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Interviews

The Duke Munich Dry Gin - einer der ersten deutschen Gins! Ein Interview.

The Duke Munich Dry Gin gehört zu den ersten deutschen Gins die es völlig zu recht zu internationalem Ansehen gebracht haben und somit dazu beitrugen Deutschland als ernstzunehmende Größe im internationalen "Gin-Zirkus" zu etablierten.

The Duke Munich Dry Gin - klassisch in der Form, unverwechselbar im Geschmack. The Duke Munich Dry Gin - klassisch in der Form, unverwechselbar im Geschmack.

Da The Duke zu den ersten Gins in unserem Shop gehörte, haben wir die münchner Gin Pioniere zum Interview gebeten um mehr über diesen besonderen Gin zu erfahren und einen Blick hinter die Kulissen zu werfen.

Unser Interviewpartner Maximilian Wagner stieß 2010 zu den beiden Gründern Maximilian Schauerte und Daniel Schönecker von The Duke hinzu und kümmert sich seitdem um den Vertreib und die Vermarktung.

The Duke Munich Dry Gin - Die Macher v.L.n.R. Maximilian Wagner (Vertrieb und Vermarktung, Maximilian Schauerte (Gründer), DanielSchönecker (Gründer), Marcelo Fernandes (Auszubildender Destillateur) The Duke Munich Dry Gin - Die Macher
v.L.n.R. Maximilian Wagner (Vertrieb und Vermarktung, Maximilian Schauerte
(Gründer), DanielSchönecker (Gründer), Marcelo Fernandes (Auszubildender Destillateur)

Ginobility: Was macht Eurer Meinung nach einen sehr guten Gin aus?!

Maximilian Wagner: Ein sehr guter Gin sollte meiner Meinung nach insbesondere dadurch glänzen, dass er einen eigenen Geschmack hat und nicht nur eine Kopie eines vielleicht schon etablierten und „funktionierenden“ Gin ist.
Die Auswahl höchstwertiger Zutaten und eine saubere Herstellung nehme ich mal als Grundvoraussetzung.

 

Ginobility: Wie lange habt Ihr gebraucht um das Rezept für The Duke in der jetzigen Form zu kreieren? Gab es Vorbilder bei der Rezepturentwicklung bzw. woher kam die Inspiration?

Maximilian Wagner: Die Grundidee des Duke Gin war einen „ursprünglichen“ Gin zu entwickeln, einen, der wieder auf den Ursprung des Ganzen zurückgeht – die Wacholderbeere. Zusätzlich war klar, dass er nicht eintönig sein durfte, so dass eine Komposition an Kräutern und Gewürzen (Drogen) gewählt wurde, die den Duke mit einer herrlich kräftigen Wacholdernote daherkommen lassen, ihm aber auch eine Frische und Vollmundigkeit verleihen. Das Ziel war auch ganz klar, dass der Gin sich nicht z.B. von Tonic „beerdigen“ lassen sollte, sondern durch-schmeckt und den Drinks seinen eigenen Charakter und Geschmack zugibt.

 

The Duke Munich Dry Gin und der Kupfer Still der deutschen Firma CARL  The Duke Munich Dry Gin und der Kupfer Still der deutschen Firma CARL

Ginobility: Gibt es Besonderheiten bei der Herstellung von The Duke bzw. mit welchen Destillationsverfahren arbeitet Ihr?

Maximilian Wagner: Besonders ist sicherlich die Auswahl der Drogen – alle aus biologischem Anbau, was weniger einer ideologischen Vorstellung geschuldet ist sondern sich schlicht auf die gewünschte, höchste Qualität bezieht. Biologisch angebaute Wacholderbeeren sind deutlich aromatischer als konventionell ausgebaute Ware – das setzt sich auch bei den anderen Kräutern und Gewürzen und dem Grundalkohol – aus 100% biologisch angebautem Getreide gebrannt – durch…
Wir destillieren zweifach in unserer eigenen kupfernen Destille; auch Abfüllung und Etikettierung wird von uns selbst im eigenen Haus erledigt, genauso wie auch Vertrieb und Vermarktung von uns erledigt werden.
In der Produktion haben wir somit die Möglichkeiten immer und überall laufend Qualitätskontrollen durchzuführen, und man muss sich nicht z.B. auf einen „Lohnbrenner/-abfüller“ verlassen – was der ganzen Sache eh wieder seinen Charme und Authentizität nehmen würde ☺

Die Bio-Botanicals des The Duke Munich Dry Gin Die Bio-Botanicals des The Duke Munich Dry Gin

Ginobility: Was ist das typisch münchnerische bzw. bayrische an The Duke?!

Maximilian Wagner: Ich glaube hier gibt es verschiedene Punkte:

  1. Wir haben Hopfen und Malz in unserem Gin; was bei der Rezeptentwicklung zunächst mal mit einem Lächeln und Augenzwinkern ausprobiert wurde, zeigte schnell, dass es Sinn macht: Gersten-Malz ist geschmacklich kaum wahrnehmbar, macht unseren Gin trotz 45% vol aber schön weich und vollmundig; Hopfenblühten verleihen dem Gin (wie auch beim Bier) eine gewisse Würzigkeit.
  2. Der Name ist ebenfalls sehr Münchnerisch/Bayrisch, da er sich direkt auf unseren Stadtgründer bezieht – Herzog Heinrich der Löwe → Herzog = The Duke
  3. Wir sind seit den 1970er Jahren die erste Destillerie, die tatsächlich ihre gesamte Produktion mitten in München (Schwabing/Maxvorstadt) angesiedelt hat.
  4. Trotzdem verstehen wir uns nicht nur als Münchner Gin sondern auch als ein Deutsches Produkt, das man inzwischen ebenso gerne in Hamburg, Berlin, Köln, Frankfurt oder Stuttgart genießt – natürlich auch in den ländlicheren Regionen.

 

Ginobility: Wieso habt Ihr Euch für einen so aromatischen und gehaltvollen Gin entschieden?

Maximilian Wagner: Gin ist klassischer Weise keine Spirituose die man in großen Mengen pur trinkt (auch wenn ich es jedem nur empfehlen kann den Duke nach einem opulenten Mahl auch mal pur als Digestif zu genießen!), er findet die größte Verwendung in diversen Cocktails und Longdrinks – allen voran der Gin & Tonic. Wenn man jetzt einen Gin hat, der eher etwas „schwach auf der Brust“ ist, kann es gut sein, dass er sich vom Tonic „beerdigen“ lässt – das passiert mit dem Duke Gin nicht. Man wird immer erkennen, dass ein Duke-Gin & Tonic auch ein Duke-Gin&Tonic ist.
Ginobility: Wenn Ihr eine „Special Edition“ von The Duke entwickeln würdet, wie sähe dieser bzw. wie würde dieser schmecken?

Maximilian Wagner: (lacht) wäre die Rezeptur nicht anders ausgefallen, wenn man was anderes gewollt hätte?! Wir sind immernoch sehr zufrieden mit dem eigenen, einzigartigen Geschmack des Duke Gins ☺
Aber die Gedanken sind ja frei – ich schau mir immer gerne Gin auf Navy Stregth an.
Zunächst müssen wir aber noch schauen, den Duke und auch sein neues Geschwisterchen – den LION’S Vodka – weiter voranzutreiben.

 

Ginobility: Ihr habt jetzt schon die zweite Auflage von speziell auf The Duke ausgelegten Gin & Tonic Rezepten herausgebracht. Wer kreiert diese für Euch?

Maximilian Wagner: Die Rezepturen kommen von Andreas Plucinsky, der sie zusammen mit Peter A. Wolf entwickelt hat. Der Anspruch war hier: hervorragende Drinks zu kreieren, die nicht all zu aufwändig in der „Herstellung“ sind und dazu immer wieder geschmacklich etwas Neues bieten.
Das faszinierende ist eigentlich, dass es immer „nur“ Gin & Tonic ist, die aber durch die Zugabe unterschiedlicher Garnituren unterschiedlichste Geschmacksrichtungen bekommen, der Duke Gin ist hierbei die starke Grundlage auf dessen Rücken die Geschmäcker spielen können.

 

The Duke Munich Dry Gin & Tonic The Duke Munich Dry Gin & Tonic

Ginobility: Mit welchem Tonic Water funktioniert The Duke am besten?

Maximilian Wagner: Diese Wahl überlassen wir gerne jedem selbst und ich kann nur jeden dazu ermutigen sich mal durchzuprobieren!
Herrlich, wie unterschiedlich ein Gin & Tonic schmecken kann, wenn man nur das Tonic ändert; variiert man dann auch noch dazu die Garnitur (z.B. Zitrone, Limette, Orangenzeste) ergeben sich wieder eine Vielzahl an Möglichkeiten!

 

Ginobility: Wie trinkt Ihr The Duke am liebsten?!

Maximilian Wagner: Ich denke das ist Tagesabhängig. Als Gin & Tonic, im Martini, als Digestif, im Red Snapper… die Möglichkeiten sind hier (fast) unendlich ☺
Ginobility: Deutschland geht die positive Entwicklung der Spirituose Gin in eindrucksvollem Tempo mit. Wie sieht Eurer Meinung nach die Zukunft des Gin generell bzw. in Bezug auf den Deutschen Markt aus!? Seht Ihr ein ähnlich langfristiges Potenzial wie in Spanien wo Gin & Tonic eine Art Nationalgetränk ist?

Maximilian Wagner: Viele sprechen von einem Gin-Hype, wir sehen es mehr als eine Gin-Renaissance. Gin war immer da und wird auch immer an den Bars bleiben, aber wie in jedem Segment verschieben sich die Geschmäcker von Zeit zu Zeit.
Ich glaube für eine Größe wie in Spanien – als Nationalgetränk -, wird es in Deutschland nicht reichen (dafür ist es hier nicht warm genug ;-) ). Da bleibt das Gros der Leute doch eher dem Radler und dem Bier verbunden.
Aber es ist schön zu sehen, wie die Barszene sehr kreativ und hochwertig wächst und in der Bar gehört Gin nun mal zu den wichtigsten Grundspirituosen…

 

Ginobility: Fast monatlich erscheinen neue deutsche Gins auf der Bildfläche. Wie bewertet Ihr diese Entwicklung mal abgesehen von der wachsenden Konkurrenz für The Duke? Teilweise hört man bereits von einer „Ginflation“.

Maximilian Wagner: Wenn ein Markt funktioniert, wird es immer wieder Neueintritte neuer Marken geben, damit war und ist zu rechnen.
Wettbewerb belebt das Geschäft, nicht nur, weil sich die einzelnen Firmen untereinander den Markt teilen müssen – sondern auch weil erst durch eine Mehrzahl an Firmen auch ein Markt geschaffen werden kann!
Rückblickend war es sicherlich nicht schädlich für den Deutschen Gin-Markt, dass relativ zeitgleich mit uns zwei weitere Marken auf den Markt kamen – so war keiner von uns eine „komische Rarität, denn Gin hat schließlich aus England zu kommen“, sondern zusammen weckte man die Aufmerksamkeit der Leute, dass bester Gin tatsächlich auch aus Deutschland kommen kann!
Ob man tatsächlich mehr als sechs Ginsorten im Regal stehen haben muss… das  wird die Zukunft zeigen; alles gut, so lange der Duke im Regal steht ;-) (lacht)

Vielen Dank Maximilian Wagner für das Interview und weiterhin viel Erfolg mit The Duke und dem  "kleinen Geschwisterchen" LION'SVodka!

Wer sich noch ein wenig genauer über The Duke Munich Dry Gin informieren möchte, sollte mal auf www.theduke-gin.de vorbeischauen.

 

Der "Neue" aus München! feel! Munich Dry Gin - Das Ginobility Interview mit Korbinian Achternbusch.

Deutschland legt kontinierlich nach und baut seinen Ruf als neues Gin-Land weiter aus.

Es ist schon ein paar Monate her, dass Korbinian Achternbusch seinen eigenen Gin mit dem vielsagenden Namen feel! der Öffentlichkeit vorstellte. feel! Munich Dry Gin ist, für diejenigen die noch nichts von ihm gehört haben sollten, einer der "neuen jungen und wilden" Gins, die zwar die Tradition des Gins im Hinterkopf haben, aber das Augenmerkt nicht ausschließlich auf Wacholder lenken.
Damit reiht er sich nicht nur in die illustre Runde der beliebten deutschen Gins wie Monkey 47, Gansloser Black Gin, Adler Berlin Dry Gin oder den ebenfalls aus München kommenden The Duke Munich Dry Gin ein. Die Messlatte liegt hoch und der Wettbewerb ist nicht von der Hand zu weisen.

Feel_moodfeel! ist mit Sicherheit alles andere als klassisch. Durch seine Milde und dem sehr frischen Charakter schließt er aber tatsächlich eine Nische im Markt der deutschen Gins.

Wir wollten es genauer wissen was Korbinian angetrieben, inspiriert und motiviert hat, seinen eigenen Gin zu kreieren und was genau hinter feel! Munich Dry Gin steckt.

Ginobility: Woher kommt die besondere Begeisterung für Gin und wie kamst Du auf die Idee Deinen eigenen Gin zu kreieren?

Korbinian Achternbusch: Die Idee meinen eigenen Gin herstellen zu können, kam mir vor knapp 2 Jahren als ich vom Oktoberfest heimgefahren bin. Ich war auf der Suche nach einem fruchtigen Gin, den ich pur trinken konnte. Als ich nicht fündig wurde, war komischer Weise der erste Gedanke, dass ich doch selbst Gin herstellen könnte. Was ursprünglich im wahrsten Sinne des Wortes eine ,,Bieridee´´ war, nahm dann nach dem Besuch von diversen Messen Form an. Ich entschloss mich das Ganze in die Tat umzusetzen.

 

Der Macher von feel! Munich Dry Gin, Korbinian Achternbusch Der Macher von feel! Munich Dry Gin, Korbinian Achternbusch

Ginobility: Wie man liest, bist Du ursprünglich weder vom (Destillations-) Fach, noch hast Du entsprechendes Know how in Deinem unmittelbaren Umfeld verfügbar gehabt.
Wie lange dauerte es, sich ausreichend viel fundiertes Know how anzueignen um z.B. zu entscheiden, dass es eine maßgeschneiderte 150l-Destille der Firma Müller sein muss?

Korbinian Achternbusch: Ich habe viele Messen besucht und mir alle Hersteller angeschaut. Nach einem längeren Gespräch mit Herrn Müller stand es für mich fest, dass es eine 150l Destillationsanlage vom Müller sein musste. Meine Maschine hat jede technische Neuerung und Raffinesse, die es bedarf, damit ich unkompliziert und wirtschaftlich arbeiten kann.

Die Ausstattung meiner Destillationsanlage reicht von einer IP-Steuerung für das Iphone, mit der ich den Kessel anheize, bis zur Veredelung mit einer Marmorplatte auf dem Kühlwasserbehälter. Es war mir sehr wichtig gerade bei Destilleriebesichtigungen einen sehr schönen Kessel präsentieren zu können.

Zudem steht bei mir der Arbeitskomfort im Mittelpunkt, da ich nach wie vor alle Produktionsprozesse selber von Hand nacheinander weg arbeite.

 

Ginobility: feel! Munich Dry Gin hebt sich durch seinen fruchtig-frischen und komplexen Charakter klar vom klassischen Gin ab – reiht sich dafür aber in die illustre und äußerst dynamische Familie der sogenannten „New Western Dry Gins“ ein. Woher kam die Entscheidung genau diesen Weg zu gehen?

Korbinian Achternbusch: Ich denke die Kategorie des New Western Dry Gin spiegelt am besten den derzeitigen Spirituosentrend wieder. Ich bin selber ein großer Liebhaber fruchtiger Obstbrände, daher lag es für mich sehr nahe einen ,,fruchtigen Wacholdergeist´´ in Form eines New Western Dry Gin zu produzieren. Entgegen anderen Masseprodukten wollte ich, dass man den Feel! auch pur genießen kann. Von einem fruchtigen Aperitif, über einen fruchtigen Gin Tonic bis zum Verdauungsschnaps ;) ist geschmacklich keine Grenze gesetzt.

 

Ginobility: Bio spielt für Dich und feel! Munich Dry Gin eine zentrale Rolle. Dass schöne an Bio ist ja auch - neben den natürlicheren und volleren Aromen und dem Aspekt der Nachhaltigkeit – das eine Ernte an z.B. Heidelbeeren nicht wie eine Andere schmeckt. Unterliegt feel! Munich Dry Gin dadurch entsprechenden geschmacklichen Schwankungen, wie z.B. Blackwood’s Vintage Dry Gin, die genau das bewusst in Kauf nehmen?


Korbinian Achternbusch: Auch der Feel! Gin unterliegt kleinen Schwankungen im Geschmack, die aber auch bei einer direkten  Verkostung von mehreren Flaschen nur schwer auszumachen sind.

 

Ginobility: Verwendest Du für feel! Munich Dry Gin frische oder getrocknete Botanicals? Worin liegt der genaue Vorteil deiner Wahl?

Korbinian Achternbusch: Bei der Mazeration werden frische Limettenschalen und luftgetrockneten Beeren verwendet. Um eine ausgezeichnete Qualität zu gewährleisten, sind die Beeren luftgetrocknet, damit der perfekte Reifepunkt garantiert ist.   

 

Ginobility: Gibt es spezielle Besonderheiten bei der Herstellung bzw. beim Destillationsprozess die feel! von anderen Gins unterscheidet und zu dem macht was er ist?

Korbinian Achternbusch: Ja, aber dies unterliegt unserem Betriebsgeheimnis! ;)

 

Ginobility: Das Packaging- und Flaschendesign ist vergleichsweise simpel gehalten, ganz im Kontrast zum Inhalt. War das eine ganz bewusste Entscheidung und wenn ja was steckt dahinter?

Feel_bottle feel! Munich Dry Gin

Korbinian Achternbusch: Ich habe mich bewusst für ein schlichtes Design entschieden, da ich mit dem Inhalt überzeugen möchte und das Design diesen ausschließlich unterstreichen soll.

 

Ginobility: Die kleine Riege deutscher Gins hat mit allem recht einen ausgezeichneten Ruf und eine besondere Stellung auf internationaler Ebene erlangt. Kennt man sich untereinander bzw. findet ein fachlicher Austausch statt?

Korbinian Achternbusch: Im Augenblick kenne ich keinen der Ginhersteller, weil ich erst seit 4 Monaten auf dem Markt bin, aber ich profitiere sehr von der Qualität aller Gin in Deutschland, die der Branche einen sehr guten Ruf verschafft haben.

 

Ginobility: Als abschließende Frage: Wo siehst Du den Gin Markt in Deutschland in 4 Jahren? Hat Deutschland Deiner Meinung nach ein ähnliches Potenzial wie z.B. Spanien wo Gin buchstäblich in aller Munde ist?

Korbinian Achternbusch: Ich denke das Potenzial in Deutschland wird schon in 1-2 Jahren den Standard von Spanien erreicht haben, weil wir Deutschen extrem qualitätsbewusste Spirituosenliebhaber sind.  Wichtig ist bekanntlich was man trinkt, und nicht wieviel! ;)

 

Ginobility: Wir bedanken uns für Deine Zeit und wünschen Dir auch weiterhin viel Erfolg mit feel! Munich Dry Gin.

Interview mit Jamie Baxter, Master Distiller der City of London Distillery

Londons erste Destille seit vielen vielen Jahren
Das England und speziell die Hauptstadt London nicht nur gute Zeiten in Bezug auf Gin gesehen hat sollte mittlerweile hinlänglich bekannt sein. Wenn nicht empfehlen wir unser Gin e-Book!
Nachdem zwischenzeitlich keine Gin-Distillen mehr in London selbst übrig waren, hat ein Gespann aus zwei äußerst erfahrenen Gin Kennern das nun geändert. London hat seit November 2012 wieder eine Gin Destille innerhalb ihrer Stadtgrenzen! Aber nicht nur das, sie trägt auch den Namen ihrer Heimatstadt. Die Sprache ist von der "City of London Distillery".

City of London Distillery - Jamie Baxter City of London Distillery - Jamie Baxter

Gin erlebbar machen, und das mit Spass!
Das Konzept von Jonathan Clark und dem Master Distiller Jamie Baxter ist so einzigartig wie genial: Man nehme eine Bar, eine Destille und open doors sowie Workshops, packe eine Ladung Menschlichkeit und Spass, sowie jede Menge Sachverstand dazu und mische es kräftig. Heraus kommt die "City of London Distillery".
In der Bride Lane 22 - 24 kann man vor allem eines haben: Viel Spass!
Denn dies betont Jamie Baxter immer wieder, ist die Essenz aus dem dieses Konzept besteht. Spass an Geselligkeit, Spass am Mixen, Spass am Brennen, Spass an der Konversation, Spass am Gin.

26635_207456409387668_139612963_n City of London Distillery - Bar

Auch wenn wir bisher noch nicht das Vergnügen hatten die "City of London Distillery" persönlich zu besuchen, so hatten wir doch die Gelegenheit Jamie Baxter einige Frage rund um das Projekt, den Gin und das was C.o.L.D. ausmacht stellen zu dürfen.
... und ein Besuch in London steht auf jeden Fall schon auf unserer To do Liste!!

Have fun reading...!

Ginobility: Wenn man sich Eure Webseite, speziell den Bereich “Experience” anschaut, hat man den Eindruck das es Eure Mission ist den Menschen die ganze Welt des Gin näher zu bringen. Wann hast Du Deine Leidenschaft für Gin entdeckt und wie sahen Deine ersten Schritte auf Deinem Weg zum Destillations Meister aus?

Jamie Baxter: Meine ersten Berührungspunkte mit der Gin Brennerei hatte ich als ich bei der Chase Distillery arbeitete. Dort traf ich Jonathan Clark (Anm.d.Red. Besitzer der City of London Distillery) im April 2012 und das Ergebnis dieser Bekanntschaft war die City of London Distillery. Seit Weihnachten 2012 haben wir destilliert. Gleichzeitig haben wir eine komplett funktionstüchtige Destillationsanlage, eine Cocktailbar und eine echte Besucherattraktion – alles in einer Location die in dieser Form einzigartig im Vereinigten Königreich ist. Dabei versuchen wir nicht eine große globale Marke zu werden. Vielmehr konzentrieren wir uns darauf Regionalität zu leben.  Es ist gar nicht so lange her, dass ein Metzger nur seine unmittelbare Nachbarschaft, eine Brauerei nur eine Hand voll lokale Kneipen und eine Destille ein etwas größeres Einzugsgebiet mit ihren Waren versorgte.

Dadurch, dass wir  im Herzen von London sitzen und die einzige Destillerie in der Stadt sind zielen wir darauf ab eine Hauptrolle in der hiesigen Gin Community zu spielen.

 

Ginobility: Apropos Leidenschaft. Wie lange hat es gedauert, den City of London Dry Gin zu entwickeln und was macht diesen Gin so speziell im Vergleich zu anderen seiner Art?

Jamie Baxter: Jonathan und ich mögen beiden die gleichen Arten Gin, einen traditionellen London Dry mit Wacholder und Zitrusnoten als tongebende Aromen, aber fein abgestimmt und mit in paar kleinen und feinen Twists.
Es war also klar, dass unser Gin rein, frisch, würzig und zudem sehr mild sein würde. Wir wussten was wir wollten und waren und von Anfang an darüber einig – also dauerte es nicht sonderlich lange das Rezept rund zu machen.

Wie auch immer, das Rezept ist nu rein Teil der Geschichte. Die Anlage,  die Methodik, die Praxis, all das muss auch passen. Genau das muss sorgfältig geprüft bzw. geplant und letztendlich entschieden werden bevor man eine Destille baut, denn es ist äußerst kostspielig in Nachhinein Änderungen vorzunehmen wenn erst mal alles steht.

Über alle dem steht aber einzig, dass man etwas macht das man liebt und man kann nur hoffen, dass es die für die man es macht auch lieben. Glücklicher Weise ist das bei City of London Dry Gin der Fall.

 

Ginobility: Wie man auf Eurem Still lesen kann, verwendet Ihr eine speziell für Euch designte Anlage des deutschen Herstellers CARL aus dem Schwarzwald (gar nicht so weit weg von den Black Forrest Distillers bekannt für ihren Monkey 47). Warum fiel Eure Wahl gerade auf eine deutsche Anlage?

Jamie Baxter: Als ich die Chase Distillery verließ, habe ich als Berater für verschiedene kleinere Brennereien in UK und darüber hinaus gearbeitet. Dabei habe ich natürlich auch mit vielen verschiedenen Herstellern für Destillationanlagen zusammengearbeitet.
Besonders hier bei der City of London Distillery wussten wir von Anfang an, dass wir nicht nur eine erstklassige Anlage in Bezug auf die Funktion brauchten, sondern auch eine die wunderbar anzuschauen ist, denn immerhin ist sie immer im Blickfeld der Kunden. Ich glaube das Resultat spricht für sich.

 

Ginobility: Es gibt ja bekannter Maßen verschieden Arten Gin herzustellen (Mazeration, Digestion, etc.). Verwendet Ihr für die Herstellung von City of London Dry Gin spezielle Herstellungsarten?

Jamie Baxter: Wie gesagt sollte unser erster Gin, der City of London Dry Gin, ein reiner, frischer und würziger Gin werden. Um dies zu erreichen haben wir eine moderne Form des berühmten Carterhead stills verwendet. Die diesem Still zu Grunde liegende Methode wird auch als Dampfinfusion bezeichnet.

Die Anlage wurde von Anfang an so geplant und gebaut das wir extrem flexibel sind und so nicht auf eine Destillationsmethode beschränkt sind. Hierdurch ergibt sich eine Vielzahl an Möglichkeiten in Bezug auf neue Rezepturen und Variationen. Letzten Endes zählt nur, welche Methode für welches Rezept am besten funktioniert um das bestmögliche Ergebnis zu erzielen.

 

Ginobility: Die Basis für guten Gin ist der Neutralakohol. Ihr verwendet für den City of London Dry Gin den gleichen wie für Euren Vodka. Aus welchen Rohstoffen wird Euer Neutralalkohol gebrannt?

Jamie Baxter: Wir verwenden Weizen als Grundlage für unseren Neutralalkohol. Was uns von anderen Gins abhebt ist, dass wie diese Neutralalkohol erneut destillieren bevor wir ihn zu Gin machen. Der Kontakt mit dem Kupfer der Anlage und die damit einhergehende Rezifikation (Anm. d. Red.: Rezifikation , auch Gegenstromdestillation genannt, verstärkt das Destillat) erzeugt eine äußerst weiche Grundlage, die ein voluminöses und reichhaltiges Mundgefühl erzeugt, welches die Zeit, den Aufwand und das Geld die dieser Prozess in Anspruch nimmt absolut wert ist.
Unserer Meinung nach gibt es keinen Zweifel, dass dieser Mehraufwand unser Produkt von anderen deutlich differenziert.

 

City of London Dry Gin City of London Dry Gin

Ginobility: Du verwendest frische Zitrone, Orange und Pink Grapefruit für City of London Dry Gin. Macht die Verwendung von frischen Botanicals einen entscheidenen Unterschied zu getrockneten? Und harmonieren diese besser mit den anderen Botanicals die Du für Euren Gin verwendest?

Jamie Baxter: Die frischen Zitrus Botanicals steuern ihren Teil zu dem würzig frischen Geschmacksprofil bei, dass wir von Anfang an wollten. Jede Komponente des Rezeptes spielt seine ganz eigene Rolle, denn am Ende ist immer das Ganze ausschlaggebend und nicht die Summe der Einzelteile aus dem es besteht.

 

Ginobility: Wie würdest Du den Geschmack von City of London Dry Gin beschreiben, da die meisten unserer Leser wahrscheinlich nicht die Chance hatten ihn zu testen oder gar in Deutschland zu bekommen?

Jamie Baxter: Das Aroma ist weich und Wacholder dominiert, wartet aber mit einem guten Schuss würzigem Zitrus auf.
City of London Dry Gin ist noch nicht in Europa erhältlich. Man darf nicht vergessen, dass wir ein sehr neues Unternehmen sind. Natürlich hoffen wir, dass unser Gin aber seinen Weg auf den Kontinent finden wird. Meine Mutter ist aus Wien und ich fände es super wenn meine österreichischen Verwandten unser Produkt in Geschäften und Bars in ihrer Nähe finden würden, und natürlich auch in Deutschland!

Ginobility: Das Konzept eine Destille mit einer Bar zu kombinieren ist eine ziemlich einzigartige Idee.  Nutzt Ihr das Feedback das Ihr von Euren Bar Gästen bekommt auch um Eure Produkte zu verbessern bzw. zu variieren?

Jamie Baxter: In unserer Bar finden sich derzeit 170 verschiedene Marken Gin und 10 verschiedene Tonic Water. Natürlich ist gerade bei einer Spirituose leicht hoch anspruchsvoll zu sein, aber am Ende sollte vor allem der Spaß im Vordergrund stehen!

Unser Bar Team verfügt durchgängig über ein sehr umfangreiches Know how und jeder einzelne mixt herrlich elegante Drinks. Gleichzeitig aber haben sie auch ein echtes Talent jedem unserer Gäste eine wirklich tolle Zeit zu bereiten.

Die Bar und die Brennerei zu kombinieren gibt uns die Chance äußerst nah an vielen unserer Kunden zu sein. Alle unsere Gäste und Stammgäste kommen zu uns um Spaß zu haben und ihre Erfahrungen mit uns zu teilen. Ich bin immer am glücklichsten wenn mir jemand sagt: „Hey, heute habe ich echt etwas Neues gelernt!“ – und dabei ist es egal ob es dabei um die Herstellung unseres Produkts, einen neuen Cocktail den sie probiert oder gar einen neuen Gin den sie entdeckt haben geht.
Genau diese Leute sind es die unsere (ganz inoffizielle) Zielgruppe bilden.

Natürlich haben wir auch viele Gäste die aus der (Destillations) Industrie kommen, und jeden Tag jemand an oder kommt vorbei der irgendwo auf der Welt eine Destille aufmachen möchte. Auch wenn ich diese Formulierung nicht gerne verwende, aber sie beschreibt unsere derzeitige Position am besten: Wir sind gerade ziemlich nah am Zentrum der Bewegung rund um das Gin-Destillations-Handwerk.

 

Ginobility: Wenn es eine „Special Edition“ von City of London Dry Gin, wie würde diese schmecken bzw. wie wäre diese generell?

Jamie Baxter: Wir arbeiten gerade an unserem zweiten Gin, der einen höheren Alkoholgehalt haben wird als City of London Dry Gin. Dabei zielen wir stärker auf die Verwendung in Martinis ab. Das Geschmacksprofil? Geduld!

 

Ginobility: Gin & Tonic ist der beliebteste Gin-basierte Drink weltweit (zusammen mit vielleicht noch dem Dry Martini). Was ist Euer Rezept für einen City of London Dry Gin & Tonic. bzw. welches Tonic passt am besten zu ihm?

Jamie Baxter: Hier bei uns in der City of London Distillery Bar servieren wir Ihn mit Fevertree Tonic Water und einem Schnitz Grapefruit. Die Garnierung akzentuiert die frischen Zitrus Botanicals und das Tonic erlaubt es den Aromen das Gins sich wunderbar zu enfalten.

 

Bar @ City of London Distillery Bar @ City of London Distillery

Ginobility: Ihr bietet auch Touren und Workshops in Eurer Destille an. Was würdest du den Gästen sagen, welche Begabungen und Fähigkeiten es braucht Master Distiller zu werden?

Jamie Baxter: Tagsüber ist jeder eingeladen sich von uns die Brennerei zeigen zu lassen, ganz ungezwungen. Immer anfangs der Woche bieten wir abends die Gin Experience Masterclass an. Jeder ist eingeladen Fragen zu stellen, ob neugieriger Laie oder Gin-Experte.
Jeder dieser Abende ist verschieden da sie durch die Gäste und ihre Fragen bestimmt werden. Ich würde nicht von mir behaupten dass ich jemanden zum Master Distiller auszubilden, aber ich hoffe das ich den interessierten Menschen den Enthusiasmus und die Begeisterung vermitteln kann die es braucht um alles über diese tolle Produkt und die dahinter stehenden Prozesse lernen zu wollen.

 

Ginobility: Eine letzte Frage: Gin erlebt gerade einen echten Boom. Nicht nur in London sondern überall in Europa, angeführt von Spanien. Wie glaubst Du, sieht der Gin Markt in fünf Jahren aus?

Jamie Baxter: Für eine Small Batch Destille wie wir es sind ist es im Grunde Zeitverschwendung sich über so etwas Gedanken zu machen. Wir können nicht mit den „Großen“ und ihren Regeln spielen. Sie sind es die den Markt diktieren und somit auch seine Zukunft steuern. Jede kleine Destille muss ihr eigenes Ding machen und ihre eigene Nische, ihren eigenen Weg finden.
Wir persönlich machen etwas Einzigartiges mit unserer „Destille – Bar – Besucherattraktion“ Kombination. Der Rest macht was sie für richtig halten.

In fünf Jahren haben wir immer noch vor hervorragenden Gin zu brennen und daran teilzuhaben das Menschen eine gute Zeit haben.

 

Vielen Dank für dieses Interview und Deine Zeit!

 

(Alle Bilder stammen von der Webseite http://cityoflondondistillery.com
oder der Facebook Fan Page https://www.facebook.com/cityoflondondistillery)

Hendrick's Gin: Interview mit der Brennmeisterin von Hendrick's

Hendrick’s -  ein extravaganter Gin. Ein Gin, der mit den Aromen von Gurken- und Rosenblättern spielt. Ein Gin, der in Verbindung mit Tonic Water nicht mit einer Limette oder Zitrone genossen wird, sondern mit einer Gurke. Und ein Gin, den man entweder vom ersten Schluck an liebt oder strikt ablehnt. Wir freuen uns, dass die Erfinderin und Master Destillerin von Hendrick's, Lesley Gracie, uns ein Interview gegeben hat.

Frau Gracie, wie sind Sie zum Destillieren gekommen und haben Sie gleich mit Gin angefangen?

Ursprünglich habe ich in der Wodka- und Whisky-Herstellung gearbeitet, danach bin ich dann in Sachen Gin tätig geworden. Das Spektrum der verschiedenen Pflanzen, Kräuter und Gewürze, die für dieses Produkt verwendet werden können, ermöglicht eine wesentlich größere Variabilität und Vielschichtigkeit, die Aromen ausgewogen zu gestalten und ein Getränk mit eigenem Charakter und Profil herzustellen. Weiterlesen

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