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Welche unterschiedlichen Gin-Sorten gibt es?

Was ist eigentlich Gin? Woraus besteht Gin? Welche verschiedene Gin-Sorten und Arten gibt es? Und: Was ist der Unterschied zwischen Dry Gin, New Western Dry Gin, London Dry Gin, Plymouth Gin, Old Tom Gin, Genever und Sloe Gin? Dieser Artikel soll einen kleinen Überblick geben:

Bei Gin handelt es sich um einen klaren Branntwein, der auf der Basis von hochprozentigem Neutralalkohol hergestellt wird und dem neben dem charakteristischen Wacholder weitere Kräuter und Gewürze beigefügt werden. Wird die Spirituose dann ohne weitere Destillation direkt abgefüllt (Dieser Prozess wird auch „Mazeration” genannt), bezeichnet man sie als „Compound Gin“ und genießt als billigste Gin- Variante kein großes Ansehen. Folgt der Mazeration der pflanzlichen Bestandteile eine weitere Destillation, darf sich das Endergebnis dagegen als „Distilled Gin“ bezeichnen.
Es werden vier klassische Arten von Gin unterschieden: Der trockene Dry Gin, der ebenfalls trockene London Dry Gin, der etwas süßere Old Tom Gin und der ebenfalls süßere und gleichzeitig würzigere Plymouth Gin. Ferner gibt es nach wie vor den Genever, den holländischen Gin, dessen Rezeptur sich jedoch grundlegend vom Gin unterscheidet, und den Sloe Gin. Streng genommen gelten letztere aufgrund ihrer Herstellungsweise jedoch nicht als klassischer Gin.

Bezüglich der geschmacksgebenden Gewürze und Kräuter gibt es keinerlei Beschränkung, jedoch variieren die Vorgaben bezüglich der Beigabe von Farbstoffen oder künstlichen Aromen je nach Herstellungsland und Art des Gins.

In den letzten Jahren hat sich eine neue Art von Gin gebildet – die so genannten New Western Dry Gins. Diese zeichnen sich durch eine dominante Aromanote aus, die dem Wacholdergeschmack oft gleichwertig ist.

Laut Gesetz darf Gin aus jedem Ethylalkohol hergestellt werden, der in einem natürlichen Gärungsprozess entstanden und nicht künstlich synthetisiert worden ist. Dieser Neutralalkohol muss mindestens 96% Vol. aufweisen und wird üblicherweise aus Getreide (vor allem Gerste und Mais) oder auch Melasse gewonnen. Laut EU-Verordnung muss Gin neben dem vorherrschenden Wacholdergeschmack einen Mindestalkoholwert von 37,5% Volumen aufweisen. Für Plymouth Gin gilt sogar ein minimaler Alkoholgehalt von 41,2% - eine Grenze nach oben gibt es übrigens nicht.

DRY GIN - Trocken und Wacholder-betont
Dry Gin ist ungesüßter Gin, bei dessen Herstellung die aromatisierenden pflanzlichen Bestandteile dem Neutralalkohol in einzelnen Schritten nacheinander zugegeben werden. Hierbei ist auch die Zugabe von anderen aromatisierenden Stoffen und künstlichen Zusätzen sowie Farbstoffen erlaubt. Eine Vorschrift bezüglich des Zeitpunktes der Zugabe dieser Zutaten existiert nicht. Dry Gin zeichnet sich meist durch ein ausgeprägtes Wacholderaroma aus, das von bitteren Elementen und Zitrusnoten ergänzt wird.

NEW WESTERN DRY GIN - Wacholder nicht dominant
Eine im Verlauf des letzten Jahrzehnts aufgekommene, völlig neue Interpretation des Dry Gins. Bei diesem rückt die Wacholdernote zugunsten meistens einer anderen Aromanote in den Hintergrund. New Western Dry Gins werden aufgrund Ihrer ausgewogenen und harmonischen Geschmackskomposition sowohl in Cocktails, als auch pur als „Shot“ genossen.

LONDON DRY GIN - trocken, gewürzt, ungesüßt
Auch wenn es der Name suggeriert: London Dry Gin ist keine Herkunftsbezeichnung und muss nicht aus der englischen Hauptstadt stammen. Vielmehr verweist der Name auf das besondere Herstellungsverfahren, bei dem die aromatisierenden pflanzlichen Zutaten alle zusammen gleichzeitig dem Neutralalkohol zugegeben werden, bevor dieser einer weiteren Destillation unterzogen wird. Die nachträgliche Zugabe oder auch die Beimischung von künstlichen Aroma-oder Farbstoffen ist beim London Dry Gin explizit untersagt. Ebenso darf Zucker nur in geringen Mengen hinzugefügt werden (0,5 g pro Liter). Charakteristisch für diesen Gin ist neben dem starken Wacholdergeschmack eine ganze Palette an feinwürzigen Aromen.

PLYMOUTH GIN - leicht gesüßt
Im Gegensatz zum London Dry Gin handelt es sich beim „Plymouth Gin“ um eine gesetzlich geschützte Herkunftsangabe. Nur ein Gin, der innerhalb der Stadtgrenzen der Hafenstadt destilliert wurde, darf sich so nennen. Plymouth Gin ist im Vergleich zum London Dry relativ vollmundig und verfügt über ausgeprägte erdige Elemente. Er ist klar, eher fruchtig-süß, sehr aromatisch und besitzt eine weniger starke Wacholdernote als London Dry Gin. In dem 3-fachen Destillationsverfahren wird auf die Beigabe von Bitterstoffen gänzlich verzichtet. Plymouth Gin gilt als das „offizielle Leibgetränk” der Britischen Royal Navy.

OLD TOM GIN - leicht gesüßt
Bei Old Tom Gin handelt es sich um die ursprüngliche Form des Gins. Dieser war vor allem im 18. und 19. Jahrhundert beliebt. Durch die nachträgliche Zugabe von Zucker ist Old Tom Gin süßer als London Dry Gin und verfügt zudem über einen volleren Körper. Der Name „Old Tom Gin“ geht auf die Statue in Form eines Katers („tomcat“) zurück, die nach dem Erlass des Gin Acts durch die britische Regierung im Jahre 1751 an der Außenwand manches Pubs installiert wurde. Da der Gin Act den Gin-Verkauf weitgehend verbot, legten Passanten einen Penny ins Maul des Katers, worauf der Wirt im Inneren des Gebäudes eine Portion Gin in eine Leitung goss, die an den Füssen des Katers endete – so konnten die Passanten den Gin also heimlich konsumieren. Nachdem der Old Tom Gin viele Jahrzehnte lang vom Markt verschwunden war, erlebt er derzeit eine Renaissance in der Barszene, da er sich gut zum Mixen von Cocktails eignet.

GENEVER – süß und aromatisch
Holländischer Gin wird als Genever oder Jenever bezeichnet. Es wird zwischen oude (altem) und jonge (jungem) Genever unterschieden, wobei „alt“ für die traditionelle Herstellung steht, die sich durch eine ausgeprägte Malznote auszeichnet. „Junger“ Genever ist ein einfacher, klarer Kornbranntwein, der ein leichtes Wacholderaroma aufweist. Obwohl Genever hauptsächlich in Holland hergestellt wird, gibt es auch einige Destillen in Belgien und Deutschland.

SLOE GIN – süß und fruchtig
Obwohl Sloe Gin oft in der Aufzählung mit den oben genannten Gins aufgeführt wird, handelt es sich hierbei vielmehr um einen Likör, da er aufgrund seiner Süße und seines Alkoholgehalts von nur 15 – 30% Vol. den Anforderungen eines echten Gins nicht entspricht. Er eignet sich hervorragend zur Herstellung aromatischer Drinks und Cocktails. Typischer Geschmacks-und Namensgeber ist hier die Schlehe.

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