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Genever - der holländische Urvater des Gin

Jedes Land überzeugt durch besondere kulinarische Genüsse und bekanntlich hält Essen und Trinken Leib und Seele zusammen. So kredenzt der Franzose gern einen guten Cognac, der Deutsche zählt auf einen Schnaps und Russland und Wodka gehören ebenso zusammen wie Whiskey und Schottland. Das Nationalgetränk unserer beiden Nachbarländer Niederlande und Belgien lautet Genever, der für den heutigen Gin Pate stand. Angelehnt an der lateinischen Bezeichnung "juniperus communiscommunis", was übersetzt Wacholderbeere bedeutet, ist dieses Getränk auch unter der Bezeichnung Jenever bekannt. Und genau diesen Vorgänger des Gin möchten wir in diesem Artikel etwas beleuchten. Viel Spaß beim Lesen.

Genever – Traditionsmarke seit Jahrhunderten

Geschmack und Tradition haben einen Namen: Genever oder Jenever. Bereits im 16. Jahrhundert erkannten feine Gaumen in den Niederlanden, Belgien und Französisch-Flandern die aromatischen Vorzüge des damaligen Getreidebranntweins, der gern mit Wacholderbeere verfeinert wurde. Noch heute basiert Genever auf Roggen, Malz oder Gerste und hat einen Mindestalkoholgehalt von 35 %. Den signifikanten Geschmack erhält Genever durch das Zugeben von aromatischen Gewürzen wie Kümmel, Anis und Koriander. Die Wacholderbeere ist jedoch die aromagebende und unverwechselbare Grundlage dieses Wacholderbranntweins, der in den Anfangsjahren sogar als Medizin überzeugte und in Apotheken verkauft wurde. Der holländische Genever, Vorläufer des Gins, wurde in England als „Tschineiver“ bezeichnet und später kurz Gin genannt. Es war Wilhelm III. von Oranien, der den Jenever auf die britische Insel brachte und dort populär machte. Eine verbesserte Brenntechnik sorgte im Laufe der Zeit für eine höhere Qualität, die als Ergebnis den Gin hatte, der auch heute noch als London Dry bekannt ist. Seit dem 19. Jahrhundert erfreut sich Gin eines Imagewechsels, der ihm die Vorrangstellung als Klassiker unter den Spirituosen in jeder gut ausgestatteten Bar einbrachte. Charakteristisch ist nach wie vor die Grundlage des hochgradig destillierten Neutralalkohols von wenigstens 96 %, der unter Zugabe von Wasser auf 60 % verdünnt wird und unter Zugabe von Wacholderbeeren und anderen Zutaten wiederholt gebrannt wird. Das europäische Recht regelt bis heute, dass der Wacholdergeschmack den Gesamteindruck bestimmen muss.

Genever & Co – Siegeszug mit Hindernissen

Wenngleich das Prinzip des Destillierens seinen Ursprung im arabischen Raum hat, konnte es sich ab dem 14. Jahrhundert auch in Europa etablieren. In Universitäten aber auch insbesondere in Klöstern wurde dieses Verfahren in erster Linie zur Herstellung von Arzneien eingesetzt. Schnell wurde das Destillieren auch fester Bestandteil bei der Produktion von Branntwein. Per Erlass wurde zu Beginn des 17. Jahrhunderts wurden Herstellung und Verkauf von Branntweinen aus Obst, Getreide und Gemüse zunächst in der südlichen Region der Niederlande verboten. Ausgenommen vom Verbot war der Ort Hasselt, der zum Fürstentum Lüttich, dem heutigen Belgien gehörte. Erst unter der österreichischen Verwaltung erfreute sich die Produktion von Getreidebranntwein wieder einer boomenden Renaissance. Neue Maschinen und und Dampfgeneratoren verhalfen im 19. Jahrhundert der belgischen Jenever-Produktion zu einer bis dahin nicht gekannten Blüte.

Genever – geographisch geschützte Marke von Weltruf

Laut Weinjargon hat Genever seit dem Jahr 2008, auf Weisung der Europäischen Union, eine eigene Appellation d’origine contrôlée. Die europäischen Gesetzeshüter haben klar definiert, wo das Genever hergestellt werden darf. Dazu gehören naturgemäß die Niederlande und Belgien, wie bestimmte Regionen Frankreichs und die beiden deutschen Bundesländer Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen. Verwendet werden dürfen die Bezeichnungen Jenever, Genever und Genièvre. Spezielle Kategorisierungen wie Graanjenever, Genièvre de grains und Graangenever sind lediglich in den Niederlanden, Belgien und den französischen Regionen Nord und Pas-de-Calais gestattet. vorbehalten. Darüber hinaus werden Marken angeboten, die nur lokal angeboten werden dürfen wie der berühmte Hasseltse Jenever/Genever oder der ostfriesische Korngenever. Heute werden zwei unterschiedliche Arten von Gin angeboten: der London Dry Gin und der Plymouth Gin, der zusätzlich mit Zucker gesüßt ist. Zum Ende der 80er Jahre konnte sich der London Dry Gin weitgehend durchsetzen und hergestellt aus Zitronenschale, Wacholder, Anis, Bitterorange, Safran, Angelika, Grapefruitschalen, Koriander und Kubebenpfeffer wie auch aromatisierenden Gewürzen ist er auch heute noch der bekannteste Vertreter des Gin und hebt sich deutlich vom klassischen Genever ab.

Genever – Tradition von der Herstellung bis zum Trinkgenuss

Wer in Amsterdam zu Gast ist, lernt hier die traditionelle Trinkweise des Jenevers hautnah kennen. Die kleinen Gläser werden bis zum Rand gefüllt. Zum Trinken muss man sich tief herunter beugen und den ersten Schluck abschlürfen, ohne die Hände zu benutzen. Erwähnt wird dieses Getränk auch im „Zauberberg“ des deutschen Literaten Thomas Mann. Hier hat sich eine der Romanfiguren, der Holländer Peeperkorn, dem Genever verschrieben. Genießer, die Wissenswertes über den traditionsreichen Genever erfahren wollen, finden im belgischen Genever-Museum Hasselt alles rund um die Historie und die Herstellung des beliebten Nationalgetränks. Untergebracht in einer ehemaligen Kornbrennerei, wird hier nicht nur die Entwicklungsgeschichte lebendig dokumentiert, sondern auch ein hauseigener Genever gebrannt.

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