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Gin-Tasting Review – Reise durch Schottland

Ginobility Tasting ReviewSonntag Mittag, 23.2.2014, 13.30 Uhr in Frankfurt. Auf der Berger Straße in Bornheim ist wie gewohnt einiges los, Pärchen und Familien schlendern die bekannte Frankfurter Einkaufsstraße entlang, Cafés und Restaurants sind gut besucht. Ein ganz normaler Sonntag also!

Umfangreiche Gin-Auswahl im OTon Umfangreiche Gin-Auswahl im OTon

Auch ich bin einer der vielen Passanten, allerdings bin ich nicht auf dem Weg zum Mittagessen oder um mir ein spätes Frühstück einzuverleiben. Ich bin auf dem Weg in eine der Bars in Frankfurt die für eine exquisite und äußerst umfangreiche Auswahl an Gins sowie einen erstklassigen Bar-Chef bekannt ist – dass O-Ton. Hier findet heute ein kleines, aber feines Gin Tasting unter dem schönen Motto „Reise durch Schottland“ statt, welches wir auch promoten durften!
Manch einer wird sich vielleicht denken dass halb zwei Uhr mittags eine etwas ungewöhnliche Uhrzeit für ein Gin Tasting ist. Bezüglich des Alkoholkonsums mag das sicher nicht ganz falsch sein, aber unter Tasting Gesichtspunkten hat es schon etwas für sich.
Der Grund ist recht einfach: Um diese Zeit sind die Geschmacksknospen noch nicht so beansprucht wie das abends der Fall ist. Somit ist die Wahrnehmung der Aromen deutlich besser - gerade bei einer so variantenreichen Spirituose wie Gin es ist.

In der Bar von Antonis Konstantis kurz Antony genannt versammelten sich 10 Gin Liebhaber um gemäß dem Motto drei schottische Gins im Detail kennen zu lernen:
Caorunn Small Batch Gin, Edinburgh Gin und The Botanist Islay Dry Gin.

Drei Schotten im Gin-Tasting Drei Schotten im Gin-Tasting

 

Bevor es aber ans Tasten ging führte Antony die Teilnehmer zunächst in ein paar „Regeln“ ein. Zunächst einmal ist die Wahrnehmung von Aromen immer äußerst subjektiv und basiert immer auf Erfahrungswerten, Veranlagung und Wissen um die unterschiedlichen Aromen und wie diese alleine für sich genommen überhaupt schmecken bzw. riechen.
Das die Hersteller immer die sogenannten „Tasting Notes“ mitgeben dient eher als grober Leitfaden und Orientierung.

"Carburetion" aus "To have and have another - Hemmingway's Cocktail Companion" von Philip Greene "Carburetion" aus "To have and have another - Hemmingway's Cocktail Companion" von Philip Greene

Abgesehen von theoretischen Tipps gab Antony auch Praktische zum Besten. Zum Beispiel sollte man wenn man den Gin im Mund hat durch die Nase einatmen. Dies stellt die Aromen noch deutlicher heraus. Nach dem Schlucken kann man dann auch nochmals tief durch den Mund einatmen, was nochmals Aromen erkennen lässt.  Diese Praxis war zum Beispiel bei Ernest Hemingway sehr beliebt der sie wiederum von seinem Freund Grant Mason gezeigt bekomme hat.  Sie trägt den Namen Carburetion und die beiden haben diese Methode ursprünglich mit Cognac praktiziert.

Anmerkung d. Redaktion: Man sollte es mit dem Einatmen nicht übertreiben, denn das kann je nach Produkt durchaus dazu führen, dass einem die Tränen in die Augen und der Alkohol bei entsprechenden Mengen überdurchschnittlich in den Kopf schießt! Daher die Ausdrückliche Bitte: DRINK RESPONSIBLE! Die Methode ist sowohl von Antony beim Tasting als auch von uns an dieser Stelle nur des gesteigerten Geschmacksempfindens wegen erwähnt!!

Nach einem weiteren kleinen historischen Rückblick auf die Entstehungsgeschichte des Genevers und Gins mit allen Höhen und Tiefen ging es dann aber endlich  zur Praxis:
Vor uns standen die für Tastings klassischen „Grappa Gläser“ die durch ihre „Kaminform“ die Aromen optimal nach oben ableiten. In diese Gläser wurde im ersten  Schritt nur eine kleine Menge des jeweiligen Gins gegeben.

Im zweiten Schritt schenkte unser Gastgeber einen deutlich größeren Schluck ein um zu verdeutlichen wie stark die Aromenwahrnehmung von der Probenmenge abhängt. Eigentlich logisch!

Caorunn Small Batch Gin Caorunn Small Batch Gin

Der erste der drei Gins war der Caorunn was auf gälisch, „Vogelbeere“ heißt und eines der für diesen Gin verwendeten hiesigen Botanicals darstellt. Welche Botanicals im einzelnen in Caorunn Gin zu finden sind könnt Ihr bei uns im Shop nachlesen. Der 150 Jahre alte Kupfer Still in dem Caorunn gebrannt wird heißt übrigens „Jenny“.

Der 41,8% Vol. messende Caorunn Gin ist in der Nase sehr mild und kommt sehr fruchtig und leicht daher. Am Gaumen setzt sich die Frische fort, es gesellt sich aber eine angenehme Würze hinzu die mit der Fruchtigkeit sehr schön harmoniert. Es fällt aber auf, dass die Fruchtigkeit nicht wie so oft bei Gin zitronig sondern anders daherkommt. Das könnte an den verwendeten Äpfeln liegen ist aber nicht eindeutig raus zu schmecken. Wendet man nun das zuvor gelernte an und atmet nach dem Schlucken tief ein kommt noch ein leicht herber Eindruck hinzu der nicht nur vom Wacholder herrührt sondern wahrscheinlich von dem schottischen Heidekraut.

Edinburgh Gin Edinburgh Gin

Nach einem Schluck Wasser und einem Kräcker zur Geschmackneutralisierung ging es weiter zur nächsten Station unserer aromatischen Schottland Rundreise, nach Edinburgh bzw. zum Edinburgh Gin. Auch seine Geschichte haben wir umfangreich in unserem Shop beschrieben. Der Kupferstill hat übrigens keinen ausgewiesenen Namen!
Mit 43% Vol. ist dieser stärker als der Caorunn, Beim Nosing steht der Wacholder deutlich stärker im Vordergrund und harmoniert sehr schön mit fruchtigen aber auch würzigen Noten.

Am Gaumen bleibt der Wacholder dominant, mischt sich aber mit einer leichten Süße sowie floralen Noten. Insgesamt kommt er deutlich kräftiger daher als sein Vorgänger was aber auch mit dem höheren Alkoholgehalt zusammenhängt.

The Botanist Islay Dry Gin The Botanist Islay Dry Gin

Last but not least landen wir bei The Botanist Islay Dry Gin aus der Traditionsdestille Bruichladdich.

Mit 22 Botanicals führt er das Feld der drei getesteten Gins an. Gleiches gilt für den Alkoholgehalt von 46% Vol. Nur der Vollständigkeit halber: Der Kupfer Still in dem The Botanist gebrannt heißt „Ugly Betty“.

Beim Nosing steht auch hier der Wacholder vornan. Insgesamt wirkt er sehr fruchtig aber auch würzig. Am Gaumen setzt sich auch wieder der Wacholder durch, die 21 verbleibenden Botanicals wirken sich zudem in einer sehr schönen und vielseitigen Komplexität aus.Weniger fruchtig, dafür aber mit lieblich malzigen Noten.

An dieser Stelle merkte Antony nochmals an, dass die meisten Botanicals nicht verwendet werden um ihren charakteristischen Geschmack mit einzubringen sondern um in Kombination mit anderen Botanicals zu wirken und deren Aromen zu heben bzw. in neune Bereiche zu leiten.

Nachdem wir dann alle wieder gut in Frankfurt  auf der Berger Straße gelandet sind  gab es zum krönenden Abschluss noch eine Kostprobe einer von Antonys Eigenkreationen. Ein Tanquarey  Reserved Gin. In einem kleinen Eichenfass durfte Antonys Lieblingsgin 36 Tage lang die Aromen aus dem Holz aufnehmen. Das Ergebnis ist ein sanft roter ungemein milder Gin mit wunderbaren Eichen- und Vanillenoten, ohne aber den gradlinigen Tanqueray London Dry Gin  Charakter zu verdrängen.  Sehr fein!!! Und um das ganze noch zu toppen gab es für jeden noch einen Tanqueray Reserved Gin & INDI Tonic! Eine echte Offenbarung was Gin & Tonic angeht.

INDI Botanical Tonic Water INDI Botanical Tonic Water

Über INDI Tonic kann man einen eigenen Artikel schreiben! Soviel sei aber gesagt: Dieses spanische Tonic Water wird durch 8 wöchige Mazeration verschiedener rein natürliche Botanicals und anschließender langsamer und schonender Destillation hergestellt! Mehr Infos dazu gibt’s auf der INDI Webseite . Händler- und Gastonomieanfragen aus Deutschland zu INDI Tonic bitte an info@ginobility.de

 

Auch wenn das Tasting nur gute 2 Stunden gedauert hat, so kam es einem doch sehr viel länger vor, was absolut positiv zu werten ist.

Der Rückweg über die Berger Straße war deutlich beschwingter als der Hinweg, soviel kann ich sagen. Woran das nur gelegen haben mag!?

Vielen Dank an Antony für dieses wunderbar vorbereitete und lehrreiche Tasting!!
Sehr gerne wieder!!!

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