunk sehr wichtig. Holunder hat in Wien eine große Bedeutung, jeder Wiener kennt und liebt den Holundersaft von seiner Großtante oder Oma. Eine Beere/Blühte der armen Leute. Die Spritzigkeit der Orange unterstützt den angenehmen Nachklang des Wachholders beim Abgang. Es war uns wichtig einen leicht zu trinkenden Gin herzustellen. Wer die Wiener Mentalität kennt, weiß, dass wir in einer geselligen Runde gerne mehr als ein Gläschen trinken.

Hattet ihr zu Beginn ein bestimmtes Geschmacksbild im Sinn oder habt ihr euch beim Experimentieren mit den Botanicals einfach überraschen lassen?
Wir wussten von Beginn an, dass die Holunderaromen und die Muskatnussblüte vorne stehen müssen, der Rest entstand durch viel, viel, viel, viel, viel experimentieren.

Tom und Flo auf der GAST in Salzburg Tom und Flo auf der GAST in Salzburg

Am Schluss jedes Interviews steht bei uns immer die Frage, wie denn der Interviewte selbst seinen Gin gerne trinkt. Pur? Mit einem bestimmten Tonic? Oder gibt es einen Geheimtipp für einen Cocktail? Ihr seid zu dritt, also sollte es jetzt vermutlich drei verschiedene Antworten geben, oder?
Flo trinkt unseren Gin am liebsten mit Fentimans Rose als Wiener Mädel (Rosa Pfefferbeeren ganz wichtig). Achim bevorzugt den Klassiker Gin Tonic (mit Fever Tree Tonic) und Blutorangenscheibe. Tommy trinkt derzeit die „Frau Holler“ (Wien Gin mit Fentimans Elderflower) am liebsten.

Falls ich irgendetwas ganz Wichtiges nicht angesprochen habe, das ihr aber gerne unbedingt weitergeben wollt, dann ist hier jetzt noch Gelegenheit dazu.....
Nehmt euch Zeit, kommt nach Wien und trinkt mit uns ein Wiener Mädl im Prater oder ein Gin Tonic am Stephansplatz, dann werdet ihr schnell die intensive Liebe zu unserer Stadt und unserem Gin verstehen.
Wir danken Ginobility für die Möglichkeit uns Kesselbrüder vorstellen zu dürfen.
Baba und küss die Hand :-)
Tommy, Achim und Flo

Mit Helfern nach dem Abfüllen Mit Helfern nach dem Abfüllen

Und wir sagen Dankeschön für das Interview und die vielen Bilder, die uns tolle Eindrücke vom Wien Gin und euch drei Kesselbrüdern vermitteln! Und jetzt sind wir ja echt gespannt, was da in nächster Zeit Besonderes auf uns zukommt!

Ach ja, jetzt seid ihr sicher neugierig und wollt Gin unbedingt probieren. Hier könnt ihr den Wien Gin online kaufen: Klick

Bilder: Kesselbrüder GmbH

Fundsache: Neue Bombay Sapphire Brennerei in Berichten und Videos

Bombay SapphireVor wenigen Wochen wurde die neue Bombay Sapphire Distillery im Süden Englands eröffnet. Nicht nur die gesamte Produktion des bekannte Gin wurde auf das Gelände der ehemaligen Papiermühle Laverstoke Mill in Hampshire verlagert, auch ein großes Besucherzentrum begeistert jetzt die Gin-Freunde und gibt Einblicke in die Kunst der Gin-Herstellung. Besonders beeindruckend: In zwei stylishen Gewächshäusern lassen sich die 10 für den Bombay Sapphire verwendeten Botanicals entdecken.

Es gibt etliche Berichte über das neue Bombay Sapphire-Zuhause, in dessen Architektur alte und neue Elemente verschmelzen. Empfehlen können wir den ausführlichen Artikel auf TheDrinksbusiness und den bei unseren Kollegen von Gin-Foundry. Wer einen deutschen Text bevorzugt, findet hier bei drinkmix auch die offizielle Pressemitteilung von Bacardi zur neuen Laverstoke Mill Brennerei.

Und wenn ihr euch die beeindruckende Anlage gerne mit eigenen Augen anschauen möchte, aber gerade keine Gelegenheit zu einem Abstecher nach Hampshire habt, könnt ihr euch auf Youtube kleine Videos darüber anschauen:

https://www.youtube.com/v/mP9sn9O7DPQ?hl=de

https://www.youtube.com/v/din-7zJq1c8?version=3

 Bild: Bacardi Limited

 

Junge Brennerin, neuer Gin: Silke Senft erzählt vom Dry Gin 21 vom Bodensee

Senft SilkeIn Deutschlands Süden gibt es in der Region des Bodensees viele Destillerien, die in erster Linie Obstbrände herstellen. Doch auch den Gin haben einige in letzter Zeit entdeckt und steigen in die Herstellung dieser tollen Spirituose ein. Einer der Betriebe ist die Brennerei Senft in Rickenbach bei Salem. Juniorchefin Silke Senft unterstützt ihren Vater Herbert Senft seit ihrer Ausbildung zur Edelbrandsommelière tatkräftig bei der Entwicklung und Herstellung neuer Produkte. Eines davon ist der Dry Gin 21, der seit Juni 2014 im Handel ist. Ich habe die Brennerei vor drei Tagen besucht und Silke Senft hat mir auch einige Fragen zum Gin 21 beantwortet:

Gin vom Bodensee – für euch ist dieses Produkt ja ganz neu. Wie kam es zur Erweiterung eures Angebotes auf Gin?

Silke Schwenk: Gin ist ja aktuell ein sehr großes Trendgetränk. Die Idee, einen eigenen Gin zu machen kam eigentlich mit meiner Sommelier Ausbildung. Wir haben gesagt haben, wir brauchen einfach noch ein aktuelleres Getränk. Whisky ist natürlich bereits ein sehr aktuelles Getränk, aber Gin ist nochmal eine zweite Schiene. Einfach fruchtiger, milder, vielleicht auch ein bisschen für das jüngere Publikum. Was natürlich nicht heißt, dass wir Junge an den Alkohol heranführen möchten… Also wir reden hier von der Altersgruppe 25+. Gin ist ein Getränk, das sowohl eine Frau trinkt als auch ein Mann, weil man es auch mit Tonic sehr individuell mischen kann.

Senft GinWas prägt euren Gin, was macht ihn aus?

Silke Senft: Was unseren Gin so besonders macht, ist, dass er bodenseebezogen mit Kräutern von der Insel Reichenau gebrannt ist, zum Beispiel Zitronenmelisse. Insgesamt haben wir 21 verschiedene Kräuter und Früchte gebrannt. Er ist sehr fruchtig. Sie müssen sich vorstellen: Sie haben einen Gin Tonic im Glas, sitzen vorne an der Promenade in Überlingen. Da ist sowieso so ein südländisches Flair. Trinken da einen Gin Tonic, schön kreiiert mit einem Eiswürfel drin, eine Beere passt, finde ich sehr gut dazu. Oder ein kleiner Schnitz von einer Zitrone. Das ist toll und passt einfach.
Ja, und dann ist noch ganz wichtig, dass unser Dry Gin 21 mit ein wenig Bacchus und Muskateller verfeinert. In ganz kleinen Prozenten haben wir da mit verschiedenen Sommeliers verschiedene Weininfusionen durchprobieren. Und mit Muskateller und Bacchus im Nachgang verfeinert – hier kommt dann also mein Vaters als Kellermeister durch. Wenn Sie darauf achten, dann merken Sie das Beerige, das Frische beim Gin 21. Das passt einfach.

Die Botanicals des Dry Gin 21 kommen zum großen Teil von der Insel Reichenau, sagten Sie. Können Sie noch ein paar nennen oder ist das ein Geheimnis?

Silke Senft: Prinzipiell ist es schon ein Geheimnis, aber ich kann Ihnen schon ein paar sagen. Orangenschale ist zum Beispiel drin, Wacholder, Koriander, Angelika. Kümmel noch ein bisschen Da sind die Hauptbotanicals, aber der Rest ist schon geheim. Na ja , was heißt geheim, es kommt ja auch immer auf die Grammzahl an, auf die Menge, die man verwendet. Da ist schon jedes einzelne Gramm wichtig, da muss man sehr genau arbeiten und das macht schon einen merklichen Unterschied.

Den Basisalkohol stellen Sie nicht selbst her,oder?

Silke Senft: Nein, das ist ja in Deutschland wenigen Herstellern vorbehalten. Unser Grundalkohol ist aber aus Bioweizen.

Wie haltet ihr es mit den Mazerationszeiten? Und mazeriert ihr die Botanicals gemeinsam oder getrennt?

Silke Senft: One day, one night – 24 Stunden. Und alle gemeinsam.

Bisher gibt es diesen einen Gin von Senft, den Dry Gin 21. Gibt es Planungen, euer Gin-Angebot auszuweiten?

Silke Senft: Ja, wir sind dran, aber das wird noch nicht verraten….. Das Gin-Thema ist ja auch so toll vielseitig, da sind kaum Grenzen gesetzt. Da hast du vielleicht einen zitrusfrischen, einen wacholdrigen oder dann einen kräutrigen Gin. Alles möglich. Wir spielen grad noch mit einem anderen Gedanken, aber wie gesagt: noch geheim!

Vielleicht noch ein paar Zahlen: Wieviel Gin macht ihr denn zur Zeit?

Silke Senft: Jetzt hatten wir eine Charge mit 1000 Flaschen. Das hat schon eingeschlagen mit dem Gin, so dass die erste Charge nur ein paar Monate gereicht hat. Jetzt brennen wir aber grade schon wieder die nächste Charge, also 1000 große, 1000 kleine Flaschen. Beim Gin ist ja das Positive im Gegensatz zum Whisky, dass man nicht lange Lagerzeiten braucht und schnell reagieren kann. Gut, es ist grad ein In-Getränk. Und es ist auch saisonabhängig, im Sommer trinken viele eher einen Gin-Tonic, im Winter dann vielleicht lieber einen Whisky. Deshalb sind wir mit dem Gin in der Sommerzeit gestartet und müssen mal schauen, wie es sich in der herbstlichen Zeit entwickelt.

Und unsere Standardfrage: Wie trinken Sie denn Ihren Gin 21 am liebsten?

Silke Senft: Also ich finde, man kann unseren Gin sehr gut pur trinken. Aber ich muss auch sagen, ich trinke ihn auch sehr gerne als Gin-Tonic. Ein Teil Gin, vier Teile vom Tonic 1724. Gerne etwas verziert. Ich mag ihn zum Beispiel gerne in einer schönen Bordeauxschale, einem tollen Glas, das ist dann ein richtiges Trinkerlebnis. Und dann vielleicht mit einer Wacholderbeere oder einer Heidelbeere dazu. Das passt super.

Vielen Dank für das Interview!

Den Gin 21 führen wir leider noch nicht in unserem Shop, aber wer weiß….

Senft AnwesenZur Homepage der Brennerei Senft kommt ihr hier

Wales macht auch Gin: Brecon aus der Penderyn Distillery

Penderyn Brecon GinVermutlich denkt ihr bei "Wales" ebenso wenig an Gin wie ich bis vor kurzem. Da kommt einem eher der britische Thronfolger in den Sinn, der den Titel „Prince of Wales“ trägt. Einer denkt an grüne Landschaften, ein anderer an die eigentümliche walisische Sprache mit den berühmten schier unaussprechlichen Ortsnamen. Spirituosenliebhaber wissen vielleicht, dass es in Wales die Penderyn Distillery gibt, die den gleichnamigen Whisky produziert. Doch wusstet ihr, dass in dieser seit dem Jahr 2000 produzierenden Brennerei auch ein Gin hergestellt wird? Und wir führen ihn sogar im Ginobility-Shop! Brecon Special Reserve Gin heißt er, benannt nach der walisischen Bergkette Brecon Beacons.

Bei einer Besichtigung der Brennerei konnte ich einen Blick auf die einzigartige Faraday-Brennblase werfen, in der Penderyn seine Spirituosen brennt. Ein Pot Still mit aufgesetzter Kolonne, die über unglaubliche 24 Siebe verfügt, produziert äußerst effizient einen sehr reinen Alkohol. Das ist schon ein beeindruckender Anblick, den die Brennanlage mit ihren Rohren, Leitungen und hohen Zylindern da bietet.

Penderyn BrennanlageIm kleinen Besucherzentrum erhalten Whiskyfreunde dann einen kleinen Einblick in die Fassreifung und die Gin-Interessierten einen Überblick über die für den Brecon verwendeten Botanicals.

Penderyn BotanicalsEin Sample Fläschchen des Brecon Special Reserve Gin gab es als Give Away und das habe ich gestern Abend geöffnet, um euch meine Eindrücke von diesem walisischen Gin zu schildern:

Penderyn Brecon GinIn die Nase steigt eine feine, zarte Süße. Ein wenig Wacholder, etwas Zitrusaroma – alles sehr dezent.

Nach diesem ersten sehr zaghaften Kontakt ist der Eindruck im Mund dann deutlich kräftiger: Der Wacholder ist deutlich wahrzunehmen, dazu eine fruchtige, leicht bittere Zitrusnote. Orangenschale. Auch Lakritze schwingt mit. Da sind spicige Aromen, die ich aber keinem Gewürz näher zuordnen könnte. Und über allem eine leicht florale Kopfnote. Der Alkohol ist deutlich wahrnehmbar, obwohl der Brecon „nur“ mit 40% vol. abgefüllt wird.
Ich kühle den Gin mit Eiswürfeln deutlich herunter. Er trübt nicht ein. Im Geschmack verliert er aber deutlich. Die vielschichtigen würzigen Aromen und auch die Zitrusfrische ist weg. So ist der Brecon deutlich flacher und der Wacholder wird zum Alleinherrscher.

Beim Gin und Tonic würde ich euch daher zu einem kräftigen Tonicwasser mit deutlichen Zitrusaromen greifen. Das neue Fever Tree Mediterranean tut dem Brecon Gin gut und wäre meine erste Wahl. Auch das Indi Tonic mit seinen Aromen von Zitronen und Orangen kann hier beim Waliser punkten.

Also wie wäre es vielleicht einmal mit einem Ausflug nach Wales?
Hier geht es zum Brecon Special Reserve in unserem Shop
Und hier zur Homepage von Penderyn.

Neuer Cotswolds Gin: Das Rezept steht

Daniel Szor„Our gin recipe is ready“ verkündete Daniel Szor, Besitzer der englischen Cotswolds Distillery, vorgestern stolz im neuesten Rundbrief. Die zwischen Oxford und Birmingham gelegene Brennerei steht kurz vor der Eröffnung und in ein bis zwei Wochen soll der erste Cotswolds Gin destilliert sein, so heißt es weiter.

Absolut im Zeitplan

Seit Monaten wird fleißig gebaut in der Cotswolds Distillery. Noch im Mai, als mich Szor auf der Baustelle empfing, konnte ich kaum glauben, dass der ambitionierte gebürtige US-Amerikaner seinen Traum von einer eigenen Brennerei fristgerecht wahr machen könnte. Die Wände im Rohbau, von Stills und sonstigen Einrichtungen keine Spur. Doch die Bilder, die er mir Ende Juni zuschickte, zeigten bereits die deutlichen Fortschritte und nun bestätigte Daniel Szor also im Newsletter, dass der für September geplante Start eingehalten werden kann.

Cotswolds Juni Cotswolds Distillery Ende Juni 2014; Bild: Daniel Szor

Englischer Gin mit deutscher Brenntechnik

Die Cotswolds Distillery wird zweigleisig fahren: Zum einen wird Whisky produziert, wofür von Forsyths aus Schottland zwei Pot Stills angefertigt wurden. Das andere Standbein des jungen Unternehmens wird Gin sein, der in einer 500 Liter Brennanlage von Holstein produziert wird. Deutsche Brenntechnik begeistert auch in England! Beim Gin setzt Daniel Szor wie auch beim Whisky auf einen regionalen Charakter und hat viel Zeit und Arbeit in die Entwicklung der Rezepturen für seinen London Dry Gin gesteckt. Im erwähnten neuesten Newsletter verrät er jetzt Einzelheiten über den Cotswolds Gin.

Cotswolds Holstein Still Cotswolds Distillery Ende August 2014; Bild: Daniel Szor

Neun Botanicals im Testsieger Cotswolds Gin

Über 50 verschiedene Protoypen wurden getestet, bevor die besten 12 auserwählt wurden, einem führenden britischen Lebensmittellabor präsentiert zu werden. In Blindtastings konnte sich eine Rezeptur von Cotswolds im Vergleich mit bekannten Gin-Marken nicht nur behaupten, sondern wurde zum Testsieger erklärt - die Zeit ist also reif, das Testen einzustellen und mit der Produktion zu beginnen. Neun Botanicals sind es, die dem Cotswolds Gin sein Aroma verleihen werden: Wacholder, Koriander, Angelikawurzel, Grapefruit, Limette, schwarzer Pfeffer, Kardamom, Cotswolds Lavendel und Lorbeerblätter. Eine klassische Zusammenstellung mit einem Cotswolds Twist – sind wir gespannt auf das Ergebnis!

Hier geht es zur Homepage der Brennerei: Cotswolds Distillery
Und einen detaillierten Bericht über meinen Besuch der Brennerei Ende Mai findet ihr hier auf meinwhisky.com)

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