Willkommen bei Ginobility

Tasting

Sipsmith - Destillation seziert: Über ein etwas anderes Gin-Tasting (und über die Geschichte und Herstellung des Sipsmith Gins ganz nebenbei auch noch)

Zu einem besonderen Gin-Tasting lud DTS&W GmbH, Importeur des Sipsmith Gins, neulich ins Gekkos in Frankfurt ein: Felix von Hurter, Sipsmith Sales Manager, war angereist und hatte einige ganz besondere Flaschen im Gepäck. Neben dem Sipsmith London Dry Gin und dem Sipsmith VJOP standen da bei unserem Eintreffen auch drei schlichte, ungelabelte Glasflaschen auf dem Bartresen. Der Inhalt war Sipsmith-Destillat - aber nicht der fertige Gin, sondern drei Proben, die während des Destillationsvorganges zu verschiedenen Zeitpunkten gezogen wurden. Unter dem Motto „Destillation seziert“ wollten wir uns anschauen, was sich während der Destillation da in der Brennblase nach und nach entwickelt. Weiterlesen

Schon probiert? Greyling Gin aus Michigan

greyling_bottle_small_1 Seit Frühjahr 2014 haben wir den Greyling Gin in unserem Programm. Habt ihr ihn schon probiert? Im Moment ist er im Ginobility-Shop gerade reduziert, deshalb möchten wir euch hier an dieser Stelle noch einmal kurz auf ihn aufmerksam machen. Wäre doch gerade eine gute Möglichkeit, diesen US-amerikanischen Gin einmal zu testen, oder? Hier findet ihr ihn im Shop.

Der Greyling Gin kommt aus Michigan und wird von Two Birds Artisan Spirits als Small Batch Gin hergestellt. Benannt ist er nach einer kleinen bedrohten Fischart des Bundesstaates. Das soll die lokale Bindung des Unternehmens unterstreichen. Keine Sorge, im Geschmack macht sich das nicht bemerkbar….. Da hatte ich mir mehr Gedanken über den Zusatz „Modern“ auf dem Etikett gemacht. „Modern Dry Gin“. Also eher etwas im New Western Stil, weg vom typischen Wacholder-Bild?

Beim persönlichen Tasting konnte ich mich überzeugen: Der Wacholdercharakter ist deutlich da, der Greyling will traditionellen Geschmack nicht völlig über Bord werfen.greylingkickstarterimage1

Was ebenfalls zum Vorschein komm, sind deutliche Zitrusaromen und eine sehr angenehme florale Note. Neben Wacholder kamen auch Orangen- und Grapefruitschale, Koriander und einheimischer Lavendel zum Einsatz (jede Menge Hintergrundinformation könnt ihr hier im Interview mit den beiden Vätern des Greyling Gin nachlesen, das wir letztes Jahr geführt haben). Es ist ein schöner solider Gin, bei dem die verarbeiteten Botanicals sehr gut herauskommen und ein angenehmes geschmackliches Miteinander ergeben. Ich finde den Greyling sehr gut zum Pur trinken, aber auch ideal beispielsweise für einen Martini.

So, das sind meine Eindrücke. Wie sind eure?

Neuer Gin im Glas: Über eine giniale Nacht

Kann man ein neues Jahr besser starten als mit dem Tasting neuer Gins? Am ersten Januarwochenende traf sich die kleine Runde, die ihr schon aus einem Bericht im August kennt, um sich gemeinsam ganz neugierig an einige Gins heranzuschnuppern. Es blieb nicht beim Schnuppern, denn auch der Geschmack ist ja nicht ganz unwesentlich…. Alles geschah natürlich im Namen der Wissenschaft und um beim Schreiben von Blog- und Fachbeiträgen und beim Durchführen von Tastings ausreichend Bescheid zu wissen. Na ja, ein wenig Spaß hatten die drei Damen Julia Nourney, MargareteMarie und Petra Milde (= „Sharing Angels“) dabei auch in dieser langen Nacht….

Jpeg
Neben Gin standen auch Whiskys und Rum auf dem Programm, aber hier soll es um die Eindrücke der verkosteten Gins gehen. Kurz und knapp, ohne ausschweifenden Hintergrundgeschichten. Wenn ihr die Gins auch bereits im Glas hattet, teilt uns gerne eure Eindrücke in einem Kommentar mit. Geschmack ist schließlich relativ und vielleicht habt ihr einige tolle Tipps für passende G&T-Kombis. An Tonic standen übrigens an diesem Abend Indi Tonic, Thomas Henry, 1724 und Schweppes zur Verfügung.

JpegEdelstahl Gin
Die märkische Spezialitätenbrennerei in Hagen setzt bei ihrem neuen Produkt auf 20 Botanicals. Neben klassischem Wacholder, Karadamo, Koriander, Zitronen- und Orangenschalen und Iriswurzel sind es beispielsweise Veilchen, Fenchel und Schlehe, die dem Edelstahl Gin eine feine geschmackliche Note geben. Vor allem die Schlehe setzt einen besonderen Akzent und ist bereits in der Nase präsent. Am Gaumen wird der Dry Gin mit seinen 44,6 % vol. seiner Klassifizierung gerecht und ist sehr schön trocken. Die Kombination mit Thomas Henry stellt sich als sehr süß heraus. Auch 1724 kann als Partner für den Edelstahl Gin nicht wirklich überzeugen. Das Indi classic hingegen bringt die Zitrusnoten sehr gut heraus und präsentiert einen erfrischenden G&T. Fever-Tree kommt hier auch sehr gut, wie eine der Tasterinnen bereits aus Erfahrung berichten konnte.

JpegNapue Gin
Von Kyrö aus Finnland kommt dieser neue Gin, einer kleinen innovativen Brennerei mit sehr inter-netten Einblicken auf der Homepage :-) , auf der allerdings bisher nur von einem Rye Whiskey die Rede ist. Der Napue Gin basiert auch auf Roggen und kommt uns aus dem Glas mit Wacholder entgegen, begleitet von ungewöhnlichem anderem Aroma. Könnt ihr mit der Assoziation etwas anfangen: „Gras, dass nach dem Mähen eine Weile liegt und warm und leicht „angegangen“ riecht.“? Am Gaumen ein blumiger Charakter. Parfüm/Aftershave. Vielleicht etwas mentholig. Auf jeden Fall ein Gin mit besonderem Charakter. Indi Tonic macht ihn auch als G&T zu etwas Besonderem. „Nach hinten heraus“ bekommt er eine leicht bittere, aber sehr angenehme Note. Wir empfehlen das Verhältnis von 1:4. Versucht etwas Rosmarin als Garnish dazu – im Sommer ist das sicher toll erfrischend!

Jpeg5 Continents Gin
Auf Gut Basthorst bei Hamburg stellt Fabian Rohrwasser seinen 5 Continents her. Ein deutscher Gin also, doch der Name verrät sofort: Die verwendeten Botanicals, 22 insgesamt, sind international, jeder Kontinent steuert etwas bei. Heraus kommt ein sehr würziger, deutlich vom Wacholder geprägter Gin mit Pfeffernoten, vermutlich dem verwendeten Guineapfeffer oder dem Ingwer zu verdanken. Frische vom Eukalyptus, florale Noten vom Lavendel – der 5 Continents Gin schmeckt uns pur ohne Eis am besten. Wenn es Gin Tonic sein soll, dann Thomas Henry mit einem Orangenschnitz.

JpegSmuggler’s Gin
Seit einigen Wochen auf dem deutschen Markt, verfolgt der Smuggler’s Gin der Londoner Thames Distillery ein Konzept, das einen deutlichen Gegenpol zur starken Premium-Tendenz des Gin Marktes bietet: Ein klassischer, guter Gin um die 20 Euro mit 40% vol. Trinkstärke. Und er ist das, was er sein will: Ein easy-drinking-Gin, in der Nase leicht floral-grasig, im Geschmack frisch mit angenehmen Zitrusnoten. Fruchtig leicht. Wir hatten Indi und Orangenschnitz dazu. Lecker.

JpegWindspiel Gin
In der Nase, am Gaumen: Ein richtig klassischer Gin. Ausgewogen, feinwürzig, angenehm, typisch. Auf Alkohol aus Kartoffeln aufgebaut, was nicht wirklich rauszuschmecken ist. Im Ginobility-Shop ist dieser Gin seit einer Weile zu haben und vielleicht kennt ihr ihn deshalb bereits. Dort in den Produktinfos zum Windspiel Gin wird Fever Tree oder Fentimans empfohlen, hatten wir aber beides nicht zur Hand. Thomas Henry hat sich aber als würdiger Vertrete erwiesen. Tipp: Ein, zwei Himbeeren als Garnitur geben eine angenehme fruchtige Note.

Zusätzlich zu diesen neuen Gins standen noch einige weitere auf dem Tasting-Programm, die schon länger auf dem Markt sind, aber trotzdem in der Nacht dabei waren. Über die berichte ich dann in Kürze ebenfalls noch.

Jpeg

Ginobility meets PTZN - Gin meets fine Food

Dass Gin ein kulinarisches Highlight darstellt, muss dem geneigten Leser unseres Blogs gegenüber nicht weiter betont oder  gar näher begründet werden.  Und das man Gin auch wunderbar vor, während und nach dem Essen genießen kann, sollte ebenso wenig eine echte Neuigkeit sein.
All diese bekannten Tatsachen durfte Ginobility nun im Rahmen einer Pilot-Kochveranstaltung in Frankfurt live zelebrieren bzw. den Gin-bezogenen Beitrag leisten.
Angefangen hat alles vor gut 2 Monaten als wir uns mit Ruben und Max vom PTZN Team (gesprochen Petzen, aus dem Hessischen für "trinken") auf einen G&T trafen. Sie erzählten uns  von ihrem Vorhaben einen Kochevent zu veranstalten in dessen Rahmen wir den Gästen ein bisschen was zum Thema Gin erzählen und ein kleines Tasting in drei Gängen anleiten sollten. Keine Frage, dass wir sofort zugesagt haben.

Ginobility meets PTZNStellvertretend für das Team hatten Ruben und Max zusammen mit uns nun die Qual der Wahl drei passende Gins zu den drei Gängen die serviert werden sollten zu finden, zumal das Menü an sich noch nicht feststand. Unsere gemeinsame Wahl fiel dann auf Ferdinand’s Quinche Gin als Aperitif bzw. Welcome Drink, Windspiel Premium Dry Gin zum Hauptgang und Greyling Modern Dry Gin als Gin & Tonic mit INDI & Co. Tonic Water zum Dessert und darüber hinaus.  Als kleiner Geheimtipp für die Bar und den Teil nach dem Essen haben wir dann noch TOMR’s Tonic ins Rennen geschickt.

Am 18. Oktober war es dann so weit. Dass Event mit rund 30 Gästen, die sich im Voraus auf www.ptzn.jetzt anmelden mussten, stieg in der Nähe des Frankfurter Hauptbahnhofs im Dachgeschoss eines Agenturgebäudes.  Zwei Reihen Tische und die offene Küche sorgten für eine angenehme und kommunikative Atmosphäre  die musikalisch zunächst mit leisem New Jazz untermalt wurde. Das Gesamtpaket "Essen und Gin-Verkostung" gabs zum fairen Preis, Getränke gingen extra.

Ginobility meets PTZNWährend das PTZN Team am Herd und der Bar beschäftigt war, kam man schnell mit den Gästen ins Gespräch wobei sich herausstellte das viele nicht gerade zu den Gin-Fans zählten – eine interessante Aufgabe die da also auf uns wartete.

Wie gesagt hatten wir Ferdinand’s Quinche Gin als Aperitif/ Welcome Drink vorgesehen, was sich als richtige Wahl herausstellte. Bei allen, ob Gin Fan oder Kritiker der limitierte Gin-Likör aus dem Saarland kam hervorragend an und  steigerte das Interesse.

Nachdem alle Ihren Platz gefunden hat begann der offizielle Teil: Nach einer kurzen Begrüßung durch Johannes der vom Team für diese Aufgabe "gewählt" wurde, war es an uns ein paar Worte zu verlieren. Neben der obligatorischen Werbung in eigener Sache gaben wir einen kurzen Abriss über das was von unserer Seite zum Programm beigesteuert wird. Abschließend gingen wir noch auf eine kleine  Zeitreise  und gaben einen Überblick zur Geschichte des Gin und was ihn ausmacht.

Ginobility meets PTZN… und dann kamen wir zum zentralen Teil des Abends. Das Essen. Die Menüfolge stellte sich wie folgt dar:

Vorspeise: Salmorejo – Variation
Gin / Round 2

Hauptgang: Mediteraner würzig-frischer Lamm-Gemüse –Mix an Kürbis-Süsskartoffel und Sellerie-Kartoffel-Lauch Stampf
Gin & Tonic / Round 3

Nachtisch: Schoko Gateau gefüllt mit Birne an karamelisierten Rotwein-Äpfeln und würziger Orange.

Die Vorspeise mit dem komplizierten Namen war eine kalte Tomatensuppe die extrem lecker weil wunderbar aromatisch und fruchtig war.

Es folgte der erste „echte“ Gin der zur Verkostung gereicht wurde. Purer Gin war erwartungsgemäß nicht jedermanns Sache, aber nichts desto trotz kam der Windspiel Premium Dry Gin geschmacklich bei vielen der Anwesenden sehr gut an. Die von uns beigesteuerten Hintergrundinfos zum Produkt steigerten das Interesse und Verständnis für diesen feinen Tropfen.

Nach diesem Programmpunkt hatten alle Gäste etwas Zeit für Gespräche und einem Drink an der Bar. Hier wurde natürlich nicht nur Gin sondern auch feiner Wein und natürlich auch Bier angeboten.
Ginobility meets PTZNDas PTZN Team sorgten in der Zwischenzeit für die Finalisierung des Hauptganges und für die ersten G&Ts. Auch die ersten Flaschen INDI & Co. Tonics und Lemon Tonics gingen über die Theke denn die Flaschen sorgen für großes Interesse.

Die Glocke klingelte zum Hauptgang  und der war schlichtweg grandios weshalb sich viele auch einen Nachschlag holten. Würzig, aromatisch, vielschichtig und einfach lecker. Das Fleisch war unglaublich zart und in Kombination mit den zwei unterschiedlichen Stampf Variationen einfach wunderbar.

Dann war es Zeit für einen feinen Greyling Modern Dry Gin & INDI & Co. Tonic garniert mit einem Schnitz frischer Pink Grapefruit für alle. Bei der Vorbereitung wurde klar: Das Team von PTZN weiss nicht nur wie man kocht sondern auch wie man G&Ts macht.

Ginobility meets PTZNIm Rahmen dieses „Zwischengangs“ gaben wir neben den Infos zu Greyling Gin auch einen Überblick über die Besonderheiten des INDI & Co. Tonics nämlich der Mazeration der Botanicals und der anschließenden Destillation. Dass es nicht bei diesem einen Gin & Tonic bleiben sollte war uns natürlich klar! ;-)

Das große Finale in Form des Desserts setzte dem Essen seine kulinarische Krone auf! Auch wenn es auf Grund von Platzmangel im Ofen in zwei Etappen serviert werden musste, war es wirklich unbeschreiblich lecker. Schokoladenkuchen mit flüssigem Schokokern und Fruchteinlage! Hammer lecker!!

An der Bar bestellten wir uns nun einen unsere Favoriten: Greyling Gin und TOMR’s Tonic im Verhältnis 1 zu 1 geshaked mit viel Eis. Allein schon die Art der Zubereitung und dann die Farbe steigerte bei einigen der Gäste das Interesse und die Fragen zu TOMR’s beantworteten wir natürlich gerne.

Rückblickend war die Veranstaltung für alle Beteiligten ein echter Erfolg und der nächste Event ist schon in Planung… und wir dürfen auch wieder dabei sein. Wann und wo das ganze stattfindet? Wissen wir auch noch nicht! Aber wir werden es auf Facebook und Twitter verkünden sobald es soweit ist.

Danke an das gesamte PTZN Team - Adina Löbbert, Daria Lopatecki, Ruben Löbbert, Johannes Lemke, Alex Hölzel, Elmar Langohr und Max Lemke - für einen wirklich coolen Abend mit tollem Essen, leckeren Drinks und einer extrem angenehmen Atmosphäre! Wir freuen uns auf die nächsten gemeinsamen Events!

Iris Dry Gin vom Scholerhof

Iris Dry Gin Bild: Iris Krader/Scholerhof

Nein, das ist nicht Iris Krader auf dem Label des Iris Dry Gin! Doch sie könnte es durchaus sein, denn sie ist ein richtiges Schwarzwaldmädel. 100 Jahre Weinbau und Brennerfahrung über drei Generationen hinweg hat ihre Familie aufzuweisen und die bringt Iris Krader nun als Weinbauerin und Brennmeisterin auf dem Scholerhof ein. Ihr ganzer Stolz ist die neue Brennanlage, die mit Wasserbad und Holzbefeuerung arbeitet und 150 Liter umfasst. Mit ihr konnte sich Iris Krader 2013 ihren Wunschtraum erfüllen, neben ihren prämierten Weinen und Obstbränden auch Gin herzustellen.

Mehr als 20 Botanicals hat sie als Geschmacksgeber für ihren Iris Dry Gin herausgesucht. Zum Teil wachsen sie im eigenen Garten des Scholerhofes im Schwarzwald heran und sind typische lokale Kräuter wie Lavendel, Minze oder Brombeer- und Rosenblätter. Die Gin-typischen Basisbotanicals wie Wacholder, Kardamom und Koriander importiert Iris Krader aus Asien und Italien.

Ich habe vor einigen Tagen den Iris Dry Gin probiert, der vielleicht demnächst auch im Ginobility Shop erhältlich sein wird.

Tastingnotes Iris Dry Gin:

Iris Dry Gin SampleAls ich das Sample-Fläschchen öffne, strömt mir sofort ein unverkennbarer Hauch von Lavendel in die Nase. Ins Glas eingefüllt, geht dieser erste dominante Lavendelduft deutlich zurück. Er ist immer noch da, aber jetzt Teil einer komplexen würzigen Kräutermischung. Der Iris Dry Gin riecht für mich nach „dunklen“ Kräutern, soweit man beim Geruch von Farbe sprechen kann. Das hängt sicher stark mit Erinnerungen zusammen und mir kommt beim Nosen Schweizer Kräuterzucker in den Sinn, diese würzigen dunkelbraunen Bonbons in gelbem Papier. Zitrusaromen entdecke ich jedenfalls so gut wie nicht.

Im Geschmack bestätigen sich die starken Kräuteraromen. Süßlich, aber auch etwas herb – en so, wie man es von Kräuterbitter kennt. Ich versuche, die Kräuter zu definieren, die den Wacholdergeschmack stark in den Hintergrund treten lassen. Ist es Anis? Fenchel? Ich schmecke Aromen, die mich an Ouzo erinnern. Thymian entdecke ich und erdige Noten.

Iris Dry Gin EisDer Alkohol ist im Gin sehr gut eingebunden und macht sich sowohl in der Nase als auch am Gaumen zu keiner Zeit unangenehm und scharf bemerkbar, obwohl der Iris Gin mit 47% vol. abgefüllt wird. Im Gegenteil: Der Gin ist sehr weich im Mund.

Ich lasse einige Würfel Eis ins Glas gleiten und der Gin trübt sofort leicht ein. (nEin, es ist definitiv nicht nur das Glas beschlagen, falls das jetzt jemand vermuten wollte). Und so eiskalt kommt der Wacholder jetzt deutlich stärker durch und die anderen Kräuteraromen treten etwas zurück. Im Gesamteindruck wird der Gin kräftiger und "klassischer".

Iris Dry Gin TonicDer Iris Dry Gin ist deshalb sehr gut für einen Gin&Tonic geeignet, finde ich, und er verträgt ein kräftiges Tonicwater mit herben Aromen und Zitrusnoten. Sie ergänzen den ausgeprägten Kräutergeschmack des Gins sehr. Ein Indi Tonic könnte hier passen oder ein Fever Tree. Bei mir war es diesmal ein Indi Schweppes mit kräftigen Bubbles, wie ihr seht...

Fazit: Ein nicht unbedingt klassischer Gin,der seine Freunde weniger unter den Wacholderfans finden wird als unter denen, die es geschmacklich fein-würzig mögen und herbe Kräuterspirituosen lieben.

Hier geht es zur Homepage vom Scholerhof

Wales macht auch Gin: Brecon aus der Penderyn Distillery

Penderyn Brecon GinVermutlich denkt ihr bei "Wales" ebenso wenig an Gin wie ich bis vor kurzem. Da kommt einem eher der britische Thronfolger in den Sinn, der den Titel „Prince of Wales“ trägt. Einer denkt an grüne Landschaften, ein anderer an die eigentümliche walisische Sprache mit den berühmten schier unaussprechlichen Ortsnamen. Spirituosenliebhaber wissen vielleicht, dass es in Wales die Penderyn Distillery gibt, die den gleichnamigen Whisky produziert. Doch wusstet ihr, dass in dieser seit dem Jahr 2000 produzierenden Brennerei auch ein Gin hergestellt wird? Und wir führen ihn sogar im Ginobility-Shop! Brecon Special Reserve Gin heißt er, benannt nach der walisischen Bergkette Brecon Beacons.

Bei einer Besichtigung der Brennerei konnte ich einen Blick auf die einzigartige Faraday-Brennblase werfen, in der Penderyn seine Spirituosen brennt. Ein Pot Still mit aufgesetzter Kolonne, die über unglaubliche 24 Siebe verfügt, produziert äußerst effizient einen sehr reinen Alkohol. Das ist schon ein beeindruckender Anblick, den die Brennanlage mit ihren Rohren, Leitungen und hohen Zylindern da bietet.

Penderyn BrennanlageIm kleinen Besucherzentrum erhalten Whiskyfreunde dann einen kleinen Einblick in die Fassreifung und die Gin-Interessierten einen Überblick über die für den Brecon verwendeten Botanicals.

Penderyn BotanicalsEin Sample Fläschchen des Brecon Special Reserve Gin gab es als Give Away und das habe ich gestern Abend geöffnet, um euch meine Eindrücke von diesem walisischen Gin zu schildern:

Penderyn Brecon GinIn die Nase steigt eine feine, zarte Süße. Ein wenig Wacholder, etwas Zitrusaroma – alles sehr dezent.

Nach diesem ersten sehr zaghaften Kontakt ist der Eindruck im Mund dann deutlich kräftiger: Der Wacholder ist deutlich wahrzunehmen, dazu eine fruchtige, leicht bittere Zitrusnote. Orangenschale. Auch Lakritze schwingt mit. Da sind spicige Aromen, die ich aber keinem Gewürz näher zuordnen könnte. Und über allem eine leicht florale Kopfnote. Der Alkohol ist deutlich wahrnehmbar, obwohl der Brecon „nur“ mit 40% vol. abgefüllt wird.
Ich kühle den Gin mit Eiswürfeln deutlich herunter. Er trübt nicht ein. Im Geschmack verliert er aber deutlich. Die vielschichtigen würzigen Aromen und auch die Zitrusfrische ist weg. So ist der Brecon deutlich flacher und der Wacholder wird zum Alleinherrscher.

Beim Gin und Tonic würde ich euch daher zu einem kräftigen Tonicwasser mit deutlichen Zitrusaromen greifen. Das neue Fever Tree Mediterranean tut dem Brecon Gin gut und wäre meine erste Wahl. Auch das Indi Tonic mit seinen Aromen von Zitronen und Orangen kann hier beim Waliser punkten.

Also wie wäre es vielleicht einmal mit einem Ausflug nach Wales?
Hier geht es zum Brecon Special Reserve in unserem Shop
Und hier zur Homepage von Penderyn.

Ferdinand's Saar Quince Gin im Selbstversuch

Freitagabend, die Spätsommersonne scheint, keine Termine mehr – ein idealer Zeitpunkt um das Wochenende mit einem Gin Tonic zu begrüßen. Also mal geschaut, was das Regal so anbietet und da lacht mich der Ferdinand’s Saar Quince Gin an. Ich hatte ihn vor ein paar Wochen bereits geöffnet und er durfte uns pur den Abend versüßen. Zeit für einen etwas umfassenderen Check!

Der pure Genuss

Ferdinands Quince purGoldgelb, 30% Vol. Alkohol, eine Infusion von Riesling, das Aroma von Birnenquitten auf eine Weise eingefangen, wie man es sonst vom Sloe Gin kennt – der Ferdinand’s Saar Quince Gin ruft förmlich „Trink mich pur“ und damit steigen wir ein. Ist er Gin oder ist er Likör? Die Nase sagt: Ja, doch, es ist Gin – da ist Wacholder. Sehr fein, aber deutlich. Zitrone. Frucht. Birne. Quitte. Honig. Aber kaum Alkohol wahrnehmbar. Im Mund ist der dann deutlicher. Aber dafür ist es jetzt kein Gin mehr. Süß, samtig und weich macht er sich auf der Zunge breit. Die Frucht ist absolut präsent. Der Wacholder total im Hintergrund. Eine leichte Säure und angenehme Bitterkeit sorgen für ein Gleichgewicht. Pur ist Ferdinand’s Quince Gin ein leckeres Likörchen, das leicht beppige Lippen hinterlässt (hochdeutsch: leicht klebrige).

Gin und Tonic mit Ferdinand's Saar Quince Gin

Ferdinands Quince GTJetzt zur Königsklasse: Gin und Tonic mit Ferdinand’s Saar Quince Gin. Auch wenn ich von Anfang an skeptisch bin bekommt zunächst Schweppes eine Chance. In Deutschland vermutlich am weitesten verbreitet (vermutlich nicht nur hier) und für klassische Gins immer ein guter Partner. Aber Ferdinand’s Quince ist nun einmal kein Klassiker. Die Fruchtaromen leiden, die Bitterkeit lässt kaum Raum für die feinen Noten und die Süße ist nur noch süß. Der Charakter des Quince Gins geht zum großen Teil verloren. Neuer Versuch mit 1724: Ja, das geht besser. Hier haben die Zitrusnoten und Quitte Raum, lassen sich durch einen Schnitz Zitrone noch unterstreichen. Ein Drink für alle, die ihren Gin und Tonic leicht und fruchtig mögen. Ich habe übrigens immer das Verhältnis 1:2 gewählt und auch so ist der Alkohol kaum wahrnehmbar.

Shake it, Baby!

Kann sich der Ferdinand’s Saar Quince Gin auch in Cocktails bewähren? Der Hersteller selbst gibt zwei Empfehlungen, eine probiere ich aus:

Ferdinands Quince SourFerdinand’s Quince Sour
• 50 ml Ferdinand’s Saar Quince Gin,
• 30 ml frisch gepresster Zitronensaft
• 15 ml Zuckersirup
• 5 Tropfen Ferdinand’s Riesling Quince Bitters
• Garnitur: Minze und Zitronenzeste
Alles wird mit viel Eis kräftig geshakt und dann in ein gekühltes Glas gestraint. Aus der Zeste ist bei mir ein Schnitz geworden, ich habe erst hinterher bemerkt, dass ich aufmerksamer hätte lesen sollen. Aber ich sag euch: Dieser Quince Sour ist lecker. Erfrischend und fruchtig. Und was für mich überraschend ist: Der Wacholder ist deutlicher da als ich ihn erwartet hätte und macht den Sour zu einem deutlichen Gin Sour. Solltet ihr ausprobieren!

Der zweite Cocktail, den Ferdinand’s empfiehlt, ist ein abgewandelter Martini. Leider habe ich gerade keinen Ferdinand’s Saar Dry Gin im Regal und auch beim Riesling muss ich passen. Deshalb muss dieser Selbstversuch diesmal ausfallen, aber vielleicht könnt ihr den Drink ja ausprobieren und berichten? Hier ist das Rezept:

Quince Martini
• 20 ml Ferdinand’s Saar Dry Gin
• 12 ml Ferdinand’s Saar Quince Gin
• 60 ml Saar-Riesling (Kabinett, fruchtsüß)
• Garnitur: Zitronenzeste
Im Rührglas auf Eis rühren und in vorgekühlte Cocktailschale abseihen. Mit Zitronenzeste abspritzen

Den Ferdinand's Saar Quince Gin wie auch den Saar Dry Gin und die Ferdinand's Bitters bekommt ihr natürlich im Ginobility-Shop.

 

Drei Frauen und acht Gins - Ein Gin & Tonic-Tasting

ArbeitEs war ein Tastingabend der besonderen Art: Julia Nourney, Independent Spirit Consultant und Autorin, MargareteMarie, Whiskybloggering, und Petra Milde, Autorin und Bloggerin im Spirituosenbereich (By the way: Verfasserin dieses Beitrages) wollten sich intensiv mit einigen Whiskys und Gins beschäftigen und mit weiblichen Geschmacksnerven gemeinsam den Aromen nachspüren. Und so wurde ein Tisch im gabiJuliaschwäbischen Balingen an einem Samstagabend im August mit Whisky, Gin, Gläsern, Wasser, Tonic, Obst, Schreibzeug, Laptop und Kameras gefüllt, um gründlich zu arbeiten - und Spaß dabei zu haben. Nun ja, aus dem Abend wurde eine ganze Nacht und ich möchte euch unsere Ergebnisse in Sachen Gin&Tonic nicht vorenthalten.

Was jetzt hier im Bericht folgt, ist keine ausführliche Vorstellung der Gins. Nein, uns ging es bei den Gins vor allem darum, herauszufinden: Wie schmeckt der mir/uns am besten, welches Tonic Water empfinden wir als ideale Ergänzung? Probiert es doch einmal aus, ob ihr da mit uns auf einer Linie seid, wir freuen uns über Feedback!

See GinSee-Gin, London Dry Gin vom Bodensee, 48% Vol.
Wir starten mit einem Gin der Brennerei Steinhauser, Kressbronn. Er hat bei der IWSC dieses Jahr Gold Outstanding erhalten, eine nicht sehr häufige vergebene Auszeichnung. Ein gradliniges Produkt, bei dem neben sanften Wacholdernoten etwas Melisse durchschimmert.
Eine ganz leichte Bitterkeit hat er für mich, kaum Zitrusnoten. Ausgewogen, da drängt sich nichts in den Vordergrund. Sensorik-Spezialistin Julia nennt ihn „Everybodies Darling“ und „komplementär“. Passt sich jedem Tonic an.
Wir kombinieren den See-Gin mit Fever Tree und Orange und erhalten eine weiche „Wintermischung“. Den leichten Sommerdrink gibt es mit Thomas Henry und Limette.

NBNB Gin, Artisan Gin aus North Berwick, Scotland, 42,% Vol.
Ein ganz neuer Gin, erst seit kurzem auf dem Markt. Wacholder und Zitrusfrüchte prägen den Small Batch Gin ganz deutlich. kommt leicht süßlich daher und sehr mild auf der Zunge herüber, trotz einer Pfeffernote. Im Nachklang bleibt mir ein Hauch Lakritze.
Hier favorisieren wir zwei Zusammenstellungen:
NB + Thomas Henry Elderflower+Orangenschnitz: Ein floral-fruchtiger Gin&Tonic für alle, die es etwas lieblicher mögen
NB + Fever Tree + Limettenschnitz: So wird die fruchtige Frische des NB unterstrichen. Wacholder tritt etwas in den Hintergrund.

NB Gin im Ginobility Online Shop.

TelserTelser Liechtenstein Dry Gin, 47% Vol.
Der Wacholder dominiert deutlich beim Telser, der zudem eine sehr florale Grundnote hat. Riecht und schmeckt „dunkler“ als die beiden Vorgänger. Würzig. Und dann ist da ein leichtes Räucheraroma…Die starken 47% machen sich deutlich bemerkbar; weniger zum pur sippen geeignet.
Hier hat uns der Fentimans als Partner am besten gefallen, zusammen mit einem Schnitz Tahiti-Limette zerreißt er die dunkle Note des Telser („declustern“ nennt es Fachfrau Julia). Ich hab bei diesem Gin&Tonic übrigens eine Art Traubenzuckernote im Mund, muss an Dextroenergen denken. Na, wenn ein G&T vielleicht Energie verleiht, ist es doch toll…

Telser Gin im Ginobility Online Shop.

SipsmithSipsmith London Dry Gin, 41,6% Vol
Sehr frisch kommt uns der Sipsmith aus dem Glas entgegen, doch allmählich gesellen sich auch dunklere Aromen hinzu, fast so wie feuchtes Heu. Auch exotische Frucht, aber so richtig überreif. Am Gaumen dann ein ähnliches Szenario: Erst frische, grüne Aromen, dann würzig. Leicht pfeffrig
Die zarten Fruchtnoten des Smipsmith wollen herausgekitzelt sein, das gelingt uns am besten mit Fever-Tree und einem Orangenschnitz.

Sipsmith Gin im Ginobility Online Shop.

GiltGILT, Single Malt Scottish Gin, 40% Vol.
Ein Gin aus Gerstenmalz, das ist etwas Spezielles. Und als speziell stellt sich auch Aroma und Geschmack heraus. Erdige, weiche Noten steigen da in die Nase, der Wacholder ist angenehm präsent, drängt sich aber nicht in den Vordergrund. Vanille ist deutlich da und eine würzige Süße, auch ein Aroma wie von Kräuterbonbons. Am Gaumen bleibt der GILT sehr weich, aber komplex und würzig, dunkel und erdig.
Diese besonderen Aromen wollen bewahrt sein im Gin & Tonic, deshalb sollte es nicht mit zu viel Macht daherkommen. Das 1724, das in anderen Gins wegen seiner Milde oft untergeht, ist hier genau das richtige. Ein Schnitz Pink Grapefruit dazu und fertig ist ein Gin & Tonic, der einen ganz eigenen Charakter hat. Aber den GILT würde ich auch durchaus pur trinken.

Gilt Gin im Ginobility Online Shop.

ElephantElephant London Dry Gin, 45% Vol.
Dezent, harmonisch in der Nase. Eine Wacholdernote, die da ist, aber nicht dominant in die Nase steigt, ebensowenig wie der Alkohol. Fruchtsüße. Süß ist der Elefant dann auch am Gaumen. Lakritze ist eines der Hauptaromen. Zitrusaromen sind kaum zu spüren, der Gin ist eher floral ausgerichtet. Ein bisschen wie im Nadelwald. Die weiche, milde Ausprägung macht ihn zu einem Gin, der sehr gut pur zu trinken ist. Der recht hohe Alkoholgehalt stört dabei überhaupt nicht.
Der Versuch mit Thomas Henry und Limette zeigt: Das Gin & Tonic schmeckt zu flach, das wird dem Elephant nicht gerecht. Fever-Tree ist besser, das lässt dem Gin genug Raum, unterstreicht die Aromen aber auch. Trotzdem: Wenn man diesen Gin richtig würdigen möchte, dann sollte man ihn pur trinken.

Elephant Gin im Ginobility Online Shop.

Gin27GIN 27, Appenzeller Dry Gin, 43% Vol.
Auch die Schweiz kann in Sachen Gin mithalten. Der GIN27 wurde von einem Kräuterbitterproduzenten entwickelt und das spiegelt sich im Aroma wieder. Beim Nosen denke ich sofort: Lebkuchen. Zimt. Auch eine leicht bittere Note ist da. Im Mund bestätigt sich der adventliche Eindruck, doch dann öffnet sich das Aroma, wird etwas floraler. Die Grundnote bleibt aber sehr würzig, leicht bitter.
Der GIN27 lädt zum Experiment ein und das verläuft erfolgreich: Fever Tree Mediterranean harmoniert wunderbar mit diesem würzigen Gin. Ein Orangenschnitz brachte die Zitruskomponente sehr gut hervor. Leider hatten wir keinen Rosmarin zur Hand, das wäre noch eine interessante Spielart gewesen.

MareGin Mare, Spanien, 42,7% Vol
Diesen spanischen und von mediterranen Kräutern geprägten Gin hatten wir zu Recht ans Ende unseres Tastings gestellt, der Unterschied ist groß: Ist das wirklich Gin? Da ist in der Nase von Wacholder nichts Vordergründiges zu spüren. Man muss ihn förmlich suchen hinter der süßen Würzigkeit und dem deutlich floralen Grundton. Süße umschmeichelt auch den Gaumen. Rosmarin kommt sehr stark herüber und eine angenehme Bitterkeit. Beim Gin & Tonic ist wieder Fever Tree unser Favorit, das lässt den Rosmarinnoten und dem floralen Charakter Raum. Wir notieren für unser nächstes Tasting: Neben Rosmarin  unbedingt auch grüne Oliven mitbringen - hier hätten wir sie gerne noch als i-Tüpfelchen ausprobiert!

Gin Mare im Ginobility Online Shop.

Wer sich auch für den ersten Teil des Abends (das Whiskytasting) interessiert, findet den Bericht hier auf meinwhisky.com.

Bilder: MargareteMarie von whiskyundfrauen. Dankeschön!

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