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Interviews

Bavarian Dry Gin: Im Gespräch mit Gerhard Liebl

Bavarian Dry GinGin auf einer ausgesprochenen Whiskymesse wie der Whiskyfair in Limburg? Eigentlich war ich dort, um mich über neue Single Malts zu informieren, doch dann bemerkte ich, dass einige Aussteller auch Gin im Repertoire dabei hatten. So auch Gerhard Liebl, der mit seinem Whisky eine feste Größe im Bereich des deutschen Whiskys ist. Den präsentierte er in Limburg natürlich hauptsächlich, hatte aber auch seinen Bavarian Dry Gin dabei, über den wir im Messegeschehen kurz ins Gespräch kamen. Das liegt zwar nun schon fast  zehn Wochen zurück, aber ich möchte es euch trotzdem noch präsentieren:

Seit wann ist der Whiskymacher Liebl auch im Bereich Gin aktiv?

Gerhard Liebl: Begonnen haben wir mit der Ausarbeitung der Rezeptur letztes Frühjahr Februar/März; wir haben mit den Zutaten gespielt, ein paar Destillationsversuche gemacht. Und es dauerte einige Zeit, bis alles von der Etikettierung bis zur Flasche unseren Vorstellungen entsprochen hat. Seit Oktober 2013 sind wir jetzt mit dem Bavarian Dry Gin auf dem Markt.

Worauf liegt Ihr Schwerpunkt bei Geschmack und den Botanicals des Bavarian Dry Gin?

Gerhard Liebl: Wir haben Wert gelegt auf eine ausgewogene Rezeptur. Ich wollte keinen Gin haben, der extrem kräuterbetont ist, wo beispielsweise Koriander oder auch Pfeffer im Vordergrund steht. Wacholder gefällt mir persönlich von jeher sehr gut. Deshalb war mir wichtig, dass Wacholder und Zitrusnoten ein schönes ausgewogenes Verhältnis gefunden haben.

Stichpunkte Regionalität und Qualität – Was fällt Ihnen dazu ein?

Gerhard Liebl: Wir haben im Bayrischen Wald ja auch Wacholder, können ihn also wild sammeln. Letztes Jahr haben wir im Herbst mit einem Gin begonnen, der dann Gerhard Lieblvermutlich dieses Jahr als Destillers Edition auf den Markt kommt, für den wir den kompletten Wacholder im Bayrischen Wald in Höhenlagen gesammelt haben. Dann haben wir jetzt auch eigenen Lavendel angebaut und können den künftig zum Destillieren verwenden. Bei den anderen Botanicals tun wir uns mit Regionalität schwer. Für Zitrusfrüchte beispielsweise ist der Bayrische Wald nicht so geeignet. Aber da gehen wir dann, wie bei unseren Obstbränden auch, dorthin, wo absolut hochwertige Rohstoffe zu bekommen sind. Da bekommen wir beispielsweise die Zitrusfrüchte als Bioware ganz frisch aus Sizilien vom Hang des Ätnas. Dort haben wir einen Obstbauern, von dem wir Blutorangen, Mandarinen und Zitronen in absoluter Qualität bekommen. Das schlägt sich natürlich auch im Produkt wieder.

Und wie trinken Sie den Bavarian Dry Gin am liebsten?

Gerhard Liebl: Mittlerweile meist pur. Ich dachte nicht, dass man Gin auch pur genießen kann, man kennt ihn ja hauptsächlich zum Mixen von Cocktails oder für Gin & Tonic. Deshalb hatte ich Gin bei mir auch früher gar nicht auf der Agenda und war mehr der Whiskytrinker. Bis ich dann auch einmal ein paar tolle Gins verkosten konnte: Es geht ja auch anders. Durch eine gute Rezeptur kann man ein Gin auch am Abend wie ein gutes Glas Whisky genießen.

Vielen Dank für das Gespräch im Messegetümmel! 

Im Ginobility-Shop ist der Bavarian Dry Gin hier zu finden.

Wannborga Ö Gin: Interview mit Marc Tarrida Dalhuijsen

Wannborga Ö GinKennt ihr schon den schwedischen Wannborga Ö Gin? Hier haben wir einige Hintergrundinformationen zu diesem Bio-Gin in der stylishen royalblauen Flasche für euch.
Marc Tarrida Dalhuijsen ist bei der kleinen Brennerei auf Öland zuständig für Verkauf und Marketing und hat sich die Zeit genommen, uns Rede und Antwort zu stehen (for the original English form scroll down).

Schweden ist ja nun nicht unbedingt als Land des Gins bekannt – wieso stellt eine schwedische Brennerei Gin her?

Marc: Wir haben uns aus verschiedenen Gründen dazu entschlossen, Gin herauszubringen. Der erste Grund ist, dass wir dachten es passt sehr gut zur Tradition der Kräuterspirituosen auf der Insel Öland. Und außerdem gibt es reiche Erträge von Wacholder auf der Insel auf Grund ihrer besonderen Wetterverhältnisse. Wir haben eine sehr spezielle Naturlandschaft, Alvaret genannt, die eine richtig trockene Tundra mit Wacholder-Büschen ist.

In Deutschland erleben wir gerade einen regelrechten Gin-Hype und eine Brennerei nach der anderen bringt einen Gin heraus. Gibt es diesen Trend in Schweden derzeit auch?

Marc: Nicht wirklich, obwohl wir einen Anstieg des Verbrauchs in den letzten Jahren verzeichnen.

Die Spirituosenpreise in Schweden sind sehr hoch, verglichen mit vielen anderen Ländern so wie Deutschland. Gibt es denn trotzdem einen Markt dort für den Wannborga Ö Gin oder geht er hauptsächlich in den Export?

Marc: Wir exportieren hauptsächlich und zwar aus zwei Gründen: Der erste ist, wie du erwähnt hast, die sehr hohen Preisgestaltung durch die schwedische Alkoholsteuer. Zweitens sind es die besonderen Verkaufswege: In Schweden hat die Regierung ein Verkaufsmonopol für Alkohol. Wir selbst dürfen öffentlich nur in den drei der Destillerie nächstgelegenen Shops verkaufen und das beschränkt unsere öffentliche Verkaufskapazität sehr.Im Export sind wir neben Deutschland auch in Dänemark, Holland, Spanien, Italien, Portugal und Andorra aktiv und dieses Jahr werden wir auch beginnen nach Mexico und in die USA zu exportieren.

Etwas, das den Wannborga Ö Gin auszeichnet, ist seine zu 100% kontrolliert biologische Herstellung. Was hat Sie bewogen, sich für diese hochwertige Wannborga GINProduktionsmethode zu entscheiden?

Marc: Wir haben uns entschieden, Bio-Spirituosen zu produzieren, weil die Brennerei und die Wannborga Farm schon seit vielen Jahren biologische Landwirtschaft betreiben. Wir hatten über 300 Schafe, das über viele Jahre hinweg bei Top Restaurants sehr beliebt war. Das Fleisch war zu 100% bio-zertifiziert. Seit fünf Jahren stellen wir bio-zertifizierten Alkohol her und dieses Jahr werden wir unseren ersten Bio-Whisky herausbringen.

Die Botanicals, die Sie für den Wannborga Gin verwenden, sind zum großen Teil aus kontrollierter, heimischer Herkunft, ist auf Ihrer Homepage zu lesen. Verraten Sie uns, welche es sind (9 sollen es ja insgesamt sein) und welche Sie – vermutlich weil sie im schwedischen Klima nicht heranwachsen – importieren lassen? Interessant auch: Wie stellen Sie sicher, dass die importierten Botanicals den hohen Bio-Anforderungen genügen?

Marc: Unser hauptsächliches regionales Produkt ist der Weizen, aus dem der Neutralalkohol gemacht wird, den wir benutzen. Und natürlich die Wacholderbeeren, die auf der Insel wachsen. Zur Frage nach den importierten Botanicals: Wir kaufen nur von den besten Händlern, die meisten davon aus Deutschland, die beste Qualität garantieren und deren Zertifikate zuverlässig sind.

Was war die Zielsetzung bei der geschmacklichen „Komposition“ des Wannborga Ö Gins? Welche Zielgruppe möchten Sie ansprechen?

Marc: Als wir über den Gin-Typ nachgedacht haben, ging es immer darum etwas zu schaffen, das sehr klassisch im Geschmack ist. Wir haben nicht in Betracht gezogen, einen besonderen Geschmack oder Aromen zu benutzen, die nicht wirklich auf der Linie eines klassischen London Dry Gins liegen. Was für uns wirklich zählt ist die Handwerkskunst unseres Brennmeisters Gunnar Dahlberg und die Qualität der Ausgangsprodukte, die wir benutzen.

Sie arbeiten mit einer Destillieranlage der deutschen Firma Kothe (was uns natürlich ganz stolz macht). Was hat Sie bewogen, sich für diese Brenntechnik zu entscheiden?

Marc: Wir haben uns für die Kothe Destillieranlage entschieden, weil wir denken, dass sie zu den zwei, drei besten Herstellern weltweit gehört. Und für die Art, wie wir die Anlage nutzen, wegen der Vielfalt unserer Produkte, brauchten wir die beste Anlage, die auf dem Markt ist. Das ist als wenn man den Rolls Royce unter den Brennblasen besitzt.

Ich habe gelesen, Ihre Brennblase würde liebevoll „The boy’s dream“ genannt werden – ist das nicht ungewöhnlich? Ich dachte, Gin-Brennblasen tragen immer Frauennamen…

Marc: Ja, normalerweise tragen sie Frauennamen, aber man muss bedenken, dass diese Brennerei die Verwirklichung von Gunnar’s Lebenstraum ist. Und es ist natürlich der Traum vieler Jungs mit einer so unglaublichen Anlage zu arbeiten. Deshalb nennen wir sie so.

Wannborga Ö Gin ist ein Small-Batch-Gin. Wie groß sind die jeweiligen Batches?

Marc: Wir haben eine Brennblase mit 150 Liter Volumen, die rund 60 Liter feinsten Gin produziert.

Dürfen wir fragen: Sind neben dem Wannborga Ö Gin auch weitere Ginkompositionen oder vielleicht auch Sondereditionen geplant?

Marc: Im Moment konzentrieren wir uns auf die Expansion und die Konsilidierung unseres Produktes am Markt. Und obwohl wir daran denken, einige Sondereditions herauszubringen, werden wir damit noch etwas warten. Aber es tauchen eine Menge Ideen auf, wenn wir arbeiten!

Und natürlich die Frage aller Fragen: Wie trinken Sie Ihren Wannborga Gin am liebsten?

Marc: Die beste Art unseren Gin zu trinken ist so pur wie möglich. Meine Meinung ist, dass Sie ihn pur trinken sollten, nachdem sie ihn für eine Weile gekühlt haben. Oder in einem trockenen Martini mit einer Spur Fino Sherry.
Als G&T lässt er sich sehr gut mit Zitrus und weißen Pfefferkörnern kombinieren. Wir empfehlen ein neutrales hochwertiges Tonic zu benutzen wie Fever Tree oder Indi Tonic.

Vielen Dank für das Interview!
Zur Hompage der Wannborga Destillerie geht es hier.

Und weil ihr natürlich jetzt alle Lust bekommen habt, diesen schwedischen Wannborga Ö Gin zu probieren, halten wir ihn mit weiteren speziellen Produktinfos für euch in unserem Shop bereit und zwar hier. 

 

And for our English readers: The interview in the original form

Sweden is not what is supposed to be the “land of gin”. Why did a Swedish distillery decide to produce gin?
Marc: We decided to launch a Gin because of different reasons. The first reason is because we thought it could fit well with the history of spiced spirits of the island of Öland, and also because there is a big juniper production in the island due to its peculiar weather conditions, we have a very special nature landscape called Alvaret, which is a very special dry tundra full with juniper bushes.
Here in Germany we have a real gin-hype and one distillery after the other launches a gin. Do you have this trend in Sweden as well?
Marc: Not really, although we see an increase of consumption in the last years.
The prices for spirits are high in Sweden, compared with many other countries as Germany for example. Is there nevertheless a market for the Wannborga Ö Gin in your own country or is it produced for export primarily?
Marc: We are exporting mainly, this is because of two reasons: the first reason is, as you mentioned, due to the very high prices due to Swedish alcohol tax, and the second is because the very special sales channels, in Sweden we have a alcohol sale monopoly owned by the government , and we are only allowed to sell openly in the three closest shops to the distillery, which limits a lot our public sales capacity.
On the export side, besides Germany we are also present in Denmark, Holland, Spain, Italy, Portugal, Andorra, and we will start this year to export to Mexico and the USA.
One thing that is characteristic for Wannborga Gin is the 100 percent organic ingrediences. Why did you chose this way of high-value production? Does it make a difference in taste?
Marc: We chose to produce organic spirits, because the distillery, and the Wannborga farm, has been doing organic farming for many years. We used to have over 300 sheep whose meat was very appreciated by many top restaurants for years. This meat was all 100% organic. We have been producing organic spirits for the last 5 years, and this year we will release our first Organic Malt Whisky.
The botanicals you use are local to a high degree, as we can read on your homepage. Can you be indescreet and tell us which ones they are (seem to be 9 altogether) and which ones you import? Not all of them will probably grow in the Swedish climate klima. How can you asure that the imported botanicals meet your high organic requirements?
Our main local product is the wheat from which the ethanol we use is made and of course the juniper berries that grow in the island.
On the question about imported botanicals we only buy from the best providers, most of them in Germany, that guarantee the best quality and whose certificates are reliable.
What was the purpose of the „aromatic composition“ of the Wannborga Artisan Ö Gin, the vision? Is there a special group of customers you want to target?

Marc: When we where thinking on the type of Gin, we thought always to do something that was very classical in taste. We were not thinking of using any special tastes or flavours, which are not really in the line of a classical London Dry Gin. For us what really matters is the craftsmanship of our distiller Gunnar Dahlberg and the quality of the raw materials we use.
You work with a still from the German Producer Kothe (what makes us proud, indeed!). Why did you choose this technology of distilling?
Marc: We decided to use the Kothe distil pot because we think they are probably among the two, three best manufacturers in the world. And for the type of use we do of the machine, because of the variety of products we produce, we needed the best machine in the market. It is like owning the Rolls Royce of distil pots.
I read that your still is called „the boy’s dream“ – isn’t that unusual? I always thought gin stills wear women’s names….
Marc: Yes, normally they wear women names, but you need to think that having this distillery is the realization of Gunnar’s life dream, and it is indeed a dream for many boys to work with such an incredible machine, that is why we call it so.
Wannborga Artisan Ö Gin is a small-batch-gin. How big is one batch?
Marc: We have a Distil pot of 150 L of volume that produces around 60 L of the finest Gin.
May I ask something about future: Do you plan other new gin-products besides Wannborga Ö Gin? Maybe special editions?
Marc: Currently we are focused in the expansion and consolidation of our product in the market, and although we have thought about doing some special editions we will wait a bit with that project. But there are many ideas that come up when we are working!
And of course the central question: How do you like your gin best?
Marc: The best way to try our Gin is a s pure as possible, my take is that you take it pure, after having it chilled for some time, or in a dry martini, with a hint of fino sherry.
As G&T it combines very well with citrics and white pepper corns. We recommend to use a neutral high quality tonic like fever tree or Indi tonic water.

Thank you very much for the interview!

Bilder: Wannborga Bränneri & Vingard

Six Ravens Dry Gin: Interview mit Mike Schallehn von Alandia

Mike-Schallehn Dr. Mike Schallehn, Geschäftsführer von Alandia

In unserem Ginobility-Shop bieten wir euch seit kurzer Zeit den London Dry Gin „Six Ravens“ an. In der Apothekerflasche mit dem Old-Style-Etikett und dem mit Wachs versiegelten Korken kommt der Six Ravens sehr edel, klassisch und irgendwie historisch daher. Auch die nette Geschichte auf dem rückwärtigen Etikett um die alte Prophezeiung, nach der das englische Königreich fallen wird, sobald keine Raben mehr um den Tower kreisen, unterstreicht diesen Charakter. Diese Raben-Geschichte erklärt also den Hintergrund des ungewöhnlichen Namens „Six Ravens“, doch einige andere Fragen zu dem Premium Gin sind bei mir trotzdem noch offen. Die durfte ich jemandem stellen, der sich mit dem Six Ravens Dry Gin bestens auskennt: Dr. Mike Schallehn, Geschäftsführer der Alandia GmbH&Co.KG., Hersteller dieses Gins.

Der Name Alandia steht eigentlich für die Welt des Absinthes. Wie kamt ihr auf die Idee, euch jetzt auch als Hersteller eines Gins zu engagieren?

Mike: Neben Absinthe habe ich mich schon immer für Gin interessiert. Dies liegt zum einen daran, dass ich gerne einen guten Gin Tonic trinke, aber auch an der Artverwandtheit der beiden Spirituosen. Bei beiden Spirituosen werden Kräuter und Gewürze in Reinalkohol mazeriert und anschließend destilliert. Bei Gin sind es die typischen Wacholderbeeren, bei Absinthe der namensgebende Wermut (artemisia absinthium). Neben dieser Ähnlichkeit in Bezug auf die Herstellung fasziniert mich am Gin aber auch die Tradition, die das Produkt mit sich bringt. Auch hier lassen sich Parallelen zum Absinthe ziehen. Beide Spirituosen sind sehr stark mit einem Herstellungsland verbunden und es existieren eine Menge Geschichten und Mythen um die Getränke. Beim Absinthe ist das noch viel ausgeprägter als beim Gin, aber auch hier lässt sich so Einiges finden. Man denke bspw. an den Gin Craze im 18. Jahrhundert und die anschließende Reglementierung der Produktion oder den Konsum des Produkts in den Britischen Kolonien als Mittel gegen Malaria.

Produziert wird der Gin nicht in Deutschland, sondern trotz seiner traditionell englischen Erscheinung witziger Weise in Frankreich. Erzählst du uns, wie und warum ihr euch für die Zusammenarbeit mit der Destillerie Devoille in Fourgerolles entschieden habt?

Devoille Distillery Devoille Distillery

Mike: Das ist eigentlich schnell erzählt. Alandia stellt ja auch verschiedene Absinthe her. Das machen wir in Zusammenarbeit mit der französischen Destillerie Devoille. Die Destillerie wurde bereits 1859 gegründet und hat somit ein Erfahrungswissen von über 150 Jahren. Dieses Wissen ist nicht auf die Grüne Fee, wie Absinthe ja auch liebevoll genannt wird, beschränkt. Denn neben Absinthe kamen schon immer weitere feine Spirituosen und Liköre aus dem Hause Devoille. Als wir dann unser Projekt „Gin“ gestartet haben lag es auf der Hand, dass wir hier auf die erprobte und wertgeschätzte Zusammenarbeit mit Devoille zurückgreifen werden. Trotz dieses Frankreich Bezugs wollten wir uns aber von der Namensgebung und der Erscheinung unseres Gins an England orientieren. Was auch damit zusammenhängt, dass wir einen London Dry Gin kreieren wollten.

Wie erfolgt die Herstellung des Six Ravens Dry Gin? Können wir etwas über das Verfahren und die Brenntechnik erfahren?

Mike: Six Ravens ist wie gesagt ein klassischer London Dry Gin. D.h. alle Zutaten werden auf einmal destilliert und kein Zucker oder sonstige Aromen zugesetzt. Das Besondere ist die Destillation mit frischen Ingwerwurzeln, was Six Ravens seinen würzigen, fruchtigen Geschmack verleiht. Als Basis verwenden wir Zuckerrübenalkohol. Er hat einen leicht fruchtigeren Geschmack im Vergleich zu Getreidealkohol und harmoniert besonders gut mit den würzigen, fruchtigen Noten des Ingwers. Den Alkoholgehalt belassen wir mit 46% bewusst etwas höher, so dass die Aromen besser erhalten bleiben und auch in einem Gin & Tonic nicht verwässern. Dieser Aspekt war uns besonders wichtig, denn Gin trinkt man in den seltensten Fällen pur. Neben dem Inhalt legen wir auch besonderen Wert auf die Gestaltung der Flasche. Die alte Apothekerflasche, der verwachste Korken, die Geschichte über die Raben, alles soll wie auch beim Absinthe an vergangene Zeiten erinnern. Die Nostalgie ist sozusagen die DNA von Alandia, das wollten wir auch bei unserem Gin beibehalten.

Das A und O bei der Ginherstellung sind natürlich die Botanicals. Wacholderbeeren und frischer Ingwer spielen eine maßgebliche Rolle. Warum habt ihr diese beiden Komponenten als Hauptaromata auserkoren und verrätst du uns vielleicht noch ein paar weitere Zutaten im Six Ravens?

Mike: Vom Absinthe her kennen wir bereits viele verschiedene Kräuter und Gewürze, die auch bei der Ginherstellung Anwendung finden. So sind beispielsweise Koriandersamen oder Angelikawurzel ebenfalls klassische Absinthezutaten. Auf den Ingwer als herausragende geschmackliche Note des Six Ravens bin ich über einen meiner Lieblingscocktails den Moscow Mule gekommen. Hier wird ja Ingwerlimonade (Ginger Beer) als Mixer verwendet. Den typischen leicht scharfen Ingwergeschmack konnte ich mir als ideale Ergänzung zu den trockenen, würzigen Noten von Wacholderbeeren vorstellen.
Für den ersten Test konzentrierten wir uns dementsprechend dann auch auf diese beiden Zutaten, d.h. wir stellten ein Wacholder-Ingwerdestillat her. Das Ergebnis hat uns direkt überzeugt und wir fingen anschließend damit an die Rezeptur zu optimieren.

Six Ravens Dry Gin Six Ravens Dry Gin

Insgesamt verwenden wir nun für Six Ravens sechs Zutaten. Das sind vergleichsweise wenig, wir halten aber nichts von einer zu komplexen Rezeptur. Ab einer gewissen Menge schmeckt man die Vielzahl der Kräuter sowieso nicht mehr und die pure Menge an Zutaten dient nur noch als Marketingvehikel. Wir bevorzugen einen klareren, direkteren Destillationsansatz bei dem der Fokus auf weniger Botanicals liegt, die man dann aber auch schmeckt. Bei uns sind dies Wacholderbeeren, frische Ingwerwurzeln, Zitronenschalen, Koriandersamen, Angelikawurzel und Chinarinde. Die Zitronenschalen unterstützen in unserer Rezeptur die frische Note des Ingwers, wohingegen die Koriandersamen und Angelikawurzel den trockenen, würzigen Geschmack des Wacholders abrunden. Chinarinde haben wir vor dem Hintergrund gewählt, dass der Gin noch eine leicht bittere Note bekommen sollte, die zu dem typischen Geschmack eines Tonicwasser passt. Insgesamt haben wir an der finalen Zusammensetzung fast zwei Jahre getüftelt, das war aber äußerst spannend und hat unheimlich viel Spaß gemacht!

Wird sich Alandia verstärkt auf dem Gebiet des Gins engagieren und vielleicht ein weiteres Produkt herausbringen?

Mike: Das ist durchaus denkbar, auch wenn es bestimmt noch etwas dauern wird. Momentan experimentieren wir aber schon mit Wermut als potentieller Zutat. Devoille besitzt eigene Wermutfelder. D.h. wir können hier auf allerbeste Qualität zurückgreifen. Ein klassischer Gin Cocktail ist darüber hinaus ja auch der Dry Martini, und Martini ist nichts anderes als Wermutwein. Den Zweiklang aus Wermut und Wacholder kann ich mir also sehr gut vorstellen. Zudem würden wir durch solch einen Gin auch noch eine stärkere Brücke von der Absinthe- zur Gin-Kultur bauen. Ihr seht, das Projekt ist schon mehr als ein pures Hirngespinst…

Auf eurer Facebook-Seite habe ich gelesen, dass ihr (unter anderem) TOMR’S Tonic als Mixpartner für Six Ravens Dry Gin empfehlt. Das freut uns von Ginobility als Vertriebspartner dieses Tonic Sirups natürlich sehr. Hast du daneben weitere Kombinationstipps für uns oder ein Geheimrezept für einen genialen Cocktail? Wie trinkt Mike Schallehn seinen Six Ravens Gin am liebsten?

Gin&Tonic mit Six Ravens Gin&Tonic mit Six Ravens

Mike: Also sehr gerne trinke ich Six Ravens natürlich als Gin & Tonic. Dabei serviere ich ihn mit einer Zitronenzeste, die ich vor dem Garnieren über dem Glas twiste, um die ätherischen Öle aus der Schale freizusetzen. Als Lieblingstonic verwende ich das Schweizer Tonicwasser Gents. Hier wird das Chinin aus der Wurzel des gelben Enzian gewonnen, dadurch schmeckt das Tonic etwas „erdig“, was ich persönlich sehr mag. Im Vergleich zu anderen Tonics ist Gents darüber hinaus viel zitroniger und weniger bitter. Mit Six Ravens ergibt sich wirklich ein sehr geschmackvoller Gin & Tonic!

Raven Master Drink Raven Master Drink

Ansonsten kann ich noch unsere Kreation den „Raven Master“ empfehlen. Er ist an einen Old Fashioned angelehnt.
So wird er zubereitet:
- 4cl Six Ravens Gin
- 2cl Zitronensaft
- 2cl Zuckersirup
- 3 Dashes Angostura Bitter
- Alles shaken, Tumblerglas mit Crushed Eis füllen, abseihen und mit fein geriebener Zitronenschale garnieren.
Sehr lecker!

Zum Schluss noch eine Frage zu den Raben, um den Kreis zu schließen: Warst du schon am Tower in London und hast Ausschau gehalten nach euren Raben? Verfolgt ihr das Wohlergehen eurer Wappentiere?

Mike: Aber natürlich! Das ist zwar schon etwas länger her, aber alles begann auf einer Englandreise im zarten Alter von 18 Jahren. Mein Vater, ein begeisterter Londonfan, schenkte mir eine Reise zum gerade erfolgreich bestandenen Abitur. Unter anderem waren wir natürlich am London Tower und mir fielen direkt die riesigen Raben auf. Im Reiseführer habe ich dann das erste Mal von der Legende über die Tower Raben gelesen. Die Geschichte blieb mir irgendwie im Gedächtnis hängen und als ich das Projekt „Gin“ in Angriff nahm, erinnerte ich mich an sie. Six Ravens fand ich dann auch einen passenden Namen für den Gin, leicht mystisch, wie meine Vorstellungen über die Gin-Ära zu Zeiten von Sherlock Holmes. Letztens hat übrigens ein Fuchs zwei der insgesamt acht Raben gerissen. Da war das Königreich in ernster Gefahr. Aber die Briten haben schnell für Nachschub gesorgt. Jetzt sind es wieder acht, also wieder alles in bester Ordnung!

Mike und der Raven Master am Londoner Tower Mike und der Raven Master am Londoner Tower

Ganz herzlichen Dank an Mike Schallehn für das Interview und die vielen Hintergrundinfos zum Six Ravens!

Und den Gin findet ihr natürlich im Ginobility-Shop!

Gin Eva aus Mallorca: Das Interview

Gin EVA aus Mallorca Gin EVA aus Mallorca mit deutschen Wurzeln

Gin ist vielleicht nicht unbedingt das erste (und wohl auch nicht das zweite oder dritte), das einem spontan beim Gedanken an Mallorca einfällt. Und doch gibt es ihn seit Ende 2012: Der Gin Eva entsteht in Llucmajor bei Palma auf der spanischen Insel Mallorca. Stefan Winterling produziert ihn zusammen mit seiner Frau Eva Maier Gómez. „Warum eigentlich und wie?“ fragten wir uns und dann kurzerhand einfach die beiden. Wenn auch der Name „Gómez“ durchaus spanisch klingt, so tut das „Winterling“ wirklich nicht. Wo sind eure Wurzeln, seit wann ist Mallorca eure Heimat und warum hat es euch dorthin geführt?

 

Stefan Winterling bei der Arbeit an seinem Gin EVA Stefan Winterling bei der Herstellung seines Gin Eva

Stefan: Wir sind ein klassisches „Erasmus-Paar“, davon gibt es jede Menge - zumindest kennen wir so einige. Daher aufgepasst ihr Spanier, wenn ihr euere Toechter zum studieren nach Deutschland schickt ;-). Spass beiseite,  wir haben uns während des Weinbaustudiums in Geisenheim (Rheingau) kennengelernt. Eva ist aus Barcelona und ich komme aus der Pfalz. Nach dem Studium hat es uns beide nach Mallorca verschlagen, das war 2008. Mallorca hat eine unheimlich dynamische Weinszene wie heutzutage kaum noch eine Region in Spanien. Es gibt viele Investoren (hauptsächlich Deutsche) die spannende neue Weingueter auf der Insel aufbauen, das hat uns gereizt. Auserdem ist das Wetter auch ganz OK.

Nun sind ja Wein und Gin zwei absolut unterschiedliche Getränke. Wie kam es zum Entschluss, einen eigenen Gin herzustellen?

Eva: Bei Gin reizt uns die Freiheit. Gin lässt dir wesentlich mehr Spielraum neue Rezepte zu kreieren. Wein hingegen kann man nur einmal im Jahr machen und dann ist man noch dazu von unheimlich vielen Faktoren abhängig. Kein Jahr gleicht dem anderen - wobei darin natürlich auch der Reiz liegt.  Aber Gin ist genauso komplex und spannend wie Wein und dabei einfach viel umgänglicher.
Stefan: Außerdem ist Gin in Spanien einfach omnipräsent, da mussten wir einfach drüber stolpern!

Wer hat die Einrichtung der Gin-Destillerie geplant, hattet ihr Berater? Welches Destilliergerät/welche Technik verwendet ihr?

Stefan: Wir destillieren  auf einer 150 Liter Kothe-Brennerei mit aufgesetzter Feinbrennerkolonne und 6 Kochböden. Die Brennerei haben wir zusammen mit Kothe konzipiert. Berater hatten wir viele, bzw. haben wir einfach mit jedem, den wir kannten und der etwas von der Sache verstand gesprochen.  Wir verwenden eine Mischung aus Mazeration und Dampfextraktion bei unserem Gin.

Eva Winterling und ihr Gin Eva Winterling, Namensgeberin und Macherin des Gin Eva

Als Gin-Brenner wird Mann/Frau ja nicht unbedingt geboren. Erzählt uns doch, wie ihr euch die nötigen Kenntnisse angeeignet habt.

Eva:  Das stimmt. Die Brennerei ist ein Handwerk, das viel Übung und Fingerspitzengefühl erfordert. Wir haben Bücher gelesen und viel probiert, letztentlich haben wir monatelang experimentiert und geübt, wir sind eher learning by doing-Typen. Stefan hatte ja auch schon Erfahrung, da er bereits auf   einem Weingut, für das er gearbeitet hat, gebrannt hat.

Was hat für euch bei der Entwicklung des Gin Eva und der Auswahl der Botanicals eine Rolle gespielt, was war euch wichtig? Geschmack ist doch bekanntlich Geschmackssache….

Stefan: Gin Eva ist ein London Gin, alle Aromen kommen aus den Botanicals, die zusammen mazeriert und gebrannt werden. Grundlage ist ein neutraler Weizenbrand. Es war uns wichtig ein handwerkliches und eigenständiges Produkt zu kreieren mit mediterranem Charakter.

Verratet ihr uns, welche Zutaten alles bei der Herstellung des Gin Eva zum Einsatz kommen, speziell auch, woher ihr die Botanicals bezieht?

Stefan: Wir verwenden viele frische Zitrusfrüchte, vor allem Bitterorange, Zitrone und Pomelo. Außerdem verwenden wir neben pirmonteser Riesenwacholder auch noch Wacholder aus den Dünen von Es Trenc (den wir dort selbst pflücken gehen). Es kommen viele klassische Gin-Botanicals zum Einsatz wie Engelwuerz, Lavendel, Cassiazimt oder Koriandersamen. Insgesamt sind es etwa 20 Gewürze bzw. Blüten und Früchte, die wir verarbeiten. Eine unserer Lieblingszutaten ist der „Manzanilla de Mahon“ aus Menorca, auf deutsch Bitterkamille.

Wir haben Ihren Gin ja auch im Angebot unseres Ginobility—Shops. Dass Sie, Eva, Namensgeberin des Gins waren, lässt sich unschwer vermuten, aber die Dame, die auf dem Etikett abgebildet ist – da sind doch nicht Sie, oder?

Eva: Die Dame auf dem Etikett ist meine Grossmutter. Das Bild wurde in den 30er Jahren in Barcelona aufgenommen.  Meine Oma war ein absoluter Genießer und wusste, was gut ist. In dieser Berziehung hat sie mich sehr geprägt. Sie gibt unserem Gin die persönliche Note.

Und dann steht auf jedem Etikett noch das Abfülldatum als Lotnummer. Wie groß ist die Menge, die ein Lot jeweils umfasst und ist die Zahl wirklich handgeschrieben?

Stefan: Jede Abfüllung sind etwa 500 Flaschen. Wir machen alles per Hand, nichts ist automatisiert – jede Flasche Gin Eva ist 100% handcrafted, das soll die handgeschriebene Lotnummer nochmal unterstreichen.

Soll es bei der kleinen Manufaktur bleiben oder habt ihr Pläne, die Brennerei auszubauen? Und vielleicht habt ihr ja auch bereits in Sachen Gin neue Ideen….

Stefan: Erstmal sind keine neuen Produkte geplant.

Wird auf Mallorca viel Gin getrunken? Und wie trinkt ihr euren Gin Eva am liebsten?

Eva: Auf Mallorca wird jede Menge Gin getrunken, hier hat jeder Dorf-Supermarkt eine unglaubliche Vielzahl an Gins im Regal stehen. Wir probieren zuhause viele davon und dann immer solo. Außerdem macht Stefan die absolut besten Gin Tonics, wenn Freunde eingeladen sind. Da wir in Palma wohnen und es hier unheimlich viele wirklich tolle Bars gibt, lassen wir uns auch gerne vom Barkeeper überraschen. Kürzlich hat uns Sergio vom der Hemingway Bar einen unglaublich tollen Bronx mit Gin Eva gemixt.

Mallorca ist ja auch ein beliebtes Urlaubsziel. Falls einer unserer Leser demnächst einmal in Palma ist – kann man euch auch besuchen und eure Brennerei besichtigen? Stefan: Wir freuen uns immer sehr über Besuch, da wir aber viel unterwegs sind, bitte nur mit Voranmeldung. Einfach per Mail an info(ät)evasdistillery.com.  Man findet uns im Poligono Son Noguera in Llucmajor, etwa 20 min von Palma entfernt.

Recht herzlichen Dank für das Interview! Ginobility wünscht Ihnen weiterhin viel Spaß und Erfolg in der Sonne Mallorcas!

Gin Eva gibt es natürlich auch im Webshop von Ginobility.

Webseite des Weingutes Winterling

Bildquelle: Eva's Distillery

Welcome to Europe: Greyling Modern Dry Gin

Those of you who know about the philosophy of Ginobility also know that we are permanently searching for outstanding and interessting products within the Gin universe. While nearly every day new Gins pop up anywhere over the whole globe this task becomes not easier! For sure not! Identifying products where the whole package fits, starting from the first visual impression, the story behind it and last but for sure not least the taste becomes really challenging these days.

Greyling Modern Dry Gin Greyling Modern Dry Gin

One of these perfect matches is Greyling Modern Dry Gin of the Distillery with the interessting name "Two Birds Artisan Spirits" from Michigan, USA. Stumbeling over this outstanding product the first time on Pinterest searching for nice pins to repin on our board, we had the clear feeling that this must be something special. After getting in touch with Nate and Ryan via Facebook the very first time, they did let uns know that they were searching for ways to get their Gin to Europe. Destiny?!

So after we have had the chance to taste this nice Gin things finally got rolling: we did our homework, Nate and Ryan did theirs and now we are proud to exclusively present Greyling Modern Dry Gin to Germany and the rest of the "old world".

But who are these guys from Michigan? What is it about this strange name Greyling? And what is a Modern Dry Gin? The following intereview with both Greyling Masterminds and owners of "Two Birds Artisan Spirits" Ryan Bailey und Nathan Jonjevic hopefully clarifies things and provides Germany and Europe with a clearer picture of Greyling Gin and why Ginobility brought it to Europe. If not, feel free to ask us any time! But for now...have fun reading!

Ginobility: Your company Two Birds Artisan Spirits and your product Greyling Modern Dry Gin are both completely new and unknown to our readers. Actually they are unknown to the whole of Germany and Europe! So let’s start from the very beginning:
What is your company Two Birds Artisan Spirits about? Where are you located? Do you have a special kind of philosophy that your company and products are based on?

Two Birds Artisan Spirits from Michigan, USA

Nathan: Greyling is not totally new to Germany.  We’ve got a few friends in Aachen that are big Greyling fans! Aachen has a growing craft cocktail scene.

Ryan: Two Birds started as a bit of a lark.  Nate and I tried other craft spirits and thought that it might be an interesting experiment to see if we could make a business of making our own.  

Nathan:  We wanted to start by making the gin that we want to drink, to see if our perspective would be appealing to other drinkers.  Now we’re committed to building a company around the production of this gin and future products.  We intend to stay small so that at no point is quality sacrificed.

 

Ginobility: Nathan and Ryan, you are the founders of Two Birds Artisan Spirits. Are you the “Two Birds”? And if so, why did you pick this name?

Nathan:  When I first started thinking about starting this company, I thought a lot about the example I want to set for my two daughters Lola and Felan.  I want to show them, through my work, that they can try to do whatever they want, whatever makes them happy, and that it is okay to take calculated risks.  My girls were a big inspiration.

The word bird is an old English slang term for girl, so as it happens I have two birds.  Now, though, it’s fun to think of ourselves, Ryan and me, as the two birds.  

 

Ryan Bailey  of Two Birds Artisan Spirits Ryan Bailey
of Two Birds Artisan Spirits

Ginobility: Let’s chat about you two before we talk about your gin. What are your roles within the company and when did you decide to build up a distillery and produce your own spirits?

Nathan:  It’s interesting.  When you start a project like this, it’s easy to have grand notions of making nice things for people to enjoy.  The reality, though, is that we’ve morphed from makers to marketers.  It’s basic.  You can’t make what you want until you have a market that’s suitably large and capable of being sufficiently supportive.

Ryan:  It’s important to note that we don’t have a distillery yet.  We’re distillers without a distillery.  We like to think of ourselves as Gypsy distillers.  


Nathan Jonjevic of Two Birds Artisan Spirits Nathan Jonjevic of Two Birds Artisan Spirits

Nathan:  The idea of Gypsy brewers has been around for some time in the beer making community.  We adapted the idea to spirits making.  In the U.S. it’s difficult, complicated, and expensive to set up a distillery, even a small one.  We wanted to get to work right away; this model allowed us to develop a product and get it to market inside of a year.  
Ryan: Now that Greyling has a following, a distillery seems to be one of the next logical steps.  There’s no need for us to rush. 

 

Ginobility: We are in the middle of a Gin Boom in Germany. We have heard from so many small distilleries in the US for some time now. Is gin such a big thing in the US as well as it is in Europe?

Ryan: Right now, gin is still really being rediscovered in the US.  Vodka took over as the main cocktail spirit in the 1960s when supplies of relatively inexpensive Russian vodka became available.  Gin is gaining in popularity and slowly reclaiming its rightful place as the primary cocktail spirit.  There is still plenty of room for growth, however.  

 

Ginobility: Let’s talk about your first product Greyling Modern Dry Gin that is a handcrafted small batch gin.
We are sure that there are many things to tell us about. So let’s start with the name Greyling and the story behind it.

Nathan:  The greyling is a small, silvery trout like fish that populated waters in the northern Midwest and Great Lakes Region (where Ryan and I are from) until the early 1930s when they went extinct.  They were totally killed off by over fishing and by the lumber industry.  The rivers and streams where they spawned became clouded with silt created by logging. They greyling met their demise at approximately the same time that small scale distilling died off in the US because of Prohibition.  Our marketing story is that we are bringing the grayling back as a crisp, clean, craft gin.

 

Ginobility: Greyling is based on spirit that incorporates Michigan Hard Red Winter Wheat. What is special about this kind of wheat and is there anything about the production process, which makes it even more special?

Ryan:  We start with wheat for two reasons.  Practically, wheat makes a very neutral spirit.  For our gin it acts as a blank canvas.  It doesn’t influence the botanicals – they are able to stand individually.  Plus, grain is a significant portion of Midwestern agriculture.  It seemed an appropriate foundation for a regionally sourced gin like Greyling.

Ginobility: Greyling is based on 5 botanicals only. In Europe there are many Gins coming up with more than 10, 20 even 70 botanicals. So Greyling seem to focus more on the roots of Gin and concentrates on a kind of simplicity. Is this part of the concept?

Nathan: Simplicity is absolutely part of the concept.  A customer of ours said it well.  He complimented Greyling, calling it an exercise in restraint.  Greyling is a sort of revisionist take on gin.  We use only what’s necessary for balance, sweetness, and aroma.  Too many botanicals and gin can seem overworked and taste a bit muddy.

 

Ginobility: You use Juniper, Coriander seeds, Grapefruit and Orange peel and Lavender. What is special about these botanicals and what qualifies them to be used for making a Gin as nice as Greyling?

Ryan: Our choice of botanicals makes mistakes in the distilling process difficult to hide.  It’s an honest recipe.  Each botanical works nicely when used in the proper amount.  Too much, or too little, of any of the botanicals would make for a completely different gin.  

Nathan:  We’re proud of the combination.  When we started developing Greyling, we considered using a few more botanicals, but as things progressed it became evident that for this gin, the pared down list worked.  The lavender is sort of our tour de force.  This variety of lavender is specially grown, culinary grade lavender form northern Michigan.  It contains no camphor, like perfume grade lavenders, which can impart a bitter taste when incorporated into food and beverages.

 

Greyling Modern Dry Gins' Gold Medal from SFWSC 2013 Greyling Modern Dry Gins' Gold Medal from SFWSC 2013

Ginobility: How would you describe the taste of Greyling Modern Dry Gin to our readers and what makes it a “modern dry gin”?

Nathan:  Greyling is neither a fully traditional London dry gin nor a totally contemporary or New Western dry gin.  It’s somewhere in between.  At the onset the recipe is fairly traditional, however the use lavender to offset the juniper and citrus, and to give the mix balance and a hint of sweetness, is a more modern, American approach.
Ginobility: What kind of still are you working with? Are there any specials used for the production of Greyling Gin e.g. infusion, steam infusion, digestion etc.?

Ryan:  You’ll be happy to know that our American gin is made in a German still.  Greyling is distilled in a 90 gallon Christian Carl pot still.  The essence of the botanicals is removed using vapour extraction.    

 

Ginobility: As already mentioned Greyling Modern Dry Gin is your first product. Are you already working on other products? Maybe a follow up version of Greyling?

Ryan:  We’re seriously considering making a big, complex gin, one where the production process is a bit more involved.  But right now, Greyling is keeping us extremely busy.

Nathan:  Shortly we’ll be experimenting a bit with making our own tonic, one that combines well with Greyling.  It’s difficult to say now how that will go.

French 75 Cocktail French 75 Cocktail

Ginobility: Gin & Tonic is the most favourite gin based drink worldwide (together with maybe Dry Martini). Greyling for sure works fine for both and beyond. Do you have any recommendation regarding recipes that work best with Greyling?

Nathan:  One of my favourites is the Greyling French 75:
1.5 oz Greyling Modern Dry Gin, .75 oz fresh-squeezed lemon juice, .5 oz simple syrup.  2 oz Dry Sparkling Wine (brut champagne or cava), Lemon.  In a cocktail shaker combine gin, lemon juice, and simple syrup with ice.  Shake well.  Strain into glass.  Top with sparkling wine.  Garnish with a lemon twist.

 

Ginobility: We are proud to bring Greyling Modern Dry Gin to Europe and Germany. Is there anything you would like to tell our readers, who most probably never heard from you and your product before? Now is your chance! ☺

Nathan:  You’ll have to trust the guys at Ginobility.  Clearly, they know good gin!  Prost!!

 

We would like to thank Nate and Ryan for their time and foremost their faith in Ginobility! You can find Greyling Modern Dry Gin in our shop. Retailers, bar managers etc. please contact us via e-mail info@ginobility.de

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Schweizer Bio Gin von Lorenz Humbel

Wir sind sehr stolz, dass wir Euch in unserem Shop den Clouds Gin anbieten können. Im Februar haben wir in einem Interview bereits  Barchef Thomas Kloke vorgestellt, der maßgeblich an der Entwicklung dieses Gins beteiligt war. Der zweite „Vater“ des Clouds Gin ist Lorenz Humbel, in dessen Brennerei das Bio-Produkt hergestellt wird. Auch er stand uns für ein kleines Interview zur Verfügung:

Lorenz Humbel vor seinem "Zauberkasten" Lorenz Humbel vor seinem "Zauberkasten"

Ginobility:  Sie brennen nun bereits in dritter Generation hochwertige Spirituosen. Stand es für Sie je zur Debatte, einen anderen Beruf zu ergreifen und nicht in die Familientradition einzusteigen?

Lorenz Humbel: Mich hat die Schnapsbrennerei schon gereizt, aber ich hätte auch etwas anderes machen können. Mit 22 Jahren – als ich gerade für länger in Italien weilte – wollten meine Eltern wissen, ob einer von den Kindern die Brennerei übernehmen möchte. Da meine beiden älteren Geschwister das Angebot ablehnten, habe ich zugesagt, weil ich nicht wollte, dass die Brennerei verkauft wird. Ich habe mir noch 3 „Wanderjahre“ ausbedungen und dann mit 25 Jahren die Brennerei und die Geschäftsführung übernommen.

 

Ginobility:  Seit wann haben Sie Gin in Ihrem Repertoire und wie kam es zu dem Entschluss, Ihre Produktpalette um Gin zu erweitern?

Lorenz Humbel: Wir haben 1995 mit Brennen von Bio Kirschen begonnen. Laufend haben wir unser Sortiment mit Bio Spirituosen erweitert. Ein paar Jahre später auch mit einem Bio Gin.

 

Ginobility:  Sie stellen den White Socks und den Clouds Gin her. Wo liegen die Unterschiede zwischen den beiden (geschmacklich, in der Zusammenstellung der Zutaten oder bei der Herstellung)?

Der White Socks Bio Gin der Brennerei Humbel Der White Socks Bio Gin der Brennerei Humbel

Lorenz Humbel: Der „White Socks“ ist aus dem Bio Gin entstanden, die Rezeptur wurde aber belassen. Wir hatten diverse Gins und Tonics auf dem Markt eingekauft und machten mit unseren Probedestillate versuche. Relativ schnell wurde klar dass die Zitronenschale den Wacholder für den Gin Tonic am besten unterstützt. Der White Socks ist straight - einfach und klar – auch heute noch.

Der Glouds Gin ist eine Zusammenarbeit mit Andreas Kloke, Barmanager von der Clouds Bar in Zürich. Er ist mit seiner eigenen Rezept-Idee auf uns zugekommen. Der Clouds ist ein harmonisch und aromatisch sehr ausgewogener Gin, das trinkt sich locker auch pur!

 

Ginobility:  Als Sie den Clouds Gin zusammen mit Barchef Andreas Kloke für die Clouds Bar entwickelten, wie lief da diese Zusammenarbeit rein praktisch ab? Haben Sie gemeinsam geschnuppert und probiert oder lief es eher über eine „Fernbeziehung“?

Lorenz Humbel: Unsere Brennerei ist gut 25 km von der City von Zürich entfernt und deshalb war und ist es keine Fernbeziehung. Rezeptur und die geschmackliche Vorgabe kamen von Andreas Kloke. Wir haben das Brenner-Knowhow beigesteuert. Geschnuppert hatten wir ein paarmal zusammen in Stetten und Andreas Kloke hat mit den Mustern auch in seiner Bar experimentiert.

 

Ginobility:  Sind Sie mit bestimmten geschmacklichen Vorgaben oder Vorstellungen an die Entwicklung des Clouds herangegangen oder haben Sie sich gesagt: Schauen wir einfach einmal, was so beim Experimentieren herauskommt?

Der Clouds Gin aus der gleichnamigen Bar in Zürich Der Clouds Gin aus der gleichnamigen Bar in Zürich

Lorenz Humbel: Andreas Kloke ist mit einer klaren Vorstellung auf uns zugekommen: Neben Wacholderbeeren soll noch Koriander, Thymian, Salbei, Zitronen und Orangenschale mit in den Gin. 
Wir stellten an die Zusammenarbeit mit ihm nur eine Bedingung: Als leidenschaftliche Kirschbrenner sollte es im Clouds auch etwas Kirsch haben. Seit Jahren „predigen“ wir, dass selbst homöopathische Dosen Kirsch ein Dessert verfeinern. Und dies trifft ebenso auf den Clouds Gin mit seinen intensiven Kräuteraromen zu. Ehrlich: Die nicht ernst gemeinte Bedingung hat zu einem Resultat geführt, das auch uns verblüfft.

 

Ginobility:  Verraten Sie uns doch noch etwas über die Herstellung des Clouds Gin: Werden die Botanicals gemeinsam verarbeitet und woraus brennen Sie den Neutralalkohol als Grundlage?

Lorenz Humbel: Die Botanicals werden nicht alle zusammen als Gemisch in den Brennhafen gegeben, sondern wir stellen einzelne Destillate her, die erst nach der Degustation gemischt werden. Der Neutralalkohol ist ein Kornbrand. Alle Zutaten sind Bio.

 

Ginobility:  Stichwort Bio – Neben Fair Trade Produkten findet man bei Humbel ja sehr viele Bio-Produkte.  Was bedeutet Ihnen diese Zertifizierung, warum legen Sie soviel Wert darauf?

Lorenz Humbel: Ich bin selber schon lange ein überzeugter Bio Konsument und nach bald 20 Jahren Bio Schnapsbrenner Erfahrung  darf ich so viel verraten, dass generell nachhaltig und extensiv angebaute Rohstoffe meist besser im Geschmack sind. Gerade in der Destillation, wo wir eine schöne Farbe, optimale Größe, knackigen Biss und gute Lagerfähigkeit nicht ins Destillat hineinbringen, sind die inneren Werte der Rohstoffe entscheidend.

 

Ginobility:  Wie sehen Sie die Zukunft von Bio-Produkten? Ist der Verkauf nicht beispielsweise durch enge EU-Vorschriften stark behindert?

Lorenz Humbel: Der Markt für Bio-Produkte ist nach wie vor gut und bei den Destillaten sicher noch gut ausbaufähig. Was die Behinderung durch Vorschriften der Behörden anbelangt, kann man einen Brenner nicht beeindrucken, darin kennt er sich aus.

 

Ginobility:  Können wir uns denn vielleicht auf weitere/andere Gins aus dem Hause Humbel freuen?

Lorenz Humbel: Zusammen mit Andreas Kloke vom Clouds ist dies schon noch möglich.

Die beiden Macher des Clouds Gin - Andreas Kloke & Lorenz Humbel Die beiden Macher des Clouds Gin - Andreas Kloke & Lorenz Humbel

Ginobility:  Und was unsere Leser natürlich auch interessiert: Wie trinkt Lorenz Humbel seinen Clouds Gin denn am liebsten? Pur, mit Tonic, als Cocktail?

Lorenz Humbel: Ich trinke am liebsten alles pur, so auch die Gins. Nur in der Clouds Bar, wenn Andreas Kloke hinter dem Tresen steht, kann ich einem Gin Tonic nicht widerstehen!

 

Das können wir sehr gut verstehen und stoßen gerne im Geiste mit Ihnen an: Cheers, Herr Humbel und vielen Dank für das Interview!

Bild: Humbel Spezialitätenbrennerei

Über den Wolken! Clouds Gin - Das Interview

Seit April letzten Jahres präsentiert die Clouds Bar in Zürich stolz ihren eigenen Gin (den wir übrigens auch bei uns im Ginobility-Shop vertreiben). „Clouds“ heißt er ganz schlicht, so wie die Bar selbst. Der Dry Gin wurde in Zusammenarbeit mit der Brennerei Humbel vom Bar Manager Andreas Kloke entwickelt. Ihm durften wir einige Fragen zu diesem innovativen Gin und zu den Hintergründen stellen.

Ginobility: Herr Kloke, Sie sind Bar-Manager der Clouds Bar hoch oben im Prime Tower in Zürich, dem höchsten Gebäude der Schweiz. Wollten Sie schon immer so hoch hinaus? Erzählen Sie uns doch kurz etwas über Ihren beruflichen Werdegang.

Andreas Kloke: Meine Ausbildung habe ich im Maritim Hotel Magdeburg gemacht.
Nach verschiedenen Stationen u.a. in Wolfsburg, Maritim Köln und der Shepheard Bar bin ich 2007 nach Zürich ausgewandert und habe knapp 5 Jahre als Bar Manager im Zürich Marriott gearbeitet.
Nachdem fest stand dass es neben dem geplanten Restaurant im Primetower auch eine Bar geben wird, stand mein Entschluss dorthin zu wechseln sehr schnell fest.
Seit Oktober 2011 bin ich nun im CLOUDS als Bar Manager angestellt.

 

12136-CloudsGin Clouds Gin - Optisch und geschmacklich ein Highlight

Ginobility: Es gibt nicht viele Bars, die einen selbst entwickelten Gin vorweisen können. Wie kam es zur Idee, den Clouds zu entwickeln und wieso ist ein Gin auserkoren wurden, ihre Bar zu repräsentieren und nicht ein Wodka, ein Whisky oder ein speziell kreierter Cocktail?

Andreas Kloke: Gin war schon immer meine Lieblingsspirituose, schon während meiner Anfangszeit hinter der Bar. Natürlich hat die steigende Popularität des Gins auch noch dazu beigetragen.
Die Idee eine eigene Spirituose zu produzieren bzw. zu  gestalten hatte ich schon relativ lange.
Mit dem Clouds als Firma und der Destillerie Humbel hatte ich glücklicherweise zwei Parteien, die dem ganzen Projekt sehr offen gegenüberstanden.

 

Ginobility: Einen neuen Gin schüttelt man nicht eben mal so aus dem Ärmel und sicher gab es so manche Hürde zu nehmen….Wie lange dauerte es von der ersten Idee bis zum ersten Öffnen einer Flasche Clouds Gin in Ihrer Bar?

Andreas Kloke: Die Idee wurde das erste Mal im Februar 2012 mit dem Clouds und Lorenz Humbel diskutiert. Bis zur Marktreife hat es dann noch ein gutes Jahr gedauert.

 

Die beiden Macher des Clouds Gin - Andreas Kloke & Lorenz Humbel Die beiden Macher des Clouds Gin - Andreas Kloke & Lorenz Humbel

Ginobility: Den Clouds Gin haben Sie zusammen mit Lorenz Humbel entwickelt, der ihn in seiner Brennerei in Stetten herstellt. Warum fiel die Wahl auf diesen Partner?

Andreas Kloke: Die Firma Humbel und ihre Produkte kannte ich bereits aus dem Marriott. Die Wahl fiel letztendlich auf diesen Partner, weil sie für Regionalität und Nachhaltigkeit stehen.

 

Ginobility: Was charakterisiert den Clouds Gin und warum haben Sie ihn geschmacklich in diese Richtung gesteuert? Hatten Sie eine „Vision“, wie er sein sollte?

Andreas Kloke: Wir wollten einen Gin herstellen, der auch für die Schweizer Aromen steht. Für mich als Deutscher hatte ich in der Vergangenheit immer das Bild mit den Kräutern wie z.B. Salbei und natürlich die Kirschbrände im Kopf. Lorenz hatte mir zu Beginn eine scherzhafte Bedingung für den gemeinsamen Gin gestellt. Ich sollte seinen Kirsch mit einbeziehen bzw. verarbeiten. Ich glaube, das haben wir dann recht gut umgesetzt.

Umfangreiche Spirituosen Auswahl im Clouds Zürich Umfangreiche Spirituosen Auswahl im Clouds Zürich

Ginobility: Es soll ja in Ihrer Bar eine sehenswerte Gin & Tonic Karte geben... Wie viele Produkte bieten Sie denn an? Auf welche Specials sind Sie besonders stolz?

Andreas Kloke: Im Sortiment haben wir zurzeit ca. 40 Gins. Es sind einige Highlights dabei, die für uns in der Schweiz schon etwas schwieriger zu bekommen sind bzw. waren. Den One Key aus Singapore beispielsweise, den Cold River aus Maine USA oder Ransom Old Tom aus Oregean, USA würde ich schon als Highlight bezeichnen.

 

 

 

Ginobility: Sie bieten den Clouds Gin nun seit fast einem Jahr in Ihrer Bar an. Wie ist er bei Ihren Gästen angekommen, welche Erfahrungen haben Sie in dieser Zeit mit ihm gemacht?

Andreas Kloke: Die Reaktionen der Gäste waren sehr positiv. Zu Beginn lief natürlich alles über Empfehlungen, aber mittlerweile wird er von den Gästen direkt bestellt.

 

Ginobility: Wie trinken Ihre Gäste den Clouds Gin am liebsten, wie geht er am häufigsten über den Tresen?

Andreas Kloke: Meistens als Gin & Tonic mit einem Salbeiblatt und einer Kirsche. Einige wenige trinken ihn allerdings auch pur.

 

Ginobility: Und wie trinkt Andreas Kloke den Clouds Gin selbst am liebsten? Vielleicht haben Sie ja einen „heißen“ (oder kalten….) Tipp für uns?

Andreas Kloke: Ich trinke ihn eigentlich am liebsten pur oder als Martini mit einem Salbeiblatt gerührt.

 

Ginobility: Stichwort Bio – Sie haben sich mit Humbel für eine Brennerei entschieden, die Wert auf Fair Trade und Bioprodukte legt. Haben Sie den Eindruck, dass es auch einen Unterschied für Ihre Gäste macht? Wird auch konkret nach Bio-Spirituosen gefragt?

Andreas Kloke: Aktiv nachfragen tut aktuell noch niemand. Allerdings sind die meisten Gäste erfreut, wenn man ihnen erklärt, dass der Gin ausschließlich aus Bio Produkten besteht und dazu noch aus der Region stammt.

 

Ginobility: Gin boomt derzeit und hat sich zu einem richtigen In-Getränk entwickelt. Wie schätzen Sie seine Chancen in der Zukunft ein - wird er sich behaupten oder sehen Sie eher rückläufige Nachfragen in den kommenden Jahren?

Andreas Kloke: Das ist zurzeit noch nicht abschätzbar. Ich denke, der Gin Boom wird noch einige Zeit bleiben, da diese Spirituose natürlich so facettenreich ist.

Vielen Dank, dass Sie sich für uns Zeit genommen und unsere Neugier gestillt haben!

 

Bilder: CLOUDS Gastro AG

Elephant Gin - Das Interview mit den Machern

 

Elephant Gin Flasche - Design bis ins kleinste Detail Elephant Gin Flasche - Design bis ins kleinste Detail

Mitte 2013 stießen wir bei unsere täglichen Suche nach neuen, ausgefallenen und besonderen Produkten aus der Gin und Tonic Welt auf einen deutschen Gin namens Elephant Gin der uns gleich gefangen nahm und faszinierte.
Nach der ersten Kontaktaufnahme mit Inhaber Robin Gerlach waren wir uns schnell einig und hatten die Ehre als erster Händler in Deutschland Elephant Gin temporär exklusiv über unseren Shop und darüber hinaus vertreiben zu können.

Wir freuen uns darüber Euch heute endlich das Interview mit Inhaber Robin Gerlach und dem Master Destiller Benny Kohr präsentieren zu dürfen.

Was macht Eurer Meinung nach ganz allgemein betrachtet einen sehr guten Gin aus?!
RG: Ein sehr guter Gin hat einen ganz eigenen Charakter; und am besten kann man diesen erkennen wenn man den Gin nur mit Wasser verduennt kostet. In einem guten Gin suche ich nach mehr als  bloss Wacholder-und Zitrusnoten sondern auch nach anderen facettenreichen Geschmackselementen.

 

Elephant Gin ist ein echtes Gesamtkunstwerk, von der Flasche, über die Aufmachung und die Geschichte bis hin zum eigentlichen Gin, den verwendeten Botanicals und dem tollen Engagement um die "Grauen Riesen Afrikas". Wie kam es zu der Idee zu Elephant Gin?
RG: Die Idee entstand durch die Reisen von Tessa und mir in Afrika; vor allem aber die mehreren Wochen die Tessa mit Organisationen wie Space4Elephants in Suedafrika verbracht hat. Auch nach unseren Reisen wollten wir etwas für die vom Aussterben bedrohten afrikanischen Elefanten tun und Organisationen unterstützen, die vor Ort handeln. Gleichzeitig wollte ich endlich meine Idee eines neuen Gins verwirklichen. Somit stand nicht nur der Name fest, sondern auch auch das Land, das uns für die Zutaten inspirieren sollte...

Engagement für Afrikanische Elefanten - Big Life Foundation Engagement für Afrikanische Elefanten - Big Life Foundation

Afrika bildet den Kern rund um das Gesamtkunstwerk Elephant Gin. Woher stammt die Tiefe Verbundheit mit diesem Kontinent?
RG: Für diejenigen, die schon einmal in Afrika gereist sind und dort auch abseits vom grossen Tourismus das Land entdeckt haben, wissen dass Afrika etwas Magisches hat was nur schwer zu beschreiben und andererseits unmöglich zu vergessen ist. Auch zurück in Europa haben uns diese Erfahrungen nicht losgelassen und obwohl wir (zur Zeit) in Europa leben, wollen wir stets die Beziehung zu den Menschen dort aufrecht erhalten und ihre grossartige Arbeit unterstützen.

 


Auch wenn wir Elephant Gin bereits in unserem Shop eingehend portraitiert haben, wie würdet Ihr ihn aus Eurer Perspektive beschreiben, woher kam die Expertise bei der Rezepturentwicklung und was macht ihn aus Eurer Sicht so besonders?
RG: Elephant Gin ist aus einer wahren Passion entstanden und ein Produkt in dem viel Herzblut steckt. Nicht nur der Inhalt, sondern auch das Packaging macht ihn aus. Jedes Detail hat eine Bedeutung; viele davon mit Bezug auf die geschichtliche Entdeckung Afrikas und Verwendung von natürlichen Materialien.

Der Inhalt ist unser ganzer Stolz, denn da wir nicht aus einer Brennereifamilie stammen, haben wir Unterstützung von einer Reihe diverser Experten, darunter Biochemiker, Whiskey-Macher, Barbesitzer und Parfümeure, bekommen, die das Rezept mit uns entwickelt haben. Fuer mich sind es besonders die frischen Äpfel und afrikanischen Kräuter, die Elephant Gin facettenreicher macht als andere Gins. Ganz besonders hoffen wir auch, dass unser Produkt Leute anregt sich mit dem akuten Thema des vom Aussterben bedrohten afrikanischen Elefanten zu beschäftigen! Wenn wir heute nichts dagegen tun, wird es in ca. 15 Jahren keine mehr geben... 

Zwei der 14 Botanicals im Elephant Gin Zwei der 14 Botanicals im Elephant Gin

Elephant Gin basiert auf einer Vielzahl afrikanischer Botanicals. Da Afrika ja bekanntermaßen über eine extrem artenreiche Fauna verfügt ist das Angebot ja schier endlos. War das Geschmacksprofil für Elephant Gin von Anfang an klar sodass die Auswahl der "richtigen" Botanicals nicht weiter schwer fiel?


RG: Zuanfangs, hatten wir eine lange Liste von Kraeutern, die uns gefielen. Allerdings mussten wir eine Reihe davon direkt streichen, da sie in einigen europäischen Ländern nicht legal sind. Dann war uns natürlich der Geschmack wichtig und somit musste erstmal gerochen, eingelegt, gekocht und getrocknet werden. Anschliessend haben wir viele Monate getestet und dabei auf immer mehr Kräuter verzichten müssen - oft wegen ihrer bitteren Note.

Aus diesem riesigen Angebot ist ja bestimmt nicht sofort die letztendliche Botanical - Auswahl getroffen worden. Wie lange hat der Auswahlprozes bzw. der gesamte Entwicklungsprozess bis zum fertigen Elephant Gin gedauert? Wie viele "Beta-Versionen" sind bis zum Tag x entstanden?
Das ist eine schwierige Frage. Wir haben sicherlich ein Jahr im Labor gearbeitet bevor wir mit der wirklichen Anlage gearbeitet haben. Nach jeder Version wurden unsere Testnasen zu Rate gezogen; es wurde blind gekostet und immer wieder im Kreis einer Runde von Barkeepern diskutiert und verglichen. Oft habe ich schon morgens direkt nach dem Aufstehen das erste Mal gerochen um zu sehen ob sich meine Meinung vom Vortag verändert hatte. Wenn ich eine Zahl nennen müsste, dann würde ich auf um die 30 Versionen schätzen..

Frage an Benny: Die Kreation eines so hochwertigen Gins wie Elephant Gin bedarf natürlich handwerklichen Geschicks und viel Erfahrung. Wie begann Dein Werdegang? Was hat Dich zum Gin gebracht bzw. wie kamst du zu Elephant Gin und was verbindet dich mit ihm?
BK:Ich bin seit mittlerweile 15 Jahre im Unternehmen riha und mehr als 10 Jahre  als Destillateur in Schwechow beschäftigt. Als eines Tages dann ein nettes Telefongespräch mit Robin stattfand, war ich sofort von dem Thema Gin begeistert, zumal mich Gin auch im privaten Leben des öfteren begleitet hat. Ich nahm es als neue Herausforderung an und schon bald fand das erste Treffen mit Robin statt.

Frage an Benny: Elephant ist ein London Dry Gin, heißt alle Botanicals werden zusammen mazeriert und danach destilliert. Wie Du eben schon angemerkt hast kommst Du ja eher aus dem Obstbrand. Welche Herausforderungen brachte das für die Entwicklung von Elephant Gin mit sich?
BK: Als reiner obstverarbeitender Betrieb, stellte sich natürlich für mich die Frage ist es überhaupt möglich hier in Schwechow einen Gin aus technischer Sicht zu produzieren. Aber na klar, denn Gin ist ganz genau genommen eine andere Art des Obstgeistes den wir hier auch produzieren, und bei beiden Arten ist es wichtig soviel Aromen und Alkohol zu destillieren wie nur möglich. Also war es klar das wir den Gin auf unser eigenen Geistanlage destillieren werden, dazu waren im Vorfeld einige Versuche notwendig  um die optimale Kräutermischung zu finden

Frage an Benny:  Mit welchen Destillationsaparaturen arbeitet Ihr und gibt es Besonderheiten die sie auszeichnen, dass sie für Elephant Gin Verwendung finden?
BK:Für den Elephant, nutzen wir unsere dampfbeheizte 500l Obstgeistanlage von der Fa. Holstein/Bodensee (der Mercedes unter den Brennereianlagen).
Da sich aber jede Anlage auf der ganzen Welt anders  auf den Elephant Gin Destillat auswirken würde  und sein eigenen Charakter dadurch mit sich bringt, waren einige Versuche notwendig.

Elephant Gin ist ein noch sehr junger und wirklich besonderer Gin. Daher ist das vielleicht eher eine hypothetische Frage, aber denkt man bei Euch schon über einen Destillers Cut oder andere "Spielarten" des Gins nach die das Angebot ergänzen könnten?
RG: Ja, sicherlich wir sind auch schon in den Startloechern... bald mehr.

Elephant Gin ist zwar offenkundig ein aus Deutschland stammender bzw. hier hergestellter Gin, konzeptionell und bezogen auf die Botanicals aber ebenso weit weg von Deutschland. Wie wichtig ist eurer Meinung nach die Herkunft eines Gins und welche Rolle spielt sie bei Elephant Gin?
RG: Um diese Frage zu beantworten muss man einen kurzen Abstecher in die Geschichte machen, denn die erste Ginproduktion führt zurück nach Holland, dann England und ihre Kolonien in Afrika und der Welt. Heute werden fast alle Gins mit einer Vielzahl an Zutaten , und nicht konzentriert wie zum Beispiel Wein, Champagner, Liquer oder Bier, hergestellt. Das Produkt Gin ist also ein wahrer Weltenbummler und wir integrieren Zutaten aus Ländern, die uns inspirieren. Darunter die afrikanischen Botanicals, aber auch gleichzeitig die frischen Äpfel aus Deutschland, die dem Produkt einen wichtigen lokalen Charakter und Geschmack geben.

Die Abstände in denen neue Gins auf den Markt drängen werden immer kürzer. Man kann fast sagen das täglich neue Produkte das Licht der Gin-Welt erblicken.
Wie betrachtet ihr diese Entwicklung und welche besonderen Herausforderungen bringen diese aus Sicht eines so jungen neuen Unternehmens wie Ihr es seid mit sich?
RG: Das ist richtig; wir haben uns das auch oft vor Augen gehalten. Weltweit gibt es sicherlich ein paar hundert Gins, die sich gegen die grossen Marken behaupten wollen. Unser Gin hat ein sehr eigenes Geschmacksprofil welches fuer die Barszene interessant ist um neue Cocktails zu kreieren.  Die Aufmachung des Produkt spricht viele Konsumenten an, sowie die Geschichte der Entstehung und unseres Engagement in Kenya und Süd-Afrika. Man braucht im heutigen Markt nicht nur ein gutes Produkt sondern auch wahre Passion, Liebe zum Detail und Durchhaltevermögen um dem Konsumenten etwas aussergewöhnliches anbieten zu können.

Elephant Gin - Höchst vielseitig in Cocktails einsetzbar. Elephant Gin - Höchst vielseitig in Cocktails einsetzbar.

Eine letzte Frage: Wie trinkt ihr Elephant Gin am liebsten bzw. habt ihr einen Insidertipp wie man ihn mal probieren sollte?
RG: Am liebsten trinke ich Elephant Gin pur (mit etwas Wasser vermischt) um die verschiedenen Geschmacksnoten zu geniessen. Das kann ich jedem empfehlen! Ich trinke Elephant Gin ausserdem gerne in einem Negroni oder Tembe (50ml Elephant Gin, dash of Absinthe, dash of Lillet blanc, lemon twist, black pepper and lemon bitters).

Vielen Dank Euch beiden für den Einblick hinter Elephant Gin! Wir wünschen Euch alles Gute und weiterhin viel Erfolg!

 

Wenn Ihr jetzt neugierig geworden seid, schaut doch mal bei uns im Shop vorbei und lest weiteres zu Elephant Gin und vor allem das Tasting. Für weitere Infos besucht einfach die neue und tolle Elephant Gin Webseite oder folgt dem Elephant auf Facebook.

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