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Six Ravens Dry Gin: Interview mit Mike Schallehn von Alandia

Mike-Schallehn Dr. Mike Schallehn, Geschäftsführer von Alandia

In unserem Ginobility-Shop bieten wir euch seit kurzer Zeit den London Dry Gin „Six Ravens“ an. In der Apothekerflasche mit dem Old-Style-Etikett und dem mit Wachs versiegelten Korken kommt der Six Ravens sehr edel, klassisch und irgendwie historisch daher. Auch die nette Geschichte auf dem rückwärtigen Etikett um die alte Prophezeiung, nach der das englische Königreich fallen wird, sobald keine Raben mehr um den Tower kreisen, unterstreicht diesen Charakter. Diese Raben-Geschichte erklärt also den Hintergrund des ungewöhnlichen Namens „Six Ravens“, doch einige andere Fragen zu dem Premium Gin sind bei mir trotzdem noch offen. Die durfte ich jemandem stellen, der sich mit dem Six Ravens Dry Gin bestens auskennt: Dr. Mike Schallehn, Geschäftsführer der Alandia GmbH&Co.KG., Hersteller dieses Gins.

Der Name Alandia steht eigentlich für die Welt des Absinthes. Wie kamt ihr auf die Idee, euch jetzt auch als Hersteller eines Gins zu engagieren?

Mike: Neben Absinthe habe ich mich schon immer für Gin interessiert. Dies liegt zum einen daran, dass ich gerne einen guten Gin Tonic trinke, aber auch an der Artverwandtheit der beiden Spirituosen. Bei beiden Spirituosen werden Kräuter und Gewürze in Reinalkohol mazeriert und anschließend destilliert. Bei Gin sind es die typischen Wacholderbeeren, bei Absinthe der namensgebende Wermut (artemisia absinthium). Neben dieser Ähnlichkeit in Bezug auf die Herstellung fasziniert mich am Gin aber auch die Tradition, die das Produkt mit sich bringt. Auch hier lassen sich Parallelen zum Absinthe ziehen. Beide Spirituosen sind sehr stark mit einem Herstellungsland verbunden und es existieren eine Menge Geschichten und Mythen um die Getränke. Beim Absinthe ist das noch viel ausgeprägter als beim Gin, aber auch hier lässt sich so Einiges finden. Man denke bspw. an den Gin Craze im 18. Jahrhundert und die anschließende Reglementierung der Produktion oder den Konsum des Produkts in den Britischen Kolonien als Mittel gegen Malaria.

Produziert wird der Gin nicht in Deutschland, sondern trotz seiner traditionell englischen Erscheinung witziger Weise in Frankreich. Erzählst du uns, wie und warum ihr euch für die Zusammenarbeit mit der Destillerie Devoille in Fourgerolles entschieden habt?

Devoille Distillery Devoille Distillery

Mike: Das ist eigentlich schnell erzählt. Alandia stellt ja auch verschiedene Absinthe her. Das machen wir in Zusammenarbeit mit der französischen Destillerie Devoille. Die Destillerie wurde bereits 1859 gegründet und hat somit ein Erfahrungswissen von über 150 Jahren. Dieses Wissen ist nicht auf die Grüne Fee, wie Absinthe ja auch liebevoll genannt wird, beschränkt. Denn neben Absinthe kamen schon immer weitere feine Spirituosen und Liköre aus dem Hause Devoille. Als wir dann unser Projekt „Gin“ gestartet haben lag es auf der Hand, dass wir hier auf die erprobte und wertgeschätzte Zusammenarbeit mit Devoille zurückgreifen werden. Trotz dieses Frankreich Bezugs wollten wir uns aber von der Namensgebung und der Erscheinung unseres Gins an England orientieren. Was auch damit zusammenhängt, dass wir einen London Dry Gin kreieren wollten.

Wie erfolgt die Herstellung des Six Ravens Dry Gin? Können wir etwas über das Verfahren und die Brenntechnik erfahren?

Mike: Six Ravens ist wie gesagt ein klassischer London Dry Gin. D.h. alle Zutaten werden auf einmal destilliert und kein Zucker oder sonstige Aromen zugesetzt. Das Besondere ist die Destillation mit frischen Ingwerwurzeln, was Six Ravens seinen würzigen, fruchtigen Geschmack verleiht. Als Basis verwenden wir Zuckerrübenalkohol. Er hat einen leicht fruchtigeren Geschmack im Vergleich zu Getreidealkohol und harmoniert besonders gut mit den würzigen, fruchtigen Noten des Ingwers. Den Alkoholgehalt belassen wir mit 46% bewusst etwas höher, so dass die Aromen besser erhalten bleiben und auch in einem Gin & Tonic nicht verwässern. Dieser Aspekt war uns besonders wichtig, denn Gin trinkt man in den seltensten Fällen pur. Neben dem Inhalt legen wir auch besonderen Wert auf die Gestaltung der Flasche. Die alte Apothekerflasche, der verwachste Korken, die Geschichte über die Raben, alles soll wie auch beim Absinthe an vergangene Zeiten erinnern. Die Nostalgie ist sozusagen die DNA von Alandia, das wollten wir auch bei unserem Gin beibehalten.

Das A und O bei der Ginherstellung sind natürlich die Botanicals. Wacholderbeeren und frischer Ingwer spielen eine maßgebliche Rolle. Warum habt ihr diese beiden Komponenten als Hauptaromata auserkoren und verrätst du uns vielleicht noch ein paar weitere Zutaten im Six Ravens?

Mike: Vom Absinthe her kennen wir bereits viele verschiedene Kräuter und Gewürze, die auch bei der Ginherstellung Anwendung finden. So sind beispielsweise Koriandersamen oder Angelikawurzel ebenfalls klassische Absinthezutaten. Auf den Ingwer als herausragende geschmackliche Note des Six Ravens bin ich über einen meiner Lieblingscocktails den Moscow Mule gekommen. Hier wird ja Ingwerlimonade (Ginger Beer) als Mixer verwendet. Den typischen leicht scharfen Ingwergeschmack konnte ich mir als ideale Ergänzung zu den trockenen, würzigen Noten von Wacholderbeeren vorstellen.
Für den ersten Test konzentrierten wir uns dementsprechend dann auch auf diese beiden Zutaten, d.h. wir stellten ein Wacholder-Ingwerdestillat her. Das Ergebnis hat uns direkt überzeugt und wir fingen anschließend damit an die Rezeptur zu optimieren.

Six Ravens Dry Gin Six Ravens Dry Gin

Insgesamt verwenden wir nun für Six Ravens sechs Zutaten. Das sind vergleichsweise wenig, wir halten aber nichts von einer zu komplexen Rezeptur. Ab einer gewissen Menge schmeckt man die Vielzahl der Kräuter sowieso nicht mehr und die pure Menge an Zutaten dient nur noch als Marketingvehikel. Wir bevorzugen einen klareren, direkteren Destillationsansatz bei dem der Fokus auf weniger Botanicals liegt, die man dann aber auch schmeckt. Bei uns sind dies Wacholderbeeren, frische Ingwerwurzeln, Zitronenschalen, Koriandersamen, Angelikawurzel und Chinarinde. Die Zitronenschalen unterstützen in unserer Rezeptur die frische Note des Ingwers, wohingegen die Koriandersamen und Angelikawurzel den trockenen, würzigen Geschmack des Wacholders abrunden. Chinarinde haben wir vor dem Hintergrund gewählt, dass der Gin noch eine leicht bittere Note bekommen sollte, die zu dem typischen Geschmack eines Tonicwasser passt. Insgesamt haben wir an der finalen Zusammensetzung fast zwei Jahre getüftelt, das war aber äußerst spannend und hat unheimlich viel Spaß gemacht!

Wird sich Alandia verstärkt auf dem Gebiet des Gins engagieren und vielleicht ein weiteres Produkt herausbringen?

Mike: Das ist durchaus denkbar, auch wenn es bestimmt noch etwas dauern wird. Momentan experimentieren wir aber schon mit Wermut als potentieller Zutat. Devoille besitzt eigene Wermutfelder. D.h. wir können hier auf allerbeste Qualität zurückgreifen. Ein klassischer Gin Cocktail ist darüber hinaus ja auch der Dry Martini, und Martini ist nichts anderes als Wermutwein. Den Zweiklang aus Wermut und Wacholder kann ich mir also sehr gut vorstellen. Zudem würden wir durch solch einen Gin auch noch eine stärkere Brücke von der Absinthe- zur Gin-Kultur bauen. Ihr seht, das Projekt ist schon mehr als ein pures Hirngespinst…

Auf eurer Facebook-Seite habe ich gelesen, dass ihr (unter anderem) TOMR’S Tonic als Mixpartner für Six Ravens Dry Gin empfehlt. Das freut uns von Ginobility als Vertriebspartner dieses Tonic Sirups natürlich sehr. Hast du daneben weitere Kombinationstipps für uns oder ein Geheimrezept für einen genialen Cocktail? Wie trinkt Mike Schallehn seinen Six Ravens Gin am liebsten?

Gin&Tonic mit Six Ravens Gin&Tonic mit Six Ravens

Mike: Also sehr gerne trinke ich Six Ravens natürlich als Gin & Tonic. Dabei serviere ich ihn mit einer Zitronenzeste, die ich vor dem Garnieren über dem Glas twiste, um die ätherischen Öle aus der Schale freizusetzen. Als Lieblingstonic verwende ich das Schweizer Tonicwasser Gents. Hier wird das Chinin aus der Wurzel des gelben Enzian gewonnen, dadurch schmeckt das Tonic etwas „erdig“, was ich persönlich sehr mag. Im Vergleich zu anderen Tonics ist Gents darüber hinaus viel zitroniger und weniger bitter. Mit Six Ravens ergibt sich wirklich ein sehr geschmackvoller Gin & Tonic!

Raven Master Drink Raven Master Drink

Ansonsten kann ich noch unsere Kreation den „Raven Master“ empfehlen. Er ist an einen Old Fashioned angelehnt.
So wird er zubereitet:
- 4cl Six Ravens Gin
- 2cl Zitronensaft
- 2cl Zuckersirup
- 3 Dashes Angostura Bitter
- Alles shaken, Tumblerglas mit Crushed Eis füllen, abseihen und mit fein geriebener Zitronenschale garnieren.
Sehr lecker!

Zum Schluss noch eine Frage zu den Raben, um den Kreis zu schließen: Warst du schon am Tower in London und hast Ausschau gehalten nach euren Raben? Verfolgt ihr das Wohlergehen eurer Wappentiere?

Mike: Aber natürlich! Das ist zwar schon etwas länger her, aber alles begann auf einer Englandreise im zarten Alter von 18 Jahren. Mein Vater, ein begeisterter Londonfan, schenkte mir eine Reise zum gerade erfolgreich bestandenen Abitur. Unter anderem waren wir natürlich am London Tower und mir fielen direkt die riesigen Raben auf. Im Reiseführer habe ich dann das erste Mal von der Legende über die Tower Raben gelesen. Die Geschichte blieb mir irgendwie im Gedächtnis hängen und als ich das Projekt „Gin“ in Angriff nahm, erinnerte ich mich an sie. Six Ravens fand ich dann auch einen passenden Namen für den Gin, leicht mystisch, wie meine Vorstellungen über die Gin-Ära zu Zeiten von Sherlock Holmes. Letztens hat übrigens ein Fuchs zwei der insgesamt acht Raben gerissen. Da war das Königreich in ernster Gefahr. Aber die Briten haben schnell für Nachschub gesorgt. Jetzt sind es wieder acht, also wieder alles in bester Ordnung!

Mike und der Raven Master am Londoner Tower Mike und der Raven Master am Londoner Tower

Ganz herzlichen Dank an Mike Schallehn für das Interview und die vielen Hintergrundinfos zum Six Ravens!

Und den Gin findet ihr natürlich im Ginobility-Shop!

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