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Interviews

Cockney's Premium Gin - Vorgestellt im Interview

Mit dem Cockney’s  haben wir jetzt einen belgischen Gin im Programm, den wir nicht nur im Ginobility-Shop anbieten, sondern auch exklusiv nach Deutschland importieren und hier vertreiben. Als wir diesen zitrusfrischen Gin und seine Macher auf dem Bar Convent Berlin kennengelernt haben, wussten wir sofort: Das ist ein besonderes Produkt, das aus der breiten Menge der vielen Gins heutzutage herausragt. Nicht nur in Form der auffälligen schlanken, grünen Flasche, sondern auch durch seinen individuellen Geschmack, der von besonderen Zitrusfrüchten geprägt ist. Kennt ihr die Yuzu Frucht, diese japanische Mandarinen-Limette? Sie ist ganz maßgeblich an dem wunderbaren Aroma des Cockney’s beteiligt.

Cockneys 1 Roel Corthals, Tom Heeremans und Jan Maarten Willems

Roel Corthals ist einer der drei Gründer des kleinen belgischen Ginunternehmens, die es gemeinsam mit ihrem Master Distiller Luc Waterschoot betreiben. Roel erzählt uns in einem kleinen Interview von ihrem noch sehr jungen Produkt.

Cockney’s Gin ist ein neues Produkt mit traditionellen Wurzeln - ein Revival-Gin sozusagen. Erzählst du uns kurz die Geschichte dieses belgischen Gins, der seltsamerweise einen typisch englischen Namen trägt?

Roel: Der Name des Gins lässt sich erklären durch den Londoner, der nach Gent kam und in Belgien Gin destillierte. Ein Cockney ist ein Londoner aus der Arbeiterschicht und uns gefiel dieses Image, besonders der Lebensstil dieses „einfachen“ Londoners damals.
Gin ist ein direkter Nachkomme des Genevers, ohne den der Gin nie existiert hätte. Es ist auch nett zu wissen dass Jenever im südlichen Teil der Niederlande entstand – heute Flandern genannt – was die Geschichte abrundet.
Gent ist heute wie schon immer ein Zentrum großer Erfolge, Kreativität und Gegensätzlichkeit. Es ist ein lustiger Zufall, dass es ausgerechnet diese Stadt war, in der ein rebellischer Londoner den ersten belgischen Gin kreierte.

Wie kam es jetzt zu der Idee, nach diesem alten Rezept den Cockney’s wieder aufleben zu lassen und nicht einen neuen, modernen Gin zu kreieren?

Roel: Cockney’s Gin entstand als wir das Originalrezept nahmen und dann noch 15 weitere Botanicals zu den ursprünglichen 3 hinzufügten. Wacholder, Koriander und Enzian machen den Gin nett und trinkbar,, aber nicht zweitgemäß. Wir haben dem Gin –mit aller Hochachtung vor seiner Herkunft – mehr Klasse verliehen, ihn zeitgemäßer gemacht und ihn dem Stil des 21. Jahrhunderts angepasst.

Cockney’s Gin ist ein sehr zitrusfrischer Gin. Welche Botanicals werden verwendet, um das Produkt aromatisch zu prägen?

Roel: Es ist tatsächlich viel Zitrusfrucht in unserer  Botanical-Mischung.  Neben den klassischen Zitrusbotanicals sind es Bitter Orange und vor allem Yuzu, die dem Cockney’s sein besonderes Aroma und seine Frische verleihen.

Master Distiller Luc Waterschoot Master Distiller Luc Waterschoot

Cockney’s Gin ist ein „Distilled Gin“.  Können Sie uns Einzelheiten über die Herstellung des Gins verraten? Wie lange beispielsweise mazeriert wird, wie die Brennblase beschaffen ist oder auch wie groß die Batches sind, in denen destilliert wird usw.

Roel: Wir benutzen eine traditionelle kupferne Pot Still Brennblase um das Maximum an Aromen aus den Botanicals herauszuholen. Die Mazerationszeit hängt vom jeweiligen Botanical ab und liegt zwischen 1 und 6 Stunden.
Die Batches sind klein und reichen von 230 bis etwa 260 Flaschen, abhängig von der erzielten Alkoholstärke.

Seit einiger Zeit vertreiben wir den Cockney’s Gin ja nun hier auf dem deutschen Markt. Wo sind denn bisher die Hauptkunden vom Cockney’s Gin zu finden? Liegt der Schwerpunkt auf dem belgischen Markt oder exportieren Sie bereits viel? Wenn ja, in welche Länder?

Roel: Wir möchten unseren Gin eigentlich überall pushen, den wir glauben, dass Gin mit seiner Geschichte und Aromen in Verbindung mit dem “Terroir”, dem er entstammt das Potential hat, die ganze Welt zu erobern. Unser Fokus liegt bisher auf Restaurants und Lounges wo der Gin auch so getrunken werden kann, wie es sein sollte. Da unser Cockney’s Gin erst ein Jahr alt und erst halbwegs auf dem Markt ist, schauen wir uns immer noch nach ausländischen Partnern um. Wir sind glücklich, dass wir euch von Ginobility getroffen, die ihr den Gin probieren konntet und von Anfang an begeistert waren.
Grad im Moment erscheint Cockney’s Premium Gin auch in Dänemark und den Niederlanden und wir sind kurz vor dem Abschluss mit Südafrika, Spanien, Italien, Südkorea und China.

Hast du eine Empfehlung für den perfect serve für uns? Gibt es einen Lieblingscocktail? Einen optimalen Gin&Tonic? Wie/womit trinkst du den Cockney’s Gin am liebsten?

Roel: Wir haben versucht einen Gin zu kreieren, der geschmacklich ausdrucksstark ist und aus dem man ohne viel Aufwand einen wohlschmeckenden G&T zaubern kann. Eine Orangenzeste oder Pink Grapefruit und ein paar zerdrückte Wacholderbeeren sind schon alles, was es braucht.

Cockneys 2 Cheers!

Und zum Schluss noch ein kleiner Ausblick: Gibt es neben dem weiteren Pushen des Cockney’s Gins noch andere Projekte Ihrer Firma in naher Zukunft? Arbeiten Sie eventuell an weiteren Ginabfüllungen?

Roel: Wir sind überzeugt davon, dass man nicht zu viele Variationen herausbringen sollte, wenn man einen Gin mit einem solchen Erbe produziert. Damals im Jahr 2013 war unser Ziel einen exzellenten Gin zu erschaffen, der hervorragend gemacht ist und jedermanns Freund wird. Als wir vergangenes Jahr zum ersten Mal an der San Francisco World Spirits Competition teilnahmen, haben wir als einziger belgischer Gin eine Silbermedaille gewonnen. Diese Medaille hat uns bestätigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Als kleinen Knüller kann ich euch aber jetzt verraten, dass wir, sobald wir den Cockney’s Gin herausgebracht hatten, mit der Entwicklung eines anderen Gins begannen. Es wird ein Special Reserve Gin, der sowohl dem flämischen Genever als auch der englischen Gin Tradition und der Handwerkskunst unseres Brennmeisters Luc Tibut zollen wird. Alles weitere dann in Kürze…

Herzlichen Dank für dieses Interview, Roel!
Und für alle, die jetzt Lust auf den Cockney's Gin bekommen haben: Hier geht's zum Shopcockneysgin22_002

 

Bilder: Cockney's Gin

Napue Gin: Interview mit Kalle Valkonen

Seit kurzem haben wir bei Ginobility den Napue Gin im Programm. Habt ihr diesen Finnen schon probiert? Nicht? Vielleicht können wir euch den besonderen Gin, der ganz aktuell von der IWSC zum besten G&T-Gin gewählt wurde (wir berichteten) mit einigen Hintergrundinfos schmackhaft machen. Und diese Infos kommen von jemandem, der sich in Sachen Napue Gin auskennt wie kein anderer: Hier ist ein Interview mit Kalle, dem Brenner des Napue. Weiterlesen

Wien Gin und die drei Kesselbrüder: Das Interview

Wien Gin ProduktfotoSeit kurzem könnt ihr in unserem Shop den Wien Gin online kaufen. Sehr viele Infos lassen sich über diesen Dry Gin aus der österreichischen Metropole und seine Macher noch nicht im Netz finden, deshalb haben wir Tommy, Achim und Florian gebeten, uns ein wenig über sich und ihren Gin zu erzählen. Hier ist unser kleines Interview, angereichert mit vielen tollen Fotos, die uns die Drei zur Verfügung gestellt haben:

Drei Freunde haben sich als „Kesselbrüder“ zusammengetan und den Wien Gin erschaffen. Lüftet ihr für uns vielleicht ein klein wenig den Vorhang und verratet uns, wer ihr seid und was ihr so im „Leben neben dem Gin“ tut?
Das große Geheimnis ist gar keines. Wir kennen uns seit ungefähr 15 Jahren und sind seither sehr gute und enge Freunde. Achim arbeitet als Qualitätsmanager, Florian und ich bei einem Getränkegroßhändler. Wir sind Väter von insgesamt 6 Kindern (Tommy 3, Achim 2 und Flo 1) und sind alle glücklich verheiratet. Klingt kitschig – ist es auch, auf eine echt coole Art und Weise :-)

Wien ist ja nicht unbedingt als Stadt des Gins bekannt. Warum wolltet ihr der Stadt unbedingt einen Gin widmen?
Eine ganz einfache Antwort: München, Berlin und London haben einen eigenen Gin, ihren Gin. Drei coole, interessante Städte mit aufgeschlossenen Menschen. Diese Großstädte beinhalten Moderne und Tradition. Welche wunderbare Stadt mit der höchsten Lebensqualität fehlt hier noch? Genau das war unsere Motivation, unserer geliebten Stadt Wien einen eigenen Gin zu widmen.

Flo beim Brennen Flo beim Brennen

Hattet ihr vorher schon eine ausgeprägte Gin-Affinität oder war das Thema für euch ganz neu?
In die Spirituose Gin haben wir uns vor ca. 5 Jahren verliebt. Über unseren Zugang zu kreativen Gastronomen haben wir Gins aus allen Ecken dieser Welt probieren dürfen und die ein oder andere Flasche in geselliger Runde geleert. Im Jahr 2012 entschieden wir uns dann, einen für Wien typischen Gin zu entwickeln, eben den Ersten „Vienna dry Gin“.

Ihr habt den Wien Gin in einer Laborbrennerei selbst kreiert. Wie kamt ihr an diese Brennerei und hattet ihr Vorkenntnisse im Brennen?
Die ersten Versuche waren extrem witzig. Manche Männerrunden vergnügen sich am Samstagabend mit Pokern. Wir saßen bei uns im 21. Bezirk und versuchten das ganz spezielle und besondere Geschmackserlebnis zu produzieren. Florian hatte von seinem Großvater die grundsätzlichen Kenntnisse des Brennens erhalten. Achim und Ich besserten unsere „Konsumentenkenntnisse“ mit Brennerkursen auf. Laborbrennereien bzw. gebrauchte Anlagen bekommt man für rund 1000 € im Internet.

Tom beim Abfüllen Tom beim Abfüllen
Abfüllung Abfüllung

Mit dem erfolgreichen Launch eures Gins seid ihr auf die Anlagen befreundeter Brenner gewechselt, um die Nachfrage befriedigen zu können. Verratet ihr, wo der Wien Gin hergestellt wird?
Über unsere hauptberufliche Arbeit (Flo und Tommy) hatten wir natürlich immer schon sehr gute Zugänge und Bekanntschaften zu namhaften Brennern. Es war echt beeindruckend, dass wir hier diesen extrem positiven Zuspruch bekommen haben. Als „Kuckucksbrenner“ sind wir natürlich über diese Freundschaftsbeweise sehr dankbar. In naher Zukunft werdet ihr (versprochen ihr gehört zu den Ersten) unsere Freunde auch kennenlernen, denn da kocht schon etwas ganz Großes in unserem Kessel, das nicht mehr lange auf sich warten lässt. :-)

Das macht uns natürlich neugierig: Denkt ihr schon über ein weiteres Produkt nach?
Mehr als Nachdenken, wir werden euch in naher Zukunft mit etwas super Gutem überraschen.

Plant ihr, über kurz oder lang eine eigene Brennerei aufzubauen?
Der Flo hätte am liebsten eine kleine Fabrik, aus der den ganzen Tag der Qualm hochsteigt und alte Pferdekutschen den fassgereiften Gin in die Altstadt nach Wien liefern. Wir werden sehen, was die Zeit bringt, der Wunsch ist auf jeden Fall da.

Flo beim Abfüllen Flo beim Abfüllen
Achim beim Abfüllen Achim beim Abfüllen

Erzählt uns doch etwas über die geschmackliche Ausprägung des Wien Gins.
Die Holunder und Zitrusaromen waren uns beim Antrunk sehr wichtig. Holunder hat in Wien eine große Bedeutung, jeder Wiener kennt und liebt den Holundersaft von seiner Großtante oder Oma. Eine Beere/Blühte der armen Leute. Die Spritzigkeit der Orange unterstützt den angenehmen Nachklang des Wachholders beim Abgang. Es war uns wichtig einen leicht zu trinkenden Gin herzustellen. Wer die Wiener Mentalität kennt, weiß, dass wir in einer geselligen Runde gerne mehr als ein Gläschen trinken.

Hattet ihr zu Beginn ein bestimmtes Geschmacksbild im Sinn oder habt ihr euch beim Experimentieren mit den Botanicals einfach überraschen lassen?
Wir wussten von Beginn an, dass die Holunderaromen und die Muskatnussblüte vorne stehen müssen, der Rest entstand durch viel, viel, viel, viel, viel experimentieren.

Tom und Flo auf der GAST in Salzburg Tom und Flo auf der GAST in Salzburg

Am Schluss jedes Interviews steht bei uns immer die Frage, wie denn der Interviewte selbst seinen Gin gerne trinkt. Pur? Mit einem bestimmten Tonic? Oder gibt es einen Geheimtipp für einen Cocktail? Ihr seid zu dritt, also sollte es jetzt vermutlich drei verschiedene Antworten geben, oder?
Flo trinkt unseren Gin am liebsten mit Fentimans Rose als Wiener Mädel (Rosa Pfefferbeeren ganz wichtig). Achim bevorzugt den Klassiker Gin Tonic (mit Fever Tree Tonic) und Blutorangenscheibe. Tommy trinkt derzeit die „Frau Holler“ (Wien Gin mit Fentimans Elderflower) am liebsten.

Falls ich irgendetwas ganz Wichtiges nicht angesprochen habe, das ihr aber gerne unbedingt weitergeben wollt, dann ist hier jetzt noch Gelegenheit dazu.....
Nehmt euch Zeit, kommt nach Wien und trinkt mit uns ein Wiener Mädl im Prater oder ein Gin Tonic am Stephansplatz, dann werdet ihr schnell die intensive Liebe zu unserer Stadt und unserem Gin verstehen.
Wir danken Ginobility für die Möglichkeit uns Kesselbrüder vorstellen zu dürfen.
Baba und küss die Hand :-)
Tommy, Achim und Flo

Mit Helfern nach dem Abfüllen Mit Helfern nach dem Abfüllen

Und wir sagen Dankeschön für das Interview und die vielen Bilder, die uns tolle Eindrücke vom Wien Gin und euch drei Kesselbrüdern vermitteln! Und jetzt sind wir ja echt gespannt, was da in nächster Zeit Besonderes auf uns zukommt!

Ach ja, jetzt seid ihr sicher neugierig und wollt Gin unbedingt probieren. Hier könnt ihr den Wien Gin online kaufen: Klick

Bilder: Kesselbrüder GmbH

Von Krannawetz und Filtersteinen: Stefan Penninger im Interview über den Granit Gin

Heute haben wir besonderen Lesestoff für euch: Stefan Penninger, Juniorchef der Alten Hausbrennerei Penninger GmbH, stand uns für ein Interview zur Verfügung. Nehmt euch doch einen Gin & Tonic, lehnt euch gemütlich zurück und lasst euch von Stefan Penninger über den Granit Bavarian Gin und einige Hintergründe informieren.

Stefan PenningerDu bist Juniorchef der Hausbrennerei Penninger quasi durch „Geburtsrecht“. Wurde dir dadurch auch ganz selbstverständlich die Liebe für Spirituosen und das Brennen in die Wiege gelegt? War dein Berufsziel nie in Frage gestellt?

Stefan: Ich bin natürlich hier auf dem Hof der Brennerei aufgewachsen und bin daher von Kindesbeinen an mit der Familientradition des Schnapsbrennens vertraut. Die Nachfolge in einem Familienunternehmen wie dem unseren anzutreten, bedeutet aber nicht nur Liebe zur Spirituose an sich und zur Destillationskunst zu zeigen. Dabei geht es auch um Verantwortung, nicht nur für die eigene Familie, sondern auch für die Arbeitsplätze unserer knapp 60 Mitarbeiter. Diese Entscheidung ist mir zugegebenermaßen nicht leicht gefallen. Aber letzten Endes hat sich das eher als Angst vor der eigenen Courage herausgestellt – bereits nach kurzer Zeit war mir klar, dass mir die Arbeit in unserer Schnapsbrennerei unglaublich viel Spaß macht. Das ist ja auch etwas, was nur sehr wenige erleben können und beileibe kein Allerweltsberuf.

Welche Ausbildung hast du absolviert, wie hast du dich auf deinen Job vorbereitet?

Stefan: Bei der Wahl eines Studienfachs hatte mein Vater mir bereits den Rat gegeben, dass doch eine kaufmännische Ausbildung längerfristig gesehen wichtiger sei als beispielsweise ein Studium der Lebensmitteltechnologie. Also habe ich mich für klassisches BWL mit Schwerpunkt Wirtschaftsinformatik entschieden. Nach meinem Studium habe ich begonnen, mich in Seminaren und Fortbildungen in die fachliche Seite unseres Handwerks einzuarbeiten. Dazu gehören Brenner- und Destillateurskurse wie auch meine Ausbildung zum geprüften Edelbrandsommelier bei der Hochschule Weihenstephan. Bei uns ist es genauso wichtig wie in den meisten anderen Branchen auch, ständig am Ball zu bleiben und sich immer weiterzubilden.

Erzählst du uns, welche Aufgaben du in deiner Firma alles wahrnimmst? Wo liegen deine Schwerpunkte?

Stefan: Aktuell obliegt mir noch im Alltagsgeschäft klassisch der Bereich Marketing und Kommunikation. Jedoch hat unser Betrieb noch eine so überschaubare Größe, dass wichtige Entscheidungen zusammen in kleiner Runde getroffen werden können. Das bedeutet, dass sich je nach Frage diejenigen zusammensetzen, bei denen es jeweils am sinnvollsten ist. In der Produktentwicklung wären dies beispielsweise unser Destillateurmeister, mein Vater als Lebensmitteltechnologe und ich für das Marketing. Aber klar ist auch, je näher der Ruhestand meines Vaters rückt, desto mehr Aufgaben werden auch auf mich übertragen.

Euren Granit Gin gibt es seit 2014, aber einer bayrischen Traditionsbrennerei ist natürlich Wacholder nicht fremd, den gab es in eurer Historie bereits. Ist euer Gin jetzt also quasi ein Relaunch dieser Spirituose oder ist er eine völlige Neuentwicklung?

Stefan: Ich würde sagen, sowohl als auch. Es gab in den Fünfzigerjahren schon einen Doppelwacholder von meinem Großvater, und verschiedene Kräutergeiste haben wir auch bereits seit Jahrzehnten im Programm. Aber der Markt hat sich verändert, und viele Produkte in alter Form hätten heute wohl keine Chance mehr. Umso interessanter war für uns, uns mit der Expertise in der geschmacklichen Kombination dieser Beeren, Kräuter und Wurzeln in eine internationale Spirituosenkategorie zu wagen. Aber ich muss zugeben, ohne meinen Einstieg in die Brennerei und meinen Willen, unbedingt einen Gin bayerischer Art machen zu wollen, gäbe es den GRANIT mit großer Wahrscheinlichkeit nicht. Damit war er auch völliges Neuland für unseren sonst eher traditionell aufgestellten Betrieb.

Erzähle uns etwas über die verwendeten Botanicals. Was prägt den Geschmack des Granit Gin, worauf legt ihr Wert bei der Auswahl?

Stefan: Aus der Historie als Kräuterdestillateure war uns natürlich klar, welche unserer heimischen Botanicals wie am besten harmonieren. Die Kunst liegt nun darin, die klassischen Gin-Botanicals und unsere altbekannten, heimischen Drogen zu vermählen. Wir wollten einen Gin komponieren, der auch bei internationalen Tastings ganz klar als klassischer Dry Gin hoch bewertet wird. Andererseits sollte aber auch unsere bayerische Handschrift deutlich erkennbar sein. Beides ist uns, meiner Meinung nach, hervorragend gelungen. Die dominante Kräuternote – neben der „Krannawetz“, dem bayerischen Wort für Wacholder - ist die Melisse, gefolgt von Angelikawurzel, Arnika, Kamille, aber auch Bärwurz und Enzian.

Beim schier unüberschaubaren Ginangebot, das es derzeit gibt, scheint einer den anderen doch noch innovativere, noch neuere Ideen und noch speziellerem Geschmack zu übertrumpfen. Kann sich ein klassischer Gin mit einer so starken Wacholdernote wie der Granit Gin überhaupt unter der immer jüngeren Gin-Gemeinde eine große Anhängerschaft bewahren?

Stefan: Das war mir auch beim ersten Nachdenken darüber, was unseren Gin ausmachen soll, bereits klar: Einen weiteren New Western Style Gin, von denen viele von Kritikern eher als „Flavored Vodkas“ eingeordnet werden, wird es bei uns nicht geben. Bayerisches Lebensgefühl bedeutet für mich auch, mit neuen Ideen etwas Modernes zu erschaffen, ohne dabei die Tradition zu vergessen. Daher auch die klassische, wacholderlastige Interpretation eines Gin.
In Gesprächen mit interessierten Gästen an unseren Messeständen wie auch mit Spirituosenkritikern und Sommeliers zeigt sich, dass dieser Ansatz sehr gut ankommt. Bei der schieren Übermenge von Agentur-Gins, bei denen die Gestaltung der Flasche wichtiger war als der Geschmack des Produkts, kann sich ein so bodenständiger, regional verwurzelter Gin wie GRANIT deutlich hervorheben.
Und weil du die jünger werdende Fanbasis im Bereich Gin ansprichst: Ich finde, es ist eine wundervolle Entwicklung, wenn sich auch im Altersbereich zwischen Mitte 20 und Mitte 30 eine interessierte Anhängerschaft bildet, die sich sensorisch aus- und weiterbildet. Junge Menschen, denen Geschmack und Qualität von Spirituosen wichtig ist, und nicht nur der schnelle Wirkungskonsum.

Stichwort Bio: Eure bisherigen Spirituosen sind nicht bio-zertifiziert, warum war euch das jetzt beim Gin wichtig?

Stefan: Es ist gar nicht so einfach, erfolgreich bio-zertifizierte Spirituosen herzustellen. Vor allem die höhere Kostenseite bei bio-zertifizierten Ausgangsstoffen resultiert in einem höheren Preis des Produkts für den Endkunden – und wer ist das dann auch wirklich bereit zu bezahlen? Bei einem Premium-Gin in der Preisklasse um die 30 Euro ist dies aber durchaus machbar.
Prinzipiell geht es mir aber nicht nur darum, dass die Qualität der Ausgangsstoffe höher ist – auch die Schonung von Natur und Umwelt durch den Verzicht auf Pestizide und Düngemittel kommt hinzu. Ich bin generell ein Fan von Produkten, die bio und möglichst regional hergestellt werden.

Aquavitae Granit

Wenn man über Granit Gin spricht, kommt man am Granitstein natürlich nicht vorbei. Er ziert nicht nur jede Flasche, sondern kommt auch beim Herstellungsprozess zum Einsatz. Erzählst du uns, was ihr da entwickelt habt und welchen Einfluss dieser Vorgang auf den Gin hat?

Stefan: Spezielle und ungewöhnliche Filtrationsmethoden gibt es schon seit langer Zeit. Unser Filtrationsgerät, das wir mit Granitsteinen und –kiesel gefüllt haben, stammt ursprünglich aus den Sechzigerjahren. Damals war dieser Oxy-Esterator mit Silberkügelchen gefüllt, welche einen geschmacklichen Effekt auf das Destillat haben sollten. Wir konnten das Gerät, das sich bei uns im Fundus des Ersten Bayerischen Schnapsmuseums befand, restaurieren und mit Granitsteine befüllen – der von uns erhoffte Silberschatz wurde aber anscheinend schon vom Vorbesitzer gehoben.
Vom Filtrationseffekt her hat unsere physikalische Granitfiltration kein signifikant anderes Ergebnis als ein klassischer Zellulosefilter. Aber sie ist der Produktionsschritt, der den Gin mit dem namensgebenden Granit aus unserer Heimatstadt Hauzenberg verbindet. Es ist also ein eher symbolischer Aufwand, den wir hier eingehen. Mir ist aber wichtig, dies zu erklären, damit wir hier nicht mit esoterischem oder sonstigem Voodoo in Verbindung gebracht werden.

Ich habe vor ein paar Tagen gelesen, dass man die kleinen Granitsteine jetzt auch separat nachkaufen kann. Werden die Granitsteine denn tatsächlich eurem Vorschlag gemäß als Eiswürfelersatz verwendet?

Stefan: Ich persönlich mache das nur, wenn Gäste da sind. Aber wir haben sehr viele Nachfragen nach einzelnen Granitsteinen bekommen. Daher gehe ich davon aus, dass Fans von GRANIT auch sehr gerne diesen hochwertigen Gin mit der entsprechend ungewöhnlichen Darreichungsform zelebrieren. Ein Wunsch, auf den wir nun gerne reagieren.

Stillstand bedeutet im Business Rückschritt, heißt es ja immer so schön. Seht ihr das im Hinblick auf den Bavarian Gin auch so? Gibt es bald eine Variation eures Gins? Eine weitere Abfüllung, auf die wir gespannt sein können?

Stefan: Natürlich kommen einem bei einem erfolgreichen Produkt gleich noch die üblichen Gedanken und Hoffnungen. Ein Sloe Gin, ein Distiller’s Cut, Fassgelagert und in Barrel Strength – es gibt ja nichts, an das nicht schon jemand gedacht hätte. Und einige dieser Ideen haben auf jeden Fall ihren Reiz – wir machen ja auch beispielsweise schon seit Jahrzehnten Schlehenliköre. Aber aktuell haben wir nichts in Planung, erst soll GRANIT in seiner jetzigen Form die Aufmerksamkeit erhalten, die er verdient hat.

Wenn du dich als Prophet betätigen würdest, was hättest du über die Entwicklung des Gin-Marktes zu erzählen, international oder vielleicht in Deutschland im Speziellen? Wie wird das Angebot deiner Meinung nach in 10 Jahren aussehen?

Stefan: Vorneweg: Das ist natürlich alles Kaffeesatzleserei oder bestenfalls Bauchgefühl. Ich denke, der deutsche Gin-Markt wird sich bald konsolidieren, vor allem in der Breite des Angebots. Viele Quereinsteiger werden nach einer schnellen Erfolgsphase von der Realität eines schrumpfenden Spirituosenmarktes eingeholt werden. Toll finde ich, dass Gin mittlerweile zu einer Standardkategorie auch für deutsche Hersteller werden konnte. Diejenigen von uns Schnapsbrenner-Kollegen, die es bereits seit Jahrzehnten gibt, werden auch weiterhin existieren. Von den vielen Selfmademännern und –frauen werden sich manche halten können und manche nicht, wir werden sehen. Viele dieser Marken werden wieder verschwinden, andere im Portfolio der Großkonzerne landen.
Wichtig für uns alle – uns Hersteller ebenso wie die Gastronomen oder die privaten Genießer zu Hause – ist, dass sich der Geist langsam wandelt. Hochwertige Spirituosen werden von immer mehr Konsumenten getrunken, denen etwas am Genuss und an der Philosophie hinter dem naturnahen Schnapsbrennen liegt. Davon profitieren wir letzten Endes alle.

Stefan Penninger und Granit

Ganz klar, jeder Ginhersteller mag sein Produkt am liebsten. Traust du dich, uns andere Gins zu nennen, die du auch ab und zu einmal gerne im Glas hast?

Stefan: Ich wäre ja auch ein ziemlich schlechter Sommelier und Schnapsbrenner, wenn ich nicht meinen Gin so machen würde, wie er mir selbst am besten schmeckt. Aber wenn es darum geht, mal was anderes zu probieren – mein guter Spezl und Kollege Johannes Anleitner aus Bad Kötzting macht mit seinem Horsetown Gin einen hervorragenden Cousin zum GRANIT.

Irgendwie ist es einfach eine obligatorische Frage: Wie trinkst du selbst deinen Bavarian Gin am liebsten? Wie kommt er am besten zur Geltung? Und wenn mit Tonic, dann mit welchem?

Stefan: Am liebsten trinke ich GRANIT pur im Sipping Glas. Aber als Drink empfehle ich unseren Signature Drink NIGHTSKY, mit Thomas Henry Tonic Water und 2cl Penninger Edellikör „Wilde Schlehe“ – die Schlehe in Kombination mit dem Duft des Tonic Water ergibt wundervolle ätherische Noten in der Nase. Beim klassischen Gin-Tonic nehme ich eines der Elderflower-Tonics, welche hervorragend zur würzigen Kräuternote des GRANIT Gin passen.

Stefan Penninger2

Dankeschön ☺
Stefan: Bitte gerne ☺

Zur Homepage des Granit-Gins geht es hier.
Und hier könnt ihr den Granit Gin in unserem Shop kaufen

 

Bildrechte: 2x Penninger, 1x selbst

Besuch im Clouds: Tasting mit Andreas Kloke

SONY DSCDer Prime Tower ragt majestätisch in den blauen Himmel und auf seiner gläsernen Front spiegeln sich die wenigen Wolken, die der wunderschöne Novembertag zu bieten hat. Ganz oben in diesem höchsten Gebäude Zürichs ist die Clouds Bar zuhause und dort habe ich eine Verabredung mit Barchef Andreas Kloke. Anlass ist das Release einer Limited Edition des Clouds Gin, die ich unbedingt kennen lernen möchte. Weiterlesen

Junge Brennerin, neuer Gin: Silke Senft erzählt vom Dry Gin 21 vom Bodensee

Senft SilkeIn Deutschlands Süden gibt es in der Region des Bodensees viele Destillerien, die in erster Linie Obstbrände herstellen. Doch auch den Gin haben einige in letzter Zeit entdeckt und steigen in die Herstellung dieser tollen Spirituose ein. Einer der Betriebe ist die Brennerei Senft in Rickenbach bei Salem. Juniorchefin Silke Senft unterstützt ihren Vater Herbert Senft seit ihrer Ausbildung zur Edelbrandsommelière tatkräftig bei der Entwicklung und Herstellung neuer Produkte. Eines davon ist der Dry Gin 21, der seit Juni 2014 im Handel ist. Ich habe die Brennerei vor drei Tagen besucht und Silke Senft hat mir auch einige Fragen zum Gin 21 beantwortet:

Gin vom Bodensee – für euch ist dieses Produkt ja ganz neu. Wie kam es zur Erweiterung eures Angebotes auf Gin?

Silke Schwenk: Gin ist ja aktuell ein sehr großes Trendgetränk. Die Idee, einen eigenen Gin zu machen kam eigentlich mit meiner Sommelier Ausbildung. Wir haben gesagt haben, wir brauchen einfach noch ein aktuelleres Getränk. Whisky ist natürlich bereits ein sehr aktuelles Getränk, aber Gin ist nochmal eine zweite Schiene. Einfach fruchtiger, milder, vielleicht auch ein bisschen für das jüngere Publikum. Was natürlich nicht heißt, dass wir Junge an den Alkohol heranführen möchten… Also wir reden hier von der Altersgruppe 25+. Gin ist ein Getränk, das sowohl eine Frau trinkt als auch ein Mann, weil man es auch mit Tonic sehr individuell mischen kann.

Senft GinWas prägt euren Gin, was macht ihn aus?

Silke Senft: Was unseren Gin so besonders macht, ist, dass er bodenseebezogen mit Kräutern von der Insel Reichenau gebrannt ist, zum Beispiel Zitronenmelisse. Insgesamt haben wir 21 verschiedene Kräuter und Früchte gebrannt. Er ist sehr fruchtig. Sie müssen sich vorstellen: Sie haben einen Gin Tonic im Glas, sitzen vorne an der Promenade in Überlingen. Da ist sowieso so ein südländisches Flair. Trinken da einen Gin Tonic, schön kreiiert mit einem Eiswürfel drin, eine Beere passt, finde ich sehr gut dazu. Oder ein kleiner Schnitz von einer Zitrone. Das ist toll und passt einfach.
Ja, und dann ist noch ganz wichtig, dass unser Dry Gin 21 mit ein wenig Bacchus und Muskateller verfeinert. In ganz kleinen Prozenten haben wir da mit verschiedenen Sommeliers verschiedene Weininfusionen durchprobieren. Und mit Muskateller und Bacchus im Nachgang verfeinert – hier kommt dann also mein Vaters als Kellermeister durch. Wenn Sie darauf achten, dann merken Sie das Beerige, das Frische beim Gin 21. Das passt einfach.

Die Botanicals des Dry Gin 21 kommen zum großen Teil von der Insel Reichenau, sagten Sie. Können Sie noch ein paar nennen oder ist das ein Geheimnis?

Silke Senft: Prinzipiell ist es schon ein Geheimnis, aber ich kann Ihnen schon ein paar sagen. Orangenschale ist zum Beispiel drin, Wacholder, Koriander, Angelika. Kümmel noch ein bisschen Da sind die Hauptbotanicals, aber der Rest ist schon geheim. Na ja , was heißt geheim, es kommt ja auch immer auf die Grammzahl an, auf die Menge, die man verwendet. Da ist schon jedes einzelne Gramm wichtig, da muss man sehr genau arbeiten und das macht schon einen merklichen Unterschied.

Den Basisalkohol stellen Sie nicht selbst her,oder?

Silke Senft: Nein, das ist ja in Deutschland wenigen Herstellern vorbehalten. Unser Grundalkohol ist aber aus Bioweizen.

Wie haltet ihr es mit den Mazerationszeiten? Und mazeriert ihr die Botanicals gemeinsam oder getrennt?

Silke Senft: One day, one night – 24 Stunden. Und alle gemeinsam.

Bisher gibt es diesen einen Gin von Senft, den Dry Gin 21. Gibt es Planungen, euer Gin-Angebot auszuweiten?

Silke Senft: Ja, wir sind dran, aber das wird noch nicht verraten….. Das Gin-Thema ist ja auch so toll vielseitig, da sind kaum Grenzen gesetzt. Da hast du vielleicht einen zitrusfrischen, einen wacholdrigen oder dann einen kräutrigen Gin. Alles möglich. Wir spielen grad noch mit einem anderen Gedanken, aber wie gesagt: noch geheim!

Vielleicht noch ein paar Zahlen: Wieviel Gin macht ihr denn zur Zeit?

Silke Senft: Jetzt hatten wir eine Charge mit 1000 Flaschen. Das hat schon eingeschlagen mit dem Gin, so dass die erste Charge nur ein paar Monate gereicht hat. Jetzt brennen wir aber grade schon wieder die nächste Charge, also 1000 große, 1000 kleine Flaschen. Beim Gin ist ja das Positive im Gegensatz zum Whisky, dass man nicht lange Lagerzeiten braucht und schnell reagieren kann. Gut, es ist grad ein In-Getränk. Und es ist auch saisonabhängig, im Sommer trinken viele eher einen Gin-Tonic, im Winter dann vielleicht lieber einen Whisky. Deshalb sind wir mit dem Gin in der Sommerzeit gestartet und müssen mal schauen, wie es sich in der herbstlichen Zeit entwickelt.

Und unsere Standardfrage: Wie trinken Sie denn Ihren Gin 21 am liebsten?

Silke Senft: Also ich finde, man kann unseren Gin sehr gut pur trinken. Aber ich muss auch sagen, ich trinke ihn auch sehr gerne als Gin-Tonic. Ein Teil Gin, vier Teile vom Tonic 1724. Gerne etwas verziert. Ich mag ihn zum Beispiel gerne in einer schönen Bordeauxschale, einem tollen Glas, das ist dann ein richtiges Trinkerlebnis. Und dann vielleicht mit einer Wacholderbeere oder einer Heidelbeere dazu. Das passt super.

Vielen Dank für das Interview!

Den Gin 21 führen wir leider noch nicht in unserem Shop, aber wer weiß….

Senft AnwesenZur Homepage der Brennerei Senft kommt ihr hier

Interview mit Paul Kerstens: INDI TONIC

PAUL KERSTENS INDI TONICSeit kurzem haben wir bei Ginobility die Marke INDI & CO. Botanical Water exklusive für Deutschland im Programm. Wir haben Paul Kerstens gebeten, uns ein wenig über die Hintergründe dieses ganz besonderen Tonic Waters aus Spanien zu erzählen. Er ist bei Casalbor verantwortlich für den Export.
(For the original English version please scroll down)

Wenn wir den komplexen und ungewöhnlichen Herstellungsprozess des Indi Tonics betrachten, können wir dann eigentlich von einem herkömmlichen Tonic Water sprechen?
Paul: Aus der Sicht unserer Produktphilosophie ja. Was wir mit unserem besonderen Herstellungsprozess versuchen ist ein Maximum an Aromen und Geschmack anzubieten. Das erreichen wir mit unserem besonderen Herstellungsprozess. Deshalb würde ich gerne von einem authentischen Tonic Water sprechen.

Vielleicht könntest du unseren Lesern, die Indi Tonic bisher noch nicht kannten, erklären, welche Produktionsschritte besonders und bemerkenswert sind?
Paul: Einzigartig wäre die Mazeration der getrockneten Botanicals in Wasser und Alkohol, ein Prozess, der zwei Monate dauert. Danach die Destillation in hundert Jahre alten kupfernen Pot Stills, die nach der Wasserbad-Methode erhitzt werden. Durch diesen Prozess, der insgesamt ungefähr drei Monate dauert, soll ein Konzentrat entstehen, das reich ist an Aromen und Geschmack. Diesem besonderen Konzentrat fügen wir kohlensäurehaltiges Wasser und natürlichen Zucker hinzu. Der dritte Aspekt, der vielleicht betont werden sollte, ist unser Bemühen, ein stabiles, aber sanftes Sprudeln zu erzielen.

Die Botanicals, die für Indi Tonic verwendet werden, sind sorgfältig ausgesuchte Spezialitäten aus der ganzen Welt. Werden sie frisch geliefert oder getrocknet? Vielleicht kannst du uns einen kurzen Überblick geben?
Paul: Sie werden alle in getrocknetem Zustand geliefert und deshalb wenden wir diesen Mazerations- und Destillationsprozess an, um sie wieder „zum Leben zu erwecken“. Und beim INDI &Co. Lemon und Orange – ja, da fügen wir natürliches Fruchtkonzentrat hinzu.

indi_co_tonic_waterGin ist ein ziemlich dominanter Partner in einem Gin & Tonic und liefert intensive Aromen. Einige der feinen Geschmacksnuancen, die durch die Herstellung des Indi Tonics hervorgebracht werden, könnten überdeckt werden. Worauf sollte man bei der Kombination von Gin und Indi Tonic achten? Gibt es Gins, die besonders gut passen oder andere, die du nicht zur Kombination mit Indi Tonic empfehlen würdest?
Paul: INDI &Co. Tonic Water ist großartig in einem klassischen Gin & Tonic. Das war für uns entscheidend, als wir das Produkt entwickelten. Wir wollten eine Alternative zu den bestehenden Marken bieten, die bekanntlich im Bereich Tonic Water sehr limitiert sind. Unserer Meinung nach mussten wir also ein Tonic Water erschaffen, das die besondere Charakteristik jedes klassischen London Dry Gins hervorbringt. INDI &Co. Tonic hat die Schärfe des Chinins zu bieten, ein gutes Sprudeln, verwendet natürlichen Zucker und macht so aus jedem Gin & Tonic einen eleganten und weichen Drink.
Jedoch möchte ich betonen, dass es uns auch sehr wichtig ist, eure Leser dazu einzuladen Indi Tonic und die anderen Geschmacksrichtungen Lemon, Orange und Black als Erfrischungsgetränk auszuprobieren. Indi Tonic sollte auch ohne Kombination mit Alkohol genossen werden. Wir wollen also auf keinen Fall nur einen Mixer anbieten, sondern auch qualitative und handwerklich gemachte Erfrischungsgetränke.

Neben dem “klassischen” Indi Tonic bietet ihr auch Indi Lemon und Indi Orange an. Gibt es große Unterschiede zu den normalen Aromen?
Paul: Nun, wir wenden für jedes Gewürz denselben Prozess der Mazeration und Destillation an, obwohl es natürlich auf der Hand liegt, dass wir unterschiedliche Zutaten benutzen. Indi Lemon ist ein Tonic mit mehr Zitronen- und Zitruseinfluss, wenngleich mit Chinin. Das passt sehr gut zu einigen Gins und wir fordern die Bartender weltweit dazu auf ihre perfekte Gin & Tonic Zusammenstellung für unser Indi Lemon Tonic zu finden.
Das Orange ist mehr fruchtsaftgesteuert, es enthält 30% konzentrierten Fruchtsaft und es ist einfach ein phantastisches und ich würde sagen erwachseneres Orangen-Erfrischungsgetränk. Ich liebe es mit Vodka oder einem rassigen Rum.

Auf eurer Homepage habe ich den Indi Black entdeckt, der mir völlig neu ist. Erzählst du uns das Geheimnis dieses Produkts? Womit ist es aromatisiert und warum ist es so dunkel?
Paul: Indi Black enthält Kolanuss, daher hat es ein sehr dominantes Cola-Aroma. Die Cola-Welt wird offensichtlich von zwei großen Marken dominiert. Durch unseren besonderen Herstellungsprozess wollen wir sie auf eine weitere Stufe heben. Abgesehen von der Kolanuss ist das Veilchen eine besondere Zutat, das ein besonderes blumiges Aroma beisteuert. Trotz des süßen Cola-Stils sorgen die natürlichen Citrus-Zutaten für Frische und Ausgewogenheit. Die Farbe des Indi Black entsteht durch natürliche Färbung mit gebranntem braunen Zucker.

Es ist Sommer, die beste Jahreszeit für Cocktails und Gin & Tonic. Welcher ist dein bevorzugter Cocktail? Oder hast du vielleicht einen persönlichen Tipp für uns, wie du deinen Indi Tonic am liebsten magst?
Paul: Für mich ist es entscheidend, dass ein Gin und Tonic gut gemacht ist. Die beste Art einen Gin & Tonic zu servieren findet man in Spanien. Ein großes Burgunderglas, feste und große Eiswürfel, Zitronen-und Limettenschale und vielleicht einige getrocknete Wacholderbeeren, so mag ich es, weil ich ein Fan des klassischen Gin & Tonic bin. Ich möchte wirklich betonen, dass die perfekte Serviermethode äußerst wichtig ist, für mich ist der spanische Gin & Tonic der Schlüssel zum Erfolg.

Vielen Dank für das Interview und die tollen Einblicke!

Das Indi Tonic findet ihr im Ginobility Shop und zwar hier.
Und zur Homepage von INDI & CO. geht es hier

 

Regarding the complex and unusual manufacturing process of the Indi Tonic can we actually speak of a customary Tonic Water?
Paul: In our way of product philosophy we think yes. What we try to do with our unique production process is offering the maximum in aromas and flavour. We achieve this by our unique production process. So I would like to speak of an authentic tonic water.
Perhaps you can explain to our readers who didn’t know Indi Tonic yet which steps of the production are special and remarkable?
Paul: Unique would be the maceration process of the dried botanicals in water and alcohol, a process which takes two months. After that the distillation process in centenary copper pot stills which work by the „au bain marie“ warming process. This labour which altogether take about three month is to achieve the concentrate, rich in aromas and flavours. To this unique concentrate we ad carbonated water and natural sugars. Maybe a 3rd aspect to emphasise would be our care we take to obtain a solid but gentle bubble.
The Botanicals that are used for Indi Tonic are well selected specialities from all over the world. Are they all delivered fresh or are some of them dried? Perhaps you can give us a short review.
Paul: They are all delivered in dried conditions and it´s therefor that we apply the maceration and distillation process, to „bring them to live again“. As for the INDI &Cº Lemon and Orange, yes we ad natural fruit concentrate.
Gin is a rather dominating partner in a gin & tonic and delivers intensive aromas. Some of the fine nuances in flavour that are brought out by the production of the Indi Tonic may be covered. What should be paid attention for combining Gin and Indi Tonic? Are there gins that fit specially well or others that you wouldn’t recommend for the combination with Indi Tonic?
Paul: INDI &Cº Tonic water is great in a classic Gin & Tonic. For us this was key when we developed the product. We wanted to offer an alternative to the existing brands, which as you know in the category of Tonic Water are very limited. So in our opinion we needed to create a Tonic Water which brings out the unique characteristics of any classic London Dry Gin. INDI &Cº Tonic offers the bite of the Quinine, offer a good bubble, use natural sugars and so allow every G&T made with INDI&Cº to be an elegant and gentle drink.
Though I want to stress that for us also extremely important is to invite your readers to try INDI&Cº Tonic and the other flavours, Lemon, Orange and Black, as a refreshment drink. INDI &Cº should be enjoyed also without any combination of alcohol. So we definitely not want to be only a mixer, but offer quality and artisanal refreshment drinks.
Beside the „classic“ Indi Tonic you also offer Indi Lemon and Indi Orange. Are there huge differences to the normal aromas?
Paul: Well we apply to all our flavours the same production process of maceration and distillation, tough it´s obvious we use different ingredients. INDI Lemon is a Tonic whit more lemon and citric influence, though with Quinine. It is very suitable for many Gins, and we challenge the Bar Tenders around the wold to find their prefect G&T serve for our INDI Lemon Tonic.
As for Orange, this is more juice driven, it has 30% of concentrated juice and it´s just a fantastic, I would say more adult, Orange refreshment drink. I love it with Vodka or a “Spicy” Rum.
On your homepage I discovered the Indi Black that is completely new for me. Do you tell us the secret of this product? What is it flavoured with and why is it that dark?
Paul: Black includes the Cola Nut, so it´s very dominant with it´s Cola flavour. The world of Cola´s is obviously dominated by the two big brands. With our unique production process we like to take it to another level. Apart from the cola nut, a unique ingredient is the Violet, which gives a unique flower taste. Though it´s a sweet style of Cola, the natural Citric ingredients make sure it´s refreshing and balanced. As for the colour of the INDI &Cº BLACK, we use natural colouring of burned brown sugar.
It’s summer now, best season for cocktails and gin& tonic. What is your favourite cocktail? Or do you have a personal tip how you love your Indi Tonic best?
Paul: For me it´s key that the Gin and Tonic is well served. Today the best serve for a G&T you can find in Spain. Big Burgundy glass, strong and big ice cubes, lemon and lime peel, and maybe some dried Juniper berries, would work for me, as I am a fan of classic G&T. But I need to stress that the perfect serve is extremely important, for me the Spanish G&T is the key to the success.

Thank you for the interview and the fantastic insights!

Tom Richter erzählt von TOMR’S Tonic

IMG_0403Mit TOMR's Tonic begann 2007 der Siegeszug der Tonic Sirups. Es gibt mittlerweile etliche ähnliche Produkte, aber das Original ist und bleibt nun mal das Original. Ginobility ist stolz darauf, den exklusiven Vertrieb in Europa innezuhaben und euch den TOMR's Tonic anbieten zu können. (Ihr findet ihn hier im Shop)

 

TOM R ichter hat uns auf unsere Bitte hin einige Fragen zu seinem Baby beantwortet. (For the English version please scroll down)

Bevor wir über TOMR’S Tonic reden würden wir gerne etwas über den Mann hinter dem Produkt erfahren: Wer ist Tom Richter? (Der Name klingt deutsch, aber ich vermute, das bist du nicht…). Erzählst du uns wie du deinen Tag verbringst, wenn du gerade mal keine Flaschen für TOMR’S Tonic spülst? :-)

Tom: Ich habe einen großen Teil meines Lebens als professioneller Schauspieler verbracht. Ich hatte auch das große Glück auf dem Broadway zu arbeiten. Jetzt bin ich eingetaucht in die Craft Cocktail Szene in New York City. Letztes Jahr war ich in den USA “Bols Around the World”-Champion und Finalist in Amsterdam. Ich verbringe meine Zeit als Bartender im Dear Irvin, Milk&Honey und Attaboy.

Gin & Tonic ist ein sehr verbreitetes Getränk und es gibt etliche Tonic Waters um es auf unterschiedliche Weise zu genießen. Was hat dich also zur Entwicklung von TOMR’S Tonic veranlasst? Göttliche Eingebung? Langeweile? Der Wunsch, Millionär zu werden?

Tom: Ich war einfach unglücklich mit den Tonics, die vor sieben Jahren erhältlich waren. So etwas wie mein Produkt gab es da draußen nicht und ich brauchte es … also hab ich’s gemacht! Ich hatte nicht beabsichtigt eine Firma zu gründen oder eine neue Getränkekategorie zu erfinden, aber es ist passiert und da bin ich also!

tomrs_founderTOMR’S Tonic ist handgemacht. Wessen Hände arbeiten denn da?

Tom: Bei der Produktion packe ich selbst aktiv mit an. Ich beaufsichtige die kleine Produktionsstätte und es wird noch alles in Handarbeit gemacht, aber in großen Mengen.

Reden wir über die Zutaten: Woraus wird TOMR’S Tonic Sirup gemacht und was ist das Geheimnis seines Geschmacks?

Tom: Das ist ganz einfach: Chinarinde, Zitronensäure, Bio-Zucker, Bio-Zitrusfrucht, einige Kräuter und Gewürze und Wasser. Das Geheimnis des Geschmacks hat mit dem Boden zu tun, dem die Chinarinde entstammt. Ich habe Zeug aus der ganzen Welt probiert und habe ein ganz bestimmtes Geschmacksprofil ausgewählt. Die Rinde spiegelt wirklich ihre Herkunft wieder.

Woher bekommst du die Botanicals für TOMR’S Tonic und wie kannst du sicherstellen, dass sie deinem hohen Qualitätsanspruch entsprechen?

Tom: Ich importiere jetzt direkt um die Beschaffenheit sicherzustellen.

Dein Standardrezept, das du auf TOMR’S Tonic weitergibst, ist 1:2:3. Es ist hilfreich eine Richtlinie zu haben, aber abgesehen von allen Standards: Hast du einen heißen Tipp für uns wie wir das Tonic auf besondere Weise einsetzen können oder in einem erstklassigen Cocktail?

Tom: Ich denke es ist wirklich gedacht für den BESTEN Gin&Tonic, den du je hattest… Es kann auch als komprimierter Tonic benutzt werden, ebenso als Bitter in dunklen Spirituosen - im Manhatten und anderen traditionellen Cocktails, aber die Einsatzmöglichkeiten sind grenzenlos!.

Wohin vertreibt ihr TOMR’S Tonic inzwischen - außer den USA und Deutschland?

Tom: Über meine deutschen Importeure Ginobility sind wir, glaube ich, in Griechenland, Italien, im Vereinigten Königreich, Russland, Ungarn - das ist, was mir bekannt ist. Außerdem haben wir gerade in Hong Kong begonnen, wir werden in Australien vertrieben, in Canada und wir sind gerade dabei Seol anzugehen.

Und natürlich möchten wir auch etwas über Pläne und die Zukunft hören: Gibt es ein neues Projekt? Etwas, auf das wir neugierig sein können?

Tom: Ich werde mehr Sirups machen…. Und andere Produkte, die Bitter und aromatische Bestandteile enthalten.

Dankeschön!!!

 

Before talking about TOMR’S Tonic let’s learn a bit about the man behind the product: Who is Tom Richter? (The name sounds German, but I suppose you aren’t…) Can you tell us how you spend your days when you are not washing bottles for TOMR’s Tonic? :-)

Tom: I had spent a large chunk of my life as a professional actor. Had the great fortune of working on Broadway as well. Now I am immersed in the craft cocktail scene in NYC. Last year I was the Bols Around the world Champion for the USA and was a finalist in Amsterdam. I share my Bartending time with Dear Irving, Milk & Honey, and Attaboy

Gin & Tonic is a very common drink and there are several Tonic Waters to enjoy it in different ways. So what let you start thinking about creating TOMR’S Tonic? Devine inspiration? Boredom? The desire to become a millionaire?

Tom: I was just unhappy with the tonic available 7 years ago. There was nothing like my product out there, and I needed it…so I made it. I had no intention of starting a company or of creating a new beverage category, but it happened and here I am!

TOMR’S Tonic is handcrafted. Whose hands?

Tom: I am very hands on in the production. I supervise the Little production facility, and it is all still done by hand, but in large quantities.

Let’s talk about the ingredients: What is TOMR’S Tonic Syrup made of and what are the secrets of its flavor?

Tom: It is very simple…cinchona bark, citric acid, organic sugar, organic citrus, a couple herbs and spices, and water….The secret to the flavor is involved with the terreoir of the cinchona bark. I’ve tried the stuff from all over the world and I selected a very specific flavor profile. The bark really reflects its origin.

Where do you get your botanicals for TOMR’S Tonic and how can you assure they are of that high quality you demand?

Tom: I import direct now, assuring consistency.

Your standard recipe given on TOMR’S Tonic is 1:2:3 – useful to have a guideline but beside of standards: Do you have a hot tip for us to try it in a special way or in superb cocktail?

Tom: I think it is really meant for the BEST tonic and gin you have ever had….it can also be used as a compressed tonic, much like a bitters with dark liquors – in manhattan and old fashioned sytle cocktails, but the uses are becoming infinite

Where do you sell TOMR’S Tonic meanwhile – except USA and Germany….?

Tom: Through my German importers-Ginobility - I believe we are in Greece, Italy, UK, Russia, Hungary, - that I know of. Also we just went into Hong Kong, we are distributed in Australia, Canada, and we are about to go into Seol

And of course let’s hear about plans and future: Is there a new project? Something we can be curious about?

Tom: I will be making more syrups…and other products involving bitter and aeromatic elements.

THANK YOU!!!!

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