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Gin Eva aus Mallorca: Das Interview

Gin EVA aus Mallorca Gin EVA aus Mallorca mit deutschen Wurzeln

Gin ist vielleicht nicht unbedingt das erste (und wohl auch nicht das zweite oder dritte), das einem spontan beim Gedanken an Mallorca einfällt. Und doch gibt es ihn seit Ende 2012: Der Gin Eva entsteht in Llucmajor bei Palma auf der spanischen Insel Mallorca. Stefan Winterling produziert ihn zusammen mit seiner Frau Eva Maier Gómez. „Warum eigentlich und wie?“ fragten wir uns und dann kurzerhand einfach die beiden. Wenn auch der Name „Gómez“ durchaus spanisch klingt, so tut das „Winterling“ wirklich nicht. Wo sind eure Wurzeln, seit wann ist Mallorca eure Heimat und warum hat es euch dorthin geführt?

 

Stefan Winterling bei der Arbeit an seinem Gin EVA Stefan Winterling bei der Herstellung seines Gin Eva

Stefan: Wir sind ein klassisches „Erasmus-Paar“, davon gibt es jede Menge - zumindest kennen wir so einige. Daher aufgepasst ihr Spanier, wenn ihr euere Toechter zum studieren nach Deutschland schickt ;-). Spass beiseite,  wir haben uns während des Weinbaustudiums in Geisenheim (Rheingau) kennengelernt. Eva ist aus Barcelona und ich komme aus der Pfalz. Nach dem Studium hat es uns beide nach Mallorca verschlagen, das war 2008. Mallorca hat eine unheimlich dynamische Weinszene wie heutzutage kaum noch eine Region in Spanien. Es gibt viele Investoren (hauptsächlich Deutsche) die spannende neue Weingueter auf der Insel aufbauen, das hat uns gereizt. Auserdem ist das Wetter auch ganz OK.

Nun sind ja Wein und Gin zwei absolut unterschiedliche Getränke. Wie kam es zum Entschluss, einen eigenen Gin herzustellen?

Eva: Bei Gin reizt uns die Freiheit. Gin lässt dir wesentlich mehr Spielraum neue Rezepte zu kreieren. Wein hingegen kann man nur einmal im Jahr machen und dann ist man noch dazu von unheimlich vielen Faktoren abhängig. Kein Jahr gleicht dem anderen - wobei darin natürlich auch der Reiz liegt.  Aber Gin ist genauso komplex und spannend wie Wein und dabei einfach viel umgänglicher.
Stefan: Außerdem ist Gin in Spanien einfach omnipräsent, da mussten wir einfach drüber stolpern!

Wer hat die Einrichtung der Gin-Destillerie geplant, hattet ihr Berater? Welches Destilliergerät/welche Technik verwendet ihr?

Stefan: Wir destillieren  auf einer 150 Liter Kothe-Brennerei mit aufgesetzter Feinbrennerkolonne und 6 Kochböden. Die Brennerei haben wir zusammen mit Kothe konzipiert. Berater hatten wir viele, bzw. haben wir einfach mit jedem, den wir kannten und der etwas von der Sache verstand gesprochen.  Wir verwenden eine Mischung aus Mazeration und Dampfextraktion bei unserem Gin.

Eva Winterling und ihr Gin Eva Winterling, Namensgeberin und Macherin des Gin Eva

Als Gin-Brenner wird Mann/Frau ja nicht unbedingt geboren. Erzählt uns doch, wie ihr euch die nötigen Kenntnisse angeeignet habt.

Eva:  Das stimmt. Die Brennerei ist ein Handwerk, das viel Übung und Fingerspitzengefühl erfordert. Wir haben Bücher gelesen und viel probiert, letztentlich haben wir monatelang experimentiert und geübt, wir sind eher learning by doing-Typen. Stefan hatte ja auch schon Erfahrung, da er bereits auf   einem Weingut, für das er gearbeitet hat, gebrannt hat.

Was hat für euch bei der Entwicklung des Gin Eva und der Auswahl der Botanicals eine Rolle gespielt, was war euch wichtig? Geschmack ist doch bekanntlich Geschmackssache….

Stefan: Gin Eva ist ein London Gin, alle Aromen kommen aus den Botanicals, die zusammen mazeriert und gebrannt werden. Grundlage ist ein neutraler Weizenbrand. Es war uns wichtig ein handwerkliches und eigenständiges Produkt zu kreieren mit mediterranem Charakter.

Verratet ihr uns, welche Zutaten alles bei der Herstellung des Gin Eva zum Einsatz kommen, speziell auch, woher ihr die Botanicals bezieht?

Stefan: Wir verwenden viele frische Zitrusfrüchte, vor allem Bitterorange, Zitrone und Pomelo. Außerdem verwenden wir neben pirmonteser Riesenwacholder auch noch Wacholder aus den Dünen von Es Trenc (den wir dort selbst pflücken gehen). Es kommen viele klassische Gin-Botanicals zum Einsatz wie Engelwuerz, Lavendel, Cassiazimt oder Koriandersamen. Insgesamt sind es etwa 20 Gewürze bzw. Blüten und Früchte, die wir verarbeiten. Eine unserer Lieblingszutaten ist der „Manzanilla de Mahon“ aus Menorca, auf deutsch Bitterkamille.

Wir haben Ihren Gin ja auch im Angebot unseres Ginobility—Shops. Dass Sie, Eva, Namensgeberin des Gins waren, lässt sich unschwer vermuten, aber die Dame, die auf dem Etikett abgebildet ist – da sind doch nicht Sie, oder?

Eva: Die Dame auf dem Etikett ist meine Grossmutter. Das Bild wurde in den 30er Jahren in Barcelona aufgenommen.  Meine Oma war ein absoluter Genießer und wusste, was gut ist. In dieser Berziehung hat sie mich sehr geprägt. Sie gibt unserem Gin die persönliche Note.

Und dann steht auf jedem Etikett noch das Abfülldatum als Lotnummer. Wie groß ist die Menge, die ein Lot jeweils umfasst und ist die Zahl wirklich handgeschrieben?

Stefan: Jede Abfüllung sind etwa 500 Flaschen. Wir machen alles per Hand, nichts ist automatisiert – jede Flasche Gin Eva ist 100% handcrafted, das soll die handgeschriebene Lotnummer nochmal unterstreichen.

Soll es bei der kleinen Manufaktur bleiben oder habt ihr Pläne, die Brennerei auszubauen? Und vielleicht habt ihr ja auch bereits in Sachen Gin neue Ideen….

Stefan: Erstmal sind keine neuen Produkte geplant.

Wird auf Mallorca viel Gin getrunken? Und wie trinkt ihr euren Gin Eva am liebsten?

Eva: Auf Mallorca wird jede Menge Gin getrunken, hier hat jeder Dorf-Supermarkt eine unglaubliche Vielzahl an Gins im Regal stehen. Wir probieren zuhause viele davon und dann immer solo. Außerdem macht Stefan die absolut besten Gin Tonics, wenn Freunde eingeladen sind. Da wir in Palma wohnen und es hier unheimlich viele wirklich tolle Bars gibt, lassen wir uns auch gerne vom Barkeeper überraschen. Kürzlich hat uns Sergio vom der Hemingway Bar einen unglaublich tollen Bronx mit Gin Eva gemixt.

Mallorca ist ja auch ein beliebtes Urlaubsziel. Falls einer unserer Leser demnächst einmal in Palma ist – kann man euch auch besuchen und eure Brennerei besichtigen? Stefan: Wir freuen uns immer sehr über Besuch, da wir aber viel unterwegs sind, bitte nur mit Voranmeldung. Einfach per Mail an info(ät)evasdistillery.com.  Man findet uns im Poligono Son Noguera in Llucmajor, etwa 20 min von Palma entfernt.

Recht herzlichen Dank für das Interview! Ginobility wünscht Ihnen weiterhin viel Spaß und Erfolg in der Sonne Mallorcas!

Gin Eva gibt es natürlich auch im Webshop von Ginobility.

Webseite des Weingutes Winterling

Bildquelle: Eva's Distillery
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